07.09.2007 · Science-Fiction? So kann man Kluges 1971 entstandenen Film „Der große Verhau“ kaum nennen. Science-Retro wäre die geeignete Kategorie - die schlichten Tricksequenzen im Weltraum werden selbst die Macher von „Raumschiff Orion“ zum Lächeln gebracht haben.
Science-Fiction? So kann man Kluges 1971 entstandenen Film „Der große Verhau“ kaum nennen. Science-Retro wäre die geeignete Kategorie, denn der Großteil des Geschehens wird über Zwischentitel mitgeteilt, und die schlichten Tricksequenzen im Weltraum werden selbst die Macher von „Raumschiff Orion“ zum Lächeln gebracht haben.
Genau an deren Tradition knüpft Kluge an, wenn er Hark Bohm als Admiral, Hannelore Hoger als Inspektorin und das Ehepaar Vinzenz und Maria Sterr, das im Jahr zuvor in Fassbinders „Warum läuft Herr R. Amok?“ erstmals aufgetreten war, als muntere Raumpiraten besetzt, die ihre jeweils unterschiedlichen Interessen auf dem Kriegsschauplatz des Planeten Krüger 60 verfolgen, wo die Suez-Kanal-Gesellschaft gegen intergalaktische Regierungen antritt. Dabei stirbt, so erzählt der Film, am 18. Brumaire 2041 der letzte Amerikaner, weil ihm niemand glauben will, dass er neutral ist. So bringt Kluge etliches an politischer Satire unter. Ergänzt wird „Der große Verhau“ durch den 1996 gedrehten Kurzfilm „Triebwerkhusten“, in dem zwei Ingenieure untersuchen, warum die Technik plötzlich von einer Grippeepidemie geplagt wird.