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Silicon Valley macht Politik : Was will der Google-Chef im Pentagon?

  • -Aktualisiert am

Da geht es lang: Eric Schmidt hat jetzt einen Nebenjob im amerikanischen Verteidigungsministerium. Bild: dpa

Das amerikanische Verteidigungsministerium will enger mit dem Silicon Valley kooperieren. Eine Beratergruppe unter der Leitung von Eric Schmidt, Aufsichtsratschef von Alphabet, soll für Innovationen sorgen. Für welche?

          Das amerikanische Verteidigungsministerium rüstet auf: Eric Schmidt, Aufsichtsratschef des Google-Mutterkonzerns Alphabet, wird ein Beratergremium für das Pentagon leiten. Mit diesem Defense Innovation Advisory Board will das Pentagon das Silicon Valley und das amerikanische Militär einander näher bringen. Verteidigungsminister Ashton Carter hofft, dass die Experten aus der Wirtschaft dem Militär innovative Lösungen vermitteln. Es geht um den Einsatz von Cloud-Technologien, Datenanalysen und Rapid Prototyping, die schnelle Herstellung von Musterbauteilen und Prototypen. Militäreinsätze und Strategien sind keine Themen des zwölfköpfigen Beraterkreises.

          Es geht um die Hoheit der Daten

          Eric Schmidt arbeitet schon seit 2009 für die amerikanische Regierung. Damals holte Präsident Obama ihn in den President’s Council of Advisors on Science and Technology, der sich Technologiefragen widmet, etwa beim Kampf gegen den Terrorismus oder der Gestaltung der Netz-Infrastruktur. Dass Schmidt jetzt das Verteidigungsministerium berät, bezeugt den politischen Einfluss, den Onlinekonzerne wie Alphabet haben. Eigentlich hat das Pentagon eine eigene Behörde, die Defense Advanced Research Project Agency (Darpa), die sich um Forschung und Innovation kümmert. Die Darpa hat unter anderem das Navigationssatellitensystem GPS mitentwickelt. Warum also zusätzlich Geld für Leute aus dem Silicon Valley? Weil beide Seiten etwas davon haben. Die amerikanischen Online-Konzerne tun zwar gerne so, als hielten sie zum Staat auf Abstand – wie etwa Apple im Streit mit dem FBI um den Zugang zu iPhones. De facto aber geht es dem Staat wie den Unternehmen gleichermaßen um eines – die Hoheit über die Daten.

          Zeitgleich zur Vorstellung des Beraterkreises hat das Pentagon einen Wettbewerb für Hacker ausgerufen. „Hack the Pentagon“ lädt ein, sich in das Verteidigungsministerium zu hacken und so Schwachstellen aufzudecken. Davor muss der Hacker sich aber registrieren und eine Sicherheitsüberprüfung bestehen. Wer es schafft, die Sicherheitsmechanismen auszutricksen, soll mit Geld oder „anderweitiger Anerkennung“ belohnt werden. Das Pentagon ist die erste amerikanische Regierungsstelle, die ein solches „Bug-Bounty“-Programm initiiert. In der Wirtschaft ist dieses Modell weitverbreitet, Facebook und Microsoft zahlen Hackern regelmäßig Prämien, die Sicherheitslücken in ihren Systemen entdecken und melden.

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          Quelle: F.A.Z.

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