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Der Aufbau Verlag wird verkauft Aufbauarbeit

18.07.2008 ·  Das Leben nach dem Insolvenzantrag: Die Zukunft des seit einigen Wochen mit beiden Beinen über dem Abgrund schwebenden Aufbau Verlags soll gesichert sein. Wer den Verlag aber kaufen soll, ist nicht bekannt. Welche Risiken der Käufer übernimmt ebenso.

Von Hubert Spiegel
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Die Zukunft des seit einigen Wochen mit beiden Beinen über dem Abgrund schwebenden Aufbau Verlags soll gesichert sein. So verkündet es zumindest die Geschäftsführung, und auch der Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus und der ehemalige Aufbau-Verleger Bernd Lunkewitz zeigen überraschend Zuversicht. Man habe sich geeinigt, nun sei der Weg frei für einen Investor, der von der Unternehmensberatung Roland Berger gesucht werden solle und dann mit Aufbau zu neuen Ufern aufbrechen könne.

Bislang war niemand in der Branche bereit, auch nur eine müde Mark in den insolventen Verlag zu investieren, weil erhebliche Rechtsunsicherheit bestand. Zum einen mussten potentielle Käufer damit rechnen, dass Lunkewitz sie mit Schadenersatzansprüchen überzieht, kaum dass die Tinte auf dem Kaufvertrag trocken ist. Zum anderen war bislang nicht geklärt, welche Autorenrechte überhaupt zur Insolvenzmasse gehören.

Unterschiedliche Rechtsstandpunkte

Sicher schien nur eines: Wer Aufbau kaufen wollte, musste mit viel Ärger rechnen. Das soll jetzt anders sein. Die Verlagstätigkeit könne ohne Beeinträchtigung der Rechtssicherheit von einem neuen Eigentümer fortgesetzt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Lunkewitz und Voigt-Salus. Trotzdem gehen aus der Erklärung „unterschiedliche Rechtsstandpunkte“ hervor: Immer noch ist es strittig, ob die nach 1992 erworbenen Autorenrechte Lunkewitz oder dem Verlag gehören.

Nach Sicherheit klingt das alles nicht gerade. Was also könnte hinter dem überraschend ausgebrochenen Optimismus stecken? Vielleicht hat Lunkewitz zwei Zugeständnisse gemacht: Er könnte Aufbau das bislang ebenfalls umstrittene Namensrecht überlassen und auf etwaige Schadenersatzansprüche gegenüber dem Verlag verzichtet haben. Ein solcher Schritt würde zugleich darauf hindeuten, dass der Geschäftsmann sich künftig ganz auf den Rechtsstreit mit der Bundesregierung konzentrieren will. Für Aufbau wären damit zwei Hürden aus dem Weg geräumt. Dem Verlag wäre geholfen, gerettet wäre er damit noch nicht. igl

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Jahrgang 1962, Redakteur im Feuilleton.

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