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Der Spitzel Peter Grosz Herta Müller: „Denunziation der schlimmsten Art“

 ·  Der Schriftsteller Peter Grosz hat Autorenkollegen für den rumänischen Geheimdienst Securitate bespitzelt. „Grosz gehörte zum harten Kern der Securitate-Helfer“, sagt Richard Wagner, der frühere Ehemann Herta Müllers und Mitbegründer der „Aktionsgruppe Banat,“ in einem Gespräch mit der F.A.Z.

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Der Schriftsteller Peter Grosz hat in den siebziger Jahren Autorenkollegen für den rumänischen Geheimdienst Securitate bespitzelt. Unter dem Decknamen „Gruia“ drang er in den „Aktionskreis Banat“ ein, dem die Nobelpreisträgerin Herta Müller nahestand. Auch ihr späterer Ehemann und Aktionskreismitglied Richard Wagner ist von Grosz beschattet worden: „Grosz gehörte zum harten Kern der Securitate-Helfer. Diese wurden gezielt eingesetzt, und zwar nicht nur zur Informationsbeschaffung, sondern auch zur Manipulation des jeweiligen Opfers. Sie drangen systematisch in dessen Privatleben ein“, sagte Wagner in einem Gespräch mit der F.A.Z. (Montagsausgabe).

Schon im Sommer 2009 habe Grosz ihm gegenüber seine IM-Tätigkeit zugegeben, um diese jedoch zu verharmlosen. Damals habe Wagner die genaue Aktenlage noch nicht gekannt, „was er zum Märchenerzählen nutzte.“ Grosz gab in einer von ihm nun verbreiteten Erklärung an, auf Druck der Securitate von 1974 bis zu seiner Ausreise 1977 deutschstämmige Autoren oberserviert zu haben. Laut Wagner sei er speziell auf die Kollegen Gerhard Ortinau und Wiliam Totok angesetzt gewesen.

Grosz ist derzeit neben seiner Tätigkeit als Deutschlehrer am Gymnasium zu St. Katharinen auch Leiter der Oppenheimer Festspiele. Seit seiner Ausreise nach Deutschland setzt er sich für junge Autoren und Theatermacher ein. Nachdem die Vorwürfe nun bekannt wurden, spricht er von einer „öffentlichen Kampagne“ gegen ihn und beklagt eine „öffentliche Zurschaustellung, die fatal an spätstalinistische Schauprozesse erinnert“. Herta Müller warf Grosz in der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ indes eine „Denunziation der schlimmsten Art“ vor und forderte die „Aufklärung des Geschehens, wie in der Stasi-Debatte“.

Das ausführliche Gespräch mit Richard Wagner lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an diesem Montag (22. Februar 2010)

Quelle: F.A.Z, dpa
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21.02.2010, 21:34 Uhr

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Von Andreas Platthaus

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