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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Urheberrechtsdebatte Es gibt kein Zurück ins echte Leben

 ·  Ob wir das Internet brauchen, ist nicht mehr die Frage. Es geht nur noch darum, das Urheberrecht allgemeinverträglich neu zu regeln. Einige Vorschläge zur Güte.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (36)

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Lars Rockstroh
Lars Rockstroh (larroc) - 08.05.2012 10:08 Uhr

Was ist Kunst?

Es gibt technologische Möglichkeiten, komplexe Funktionen zu schützen, aber nicht Information. Der Wert der Information "Nachrichten" verfällt schnell. Geschäftsmodell: die "Zeitungs" "vertreiber".
Kunst wird heute häufig reduziert auf die Information. Kunst sei u.a. Film, Musik, Buch.
Was, wenn es keinen Schutz auf Film und Musik mehr gäbe?
3 Geschäftsmodelle:
1. die Alten: Konzerte und Theater.
2. auf Spendenbasis für alle Musikrichtungen
3. GEZ-ZDF-Produktionen (und Konzert-Mitschnitte).

a. Es wird weniger "Bedarf" an Künstlern und Vertrieblern geben. Ich fände das bzgl der Entwicklung einer Gesellschaft positiv. 95% heutiger Kunst SIND ABFALL (siehe Halbwertszeit). Kann Abfall Kunst sein, oder ist es indoktrinierter Kommerz? Ich sehe Parallelen zum Mittelalter.

b. Die künstlerische Leistung welcher Künstler ist besser geworden aufgrund der Steigerung der Einnahmen um eine oder zwei Größenordnungen? Verhungern muss in D praktisch niemand. Künstler gut oder indoktrinierter Erfolg?

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Tom Brenner

Lizenz und Zensur

Typisch für die Debatte ist, dass in den Köpfen derer, die über Lizenzen reden, immer auch die Idee von einer Zensur herumspukt. Und zwar so gewaltig, dass allenthalben von "lizensieren" die Rede ist statt von "lizenzieren". In diesem Artikel gleich zweimal ("unlizensierte Nutzung", "nichtlizensierter Musikdownload"). Dabei hat die Lizenz ein Urheberrecht auf ihr zweites 'z'. Das hat sie nie eingeklagt, wurde aber allgemein beachtet. Diese Übereinkunft hieß "Rechtschreibung". Die ist - Netzuser merken das schon lange - in gleichem Maße bedroht wie das Urheberrecht. In der FAZ sollte man beidem die Stange halten.

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Werner Grunewald

Die verlogenste Debatte seit langem

Die ganze Debatte ist verlogen wie schon lange nicht mehr. Das Urheberrechtsthema ist doch nur in aller Munde, weil so viele schon mal was "runtergeladen" haben und darauf nicht verzichten wollen. Es gibt sicherlich richtig erkannte Mängel an allem möglichen, aber diese Mängel werden nicht genannt, weil es um die Sache geht. Sonst wären Hungersnöte und Krieg ein ebenso großes Thema. Ist es aber nicht. Und warum? Weil so viele schon mal was "runtergeladen" haben und darauf nicht verzichten wollen. Es geht nicht um die Sache, sondern darum, daß Leute, die die Werke nicht produzieren, sie möglichst für lau haben wollen. Das finde ich höchst abstoßend. Jemand, der ein Werk kreiert, sollte selbst darüber bestimmen können, was er damit macht. Wenn er es dann verschenken will, bitte. Er sollte es aber von einem Mob, der sich um Rechte anderer nicht schert, nicht noch vorgeschrieben bekommen. Die Piratenpartei haut mit der Legalisierung illegaler Uploads (Filesharing) genau in diese Kerbe.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2012 15:16 Uhr
Martin Haas

@STEFAN SEDLACZEK

Danke, dass Sie mit "falsche Vergleiche" Ihrem Beitrag gleich die passende Überschrift gegeben haben. Der Vergleich von der Luft zum Atmen oder dem Ansehen einer Hausfassade mit widerrechtlichem Kopieren eines urheberrechtlich geschützten Werkes ist genauso daneben wie Ihr Rechtsverständnis. Nach deutschem Recht ist das nämlich keine moralische, sondern eben eine rechtliche Angelegenheit. Wer widerrechtlich kopiert, nimmt etwas weg, und dass Sie das in Ihrer Piratenlogik anders sehen wollen, ändert nichts daran.

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fritz Teich

Das ist der Lauf der Welt

Und die eigene Kriminalisierung ist dann eben doch etwas naeher als der Hunger in Biafra. Man kann auch heute nicht ein ganzes Volk kriminalisieren.

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Stefan Sedlaczek

Verlogene Debatte und falsche Vergleiche

Ich bin ja ganz bei Ihnen, wenn es darum geht, gute Leistungen eines ordentlichen Urhebers - und das konstatiere ich, wenn ich von ihm (honoriert oder nichthonoriert) kopiere - auch zu honorieren. Nur ist dies eine moralische Frage, keine rechtliche. Das Recht ist schlichtweg nicht betroffen, denn es wird beim kopieren nichts weggenommen. Wollen Sie das verbieten, dann schließen Sie bitte zukünftig Ohren und Auge, wenn Sie durch ihre Stadt gehen. Und bleiben Sie, angesichts einer delektierlichen Hausfassade stehen und werfen 2 Euro in den Briefkasten? Käme das Geld überhaupt beim Eigentümer, beim Besitzer oder beim Urheber an? Und wenn es nichts kostenloses mehr geben soll, dann schließen Sie bitte auch Nase und Mund und atmen keine Luft mehr ein. Die sie übrigens beim Atmen verschlechtern, während das Kopieren keinen Verbrauch darstellt. Man kann das also nicht vergleichen. Wer Geistiges so verknappen will, daß der Eigentumsbegriff paßt, der darf es nicht herausgeben, nicht kundtun.

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fritz Teich

Die Kulturflatrate waere der Gipfel des Schwachsinnes

Soll es doch die Telekom auf ihre Preise umlegen. Anders geht es gar nicht.

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Lutz Krause
Lutz Krause (msiduna) - 07.05.2012 18:20 Uhr

Preisfrage

Ich glaube nicht, dass die meisten User alles Kostenlos wollen. Die Frage, die mich aber beschäftigt ist die Frage des Preises.
Wer bei Amazon Musiktitel gegen Zahlung herunterlädt, zahlt am Ende den Preis für eine volle CD. Besitzt aber keine Original-CD sondern die Titel auf seinem Rechner. Warum muss der Preis so hoch sein, obwohl ja auf der Kostenseite keine Herstellungsgebühren anfallen.
Man sollte sich über die Höhe der Zahlung verständigen. Bei moderaten Preisen würde die Akzeptanz bei den Usern steigen, wahrscheinlich auch mehr heruntergeladen werden, so dass in der Endkonsequenz der Umsatz steigen würde.

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Thomas Semanski
Thomas Semanski (Kuroro) - 07.05.2012 17:40 Uhr

Es gibt doch bereits eine Antwort!Die Kulturwertmark!

Es gibt zwar noch zugegeben eine Menge offener Fragen bzw. Variablen, aber die Idee, das Prinzip und das Gerüst stehen schon und sind meiner Meinung nach ein super Ansatz. Dieses Bezahlsystem würde leicht 1.500 Millionen € für Kunst und Kultur Schaffende zur Verfügung haben, wenn man z.b. eine Kulturflatrate einrichtet und 5 € über die Internetgebühren aufschlägt und dem System zuführt wären wir bei über 25 Mio Inet-zugängen soweit. Zudem bietet es der Bevölkerung im ganzen selber demokratisch zu entscheiden, welcher Künstler am meisten wertgeschätzt und somit entlohnt wird. Dabei könnte man auch leicht Auszahlungslimits setzen. Wenn man das zudem in Kategorien legen würde, könnte sicher gestellt werden, das Pop Musik genausoviel Bedeutung und Mittel erhalten wie HipHop,Metal Klassik etc. oder Comedy wie Satire oder Kabarett usw.. Diskutiert das mal...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.05.2012 19:59 Uhr
Rainer Brombach

Was machen Sie mit ausländischen Downloads?

Aus dem Ausland könnte man dann kostenlos auf in Deutschland frei verfügbare Inhalte zugreifen. Die Künstler würden entweder diese ausländischen Einnahmen verlieren, oder wir müssten weit mehr als die 5€ pro Monat bezahlen, weil die Zugriffe gigantisch hoch werden könnten.

Wenn alles kostenlos verfügbar ist, vernichtet das die bereits vorhandenen kostenpflichtigen Angebote. Das verletzt das Grundrecht auf Gewerbefreiheit dieser Unternehmen. Von daher müssen die kostenlosen Angebote derart unattraktiv sein, dass die gewerblichen Angebote daneben noch existieren können.

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K. Peter Luecke

Für diejenigen, ...

..."die unsere Meinungen erdenken" (möchten), gibt es eine vom Urheberrecht völlig befreite Lösung: Abwählen ! Sonst müssen wir für unsere Gedanken demnächst wohl auch noch Lizenzgebühren zahlen.

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Rainer Brombach

Warum überlassen wir das nicht einfach dem Markt?

Warum macht sich jedermann Gedanken darüber, wie die Nutzer in irgendeiner zwanghaften Form zur Entrichtung einer Lizenzgebühr für runtergeladene Musik bewegt werden können? Warum überlassen wir das ganze nicht einfach dem Markt? Es gibt doch mit Spotify einen Abodienst, es gibt doch Streamingangebote, es gibt den Apple-Store, und es würde noch viel mehr geben, vor allem mehr Konkurrenz wenn die potentiellen Unternehmer nicht Angst davor haben müssten, dass ihre Investitionen demnächst wertlos werden, weil der Staat in seiner Fürsorglichkeit ein staatliches Einheitssystem mit Urheberrechtssteuer einführen wird.

Die Piraten müssen nur von ihrer albernen Vorstellung wegkommen, dass ein Netz ganz ohne staatliche Eingriffe ein freies Netz wäre. Es wäre ein rechtsfreies Netz, mit allen negativen Folgen. Dann bräuchten wir nur noch darüber zu debattieren, welche Eingriffe zum Schutz der Urheberrechte tolerabel sind, und welche die Freiheitsrechte des Einzelnen zu sehr einschränken.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2012 10:24 Uhr
Stefan Sedlaczek

Marktwirtschaft

Ja, warum nicht das Marktlösungspotential des Marktes, die Ideen und Kreativität freier Menschen nutzen? Einfach, weil das von Schulkindesbeinen an nicht im Fokus steht. Wir sind so stolz darauf, endlich richtig anerkannt demokratisch zu sein, daß eben demokratische Mittel gesucht werden. Und der Zwang ist das bevorzugte Mittel des Demokraten. Es heißt nicht umsonst "kratie" und nicht archie, meint also nicht das herkömmliche, sondern das kraftvoll und energisch durchgesetzte, ja, das gewalttätige Regieren. Die entscheidende Entität ist dabei der im Grunde recht unscharfe Begriff Volk, jedenfalls keine Person, die Verantwortung übernimmt, sondern ein Vorgestelltes, fantasiertes Wesen in einem ebenso abstrakt wie unscharfem Staatsbegriff.
Rege abschließend noch an, einmal wirklich sauber darüber nachzudenken, ob das Netz vielleicht doch tatsächlich ein rechtsfreier Raum ist, da es schlicht und einfach Rechtsprobleme letztendlich gar nicht kennt - oder meinen Sie vorschriftenfrei?

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Jan Haubrich

...das wäre sicherlich die "natürlichste" Lösung.

Aber irgendwo scheint da der Wurm in Deutschland drin zu sein:
In den USA war ich lange Zeit Abonnent von Netflix -- TV Serien, Dokus, Filme und selbst 3 Monate alte Kinofilme "on-demand", gut sortiert und ein echter Mehrwert. Für $10 pro Monat, inklusive jeweils 1 Ausleih-DVD, bzw. mehreren für höhere Tarife. Ich war sehr zurfrieden. Es war auch der Wert, den ich gern bereit war, dafür zu zahlen. Da musste man sich nicht über den gelegentlich schlechten Kinofilm ärgern, für den man noch nichtmal seinen Ticketpreis hätte zurückbekommen.

Leider hat sich in den letzten Jahren nichts auch nur annähernd hochwertiges mit vergleichbarem Preis-Leistungsverhältnis in D entwickelt. Aber warum? Warum entwickeln sich Ideen wie Netflix, Spotify, Simfy, Grooveshark, iTunes etc. eigentlich nie in Deutschland? Was macht unser Land so derat unattraktiv für die großen Industrien des 21. Jahrhunderts? So Fortschrittsänglich sind wir ja nicht. Hemmt hier doch etwas die Kreativität ein bisschen zu sehr?

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Clem Carlos Schermann

Moderne Medien

Man könnte etwas lebensfern den Gedanken befeuern, die GEZ-Behörde müsste für die Urheber entsprechende Gegenleistungen für die Nutzung von "content aus dem Netz" erbringen, da für internetfähige Computersysteme schon seit geraumer Zeit GEZ-Gebühren anfallen - also für die Nutzung eines Netzwerks aus dem Bereich der "Telekommunikation".

Allerdings würde die GEZ dann zu einer weiteren Verwertungsgesellschaft; und das Konzept der Verwertungsgesellschaften geht eben in der Konfliktzone zwischen Urheberrecht <-> Telemediendienste völlig fehl.

Absurd ist es geradenach, dass dabei Verwertungsgesellschaften und die GEZ in ein Gebiet eindringen, dessen Natur eben die Auflösung der Territorialität beinhaltet. Wenn ein Nutzer sich für Telemediendienste entscheidet, die auf Servern jenseits des Gebiets der BRD liegen, dann mutet es bizarr an, dass auch diese Leistungen dem Diktat der Verwertungsgesellschaften und GEZ unterworfen werden.

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Paul Breitner

Einige Anmerkungen:

1. Wer will ernsthaft behaupten, "Software für die Auftragsverwaltung im kleinen und mittelständischen Baugewerbe" stehe im Fokus der "Internetpiraten"? Solche Produkte werden gekauft, nicht "besorgt".

2. Dann fehlt mir ein Hinweis auf die "Kulturwertmark" des CCC, als Flatrate ohne GEMA, was ja den meisten Leuten gefallen sollte.

Was mich allgemein an der Debatte stört, ist die ständige Behauptung, die "User" (wer ist das? wie viel muss ich hier schreiben, damit ich Contentanbieter werde?) wollten immer alles umsonst. Das ist mir viel zu undifferenziert. Ein Beispiel: Auf meinem Handy läuft eine "Custom-Rom". Das ist gemacht von ein paar Freaks, denen das normale Android nicht gut genug war und zum Großteil finanziert durch Spenden. Die Jungs haben vor kurzem in kürzester Zeit das Geld für ein paar neue Server zusammen bekommen. Anonymisierungsdienste sind ein ähnliches Beispiel.
All das belegt, dass die wenigsten alles umsonst haben wollen...

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.05.2012 17:34 Uhr
Michael Maaß

Dagegen :)

Die OpenSourcesysteme, die ich kenne, leben nicht von Spenden der Community, entweder werden sie durch grosse Unternehmen gestützt oder sie schaffen es selber zu überleben mit den verschiedensten Konzepten aber niemand allein durch freiwillig unterstützende User.
Unser OpenSource Projekt besteht seit 8 Jahren und wir leben knapp davon. 1% der Nutzer geben Geld dafür aus. Ich will nicht sagen, dass alle was umsonst haben wollen aber wenn wir diese Zahl nehmen, dann sieht das Bild zumindest etwas erdrückend aus dafür dass die wenigsten alles umsonst haben wollen.

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Jan Haubrich

Der Autor stellt...

... da eine durchaus wichtige Frage. Auch im Sinne einer irgendwie-gearteten Kulturflatrate, sei es anstatt der Geräteabgaben der GEMA eine Abgabe pro Internetanschluss, stellt sich natürlich anschließend die Frage, wer von diesen profitieren sollte. Die Bereiche TV, Musik, Literatur etc. liessen sich per Definition einschließen. Aber nicht nur ein TV Film kann kreative Kunst sein, sondern auch eine Doku oder eine Videoclip-Anleitung.

Bei Software wird das tatsächlich besonders deutlich: Spiele, z.B. sind sicherlich primär Kunstwerke, aber auch in anderen Programmen könne sehr kreative Mechanismen oder Codes stecken. Wie in den Naturwissenschaften, so kann man auch hier Kreativität sehen. Das liegt im Auge des Betrachters, wie auch ein Gemälde machen gefällt, für andere aber nur nicht-schützenwerte Krickelei ist.

Die Frage, ist, wo zieht man die Grenzen für eine solche Flatrate? Wer entscheidet, welches Produkt hinreichend schutzwürdig, kreativ und neu ist für die Kulturflatrate?

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Harald HEINZ
Harald HEINZ (willer3) - 07.05.2012 14:47 Uhr

Nur mal ein Beispiel aus dem wahren, echten Leben ...

Ich gehe auf viele Musikkonzerte unter dem Jahr - die natürlich in der Regel zu bezahlen sind, so man sie nicht gewinnt oder diese kostenfrei sind, da ein Spender sie begleicht. Nun möchte man vor einem solchen Konzert - so man die Gruppe / Interpret nicht kennt - gerne vorab z.B bei Youtube schon mal was sehen oder hören, um sich zu orientieren.
Wenn dies nun vermehrt durch unsere GEMA in D gekappt wird: Wer ist dann der Betrogene?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.05.2012 17:33 Uhr
Martin Haas

Dann hören Sie sich das..

auf MyVideo oder anderen Anbietern, die mit den Urhebern pro Klick abrechnen an oder hören Sie auf iTunes in die Musik rein, Möglichkeiten gibt es da reichlich.
Außerdem ist die GEMA nicht (allein) schuld an den Sperrungen, das wird Ihnen nur vom Google-Konzern vorgegaukelt.

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Michael Maaß

Tja, eigentlich kein Problem

Die Betrogenen sind der Künstler und der User, da Youtube nicht bereit ist, von den Gewinnen, die sie auch durch Werbeeinnahmen erzielen etwas abzugeben und es geht hier um 0,0002 EUR pro Stream, also nicht der rede wert.

Wenn es legitim wird, dass die einen die Arbeit umsonst machen sollen und nur die anderen davon profitieren dürfen, dann kommen wir in ein ganz altes Zeitalter zurück, was sehr schade wäre.

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Renee Claude
Renee Claude (recla) - 07.05.2012 14:14 Uhr

Es lebe der Apostroph

"Rock`n`Roll ist nicht mehr der Star."

Rock[Gravis]n[Gravis]Roll sieht schauderhaft aus. Auch im echten Leben.

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Michael Maaß

Lösungen?

Eine Lösung entsteht derweilen ja schon, dass Streamings bezahlt werden. Der Nutzer kann bisher kostenlos oder für ein monatliches Endgelt mit Erweiterungen seine Songs hören oder auch auf sein Smartphone kopieren. Pro Stream fallen beim Anbieter Gebühren an, die dann dem Künstler ausgeschüttet werden. Einzigstes Manko momentan, die Gebühren sind so gering (0,0002 EUR), dass damit nur der Anbieter verdienen kann. Wenn man sich hier wie mit Youtube, die diese Gebühr ja nicht mal zahlen möchten gerade einigen könnte, damit beide Seiten mit leben können, wäre dies ein sehr guter Schritt. Dieses dann auch auf Radios umgemünzt, so dass nicht immer Pauschal irgendwer Geld bekommt, sondern die wirklichen Plays, wäre das grandios. :)

Was ich nicht teile, ist der Beitrag mit dem Beispiel Petroleumslampen, es geht hier ja nicht um eine Aussterbene Rasse, sondern darum, dass der Konsument immer noch die Musik haben möchte, da Sie auch ein Lebensgefühl vermittelt, nur zahlen will halt kaum einer.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.05.2012 18:07 Uhr
Martin Haas

Und wie stellen Sie sich das vor,

"Urhebern nur noch gegen Entgelt"?
Und bitte nicht wieder die alte Leier vom Konzertegeben, denn erstens ist der Urheber nicht zwangsläufig Interpret und zweitens kann man mit Konzerten in der Regel kein Geld verdienen, wenn man nicht zu den Superstars gehört oder halt Straßenmusik macht.
Wenn illegales Downloaden verhindert werden könnte, würde meine Leistung auch wieder einen Mehrwert bieten. Ich teile die Piratenphilosophie nicht, nach der mein Werk nach Veröffentlichung allen gehört und ich nicht mehr über seine Verwendung entscheiden darf.

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Stefan Sedlaczek

Doch, es geht um Aussterbendes

Herrn Maehler ist hier recht zu geben. Ich komme darauf zurück. Zunächst einmal liegen Sie ja richtig, wenn Sie feststellen, daß die Distribution kommerzialisierbar ist. Für eine Leistung, für einen Mehrwert wird eben bezahlt. Und Distribution ist eine solche eigene leistung, die Kunden offensichtlich Mehrwert bietet. Auch der Urheber kann seine Leistungen kommerzialisieren, da braucht er keine Staatspolizei für. Er kann es halt nicht mehr nach dem Schaffen, nach dem Herausgeben. Und das hat sich schlicht geändert: Am Datenträger ist es nicht mehr festzumachen. Und darauf muß und kann ich als Künstler reagieren. Eine ganz einfache Möglichkeit ist, ich "urhebere" eben nur noch gegen Entgelt. Und wenn jemand meine Urheberei haben will, dann wird er dafür bezahlen. Ansonsten eben nicht. That's life. Wenn ich aber für etwas bezahlt werden möchte, welches keinen Mehrwert mehr darstellt, dann gleiche ich Öllampenverkäufern, die dazu nach dem Staat rufen.

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Stefan Arpia
Stefan Arpia (Arpia) - 07.05.2012 13:11 Uhr

Inhaltsfrei

"Einige Vorschläge zur Güte" heißt es im Vorspann - und gespannt beginnt man die Lektüre.
Wird Max Winde also endlich einen funktionierenden Lösungsvorschlag machen?
.
Die Antwort lautet: "nein". Auch im zigten Artikel der FAZ zum Thema beschreibt der Autor nur das Problem, nämlich dass Massendownloads eh nicht mehr zu verhindern sind, die Künstler damit aber immer weniger von ihrer nunmehr vergesellschafteten Produktion leben können. Wenn's konkret werden müsste, nämlich wie die Künstler nach der Enteignung für ihre Produkte bezahlt werden könnten, zählt Winde nur Altbekantes von der Kulturflatrate bis zum Crowd Funding auf, um dann jedes dieser Mittel als untauglich zu bezeichnen.
.
Das aber ist das derzeitige Hauptproblem: Solange kein tauglicher Vorschlag für eine funktionierende Entlohnung der Künstler für ihre Produkte auf dem Tisch ist, würde eine entschädigungslose Enteignung legalisiert. Die aber ist nach Art. 14 GG verfassungswidrig.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2012 11:16 Uhr
Stefan Arpia
Stefan Arpia (Arpia) - 08.05.2012 11:16 Uhr

Enteignung

Lieber Herr Sedlaczek, was Sie sagen, deckt sich mit dem Unfug, den die Piratenpartei in die Welt setzt. De facto sagen Sie nämlich: "Es gibt am Geistigen kein Eigentum, weil man es ja kopieren kann." Legitimation von Diebstahl, weil's technisch geht, weil die Kopierbarkeit, wie Sie sagen, "dem Geistigen nun einmal zueigen".
.
Jetzt wieder hole ich: "Der Künstler muss für seine Arbeit bezahlt werden." Jetzt sagen Sie: "Dann muss er nach kreativen Bezahlmodellen suchen, da kopieren nicht verboten werden darf." Und wieder bin ich bei meinem Argument: Solange nicht kein einziges funktionierendes neues, "kreatives" Entlohnungsmodell vorliegt, wird der Künstler um seine Arbeit betrogen.
.
Oder meinen Sie nicht, dass ein Künstler für sein Werk bezahlt werden sollte? Ist die Gier nach dem "Einfach haben wollen" größer?

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Rainer Brombach

Es ist

@Stefan Sedlacek

Erstens handelt es sich nach der deutschen Definition des Eigentums beim Urheberrecht tatsächlich um Eigentum, und zweitens wäre die Umsetzung der Piratenvorschläge auch eine Enteignung.

Vielleicht lesen Sie sich erstmal in die einschlägige Verfassungsgerichtsrechtsprechung ein, bevor sie sich zu diesem Thema eine Rechtsmeinung bilden. Zu empfehlen wäre der "Schulbuchbeschluss", veröffentlicht im Netz.

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Stefan Sedlaczek

Unfug

Es findet eben keine Enteignung statt. Wenn man den hier untauglichen Begriff des Eigentums trotzdem verwenden will, dann findet die "Enteignung" allein durch den Urheber statt, wenn er sein Geistiges kundtut. Er gibt es heraus - und ruft dann nach der Polizei. Etwas Verrückteres ist kaum denkbar. Im übrigen findet tatsächlich keine Enteignung statt, denn er behält ja seins. Und dieser Umstand ist dem Geistigen nun einmal zueigen. Weshalb der Begriff des Eigentums schlicht fehl geht. Der Eigentumsbegriff befriedet rechtlich die Zurechnung knapper Güter. Geistiges ist aber nun einmal, wie die Luft, nicht knapp. Es hat daher keinen Preis, sobald es einmal heraus ist. Das wußten schon die alten Griechen. Jetzt - mit der ganzen Staatsgewalt und auf Steuerzahlerkosten - das Geistige künstlich zu verknappen ist schlicht Terror und keinesfalls ein seriöses Geschäftsmodell.

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Wolfgang Schmid

eine neue Superbehörde: GEZ/GEMA 2.0...

Die einzige Lösung, die einfällt, ist noch eine neue Superbehörde: GEZ+GEMA 2.0...

Warum soll ich eigentlich - nach all den Belehrungen, wie unerheblich das altmodische Urheberrecht ist und wie lebensunfähig man ohne Internet ist - die FAZ noch an der Kasse bezahlen oder gar die Rechte an diesem Artikel erwerben, wie in der Fußzeile geworben wird?

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Rolf-Dirk Maehler

Ein netter Artikel, aber Antworten auf die gestellten Fragen gibt er nicht

Denn zunächst einmal bleibt festzuhalten, daß die Zeiten sich geändert haben. Und wenn z.b. Künstler und Firmen sich nicht daran gewöhnen können und wollen, daß z.b. das Zeitalter der Schallplatten (welche auch immer) vorbei ist, dann geht es ihnen genauso wie denen die einst Petroleumslampen hergestellt hatten und von elektrischen Licht verdrängt wurden. Auch die Betreiber von Pferdefuhrwerken klagten laut als Einsenbahn und Auto ihren Siegeszug antraten. Auch die Klagen von Softwareherstellern verstehe ich nicht, weil ich mir mitlerweile fast alles was ich brauche, natürlich gegen Bezahlung herunterlade. Einges gibt es kostenlos, weil die Hersteller und/oder Vertreiber damit als Werbeträger mehr Geld verdienen können. Es gibt jedenfalls kaum etwas Dümmeres als immer nach dem Gesetzgeber zu rufen. Der ist nämlich überhaupt nicht für Verkauf und Geldeingang von Produkten zuständig, sondern immer noch die Protagonisten selbst. Die müssen Kreativ sein!

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.05.2012 17:45 Uhr
Martin Haas

@Rolf-Dirk Maehler

Vielleicht haben Sie es nicht gemerkt, aber was die Dummheit angeht, habe ich Sie analog zitiert, normalerweise halte ich mich mit solchen Begriffen eher zurück.
Wie kommen Sie darauf, dass der Gesetzgeber nicht zuständig sein soll wenn sich Massen von Menschen ein Produkt widerrechtlich aneignen, indem sie es illegal downloaden?

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Martin Haas

Glauben Sie ernsthaft..

.. dass die Musiker damals die Schallplatte als Bedrohung angesehen haben und dass ihre Leistung durch ihr Erscheinen fast wertlos wurde? Und für die Urheber war die Schallplatte eher ein Segen, weil ihre Werke mehr Menschen zugänglich gemacht werden konnten.
Außerdem wüsste ich gern, wo Sie einen Einfluss der Musikindustrie auf die Politik sehen, der zu derartiger Regulierung fähig wäre.

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Rolf-Dirk Maehler

@ Martin Haas (haasmar...) - Nun ja, es mag zwar sein, daß Sie etwas für dumm halten, aber ...

.. klug erscheint das nicht. Tatsache ist und bleibt, daß entweder Produkte oder ihr Vertriebsweg oder ihr Vermarktungssystem veralten können. Wer aber für letzteres unbedingt den Gesetzgeber braucht, der hat nicht verstanden was Freiheit bedeutet. Wenn ein Produkt oder ein "Werk" nicht so vermarktet werden kann, daß es den angestrebten Preis auch einspielen kann, dann wird es vom Markt verschwinden - siehe Petroleumslampe oder Pferdefuhrwerk. Jeder der etwas auf den Markt tragen will, muß auch dafür sorgen, daß ihm sein Preis für das Produkt/Werk vergütet wird, denn genau das ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers. Vermarktungswege zu finden, die den Erlös sicherstellen ist genauso bedeutend wie die Schaffung oder Produktion eines Gutes. Aber es gibt immer noch Heerscharen von Menschen die Rechte an sogenanntem geistigen Eigentum reklamieren, die aber die Qualität ihrer Produkte etwas aus dem Auge verloren haben.

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Niculae Ionita
Niculae Ionita (nionita) - 07.05.2012 16:14 Uhr

"Denn die Werke ... sind nach wie vor gefragt und begehrt"

Wirklich? Wie viele davon? Zu welchem Preis?

Aber es gibt doch ein Vergleich, der nicht so dumm ist: was haben wohl die Musiker der damaligen Zeit gedacht, als die Leistung, von der sie bisher gelebt haben, durch die Erscheinung der Schallplatten auf einmal fast wertlos geworden ist? Denn man konnte sich einfach einige Schallplatten kaufen und brauchte keine teuren Musiker mehr anzuheuern oder ins Konzert zu gehen. Hätten sie den Einfluss heutiger Medienkonzerne über die Politik gehabt, hätten sie die Schallplattenproduktion verboten oder zu Tode reguliert. Glücklicherweise hatten sie das eben nicht.

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Martin Haas

Es gibt kaum etwas dümmeres..

..als den Vergleich mit Pferdefuhrwerken und Petroleumlampen. Denn die Werke die hier geschützt werden sollen und müssen, sind nach wie vor gefragt und begehrt. Oder gab es elektrisches Licht und Autos auf einmal umsonst?

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