24.05.2012 · Von der Stärkung des Urheberrechts bis zur gänzlichen Abschaffung – die Positionen in der aktuellen Debatte gehen weit auseinander. Was fordern Künstler, Verlage oder die Musikindustrie genau? Welche Ansichten vertreten die großen Parteien? Ein Überblick.
Von Jonathan SchaakeRichtlinien für Lesermeinungen
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ersatzlose Abschaffung des Urheberrechts
Das man die Urheber nicht für "systemrelevant" hält,
heißt nicht, dass man die Abschaffung des Urheberrechts fordert.
Das wird bei Udo Vetter auch klar und ist eine haltlose Unterstellung.
Genauso ist die Ablehnung des Kampfbegriffs "geistiges
Eigentum" kein Statement zur Abschaffung des Urheberrechts, sondern
lediglich der Wunsch, adäquate Worte und Vergleiche zu liefern.
Genauso wie ein Hausbesetzer/Mietnomade kein Haus stehlen kann und ein
Schwarzfahrer keinen Bus entführt, kann auch ein Schwarzkopierer
kein Werk stehlen. Er kann es nur widerrechtlich nutzen und dem Urheber
(je nach Art der Nutzung) damit Schaden zufügen.
Außer von Mspr0 (Michael Seemann), der nicht unbedingt ein Freund
der Piratenpartei ist/war, habe ich die Forderung nach einer Abschaffung
des Urheberrechts noch nirgendwo gehört.
Was mit den scheinheiligen Begründungen "Verhinderung von KiPo-Vertrieb" und "Terrorangst" nicht geklappt hat, soll jetzt mit dem "Schutz der Urheber" ermöglicht werden: Die totale Überwachung der Bürger im Internet. Danke, liebe Musiker und Autoren! Wenn das tatsächlich so kommt, Eure Kunden werden es so schnell nicht vergessen. Ich würde mir in Zukunft genau überlegen, wessen Urheberware in meinen Einkaufskorb kommt.