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Urheberrechtsdebatte Was die Autoren umtreibt

 ·  Geringgeschätzte Künstler und die Verteidigung der Kultur gegen „Geiz und Gier“: Wissen die Unterzeichner des Urheber-Aufrufs wirklich, was sie da unterschrieben haben?

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (51)

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 06.06.2012 07:07 Uhr

URHEBERRECHT / PATENTRECHT

Das Urheberrecht ist ein Auswuchs des Patentrechts, welches seinerseits abgeschafft werden sollte. Sie verhindern den Fortschritt.
Stellen Sie sich vor, Werner Heisenberg hätte seine Quantenmechanik patentieren oder urheberrechtlich schützen lassen ? Stellen Sie sich die gleiche Frage bei Albert Einstein, James Clerk Maxwell, Isaac Newton, Leonard Euler, Friedrich Gauss, Aristoteles, Euklid usf.
Stellen Sie sich die gleiche Frage bei Beethoven, Bach, Mozart, Schubert, Händel, Boccerini, Verdi, bei da Vinci, Michelangelo, Gaugin, Ceszanne, Picasso, Kandinski, bei Fontane, Grimm, Schiller, Goethe, Voltaire, Shakespeare, Cervantes, Cannetti, Hemingway, Jane Austen usf.
Maler, Schriftsteller , Musiker vermögen uns wohlgesinntere Welten zu zeigen. Wir kehren aber immer wieder in den Alltag zurück. Das Schwärmen ist von kurzer Dauer.
Ausgerechnet diese Intellektuellen bilden sich ein, dass sie rechtlich geschützt werden. Was geschieht mit all den anderen Berufen ?
Also: Weg mit Urheberrecht.

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Michael Kleinszmit

Wir nähern uns dem Problem

Ich bin wirklich überrascht, einen solch guten Artikel auf den FAZ-Seiten lesen zu dürfen. Bis auf das die Tatsache, dass die Dienste der Piraten, also derjenigen, die das Thema endlich auf den Tisch gebracht haben, nicht ausreichend gewürdigt werden.
Ich selbst habe im näheren Freundeskreis einen Musiker mit einer Rock-Band uns einem diplomierten Künstler, und was ich da sehe ist die reinste Verarsche seitens der Verwertungsindustrie. Von freien Wettbewerb und Entfaltungsmöglichkeiten kann da kaum die Rede sein, ganz im Gegenteil.
Ist das so schwer zu akzeptieren, dass die GEMA zu viel kassiert und zu wenig bezahlt? Und was soll diese Monopolstellung, sind wir noch im Mittelalter?
Und was ist mit den Tatort-Autoren, die von GEZ-Gebühren leben und trotzdem die Frechheit besitzen sich zu beschweren?
Und was ist mit den Verlagen, die bis zu 50€ für eine Zeile fordern, die in man in der Doktorarbeit zitiert hat? (rechnen Sie mal mit 600 Zeilen!)

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Ulrike Müller

Anmerkung zum Begriff "Kinderpornografie"

Da ich Julie Zeh sehr schätze, wundert mich, dass auch sie diesen Begriff falsch verwendet. Kinderspielzeug ist Spielzeug für Kinder. Ein Kindergarten ein Garten...für Kinder. Kinderpornografie ist nicht Pornografie für Kinder. Es handelt sich um einen nicht missverständlich benutzten Begriff (das geschieht wohl nicht), aber eine sprachliche Mesalliance. Präziser wäre z. B.: Pornografie auf Ausbeutung von Kindern beruhend/Sex. Ausbeutung von Kindern zum Zweck der Pornografie....
Wollte nur kurz die Gelegenheit nutzen, dies endlich mal einzuwerfen...

Ulrike Müller, Wuppertal

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.06.2012 14:57 Uhr
Markus Köppen

Weitere Begriffe, gegen die Sie vorgehen sollten:

Kinderarbeit, Kinderarmut, , Kinderchor, Kinderfreibetrag, Kinderfreund, Kinderkriminalität, Kinderkreuzzug, Kinderlosigkeit, Kinderlärm, Kindermord, Kinderportrait, Kinderprostitution, Kinderschreck, Kinderschänder, Kindersegen, Kindersoldat, Kindersprache, Kindersterblichkeit, Kinderwunsch

Ich wünsche Ihnen bei der Umgestaltung der deutschen Sprache viel Erfolg.

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Christian Hund

Danke, Herr Stollenwerk

Besser hätte ich den Gedanken nicht zusammenfassen können.
Doch in Deutschland diskutieren wir sehr gerne darüber, wie wir diskutieren wollen...
ob es das Grundproblem zu beheben vermag, möchte ich bezweifeln.
Aber zurück zum Thema...

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Alexander Stollenwerk

Nicht alles, was mit "X" anfängt, ist auch für "X"

Schokoladeneis ist nicht für Schokolade, Lederhüte sind nicht für Leder, Kugelschreiber sind nicht für Kugeln...

Nicht alles, das mit einem Begriff beginnt, ist auch für diesen ersten Begriff gemacht. Hautsalbe ist für die Haut, Urea-Salbe enthält aber Urea.

Das ist vielleicht sprachlich nicht besonders glücklich, aber im Deutschen durchaus so üblich (wenn auch nicht unbedingt in der Kombination mit "Kinder").

Ein längeres Konstrukt statt Kinderpornografie zu verwenden, macht weder den Umstand besser, dass es sowas gibt, noch stärkt es das Verständnis in irgend einer Form.

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Udo Meissner
Udo Meissner (carmudo) - 04.06.2012 18:47 Uhr

Jedem seinen eigenen Urheber oder Künstler

Donato Casagrande gibt weiter unten interessante Zahlen bekannt. Bei der Verteilung von Einnahmen der VG Wort werden 12Millionen € unter 11.000 Verlagen und 443.000 Künstlern aufgeteilt. Dazu noch die Bestseller-Zahlen deutscher Autoren - 20.000 bis 60.000 Auflage gilt als hervorragend - dann zeichnet sich ab, was eigentlich läuft. Die deutschen Urheber sind international nicht konkurrenzfähig und es herrscht eine "Künstler"-Schwemme, der Markt ist übersättigt. Künstler wie Mario Adorf und Co. halten ihren Status vor allem über die GEMA. Fähige Köpfe wandern ins Ausland ab, dem Geld hinterher.
Die gesamte Kunstindustrie liegt im Wesentlichen weich gebettet in Bezahlfernsehen und Fördertöpfen. Das hat natürlich nicht dazu geführt, dass die Verantwortlichen sich der Zeit und dem Markt angepasst haben. Da muss ein Feind und Finanzier her! Das ist dann gleich das ganze Volk. Mit Zwangsabgaben! Einmalig auf der Welt! Wer von seiner Kunst nicht leben kann, soll es lassen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.06.2012 21:28 Uhr
Horst Henn
Horst Henn (glufa) - 05.06.2012 21:28 Uhr

Ein kleines Beispiel

Ich betreibe u.a. einen recht anspruchsvollen technischen Blog mit mehreren hundert Seiten Umfang der im Jahr von über 60 000 Benutzern gelesen wird (teilweise) - Vergütung der VG Wort = 0 (bin leider Zwangsmitglid). Ist deshalb als Creative Commons Lizent deklariert (das es bei VG Wort gar nicht gibt).

Ein Grundlagenbuch zu Aufbau und Programmierung des mobilen Web (seit 10 Jahren auf dem Markt) wird als Lehrbuch in China und Indien zu 10 000 als Billigdruck vermarktet. Was erhält der Autor 0 (der Verlag hat sich einfach alle Optionen gesichert). Nutzung an den Unis finde ich gut. Schlecht ist dass Autoren gar nicht gefragt werden müssen.

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Jan Froehlich

ein Hoch auf den/die KünsterIn ohne Schutz ? vor dem Absturz ins Bodenlose ?

Juli Zeh und Ilija Trojanow stellen den Status quo der Literatur in meinen Augen zutreffend dar, nur kommt es mir vor wie der buchstäbliche Wagen über dem Abgrund 1 Sekunde vor dem Absturz ins Bodenlose ...Ich möchte der Kollegin/Rechtsanwältin Zeh gar nicht zu viel vorwerfen, denn wir befinden uns alle in der Situation, dass wir zwischen dem notwendigen Schutz der Werke der Einzelnen, dem Gedanken an eine in der Welt des Internets angemessen Vergütung sowie einem - akzeptierten !!! - Schutz vor entschädigungsloser Enteignung hin und her mäandern ... Die universelle CD wird es nie geben, da es schon niemand gibt, der mangels Entgelt alle Texte sammelt ... den Schutz des/der Einzelnen aufzugeben erscheint im Hinblick auf die Meinungsvielfalt nicht tolerabel zu sein. Wie kann man Meinungsvielfalt mit einem rein pauschalierten Vergütungssystem vereinbaren ?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.06.2012 18:35 Uhr
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Wie man Meinungsvielfalt mit einem rein pauschalierten Vergütungssystem vereinbaren kann?

Ganz einfach: Gar nicht.

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Organisierte Kriminalität

Joachim Bühler schrieb: "Im Prinzip ist es doch so: Die Partei und ihre Anhänger sind, aufgeschreckt durch drohende Netzüberwachung, gezwungermaßen auf das Thema Urheber- und Verwertungsrecht gestoßen. Nicht etwa weil diese Partei ein Herz für Künstler hat, sondern weil Urheber- und Verwertungsrechte umständebedingt ein 'natürlicher Feind' eines kontrollfreien Internets sind, haben sie das Thema im Focus."
Richtig. Aber ich würde es viel schärfer formulieren: Das eigentliche Problem ist, dass die sogenannte "Internet-Community" auf dem besten Wege ist, sich zur bisher größten kriminellen Organisation dieses Planeten zu entwickeln und die nationalstaatlichen Rechtsvertreter vor der Macht dieser weltumspannenden Organisation und Gesinnungsgemeinschaft zunehmend einzuknicken beginnen. Wenn so gut wie alle Internet-User (oder zumindest ein großer Teil) ein bestimmtes Recht brechen, dann kann der Rechtsbruch einfach nicht mehr Rechtsbruch sein (= normative Kraft des Faktischen).

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.06.2012 18:02 Uhr
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Markus Köppen schrieb: Staatsform? Heribert Mühlberger antwortet: Guckst du hier: Art. 20 GG.

Weiter heißt es: "Die Abneigung einer Mehrheit gegen bestehende Rechtliche Verhältnisse ist in einer Demokratie keine organisierte Kriminalität, sondern eine legitime Interessengruppe."
Abneigung dürfen Sie empfinden gegen was Sie wollen und solange Sie wollen. Sie haben das Recht, Ihren politischen Willen in Wahlen und Abstimmungen zu äußern. Auch steht es Ihnen frei, Parteien zu gründen und für Ihre politischen Ziele zu kämpfen. Solange aber ein Gesetz, das Ihnen widerstrebt, noch nicht durch das dafür vorgesehene Gesetzgebungsverfahren geändert worden ist, gilt es in der vorliegenden Form und Sie haben sich daran zu halten. Ob Ihnen das passt oder nicht. Überdies kann auch der Gesetzgeber die Gesetze nicht völlig nach Belieben ändern, weil er an die verfassungsmäßige Ordnung gebunden ist. Und da fällt mir ganz spontan z.B. die Institutsgarantie des Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG ein. Aber ich möchte Sie nicht überfordern. Sie scheinen ja eher schlichten Staatsvorstellung anzuhängen :-)

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Markus Köppen

Staatsform?

Die Abneigung einer Mehrheit gegen bestehende Rechtliche Verhältnisse ist in einer Demokratie keine organisierte Kriminalität, sondern eine legitime Interessengruppe.

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Michael Thomas

"Organisierte Kriminalität"

Markige Worte...

Nein, beim besten Willen ist die "Internet-Community" nicht auf dem besten Weg zu einer kriminellen Organisation zu werden. Erstens ist sie nicht organisiert (vielleicht sind die Piraten eine Organisation, die glaubt, die Internet-Community zu vertreten, aber wer sonst noch?), zweitens ist der von Ihnen - Herr Mühlberger - hervorgebrachte Gesetzesbruch nicht abgesprochen. Somit passt das ganze nicht...

Wenn, dann passen eher die Verwertungsgesellschaften zur Definition der Jusitiz- und Innenminister zur Organisierten Kriminalität: sie sind organisiert, Gewinn- und Macht strebend und nehmen zu ihren Gunsten erheblichen Einfluss auf die Regierung. Und die "Straftaten" ist die erhebliche Einschränkung der Grundrechte, die durch passende Gesetze den Providern und den Endanwendern auferlegt werden. Passt alles... ;-)

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Claudia Daferner

Vergessen werden einmal wieder die kleinen ...

Texter, Fotografen oder Grafiker, deren Urheberrechte jetzt schon mit Füßen getreten werden und die meiner Meinung nach einen viel besseren Schutz und Möglichkeiten benötigen, um sich zur Wehr zu setzen. Von daher läuft die Diskussion einmal wieder in die falsche Richtung.

Leider habe ich es selbst schon erlebt, wie ein Layout später von Grobmotorikern nachgebastelt wird, nur weil dieser ein paar Euro günstiger ist. Wie will man sich dagegen wehren? Gar nicht. Da die Öffentlichkeit bzgl. diesem Thema immer weniger sensibilisiert ist und meint, dies sei legal, wird mit Unverständnis reagiert.

Daher gehört das Thema unter o.g. Aspekt in die Öffentlichkeit.

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Pierre Dumaine

E-Book Kauf - ein Krampf

"Der Preis eines E-Books in Höhe von 18 Euro und mehr mag kostendeckend sein - für eine mit Kopierschutz belegte Datei, die nur auf bestimmten Lesegeräten eingeschränkt abrufbar ist, könnte er als zu hoch empfunden werden."

Ja, da sagen Sie was. Ich habe mir vor ein paar Tagen erstmals ein E-Book gekauft. Stolze 20 Euro. Bis ich dieses E-Book auf meinem Sony Reader hatte, waren gute 60 Minuten vergangen. Erst kauft man das E-Book und bekommt irgendeine Datei, dann registriert man sich bei Adobe um das E-Book mittels der Datei zu beziehen, dann braucht man spezielle Software um es auf den Reader zu bekommen und dann funktioniert es nicht mal so sauber, wie DRM-freie Dokumente. Eine einfache Alternative stellt Amazon, aber deren Reader zeigen wiederum keine DRM-freien Dokumente an. Das brauch ich aber wegen der Uni. Wundert mich nicht, das keiner E-Books kauft.

Der Artikel ist sehr gelungen - vielen Dank.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.06.2012 15:19 Uhr
Markus Köppen

Kindle-Korrektur

Es freut mich, Ihnen mitteilen zu können, dass der Kindle sehr wohl DRM-freie Dokumente anzeigt, beispielsweise im TXT-, HTML-, Bild-, PDF- oder mobi-Formaten. Über geeignete Software wie Calibre lassen sich andere Formate (etwa epub) in die genannten konvertieren.

Da Sie aber anscheinend bereits einen anderen Reader besitzen, kommt diese Information wohl zu spät.

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Florian Baumann
Florian Baumann (flups) - 05.06.2012 14:53 Uhr

DRM-frei auf Amazon-Reader, kein Problem!

Selbstverständlich zeigen die E-Book-Reader von Amazon auch DRM-freies Material an. Ich tausche regemäßig Bücher zwischen dem Kindle meiner Frau und meinem Sony Reader mit wenigen Mausklicks hin- und her.

Richtig, die Formate müssen konvertiert werden, aber das geschieht bei der Übetragung auf den Reader automatisch, so dass ich es gar nicht mitbekomme.

Probleme macht alles, was mit DRM behaftet ist, weil man das nicht so ohne weiteres konvertieren kann, da ja die Umgehung des Kopierschutzes verboten ist.

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Frank Müller
Frank Müller (Fmyller) - 04.06.2012 16:29 Uhr

Nett, aber irgendwie sinnlos ...

Es ist schön, aus berufenem Munde klare Worte der Vernunft zu hören. Doch reicht es längst nicht mehr, den Status Quo zu beschwören, zu bekritteln oder zu verteidigen. Man sollte den Blick schon mal heben und schauen, in welche Richtung die Reise geht.

Und da sehe ich keinen geprügelten Autoren oder gierige Gema-Monster. Da sehe ich z.B. Google, das nicht mehr möchte, dass man von seinen Suchergebnissen auf fremde Seiten hüpft, sondern stattdessen die Inhalte dieser Seiten lieber direkt zur Dekoration der eigenen Werbeflächen nutzen möchte. Und dabei ist so ein Urheberrecht so was von überflüssig.

Es ist richtig, der ganze Content-Markt ist in Bewegung, aber um zu verstehen, was da tatsächlich abgeht, hilft es weder, auf der Stelle zu trampeln, noch der Illusion eines wahrhaft freien und demokratischen Internets anzuhängen.
Die Fragen, deren Beantwortung möglicherweise weiterführen kann, sind vielleicht eher: wem nutzt das wirklich und wer wird instrumentalisiert?

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Michael Westhofen

Buchpreisbindungsprofiteure

Diese Autoren haben doch lange genug gut gelebt im Schlaraffenland der Buchpreisbindung....genau so wie Schornsteinfeger und Notare....oder Apotheker. Wettbewerb ist für die doch ein Fremdwort.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.06.2012 17:01 Uhr
Donato Casagrande
Donato Casagrande (doca) - 04.06.2012 17:01 Uhr

Eigentlich steht da ja alles...

...liegt der Gesamtverdienst eines „normal“ erfolgreichen Autors also zwischen 6.000 und 40.000 Euro - vor Steuern. Geht man von zwei bis drei Jahren Arbeitszeit für die Fertigstellung eines Romans aus, kommt man auf ein Monatsgehalt zwischen „fast nicht vorhanden“ und „äußerst bescheiden“.

Von der Buchpreisbindung profitieren die Verwerter, nicht die Autoren. Die Verteilung der Verkaufserlöses sieht nämlich in etwa so aus: 10 - 12 % (wenn es gut geht) der Autor, 25 -30 % der Handel und der Rest für den Verlag. Und wenn der Titel verramscht wird oder in Sonderaktionen verkauft wird, geht der Autor völlig leer aus.

Jetzt raten Sie mal, wer am meisten profitiert.

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Rolf-Dirk Maehler

Ein sehr guter Artikel, dem man uneingeschränkt zustimmen kann

Es gibt zwei Aspekte, die zwar angesprochen wurden, die man aber noch einmal zur Beachtung empfehlen sollte:
Z.b. gibt es im Buchhandel eine Art von Preisbindung, die Bücher in Deutschland enorm verteuert. Sowohl die Autoren als auch die Verlage und der Handel profitieren davon.
Der zweite Aspekt ist das aufkommende E-book: Man kann sicher sein, daß man da einmal mehr versuchen wird die Geräte und Zubehör mit einer Zwangsabgabe zu belegen. Die Gema lässt grüßen, die das schon erfolgreich mit Computerspeichermedien macht, obwohl das einerseit sachlich falsch ist und nur zu einer Einnahme ohne Gegenleistung geführt hat und führt, ist man gerade dabei diese Zwangsabgabe auch noch drastisch zu erhöhen und auch nur ansatzweise einen höheren Gegenwert anzubieten.
Und ob es Aufgabe des Staates ist Vermarktungssysteme zwangsweise zu etablieren und zu schützen, darf auch bezweifelt werden ohne das Recht künstlerisch und geistig Schaffender auf marktgerechte Entlohnung zu negieren.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.06.2012 14:18 Uhr
Christian Hund

Wolf im Schafspelz

"Und ob es Aufgabe des Staates ist Vermarktungssysteme zwangsweise zu etablieren und zu schützen, darf auch bezweifelt werden ohne das Recht künstlerisch und geistig Schaffender auf marktgerechte Entlohnung zu negieren."

Sehr richtig. In der Debatte wird das Individualrecht der Urheber vor den Karren gespannt, um eine monopolistische Geschäftsstrategie zu bewahren bzw. weiter auszubauen.
Angeblich reguliert sich ein freier Markt selbst. Wie wir jedoch wieder einmal erkennen müssen, geschieht dies nur in eine Richtung...

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Hinrich Brüning

Die klassische Marktaufteilung passt nicht mehr

Der Artikel ist klar und gut formuliert, beschreibt aber dennoch nur die halbe Wahrheit. Im Bereich Schrift entzündet sich der Konflikt nicht am klassischen Buch, sondern am E-Buch - und in diesem Bereich braucht der Autor nicht mehr zwingend einen Verlag, denn er braucht nicht mehr zwingend den Vertrieb zum Buchhandel.
Plattformen wie Amazon Kindle oder Smashwords (Letztere ohne Kopierschutz!) ermöglichen den Direktvertrieb. Dies geht an den klassischen Verlagen ebenso vorbei wie an Verwertungsgesellschaften, es bleibt nur noch der im Artikel abgetane Konflikt Leser-Autor.
Der Autor auf diesen Plattformen hat schon heute keinen Nutzen aus Abgaben für USB-Sticks etc - und wird auch bei einer Kulturflatrate leer ausgehen.

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Lüko Willms
Lüko Willms (l.willms) - 04.06.2012 15:41 Uhr

Wer im Laden ein Buch klaut, verstößt damit nicht gegen das Urheberrecht...

Das Urheberrecht hat nämlich nichts damit zu tun, ob der Verleger - Verwerter - Einzelhändler sein ausgelegtes Kapital auch gewinnbringend verwerten kann, sondern daß der geistige Urheber, von dem Gewinn des Verlegers einen "angemessenen" Teil abbekommt.

Wir sollten endlich aufhören, von einer "Debatte um Urheberrecht" zu reden, denn darum geht es nicht im geringsten, sondern um die technische Entwicklung, auf die Paul Rabe in seinem Beitrag "Der Content der Menschheit auf einer Festplatte" von heute 13:58h aufmerksam gemacht hat: man braucht nicht mehr den "Content" an ein Stapel Papier oder eine Plastikscheibe zu binden, so daß diese Gegenstände dann einen Gebrauchswert bekommen, der sie zur Ware werden läßt, die ein Verleger und sein Einzelhändler verkaufen können, um damit Profit zu machen. Und Ware kann nur werden, was ein einzelnes Ding ist, das den Besitzer wechseln kann, und dessen Besitz der eine Besitzer aufgeben muß, damit ihn ein anderer erhalten kann.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.06.2012 14:01 Uhr
Christian Hund

Kultur vs. Kapitalismus

Michael Thomas, Sie führen die richtigen Beispiele für die Absurdität der Auseinandersetzung an.
Ein oberflächlicher Blick auf die Materie mag zuweilen den Eindruck erwecken, die "Aufweichung" bzw. Reformation des Uheberrechts würde tausende Urheber an den Abgrund der Existenz führen, ja... sogar das apokalyptische Ende aller Kultur bedeuten.
Tatsächlich, so erscheint es, wenn man etwas tiefer in das Thema einsteigt, geht es einzig um die volle Kapitalisierung dessen, was in der Debatte als "Kultur" oder "geistiges Eigentum" euphorisiert wird.
Es geht darum, auch das letzte Centstück aus dem Verbraucher zu pressen, um einer Industrie, die sicher nicht am Hungertuch zerrt, mehr Profit zu bescheren. Ich verstehe auch nicht, warum sich die Diskussion häufig gen Literatur richtet - sind es doch keine Bücher, die millionenfach auf YouTube geklickt werden...

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Michael Thomas

Debatte über Urheberrecht

Leider handelt die Debatte nach dem, was ich mitbekomme, nicht nur um das vermeintliche Stehlen von Musik, Text oder Videos per Kopie im Internet sondern tatsächlich um das Urheberrecht.

Dies drückt sich u.a. darin aus, dass die Verwertungsgesellschaften Gebühren auf Speicher, Scanner etc. erheben - angeblich um die Kopie zu legalisieren, die in Teilen gemäß UrhG rechtens sind. Auf der anderen Seite solle die Gesetze in Bezug auf das Recht zu zitieren verschärft werden (hier wird gerne die "böse Firma" Google genannt). Weitere Initiativen kann man bei YouTube sehen (z.B. wenn im Hintergrund ein bekanntes Lied auf dem privaten Video zu erhören sind). Auch das Singen von Liedern durch Kindergartengruppen hat etwas mit dem UrhG zu tun.

Letztlich wird für die Verschärfung von Gesetzen meistens nur die Umsatzverluste durch die Kopie im Internet ins Feld gebracht. In Wirklichkeit geht es um die Gewinnmaximierung bei den "Randthemen" und die stärkere Kontrolle der Nutzung des geistigen Eig

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Julius Franzot

Das wahre Problem

Ich vermute, dass viele meiner Autoren-Kollegen den Urheberrechtsstreit als Ventil für eine allgemeine Unzufriedenheit mit den hiesigen Zuständen am Büchermarkt zum Anlaß für Proteste genommen haben. M.E. liegt das Problem des Literaturbetriebs in den Schwierigkeiten die man hat, die eigenen Werke in Buchhandlungen ausstellen zu lassen und damit der "Laufkundschaft" anzubieten. Wenn man noch kein Superstar ist oder wenn man nicht in der Lage ist, einem der tonangebenden Publikumsverlagen schnelle und dauerhafte Gewinne in Aussicht zu stellen, z.B. weil man nicht mehr so jung ist oder weil man keine kommerziellen Sensationsbücher schreibt, dann landet man bei einem kleinen Verlag, der nicht die Beziehungen zu den Medien und zu den Buchhandlungsketten haben kann, um das Buch an geeigneter Stelle ausstellen zu lassen und um es von den etablierten Kritikern überhaupt lesen zu lassen. Koch- und Gartenbücher haben dagegen Hochkonjunktur und die Spiegel-Liste der Bestseller erklärt den Rest.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.06.2012 19:38 Uhr
Julius Franzot

Richtig

Sie schreiben "Denn wenn sie nicht in kürzester Zeit umgesetzt werden, bringts keinen Gewinn". Das stimmt nur in den Köpfen der Buchhändler und es ist eben die Krux unserer Zunft. Wenn ich ein Buch mit dem Titel: "Die Vergangenheit des Papstes durchleuchtet" schreibe und das Buch von keinem "namhaften" Verlag ins Programm aufgenommen wird, dann wird es kein Buchhändler sichtbat ausstellen, weil es nicht von der ehrenhaften Verlegergilde unterstützt wird, obwohl der Laufkunde thematisch bestimmt nicht abgeneigt wäre. Kadavertreue den "renommierten" Verlagen gegenüber scheint bei den Buchhändlern eine noch stärkere Triebfeder als reine Profitsucht zu sein. Mensch, Deutschland wird tief-mediterran!!!

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Julius Franzot

Sehr wahr

Ich mußte auch in jüngeren Jahren die Erfahrung machen, dass Buchhändler nur sehr widerwillig meine Bücher als Geschenk annahmen. Platz in der Buchregale ist offensichtlich so rar geworden wie Baugenehmigung auf Sizilien: Beides wird nur für eine ganz bestimmte Kundschaft reserviert.

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Erwin Stegentritt

Nur keinen Ballast für die Buchhandlungen!

Ich möchte Ihren Bericht mit einer Anekdote ergänzen, wie Buchhandlungen unbekannte Autoren 'fördern': im Saarländischen Rundfunk gibt es Literatursendungen, zu denen die ortsansässige Thalia-Buchhandlung parallel ein ganzes Schaufenster mit den besprochenen/beteiligten Autoren/Titeln ausstattet. Als ich in einer dieser Sendungen beteiligt war, habe ich selbst (als mein eigener Verleger) ein oder zwei meiner Titel hingebracht. - Die wurden aber nur unter der BEDINGUNG akzeptiert, daß ich die Bücher auch wieder abzuholen versprach.
Natürlich hat man keine Chance in einer Buchhandlung seine Bücher für die Laufkundschaft zu zeigen. Ich vermute auch dann nicht, wenn man sie gratis hingeben würde. Denn wenn sie nicht in kürzester Zeit umgesetzt werden, bringts keinen Gewinn.

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Horst Henn
Horst Henn (glufa) - 04.06.2012 15:11 Uhr

Wie wird das Geld von GEMA und VG Wort verteilt?

Man kann über die Verteilung von Geldern zwischen Autor und Verlag viel diskutieren. Die Rechtslage ist dabei relativ einfach, da es sich um einen Vertrag zwischen zwei Parteien handelt. Viel schwieriger ist die verteilung der Gelder der Verwertungsgesellschaften GEMA und VG Wort. Die Verteilung der Gelder ist völlig intranspaent. Die Autoren haben in diesen Gremien (ähnlich wie die Autofahrer beim ADAC) nichts zu sagen. Bevor diesen Vereinen Geld per Gesetz zugeteilt wird, müssen die verkrusteten Strukturen, unsinnigen Regeln aufgebrochen und die Verteilung der Gelder transparent gemacht werden. Das wäre einmal eine sinnvolle Arbeit für die Piratenpartei.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.06.2012 17:25 Uhr
Donato Casagrande
Donato Casagrande (doca) - 04.06.2012 17:25 Uhr

Das steht im Bericht des Vorstandes der VG Wort...

...da wird aufgelistet, was die Einnahmen waren und wie sie verteilt werden. Und Überraschung! Die Verlage bekommen auch da in absoluten Zahlen etwa 50 % mehr Geld als die Autoren. Wobei etwa 11.000 Verlagen sage und schreibe rund 443.000 Autoren gegenüberstehen.
Was das heisst, kann sich jeder ausrechnen der Lust hat. Ach so, die Einnahmen lagen 2011 bei etwa 120 Mio. EUR und werden zum Teil auch dem Sozialfonds zugeführt.

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Joachim Bühler
Joachim Bühler (Joabul) - 04.06.2012 16:45 Uhr

Glauben sie, dass diese Aufgabe bei den Piraten in kompetenten Händen ist?

Ich nicht! Ich bin bisher nicht müde geworden, alles was die Piraten zu diesem Thema verlauten liesen zu lesen oder zu hören. Und je mehr man liest, desto mehr wird klar, dass der sicher komplexe und je nach Genre/Branche auch noch ganz unterschiedliche Kunstmarkt für die Piraten verständnistechnisch drei Nummern zu hoch ist. Zur angesprochenen Gema ist mir seitens der Piraten z.B. kein einziger konstruktiver Verbesserungsvorschlag untergekommen, von dem man sagen könnte da hat jemand Einblick, da hat jemand Sachverstand. Im Prinzip ist es doch so: Die Partei und ihre Anhänger sind, aufgeschreckt durch drohende Netzüberwachung, gezwungermaßen auf das Thema Urheber- und Verwertungsrecht gestoßen. Nicht etwa weil diese Partei ein Herz für Künstler hat, sondern weil Urheber- und Verwertungsrechte umständebedingt ein "natürlicher Feind" eines kontrollfreien Internets sind, haben sie das Thema im Focus.

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Closed via SSO

Geht es um die Verteidigung der Bürgerrechte? Nein, ...

denn schließlich ist der Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG, in dessen Schutzbereich das Verwertungsinteresse eines Urhebers an seinem geistigen Werk fällt, kein Bürgerrecht, d.h. kein Grundrecht, das nur deutschen Staatsbürgern zusteht, sondern ein Jedermannsrecht (= Menschenrecht). Die Autoren des obigen Artikels haben also nicht gelogen (hi hi hi hi). Und natürlich geht es auch nicht um eine "Abschaffung des Urheberrechts". Grundrechte werden nämlich nicht abgeschafft---sie werden lediglich "ausgestaltet" und "eingeschränkt". Letzteres vor allem! Und zwar in Salamitaktik und mit zunehmender Schnittdicke, wobei man sich darauf verlassen kann, dass das Grundrecht, das gerade mal wieder eingeschränkt worden ist, niemals laut zu schreien beginnt: "Autsch! Das war jetzt aber ein Teil von meinem Wesen!"
Ich kann allen Menschen, die von geistiger Arbeit leben, nur dringend raten, genauestens darauf zu achten, was die Piraten am Urheberrecht herumfummeln möchten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.06.2012 19:15 Uhr
Michael Thomas

@Herr Mühlberger: Geistige Arbeit

Können Sie mir darstellen, wo aktuell (z.B. in Gesetzgebungsverfahren) das von Ihnen zitierte Grundrecht eingeschränkt werden soll? Ich meine, dass die Autoren des Artikels sehr gut wiedergegeben haben, dass das Gegenteil aktuell der Fall ist.

Es existiert eine wirkliche zwei Klassengesellschaft. Viele leben von der "geistigen Arbeit" - vor allem Programmierer, Ingenieure, Architekten u.v.m., aber sie haben keine Verwertungsgesellschaften. Ihre Arbeit wird normalerweise direkt durch den Arbeitgeber vergütet. Wenn man die Arbeit nicht abgenommen wird, man arbeitslos wird etc. bekommt man kein Geld mehr dafür, was man einmal gemacht hat.

Musiker, Autoren etc. haben u.a. den Vorteil, dass sie neben den Vewertungsrechten, die sie an die Verlage verkauft haben, das UrhRecht über Jahre und die Vergütung durch die Verwertungsgesellschaften. Wie aber bei einem normalen Beruf auch, hat man nicht das Recht, davon leben können zu müssen.

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Erich Jansen
Erich Jansen (Nonosus) - 04.06.2012 14:52 Uhr

Klar und ideologiearm - Danke!

Herzlichen Dank für den erfrischend klaren und ideologiearmen Beitrag zur Debatte. Ihre Kritik am sog. Urheberprotest ist ebenso realitätsnah wie pragmatisch und bringt die Dinge auch den Punkt. Ich denke, Sie werden hier im Forum kaum Gegenkritik auf sich ziehen - und das will schon einiges heißen!
Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass Sie Ihre Analyse auch produktiv für konkreten Lösungsvorschläge einsetzen. Die Urheberrechtsdebatte zerfasert sich im Moment in eine Unzahl scheinbar zusammenhangloser Einzelvoschläge. Es wird allmählich Zeit, die Positionen und Konfliktlinien soweit abzustecken, das daraus klare politische Forderungskataloge und Handlungsprogramme abgeleitet werden können. Bitte lassen Sie uns an diesem Punkt der Debatte nicht stehen bleiben.

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Karl Dietrich Naumann

Da fehlt noch was !

In Ihrer Aufzählung sind die GEMA Einnahmen nicht erwähnt. Wie werden die aufgeschlüsselt ?
Die GEMA ist gerade dabei die Gebühren für Speichermedien zu verzehnfachen. Wofür
eigentlich? Ich nutze die leeren CD's und Speicherstick's für PC Sicherheitskopien, eigene
Photos und Videos und das ist es dann schon. Mit welchem Recht verlangen die dann von
mir über den Kauf der Speicher Gebühren ? Das ist reine Abzocke!

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Markus Bruckner
Markus Bruckner (MMXII) - 04.06.2012 14:33 Uhr

PIRATENBASHING

Bis auf das Piratenbashing im Text, (kann man ja auch unterlassen, denn andere Parteien haben dazu viel übleres zu bieten und werden nie erwähnt), kommen wir der Sache schon näher.

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Chris Toph
Chris Toph (Forester7) - 04.06.2012 14:22 Uhr

Danke

Der Beitrag spricht mir aus der Seele. Es ist offenbar tabu festzustellen das es als Künstler nunmal nicht leicht ist und auch nie sein wird. Ein Bildhauer der eine Statue herstellt muss damit leben das sie möglicherweise dutzendfach fotografiert oder billig kopiert wird. Es gibt auch andere Berufszweige wo mehr monetäre Entlohnung - dafür weniger Freiheit und mehr Verantwortung dahinter steht.
Die Forderung nach mehr Regulierung ist aber heutzutage sehr modern. Bleibt zu hoffen das es noch genügt Elemente für Bürgerrechte und Freiheit gibt die sich dem wiedersetzen.
VG

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