09.08.2007 · Der für Montag geplante Baubeginn der umstrittenen Waldschlösschenbrücke durch das Unesco-Erbe Dresdner Elbtal ist gestoppt. Das Verwaltungsgericht Dresden gab einem Eilantrag von Naturschutzverbänden statt, die sich um eine bedrohte Fledermausart sorgen.
Von Reiner Burger, DresdenRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
In Pirna oder Meisen leben offensichtlich keine Tiere - beide Städte haben es geschafft eine Brücke über die Elbe zu bauen. In Dresden würde wohl überhaupt keine Brücke stehen, wenn es schon in der Vergangenheit solch renitente "UMWELTSCHÜTZER" gegeben hätte. Falls es Dresden geben würde... Wer sorgt sich eigentlich um meinen Schutz??? Ich bin auch Natur! Es ist bestimmt ökologischer im Stau zu stehen, oder Kilometer Umweg zu fahren. Dresden hat entschieden - die Brücke soll her! 1000 Demonstranten gegen die Brücke - tolle Leistung, falls es wichtig wäre, würden wohl mehr Bürger kommen. Wieviele Petitionen lösste eigentlich das "Baue Wunder" aus? Die Welt braucht keine neuen Witze - man muss nur über den Brückenbau in Dresden berichten...
Grüße an die fliegende Maus - hat die schon jemals einer abends an den Elbwiesen bemerkt??? Und bei der Demo keine Käfer zertreten!!!
Die Stadt, die Brücke und das Erbe…
Es gab in der Vergangenheit schon einige baukulturelle Problemfälle in Deutschland wie Potsdam und Köln. Doch selbst der klassische Kölner Klüngel fror die weitgreifenden Hochhauspläne ein und fürchtete den Verlust des Welterbetitels als Teil des Eigenmarketings.
Nun ist Dresden auf der ‚Roten Liste’, wo deutsche Stätten sich schon die Klinke in die Hand geben. Da findet man sich im illustren Kreis von Kongo, Jemen und Pakistan,andere europäische Stätten-Fehlanzeige. Es gab mal in Deutschland den Begriff der ‚Stadtbaukunst’, der völlig abhanden gekommen ist und durch die Dominanz einer kurzschlüssigen Vulgärökonomie ersetzt wurde. Assistiert durch eine Bundesregierung, die im Erhalt dieser Kulturstätten konfus keine nationale Aufgabe erkennen will, schaffen sich die Funktionalisten den freien Weg. Dazu passt in Stil und Ton der banale Brückenentwurf ohne jegliche gestalterische Sensibilität.
Vielleicht sollte die Unesco einmal darüber nachdenken, keine deutschen Kulturstätten ins Welterbe mehr aufzunehmen, solange das Land nicht dazu in der Lage ist, den Schutz zu gewährleisten. Angesichts dieses Panoramas gewinnt der Begriff des ‚Tals der Ahnungslosen’ eine ganz neue Bedeutung. Danke kleine Hufeisennase für diese Lehrstunde!
und glücklich grüßt die Hufeisennase...
...und ruft denjenigen, die versuchen, den Brückenbau aller Vernunft zum Trotz noch vor Ablauf der Bindungsfrist des Bürgerentscheides mit Gewalt durchzudrücken, ein hochfrequentes ÄTSCH zu.
Jetzt kommt es hoffentlich doch noch zu einem neuen Planfeststellungsverfahren, das mithin feststellen wird, dass Dresden einfach keine neue Brücke braucht: innerstädtisches Verkehrsaufkommen nicht wie befürchtet gestiegen (verhaßte Autobahnumfahrung sei Dank), Benzinpreis hoch, Verkehrsfluß zügiger geregelt, und nicht zuletzt: "Auf jeder Seite leben eh genug Leute. Es gibt Telefone, das kann man alles klären." (Olaf Schubert)
Um ganz sicher den Brückenbau zu verhindern, sollte man zur Ergänzung noch vergeblich nach der Knoblauchkröte suchen. Sie ist nachtaktiv und lebt unter der Erde. Umweltgutmenschen können somit lange vergeblich suchen, was nicht zu finden ist........ In der Nähe von Lüneburg leistet die Knoblauchkröte schon gut Dienste bei der Verhinderung eines Heizkraftwerkes.
Gut, daß wir sonst keine Sorgen haben!
Ich weiss, das ist eine andere Fledermausart.
Als Tierliebhaber und Freund von Fledermäusen (schön, wenn sie am Abend herumschwirren wie Schwalben am Tag) habe ich grösstes Verständnis, wenn zu deren Erhaltung zum Beispiel Kästen gebaut oder Nischen in Gebäuden bereitgehalten werden.
Warum aber gleich ein ganzes Brückenprojekt gestoppt wird, bleibt mir unerfindlich. Wurde eigentlich geprüft. ob die Ameisen eine geeignete Strasse vorfinden?
Liebe Dresdner: habt ihr einmal die Liste des Weltkulturerbes durchgesehen? Vielleicht ist es doch nicht so erstrebenswert, mit Auschwitz-Birkenau oder dem Banyan-Tal (Zerstörung der Statuen durch die Taliban) in einer Liste aufgehoben zu sein.
Gab es da nicht einen Volksentscheid, in dem 70 % der Dresdner dem Bau der Brücke zustimmten? Und gab es nicht letztlich ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts, das den Bau der Brücke absegnete?
Jetzt kommen wieder diese ominösen und anonymen Naturschutzverbände mit Eilanträgen und blockieren den Bau der Brücke erneut für Jahre, weil die Elbquerung den Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Fledermausart "Kleine Hufeisennase" gefährde. Nun fände ich die Untertunnelung der Elbe für wesentlich eleganter, als die geplante Brücke (was allerdings die Maulwürfe nicht so komisch finden würden und auch die Naturschützer auf den Plan riefe). Aber eine Diskussion muss auch einmal ein Ende haben. Die Konsequenz muss lauten: schafft die Verbandsklage ab! Diesen Verbänden geht es ersichtlich nicht um Naturschutz sondern um das Verhindern jeglicher Eingriffe von Menschenhand. Also schützt das Land und seine Menschen vor diesen selbsternannten Naturschützern!
Danke den Naturschutzverbänden. Hoffentlich bleibt uns Dresdnern (ehemaligen und jetzigen) diese Kulturbarbarei auf immer erspart.
Dietmar Herrmann, Tüingen