In einem Gespräch mit dem Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ hat der Dichter Peter Handke jüngst seine Version einer Handgreiflichkeit mit mir aus dem Jahr 1987 erzählt. Sie stimmt nicht.
Von Jochen HieberRichtlinien für Lesermeinungen
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Ich liebe Klatsch. Bitte mehr.
Wer von den beiden Protagonisten der größere Eitelbolzen ist...
...,das stehe dahin. Einen Typen wie Handke jedoch, der in vollem Bewußtsein dessen, was er sagt (und nicht etwa aus jugendlicher Verblendung heraus), Kriegsverbrecher, Massenmörder & Diktatoren verteidigt, sollte eine bleibende damnatio memoriae treffen.
Wahrheit hin, Dichtung her – Handkes Version ist kürzer,
plausibler und liest sich besser. Somit lautet das Endergebnis
Handke 2 (1 x auf die Fresse, 1 x besser erzählt)
Hieber 0
Anscheinend neigt Herr Handke zu körperlicher Gewalttätigkeit.
Ich erinnere an Marie Colbin, seine langjährige Geliebte: "Ich
höre noch meinen Kopf auf den Steinboden knallen. Ich spüre
noch den Bergschuh im Unterleib und auch die Faust im Gesicht",
schildert die langjährige Begleiterin Handkes ihr Leiden in dem
österreichischen Magazin 'Format'. Solange es Männer gibt auf
dieser Welt - Männer wie Dich - einäugig, unnachgiebig,
machthungrig und Ego-breit - wird es auch Waffen geben und somit
Kriege.'"(DER SPIEGEL/ 25. Mai 1999)
Da Handke dies nie dementierte, darf angenommen werden, dass es stimmt.
Ich habe danach meine Lektüre von Handke eingestellt
Die Herren Feuilletonisten ...
... werden vom Publico freundlichst gebeten, ihre Stutenbeißereien anderswo auszutragen. Das gilt natürlich zuerst für den Großschriftsteller Handke. ("Seltsame Bereitschaft zur Entzweiung"? Bah – Wortschleim.)
...glaubt die Feulleton-Redaktion, dass Kindergarten-Raufereien von 2 eitlen Fatzkes einen FAZ-Leser interessieren? Sich von Burda im Frühjahr nach Italien einladen lassen, und dann über andere Gäste mäkeln...
„Lass mich endlich in Frieden, du Federwetzer vom Mönchsberg!“
Welch erlesener Sprache sich FAZ-Redakteur Hieber sogar in einer
gefährlichen Notwehrsituation zu bedienen vermag - Chapeau! Mir
selbst wären da nur die allergängigsten Verbalattacken
eingefallen. Deshalb meine Bitte, Herr Hieber: eröffnen Sie eine
Kolumne mit einem fortlaufenden Lexikon der verbalen Selbstverteidigung
für die gebildeten Schichten!
"Geliebt habe ich Handke nie. Zumal..." gegen wessen Sprachgefühl verstößt das noch?
"Geliebt habe ich Handke nie. Zumal seine frühen Arbeiten,
darunter sein phänomenales Fußballgedicht „Die
Aufstellung des 1.FC Nürnberg vom 27.1.1968“, aber verehrte
ich und werde sie immer verehren."
... sollte es nicht vielmehr direkt "aber seine frühen
Arbeiten [...] verehrte ich und..." heißen oder verstehe ich
hier etwas nicht?
Mein Vorschlag:
Beim Nachformulieren erkennt man die Schwierigkeiten des Autors. Was er
sagen möchte ist etwas wie:
"Geliebt habe ich Handke nie. Aber manche seiner Werke - vor allem
einige seiner frühen Arbeiten... - verehrte ich..."
Schöner wäre vielleicht:
"Geliebt habe ich Handke nie. Aber ich verehrte einige seiner
Arbeiten, und verehre sie immer noch. Vor allem manche seiner
frühen Werke wie... gehören zu.."
Das "Zumal" passt nicht wirklich. Denn es geht erstmal um die
Präzisierung des ersten Satzes: Ich habe Handke (hier
natürlich als pars pro toto stellvertretend für sein
GEsamtwerk) nie geliebt. Aber ich verehre einige seiner Werke.
Dann erst geht es um die Priorisierung der verehrten Werke: Ich verehre
vor allem einige seiner frühen Werke.
Wobei sich an ein "zumal" eher ein Satz als ein Substantiv
anschließt (für Substantive nutze man "vor allem").
Kurz gesagt: "Zumal" bedeutet "vor allem weil". Das
sollte der Autor wissen, zumal er Kritiker ist. :D
jetzt macht sich die FAZ aber wirklich lächerlich: ich war´s nicht - der da war `s !
2 opis erzählen einen rotwein-schwank aus ihrer jugend. einer
schreibt langweilige bücher und der andere....der schreibt wohl
auch irgendwas.
da muss doch einer einschreiten und sagen: he, das eine ist privat, das
andere öffentlich.
und für so einen quatsch interessiert sich doch kein mensch.
fehlt. Wenn Herrn Hieber nur das "gefundenen Gedicht" DIE AUFSTELLUNG DES ERSENT F.C. NUERNBERG was bedeutet, hat er wohl schon zu anderen Handke Sachen vor dem Vorfall Stellung genommen??? Weswegen Handke ihn an dem Abend stichelte? Es gibt ja noch lebende Zeugen zu dem Vorfall.
Vielen Dank für den Link zu dem Interview in der SZ. Ich fand's großartig und musste oft schmunzeln. Ah, ich gehöre einer jüngeren Generation an und denke, seine Werke werden in 100 Jahren noch gelesen werden. Und Reich-Ranicki wird nicht mal als Fußnote in die Literaturgeschichte eingehen. Im übrigen finde ich den Feldzug, den die FAZ gegen Handke jahrzehntelang geführt hat, peinlich und schädlich für die Literaturrezeption in Deutschland. Und wer jetzt wen warum, wo und zuerst provoziert hat ist mir persönlich gleichgültig. Mit Ruhm hat sich in dieser Sache keiner bekleckert.