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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Urheberrechtsdebatte Wir müssen über Geld reden

 ·  Bei Kunst denken wir immer noch an Spitzwegs „Armen Poeten“ und nicht an Lady Gaga. Was alles falsch läuft in der Urheberrechtsdebatte - ein Erfahrungsbericht.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (27)

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Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 18.04.2012 12:06 Uhr

... danke

Zum Glück hält er sich bei "Musik" (er meint damit offenbar ausschließlich aktuelle Popmusik) nur kurz auf; er hat davon - wie die meisten, die darüber momentan schreiben - wenig Ahnung. Für den Rest des Artikels, auch wenn er recht vorsichtig (wieso eigentlich?) formuliert ist: Danke.

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Tobias Metzger

Vielen Dank für Ihren Artikel!

Ich kann Ihren Aussagen in weiten Teilen nur zustimmen. Das Urheberrrecht und seine jetzige Nutzung schützt die alten Machtstrukturen vieler Branchen - angefangen bei Zeitungen, Verlagen, im Büchermarkt, in der Filmbranche usw.
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Richtig ist auch die Frage, warum ein VW Band-Mitarbeiter immer bezahlt wird, ein Künstler allerdings nur im Falle des Erfolges: So ist das nicht ganz richtig. VW bzw. jeder große OEM ist momentan ein schlechtes Beispiel - viele Arbeitnehmer werden in Ihrem Berufsleben entlassen, müssen mit 67 in die Rente und und und.... Schreiben kann jeder - selbst mit 115 oder mit schwersten Behinderungen.
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Zudem sollte hier das Mitarbeitererfindungsgesetz benannt werden - erfindet ein Mitarbeiter etwas, gehört es der Firma. Selbst wenn Sie aus Wasser Gold, Wärme und Nahrung herstellen - nur ein Bruchteil gehört Ihnen.
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Wirtschaften kann man als 2 Prinzipien verstehen: Gewinne durch Knappheit - oder Beseitigung von Knappheit - viele Kultursch. leisten nichts von beidem.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.04.2012 13:20 Uhr
Tobias Metzger

Nein

Ich muss Ihnen hier fundamental widersprechen - selbst in der Automobilbranche stößen die Hohen Boni der Beschäftigten der OEMs auf massive Kritik - es ist am Ende eine Macht und Afteilungsfrage - wieso erhalten Zuliefererunternehmen viel weniger vom GEMEINSAM erwirtschafteten Kuchen als die OEMs? z.B. sind die Boni von VW, Audi, BMW, Mercedes astronomisch hoch, wohingegen die Boni der Zulieferer nicht existent sind.
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Natürlich muss LANGFRISTIG ein Unternehmen "Gewinne" erzielen - aber das ist ein Dehn- und Formbarer Begriff - nehmen Sie GM - auch wenn der Laden Pleite geht, wird er gerettet - oder nehmen Sie Banken etc. pp.
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Daneben greift der Staat in den "freien" Markt massiv ein - z.B. über die Dienstwagenregelungen.
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Generell gilt - entweder Sie leben in einer "Anarchie" - dann sollten Sie Waffen griffbereit haben um ihr Eigentum zu schützen oder wir leben in einem modernen Staat incl. Verfassungsvertrag - dann gibt es keine "freien" Märkte, weil alles ist Gesetzesbeeinflusst

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Eckart Härter

@Herr Metzger

Letztlich wird auch in der Wirtschaft nur bei Erfolg bezahlt. Wenn das Produkt nicht mehr verkäuflich ist, geht die Firma pleite, und die Mitarbeiter stehen wieder dem Arbeitsnmarkt zur Verfügung. Bei VW erleben wir ja gerade das Gegenteil. Da gab's wegen des sehr guten Absatzes Boni für alle.

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Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 18.04.2012 10:20 Uhr

Vertragsfreiheit jeder Autor hat das Recht die Verwertungskonditionen auszuhandeln

Das in der Realität Friss oder Stirb gilt ist bei einem Einkommen für die meisten Künstler die unter 11 700Euro im Jahr Verdienen eine traurige Kehrseite.
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Ich bin davon ausgegangen, dass dieser Wert über die Formel des Mittelwertes berechnet wurde und keine Normalverteilung vorliegt. Weil es sicher Künstler gibt die deutlich mehr als das doppelte verdienen folgt daraus, dass die Meisten unter diese Grenze fallen.
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Den Satz finde ich schön:"Eine Marktwirtschaft floriert nämlich nicht dann, wenn rohe Kräfte sinnlos walten, sondern dann, wenn die Teilnehmer leben können."
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Aber der Vergleich mit dem VW (Stamm) Mitarbeiter hinkt weil hier ein Mitarbeiter von einem sehr erfolgreichen Unternehmen herangezogen wird. Das ist so als ob man mit Blick auf Lady Gaga sagt, es ist doch alles in Ordnung.
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Künstler sind Spezialisten der Verbreitung von Aussagen über die Kunst, wenn sie nur für sich werben ist das menschlich nachvollziehbar und normal aber betrifft aber nur eine kleine Gruppe.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.04.2012 11:03 Uhr
Tobias Metzger

Die Kernfrage ist doch auch

ob die ganzen Künstler im Hauptberuf davon leben (müssen) oder es neben anderen Tätigkeiten als Hobby betreiben.
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Unser Nachbar spielte auf Dorffesten und hat dafür bestimmt ein paar Euro erhalten - aber er hatte einen "normalen" Job.
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Die andere Frage ist dann auch: Schwarzgeld - sehr beliebt in der Gastronomie. Wie wurde das Einkommen berechnet, gemessen, kontrolliert? Was können Künstler steuerlich gelten machen?
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Ein alter Witz unter Studenten ist, dass nur Kinder von wirklich armen und wirklich reichen Familien BAFÖG erhalten - weil die ersten wirklich nichts haben, und die zweiten sich schön arm rechnen können....
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Eine Bekannte ist Berufsmusikerin - auch die verdienen nicht schlecht - und vieles läuft noch schwarz nebenbei - Trinkgelder eben - habe ich gehört.....
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Selbst wenn Sie in der Fußgängerzone 10 Stunden am Tag schnorren, verdienen Sie mehr als 12000 € (230 Tage/Jahr * 8 Stunden * 6,5 € = 11960 €)
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Trotzdem: Rechteinhaber vs Künstler - faire Ausgangsbedingungen?

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 17.04.2012 17:55 Uhr

PSEUDOINTELLEKTUELLE

Herr MALTE WELDING, ich danke Ihnen, dass Sie die Pseudointellektuellen und Konservativen auffordern, ihre Existenzen zu hinterfragen. Ich bin froh, dass die Zukunft weniger Schmarotzer vertragen wird. Jeder muss zum Stehaufmännchen werden. Crigs

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Eckart Härter

Nettes Geplauder

Von seiner Kunst (oder auch vermeintlichen Kunst) leben zu wollen, ist ein Anspruch. Aber an wen? An die "Gesellschaft", den Staat, an uns alle? Im Grunde ist es doch ganz einfach: entweder kann ich meine Werke so oft oder so teuer verkaufen, dass es zum Leben reicht, oder ich muss zusätzlich auf andere Weise mein Geld verdienen. Was gibt es daran zu beanstanden? Das haben schon ganz andere gemacht (Lessing, Musil als Bibliothekare, z.B.). Ich stehe mittlerweise auf dem Standpunkt, dass Kultur im freien Raum gar nicht mehr subventioniert werden sollte. Das würde die Qualität vermutlich signifikant verbessern. Das eingesparte Geld sollte zur Vervielfältigung des Musik- und Kunstunterrichts in allen Schulformen verwendet werden. Langfristig würde das auch den echten Künstlern zugute kommen.

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Jochen Schwarzer

Guter Text

Danke, Malte!

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Fritz Iversen

Es endet in der Tautologie

Das ist wirklich nett parliert. Aber dann kreisen Sie solange um den Punkt herum, bis Sie die Zentrifugalkräfte herausschleudern. "Künstler müssen eines: wissen, von wem sie Geld bekommen" ist dann die Antwort auf die Frage, wovon sie leben. So simpel ist es aber gerade nicht. Roche, Gaga etc ad infinitum leben vom Bekanntsein. In der Bildenden Kunst weiß man spätestens seit Warhol, dass du dich als Person bekannt machen musst, dann floriert die Fabrik (Hirst!). Neu ist jetzt für Schriftsteller, dass es zu den klass. Modellen "Gruppenbildung" und "TV-bekannt" eine Alternative gibt: Gefolgschaft aufbauen im Internet. Mit Dauerkalauern bei Twitter, Permanent-Bloggerei, Hahnenkamm oder Link-Strategien. Das ist bares Geld wert und hilft enorm beim Expose-Verkauf. 5000 Follower dürften 500 echte Fans enthalten - im Social Graph könnte diese kleine Menge schon genug sein, um eine mittlere Taschenbuchauflage zu verkaufen. Wovon leben also Schreiber und Künstler? Von der Selbstvermarktung.

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Monika Schmidt
Monika Schmidt (Thandu) - 17.04.2012 13:37 Uhr

Urheberrechtsdebatte beginnt beim Einkommen der Konsumenten

Vorab: ich stamme aus der Generation, die die konsumorientierten 80er Jahre im Westen der Republik mitgemacht hat. Geld verdienen, Geld ausgeben, nicht lange überlegen müssen, ob das Geld auf dem Konto überhaupt da ist. Diese Zeit wünschte ich mir heute wieder, ganz besonders für unsere Künstler, die auch davon partizipiert haben.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.04.2012 15:14 Uhr
George Rauscher

Frau Schmidt

ja, nicht wahr? Die 80er waren die Zeit des Konsums, und eine Zeit fast ungehemmter Kreativität. Wenn ich daran denke was es damals alles neues gab, ständig etwas neues, sei es in Film, Musik, irgendwelchen Gadgets.

Man bedenke dabei auch daß die 80er die Zeit des hemmungslosen Raubkopierens waren. Die ganzen Filme aus der Videothek, alle haben wir kopiert, zu kaufen gab es ja die wenigsten, und Kopierschutz ebenso nicht. Musik? Einer hat sich eine Maxi gekauft, und schwupps! hatte ein Dutzend Leute dieses Lied im Walkman. Von den endlosen Gezeiten von Mixtapes, die hin und her schwappten, will ich gar nicht anfangen...

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Randdolf Balasus

Guter Artikel

toller Artikel , es hat Spass gemacht ihn zu lesen. ein amngenehmer Kontrast zu den letzten inszenierten Veröffentlichungen von "Kreativen"...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.04.2012 12:17 Uhr
Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 18.04.2012 12:17 Uhr

... lasch & lau

"Es hat Spaß gemacht, ihn zu lesen."
Wahrscheinlich, weil er niemandem weh tut. Und nix bewirkt.

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Andreas Nehls
Andreas Nehls (ANehls) - 17.04.2012 11:55 Uhr

Lady Gaga, Spanische Grippe, VW-Fließbandarbeiter

Es sollte wohl der ganz große Bogen gespannt werden, letztlich lassen sich die Gesetze der Marktwirtschaft aber nicht aushebeln. Es gibt kein geistiges Eigentum! Etwas, was beliebig reproduziert werden kann, ist logisch betrachtet nicht knapp. Und Knappheit von Gütern ist unbestritten grundlegend für eine Nachfrage. Dass Geld nicht mehr denjenigen zufließen soll, die mit Gütern handeln, sondern denjenigen, welche mit Ideen, Gedanken und dergleichen Forderungen erheben, ist symbolisch für unsere Zeit.

Entweder produzieren Sie eine Ware oder eine Dienstleistung; alternativ können Sie sich Künstler nennen. Dann aber ohne Augenmerk auf den schnöden Mammon.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.04.2012 12:19 Uhr
Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 18.04.2012 12:19 Uhr

... Knappheit als Argument? Quatsch

Was'n das für'n Quatsch. Auch all die Jack Wolfskin-Jacken sind nicht gerade "knapp" sondern laufen überall rum. Und Coca Cola, und Persil... = "knapp"? Auch dafür müssen Sie bezahlen. Wenn sie's klauen, nennt man das Diebstahl und es wird bestraft.

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Benjamin Leutner

ziemlicher schmarrn

1. "Knappheit von Gütern ist unbestritten grundlegend für eine Nachfrage".
-> bitte nochmal über den Satz nachdenken. Meine Nachfrage nach Sauerstoff z.b ist unabhängig von dessen Knappheit.

2. "Entweder produzieren Sie eine Ware oder eine Dienstleistung; alternativ können Sie sich Künstler nennen."
-> In welche der genannten Kategorien fallen Journalisten? Oder Friseure? Wie bestimmen Sie bitte die Grenzen zwischen Dienstleistung und Kunst?

Manchmal sind die Dinge leider zu kompliziert für entweder - oder Lösungen.

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Niculae Ionita
Niculae Ionita (nionita) - 17.04.2012 11:48 Uhr

Sie haben zwei Punkte getroffen

1. Aufmerksamkeit: die Anbieter von on-line Inhalten beschwehren sich, alles wäre gratis. Das ist nicht wahr: wir (das Publikum) "bezahlen" mit unserer Aufmerksamkeit - das ist das grosse Kapital des Netzes (siehe alle gross gewordenen ehemaligen Startups der letzten Jahre).

2. Geschäftsmodell: wie kann man aus der gewonnenen Aufmerksamkeit Geld machen? Das ist die eine Milliarde Frage.

Wer diese 2 Punkte nicht versteht, der wird in Netz nichts verdienen können.

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Walpurga Müller-Schmidt

"...wenn die Teilnehmer leben können."

Neben einer ganzen Latte von anderem Gesülze ist der Satz mit der Marktwirtschaft eigentlich exemplarisch für das, was in der "Künstler-Szene" falsch ist: Wenn ein Autor ein Buch schreibt, dann ist das kein Selbstzweck. Wenn das Buch sich nicht verkauft, dann ist das wie bei einem Koch, dessen Essen kein Mensch essen will. Wenn der Autor also entweder schlecht schreibt, oder das Geschriebene schlecht vermarktet, dann ist sein Produkt unnötig. Marktwirtschaftlich sollte das Buch also besser gar nicht existieren. Quersubventionierung von Werken durch Verwertungsgesellschaften führen nur dazu, dass unnötige Werke sich auf dem Markt halten können.

Sie sprechen auch die "Bonnier-Sippe" an: Autoren sind sich zu fein das wirtschaftliche Risiko für ihre eigenen Produkte zu übernehmen. Sie verkaufen ihr Produkt zu einem Preis x und beschweren unterschwellig sich hinterher, dass jemand anders damit mehr Geld macht.

Ziel der Marktwirtschaft ist es NICHT, dass alle davon leben können.

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Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 08:40 Uhr
Walpurga Müller-Schmidt

@die Herren Bauhaus, Mueller und ihre Befürworter

Zunächst einmal: "Es gibt keine "Quersubventionierung von Werken durch Verwertungsgesellschaften"". Ach so? Na dann überlegen sie mal, wie die Gelder aus der Pauschalabgabe für CDs, Festplatten und ähnliche Tonträger über die ZPÜ an die GEMA-Mitglieder erfolgt? Mal angenommen (hochgradig hypothetisch), die Abgaben auf CD-Rohlinge würde dem wahren Wert der auf diesem Rohling gespeicherten Musik entsprechen, so gibt es dennoch GEMA-freie Musik die auch auf den Tonträgern gespeichert wird. Auf Deutsch: GEMA-freie Künstler subventionieren GEMA-Mitglieder.

Wieso sollten Musiker oder Maler besser gestellt werden, als ein Koch, Unternehmer oder ein Architekt. Wenn deren Produkte (ob das Kartoffelbrei, Autos oder Gebäude sind) sich nicht verkaufen, dann sind diese Produkte marktwirtschaftlich unnötig. Wieso soll es Künstlern anders gehen? Wieso sind Künstler da Produzenten erster Klasse und alle anderen nicht?

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Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 18.04.2012 12:22 Uhr

... gibt's nicht.

Es gibt keine "Quersubventionierung von Werken durch Verwertungsgesellschaften"

Bitte mal unter "Verwertungsgesellschaften" bei Wiki nachlesen.

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Christian Hund

Wer profitiert?

...nun, weil es ja eigentlich gar nicht um den Kreativen geht - sondern um die Industrie, die daran hängt. Den Blick auf den Einzelnen zu fokussieren bildet nur die Spitze des Eisberges ab, nicht aber das milliardenschwere Industriekonstrukt, dass unter der Oberfläche treibt. Ich halte die Debatte auch für absurd, denn eigentlich geht es dabei nicht um die Urheber, sondern vornehmlich um die sog. Verwerter.

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Niculae Ionita
Niculae Ionita (nionita) - 17.04.2012 13:03 Uhr

Aber das ist schon so

Entweder sind wir konsequent, und akzeptieren überall das Gesetz des Marktes; oder aber wir denken nochmals darüber nach, und gestalten die Gesellschaft anders - aber dann für die anderen Berufsgruppen auch. Denn warum sollte es für andere Kreative wie zum Beispiel Softwareentwickler anders sein?

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Roland Magiera

dass unnötige Werke sich auf dem Markt halten können.

Aber bei der Sozialgesellschaft die hier gerade mit viel Kraft und Gewalt zusammengezimmert wird, ist Ihnen sicher klar, wohin das führt.

I say: Tom Sawyer & Huckleberry Finn wird in einigen Jahren der Gipfel des Anspruchs für Erwachsene sein.

Und wer da meint, ich übertreibe hemmungslos, der sehe sich bei Amazon die Kommentare zu "Ulysses" von James Joyce an. Die merken es nicht, dass sie sich über ihre nur rudimentär vorhandene Allgemeinbildung beschweren...

Schöne Aussichten sind das.

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Weitere Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Georg Bauhaus
Georg Bauhaus (gras) - 17.04.2012 12:27 Uhr

Nur Massenware ist gut ...

Der Markt beweist's ja. Also Amen? Dass wir viele Autoren erst post mortem berühmt machen, muss also bedeuten, dass ihre Bücher nicht gut sind, und weil sie damals keine Käufer gefunden haben, sollten wir unser Käuferverhalten auch wieder ändern. Damit der Markt wieder stimmt.
.
Erhards Marktwirtschaft, also eine soziale, ist für alle Autoren gut, nicht zuletzt, weil das Leben doch viel erträglicher ist, wenn man die Anderen auch am Leben weiß, mit Ihnen leben kann, selbst wenn das Auf und Ab der Massenphänomene sie vom Markt fegt und sie ihre Kunst nicht herstellen könnten, gäbe es keine gemeinsamen Kassen.

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Harry Pastorius
Harry Pastorius (ookk) - 17.04.2012 12:23 Uhr

Apropos Gesuelze

Nach Ihrer Logik hat alles, was marktwirtschaftlich keine Erfolge feiert, kein Bestandsrecht. ZB. also gleichmal die gesamte Lyrik einstampfen, was? Tja, das waere dann die Herrschaft der Oekonomie - als Diktatur: alle gesellschaftlichen Aspekte werden damit nur noch unter dem Aspekt der Rendite betrachtet. Grosse Klasse.

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Paul Rabe

Auch der FC Bayern konkurriert mit Lady Gaga

Ein sehr schöner Artikel ! Wenn heute Abend der FC Bayern gegen Real Madrid spielt, dann denken viele nicht daran, daß Schweinsteigers ökonomischer Konkurrent nicht Özil oder Ronaldo heißt sondern Google, Lady Gaga oder Facebook.
Sie alle konkurrieren um Aufmerksamkeit und Zeit der endlichen Menge von kaufkräftigen Konsumenten rund um die Welt.
Deswegen ist es auch verlogen, das Highländerprinzip der Medienwelt (es kann immer nur einen "da Vinci Code" im Weihnachtsgeschäft geben) den Benutzern von Filesharing Services in die Schuhe zu schieben...

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Ein Model kniet vor dem Gasherd, eines steht mit einem Stein im Arm im Fluss: Für eine Modestrecke ließ das amerikanische Magazin „Vice“ den Freitod bekannter Autorinnen nachstellen. Was als Kunst gemeint sein soll, verrät die Kunst. Mehr 2 5