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Veröffentlicht: 29.02.2016, 20:54 Uhr

Krach bei Wikimedia Eine Frau geht stiften

Die Geschäftsführerin der Wikimedia sucht einen neuen Job. Doch warum hat Lila Tretikov bei der Online-Stiftung hingeschmissen? Sie war offenbar die Kritik an ihrem Führungsstil leid.

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© dpa Auf zu neuen Ufern: Lila Tretikov hat von Wikimedia genug.

Sie kam, sah und suchte – nun geht sie wieder. Am 31. März hat Lila Tretikov, die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, ihren letzten Arbeitstag. Vor zwei Jahren war die 1978 geborene amerikanische Informatikerin mit russischen Wurzeln als Hoffnungsträgerin an die Spitze der Stiftung getreten. Sie wollte Wikimedia zu einer „High-Tech-NGO“ umzubauen und, wie sie sagte, „zügig alte Technologie auf den neusten Stand“ bringen. Doch schon bald rief nicht nur ihr Führungsstil Kritik hervor. Auch ein Projekt, das zunächst unter dem Arbeitstitel „Knowledge Engine“ (Wissensmaschine) publik wurde, sorgte in der Gemeinschaft der Autoren und Leser für Unruhe.

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Im September 2015 hat die Wikimedia-Stiftung Geld von der Knight Foundation für ein „Suchmaschinen-Projekt“ erhalten. Lila Tretikov hielt die Hintergründe und Ziele dieser Spende zunächst geheim. Das sorgte für Spekulationen in der Community und den Medien: Wollte Wikimedia etwa eine Suchmaschine bauen, die Bing, Yahoo und Google Konkurrenz machen könnte? Die Stiftung bestritt das, doch erst im Februar legte Lila Tretikov die Spendenunterlagen der Knight-Stiftung offen und ließ die Information ausgeben, man arbeite nicht etwa an einer Internet-Suchmaschine, sondern entwickele im Projekt „Wikimedia Discovery“ lediglich Suchwerkzeuge, mit deren Hilfe die Inhalte der zahlreichen Wikimedia-Projekte besser zugänglich gemacht werden sollten.

„Kündigung mit großem Respekt“

Für Unruhe in der Stiftung hatten zuvor schon eine Reihe von Mitarbeiterabgängen gesorgt. Es hieß, Angestellte seien eingeschüchtert worden, damit sie sich nicht öffentlich äußerten. Normalerweise muss sich ein Unternehmen nicht zu Gerüchten dieser Art äußern, aber Lila Tretikov sah sich gezwungen zu reagieren. Ende Januar schrieb sie, jeder, der sich gegängelt fühle, möge ihr das mitteilen. „Ich bekomme selbst viel Kritik von Mitarbeitern und versuche diese Kritik so gut wie möglich in meine Arbeit einfließen zu lassen.“

Nur einen Monat später teilte sie den „Mit-Wikipedianern“ mit, sie habe die „Kündigung mit großem Respekt eingereicht“. Stolz sei sie vor allem darauf, dass die Stiftung unter ihrer Leitung den Autoren-Schwund gestoppt habe und sogar wieder mehr Autoren gewonnen habe. Wer Lila Tretikovs Posten übernehmen wird, ist noch nicht entschieden. Nachdem ihre Vorgängerin Sue Gardner im März 2013 gekündigt hatte, dauerte es beinahe ein Jahr, bis Lila Tretikov als Nachfolgerin gefunden war.

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