http://www.faz.net/-gqz-7ud1o

Veganismus als Lifestyle : Unser Schrot und Korn gib uns heute

  • -Aktualisiert am

Ernährung ist Lebenseinstellung - von Yoga bis Macbook Bild: Leonard Riegel

Vegetarier und Veganer machten sich einst als Dogmatiker verdächtig, heute erzielen sie mit der Verbreitung ihrer Essgewohnheiten Kochbuch-Erfolge. Über eine Revolution, die in der Küche beginnt und dort auch enden könnte.

          Die Sahne auf den Cupcakes ist weißer als weiß, sie scheint fast von innen zu leuchten. Mit perfektem Schwung windet sie sich auf dem Gebäck empor. Vollkommen milchfrei seien die Sahnehäubchen, aus reinem Soja, versichert die Bedienung hinter der Vitrine mit dem Kuchen. Im Café Krawummel in Münster hängt man es nicht an die große Glocke, dass hier alle Speisen vegan sind, nicht ein einziges Schild weist darauf hin; nur auf Nachfrage steht das Personal Rede und Antwort. Erst mittags macht das Café in der Innenstadt mit den großen Terrassentüren zur Straße und den Blumenbildern in knalligen Farben an den Wänden auf; bald tauchen Gäste auf: ein großflächig tätowierter Teenager, sportliche Studentinnen, die an Einzeltischen Salat essen, ein Paar mit Kleinkind, ein Mann, Typ Banker, im Anzug, der in die Mittagspause hetzt. Auf der großen Wandtafel stehen die Tagesgerichte: Portobello-Pilzburger mit Avocadocreme und Birne-Paprika-Chutney, Hokkaidoröllchen, Ofensüßkartoffel mit Tofu-Feta.

          Marc Pierschel sitzt mit einem Sojamilchkaffee an einem der Tische unterhalb der Tafel und erzählt von den Hefeflocken, die er vor vierzehn Jahren auf die Pizza streute: „Das war ein Geheimrezept für veganen Käse, das damals kursierte. Hefeschmelz nannte man es, der erste Käseersatz überhaupt. Auf der Pizza sahen geschmolzene Hefeflocken ein bisschen aus wie Käse, schmeckten aber natürlich ganz anders. Ich habe zu der Zeit viele Ersatzprodukte getestet.“ Mit siebzehn wurde Pierschel Vegetarier, mit Anfang zwanzig, als Student in Münster, entschied er sich, auch auf Milch, Eier und Honig sowie tierische Produkte in Kleidung zu verzichten, also vegan zu leben.

          Ihn inspirierten Songtexte, die die Ausbeutung von Tieren thematisierten. Das war um das Jahr 2000. „Es war sogar noch schwierig, Sojamilch und Tofu zu bekommen“, erinnert er sich. Pierschel ist heute 36 und Soziologe, er hat einen Vertrieb für vegane Waren mitgegründet, gerade seinen ersten Dokumentarfilm herausgebracht und zwei Bücher veröffentlicht.

          Veganer sind im Schnitt 32 Jahre alt

          Der Film „Live and Let Live“, eine Dokumentation über Veganismus und Tierrechtsaktivismus, für die er Wissenschaftler, Köche, vegan lebende Sportler und Aktivisten in Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten vor die Kamera holte, ist im Sommer in mehreren deutschen Großstädten im Kino gelaufen. Sein Buch „Vegan lecker lecker!“ war vor fünf Jahren eines der ersten veganen Kochbücher mit Fotos zu jedem Rezept.

          Heute biegen sich die Tische in den Buchhandlungen unter den Büchern über veganen Lebensstil. Pierschels „Vegan lecker lecker“ wurde 50.000 Mal verkauft - das ist viel, aber nichts gegen Attila Hildmanns Hochglanz-Rezeptgalerien in Großformat, „Vegan for fit“ und „Vegan for fun“. Mehr als 800.000 Exemplare seiner Bücher hat Hildmann, ein Berliner Physikstudent mit türkisch-deutschen Wurzeln, schon absetzen können. „Attila Hildmann hat maßgeblich dazu beigetragen, das Thema salonfähig zu machen“, sagt Pierschel. „Es ist gesellschaftlich jetzt wesentlich akzeptierter, man wird nicht mehr ausgegrenzt und für verrückt gehalten.“ Veganismus ist jetzt Lifestyle-Trend.

          An der Universität Hamburg entsteht gerade die erste quantitative soziologische Studie dazu. Pamela Kerschke-Risch, die das Projekt leitet, ließ 850 Veganer einen Fragebogen ausfüllen und begegnete so einer erstaunlich homogenen Gruppe: „Veganer sind eher jung, im Schnitt 32 Jahre alt, die Teilnehmer waren zu achtzig Prozent Frauen, sie hatten meistens höhere Bildungsabschlüsse. Fast neunzig Prozent leben erst seit weniger als fünf Jahren vegan. Durchweg sind sie über vegan lebende Freunde zum Veganismus gekommen.“

          Videos aus Schlachthöfen

          In Hamburg-Altona, auf einem ehemaligen Fabrikgelände, sitzt Nicole Just in der Abendsonne auf der Terrasse eines kleinen veganen Restaurants. Ihre vier Bände mit Rezepten sind im Verlag Gräfe und Unzer erschienen und haben sich mehr als 160.000 Mal verkauft. Sie wartet auf die Teilnehmer ihres Kochkurses. Die blankpolierte Kochinsel in der Mitte des Raums ist mit den Zutaten für ein Vier-Gänge-Menü dekoriert: Auberginen und Spitzkohl, Cashewkerne, Räuchertofu, Päckchen mit Mandel-, Hafer- und Kokosnusssahne. Nicole Just ist quasi die Quersumme aus der Hamburger Studie, der Prototyp des Veganers: Sie ist 32, hat einen Magister in Germanistik und entschloss sich vor genau fünf Jahren, vegan zu leben.

          „Ich arbeitete damals neben meinem Studium in einer Internetfirma, eine Kollegin lebte vegan. Ich dachte: Warum macht sie das?“ Just ist in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Land aufgewachsen, ihr Großvater war Metzger. „Ich war als Kind bei Hausschlachtungen dabei, Fleisch gehörte wie selbstverständlich zu meinem Speiseplan.“ Um die vegan lebende Kollegin zu verstehen, googelte Just „Massentierhaltung“ und stieß auf schockierende Videoclips aus Schlachthöfen.

          Ria Rehberg von der Tierrechtsorganisation "Animal Equality" bei der Befreiung eines Huhnes aus einem Stall

          „Massentierhaltung“, erzählt Pamela Kerschke-Risch in ihrem kleinen, mit Akten vollgestopften Büro im Hamburger Grindelviertel, „nennen vegan lebende Menschen als Hauptgrund für ihren Lebensstil.“ Es folgen in der Liste Klimaschutz und Gesundheit. „In der Studie sah man aber vor allem ein starkes Motiv, den Zeitgeist zum Anlass zu nehmen“, sagt Kerschke-Risch. Vegan lebende Freunde sind ausschlaggebend: „Es machen viele, und dann macht man’s auch.“ Viele, das sind nach Daten des Vegetarierbundes Deutschlands inzwischen 900.000. Zwischen 2007 und 2010 erschienen fünfzehn vegane Kochbücher in Deutschland. Allein 2014 waren es bis August schon 77. Zeitschriftenverleger nehmen inzwischen von Vegetarier-Magazinen Abstand, denn kaum noch jemand wird erst einmal Vegetarier - man wird eher sofort vegan.

          Lederimitat aus Plastikflaschen

          Nicole Just räumte den Kühlschrank und die Vorratsschränke frei von allen tierischen Produkten, „veganisierte“ die alten Rezepte, die sie seit ihrer Kindheit mit der Oma gemeinsam gekocht hatte, und entwickelte neue. Bald gründete sie den Blog „Vegan sein“, um ihre Rezeptideen mit anderen zu teilen. „Ich glaube, die Zeit war einfach reif“, sagt Pamela Kerschke-Risch. „Wir haben heute Kommunikationsstrukturen, die passend sind. Links von Filmen über Massentierhaltung können schnell bei vielen Menschen zu einem Aha-Erlebnis führen. Über Foren und Blogs bekommt man Rezepte und Tipps, man muss nicht mehr als Insider zu bestimmten Jugendbewegungen gehören.“

          Nicole Just sagt, sie habe ihren Blog bewusst „hell, bunt und lebensfroh“ gestaltet, während viele Veganismusseiten damals noch düster und ernst waren. Anfang 2012 lernte sie eine Literaturagentin kennen, die sie weitervermittelte. Bunt wie der Blog sollte ihr erstes Kochbuch „La Veganista“ werden und junge Leute ansprechen. „Man sollte keine Angst haben, dass einem gleich das Blut entgegenläuft, wenn man es aufschlägt, und dass Schreckensbilder zu sehen sind.“ Heute führt Just mit einer Freundin auch einen veganen Dinnerclub in Berlin. „Tolles Essen, tolle Leute, tolle Atmosphäre, schöner Wein“, erklärt sie das Konzept. Und: „Wir halten da keine Vorträge über Tierrechte.“

          Attila Hildmann (links) mit Spitzenkoch Alfons Schuhbeck

          Pamela Kerschke-Risch resümiert ihre Studie: „Veganismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Er hat nichts mehr mit Tierrechten zu tun, der theoretische Überbau fehlt. Vegan lebende Menschen möchten in der Gesellschaft nicht unangenehm auffallen. Die wenigsten wollen provozieren. Sie möchten darin einen Lebensstil finden, der sich auch sozial unproblematisch umsetzen lässt.“ Und für diesen Lebensstil ist Nicole Just die perfekte Botschafterin: attraktiv und sympathisch, mit ethischen Gründen, ohne dass sie die zu sehr betonen wollte. Sie ist nicht dogmatisch, aber ihr ist auch nicht alles egal. Mode beispielsweise sei ihr wichtig, sagt sie, aber sie gibt ihre Prinzipien dafür nicht auf. Ihre alte Ledertasche trug sie noch eine Weile, aber jetzt benutzt sie eine schicke Handtasche eines veganen Labels, für das Lederimitat aus recycelten Plastikflaschen hergestellt wird.

          Nichts gegen Lederschuhe

          Die Teilnehmer des Kochkurses an diesem Abend sind in der überwiegenden Mehrzahl Frauen in Justs Alter. Sie werden Gurken-Weißwein-Shots mixen und den Spitzkohl marinieren. Nicole Just wird zeigen, wie man eine Orange filetiert, und erklären, wie man Joghurt aus Kokosmilch machen kann.

          Für den Verlust des Dogmatischen steht vor allem der dreiunddreißigjährige Attila Hildmann, der auf den ersten Seiten seiner Kochbücher immer ein Foto von sich selbst mit neunzehn Jahren zeigt: Er machte damals zwar das beste Abitur seiner Berliner Schule und begann ein Physikstudium, war aber ein übergewichtiger Computernerd. Als sein Vater an einem Herzinfarkt starb, wurde er Veganer. Neben den alten Jugendfotos sieht man dann ein Bild von heute, auf dem Attila Hildmann, 35 Kilogramm leichter, seinen nackten Waschbrettbauch zeigt. „Es war ziemlich wichtig, dem Thema Veganismus das Dogmatische zu nehmen“, sagt er. Auch Hildmann begann mit einem veganen Koch-Blog, dann kamen das erste Kochbuch im Selbstverlag, Fernsehauftritte, der Vertrag mit dem Becker Joest Volk Verlag.

          Der Bestsellerautor sagt ganz offen, er wolle durch Veganismus nicht nur Fitness erreichen, sondern auch finanzielle Unabhängigkeit. Veganismus ist in dieser Sicht Teil eines Gesamtkunstwerks, Hildmann eine Identifikationsfigur, weil er einen bloßen Gedanken aus eigener Kraft umgesetzt und sein Leben vollständig umgekrempelt hat. Der Schritt zum Veganismus war dabei das äußere Zeichen dafür, dass sich alles ändern sollte, Hildmann ein anderer werden wollte. Gerade schließt er sein Physikstudium ab und demonstriert, dass er nichts gegen Lederschuhe hat und auch nichts dabei findet, wenn Menschen Fleisch essen und nur hin und wieder einen veganen Tag einlegen.

          Platz für Dicke und Dünne

          Auch andere vegan lebende Prominente distanzieren sich von Tierschutzfragen. Unlängst erzählte der Sänger Tim Bendzko dem Magazin „Schrot & Korn“, das in jedem Bioladen ausliegt, warum er sich jetzt vegan ernähre: Nur so halte er die anstrengenden Konzerttouren durch, seine Energie sei nun schier unerschöpflich. Auf die Frage, was er von Massentierhaltung und Tierausbeutung halte, antwortete er, das allein sei für ihn nicht Motivation genug. „Meine Grundmotivation ist die eigene Gesundheit, die Fitness.“

          Das lässt Tierrechtler natürlich nicht kalt. In Blogs heißt es schon, die vegane Idee werde „missbraucht“ dafür, dass manche Menschen einfach nur schöne Haut haben wollen. Auch die Journalistin und Tierrechtlerin Hilal Sezgin kritisiert in ihrem neuen Buch „Hilal Sezgins Tierleben“, dass viele Menschen durch vegane Ernährung in erster Linie Jugend und Schönheit erreichen wollen und es ihnen nicht genügt, damit Tieren zu helfen: In der veganen Bewegung sei „Platz für Dicke und Dünne, Glatte und Faltige, Bewegliche und Couchpotatoes ... Nur halt nicht für Lookism und Ageism!“

          Allerdings schwang der Gedanke, dass vegane Ernährung möglicherweise positive Effekte auf die Gesundheit und die Fitness haben könnte, schon im neunzehnten Jahrhundert mit, als gerade erst eine Veganismus-Bewegung von nennenswerter Größe aufkam. 1809 schrieb ein Londoner Arzt das erste Buch zum Thema, in dem der Ernährungsstil als Therapie für bestimmte Krankheiten propagiert wurde.

          Die Zukunft des Laborfleischs

          Auch das erste bekannte bewusst vegane Rezept, Apfel-Sago-Pudding, wurde 1846 in einer Zeitschrift von einem Autor publiziert, der die gesundheitlichen Wirkungen in den Vordergrund stellte. Und Donald Watson, Gründer der britischen Vegan Society, der 1944 den Begriff „vegan“ prägte, indem er die Mitte „etari“ aus „vegetarian“ herausnahm, berichtete schon früh von Effekten auf die eigene Fitness: Er halte körperliche Arbeit länger durch und sei weniger schnell müde.

          Diese historischen Fakten werden in dem gerade erschienenen Buch „Veganismus. Für die Befreiung der Tiere“ zusammengeführt und diskutiert. Das mehr als sechshundert Seiten dicke Werk ist kein Kochbuch; sein Autor, der Gießener Student Christian Koeder, fand keinen Verleger und musste es im April im Selbstverlag publizieren. Koeder lebt seit 1997 vegan, damals war er achtzehn und fand zu diesem Lebensstil über die Punkszene. Nach dem Abitur arbeitete er in Großbritannien und Chile in veganen Restaurants und Firmen für vegane Produkte, bevor er vor zwei Jahren in Gießen ein Studium der Ernährungswissenschaften begann.

          Für sein Buch hat er sechs Jahre recherchiert und legt jetzt ein kluges Werk vor, das den Veganismus zu seinen Wurzeln zurückführt und gleichzeitig die großen Fragen diskutiert, die heutige Lifestyle-Veganer umtreiben. Ihm ist einerseits klar, „dass Veganismus mehr ist als nur eine Form des Nichtkonsums. Veganismus ist auch die Idee, dass Tiere gerecht behandelt werden.“ Er spürte aber auch psychologische Erklärungen für gewaltbereiten Tierrechtsaktivismus auf, hinterfragt die Zukunft von Laborfleisch und widmet sich unvoreingenommen der Frage, wie gesund Veganismus eigentlich wirklich ist.

          Veganismus gegen Hautkrankheiten

          Ihr nähert er sich von einer ganz anderen Seite, nämlich als altgedienter Veganer, der schon auf tierische Produkte verzichtete, als das noch echten Verzicht bedeutete - und manchmal Folgen hatte: Koeder erkrankte Ende der neunziger Jahre schwer, weil er unter Vitamin-B12-Mangel litt.

          Das Vitamin findet sich nur in tierischen Produkten, Veganer sollten Supplemente zu sich nehmen. „Wir haben damals Witze gemacht und gesagt: ,Vitamin B12 ist ja auf ungewaschenen Äpfeln‘, denn dieses Gerücht kursierte in der Szene“, so Koeder. Der angehende Ernährungswissenschaftler lässt jede Ideologie beiseite und sammelt in seinem Buch auch Fälle von strikt vegan ernährten Babys, die durch Vitamin-B12-Mangel in ihrer Entwicklung zurückblieben.

          Auf Wahrheitssuche begibt er sich auch im Hinblick auf die überhöhten Erwartungen an Fitness durch vegane Ernährung. Bewiesen sei noch wenig, auch eine höhere Lebenserwartung von Veganern nicht, dafür ist die Datenlage noch zu dünn. Allerdings hätten „gut versorgte Veganer“ vermutlich gesundheitliche Vorteile, so Koeder. Ähnlich äußert sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die Veganismus für „möglich und machbar“ hält, allzu großen Enthusiasmus aber vermeidet. Attila Hildmanns Fans, die in Blogs und Foren von ihren Erfahrungen berichten, geben besonders häufig an, Hautkrankheiten wie Neurodermitis hätten sich gebessert.

          Mädchenhaft gestylter Rezeptblog

          Auch hier sind Experten vorsichtig. „Man kann grundsätzlich sagen, dass die Bedeutung von Nahrungsmitteln bei Neurodermitis überschätzt wird“, sagt etwa Margitta Worm vom Allergie-Zentrum der Charité. Ob vegane Ernährung etwas bringe - dazu fehlten auch noch die Daten. „Wir wissen aber aus Studien, dass Ernährungsumstellungen einen hohen Placeboeffekt haben und Beschwerden jeder Art sich danach bessern, auch wenn kein kausaler Zusammenhang herzustellen ist. Man gestaltet einfach Lebensentscheidungen aktiv.“ Und das helfe.

          Nicole Just, vegane Köchin und erfolgreiche Kochbuchautorin, jongliert mit einem Spitzkohl

          Auch die Soziologin Pamela Kerschke-Risch entnimmt ihren Daten, dass viele Menschen mit Veganismus neu beginnen wollen, wenn sie einen Lebensabschnitt abschließen, etwa eine Trennung hinter sich haben, dass sie den veganen Lebensstil also als Stütze für die Psyche wählen. Vielleicht steckt aber doch mehr Tiefgang im neuen Mode-Veganismus. Als Nicole Just mit ihren Kursteilnehmern über gesundheitliche Aspekte sprechen möchte, hält sie den Räuchertofu hoch und sagt: „Es gibt drei Trilliarden Studien zum Thema Soja. Schützt es vor Brustkrebs, erzeugt es Brustkrebs? Führt es zu Darmkrebs?“

          Endgültig geklärt sei all das noch nicht. Eine junge Teilnehmerin nimmt die Hände aus der Schüssel mit den Spitzkohlstreifen und sagt: „Ist auch von der Umwelt her nicht so gut, macht die Böden kaputt.“ Die anderen nicken ernst. Verloren ist der Kampf um den Veganismus als revolutionäre Idee also noch nicht - auch wenn man wohl niemals gedacht hätte, dass veganguerilla.de eines Tages keine Aktivisten-Website, sondern der mädchenhaft gestylte Rezeptblog einer Studentin sein würde.

          Weitere Themen

          Klein, aber mein

          Tiny Houses : Klein, aber mein

          Die Tiny-House-Bewegung ist in Deutschland angekommen. Immer mehr Menschen planen den Umzug ins Minihaus. Doch das Recht setzt der Freiheit enge Grenzen.

          Topmeldungen

          Liebe auf einen Klick: Mit Dating-Apps wie Tinder landet das Privatleben im Büro.

          Liebe auf der Arbeit : Tindergarten im Büro

          Trotz einer 40-Stunden-Woche einen Partner zu finden ist gar nicht so einfach. Doch selbst, wer Beruf und Privatleben trennen will, kann der Liebe am Arbeitsplatz nicht entkommen – Tinder sei Dank.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.