24.07.2002 · Im Land Dostojewskis scheitert die Karl-May-Parodie: Der deutsche Kassenknüller „Schuh des Manitu“ verstört Russlands Kritiker.
Die Westernparodie „Der Schuh des Manitu“, mit elf Millionen Zuschauern hierzulande der erfolgreichste deutsche Kinofilm aller Zeiten, verstört bei seiner Russland-Premiere die Kritiker. „Eine dumme, absolut sinnlose Geschichte“ erzähle der Erfolgsstreifen des deutschen Komikers Michael Herbig, schrieb die Tageszeitung „Nowyje Iswestija“ (Moskau) am Mittwoch. „Ein stümperhafter Film ohne jeglichen Witz“, urteilte die Kritikerin Jewgenija Tirdatowa in dem Artikel.
Bei der Pressevorführung habe niemand im Saal selbst bei den vermeintlich komischsten Szenen gelacht, notierte die Zeitung. Der „Schuh des Manitu“ war am 18. Juli in Russland mit 40 Kopien gestartet. Mit den Besucherzahlen ist man beim „Manitu“-Verleih Beta Cinema zufrieden: An den ersten vier Tagen hat der Film - trotz guten Wetters und Sonnenscheins, wie man betont - mehr als 55.000 Moskauer ins Kino gelockt, was einem Einspielergebnis von knapp 100.000 Euro entspricht.
Die russische Kinopremiere soll eine Reihe von internationalen Leinwanddebüts des deutschen Kassenerfolgs einleiten. Nach Angaben des Vertreibers Beta Cinema werden die Filmstars Michael Herbig, Christian Tramitz und Sky Du Mont bald auch in Spanisch, Ungarisch, Portugiesisch, Chinesisch, Koreanisch, Tschechisch und Polnisch zu hören sein. Auch an einer englischsprachigen Version für den amerikanischen und britischen Markt werde gearbeitet.