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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Urheberrechtsdebatte Schluss mit dem Hass

 ·  Wie kommt es, dass die Produzenten und so viele Rezipienten von Werken der Kunst so aufeinander losgehen? Ein Vorschlag zur Abrüstung.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (121)

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alex gremch
alex gremch (agre) - 16.05.2012 02:24 Uhr

Welcher Hass?

Der letzte Satz sollte lauten, dass so dem Geschäftsmodell der Eintragung und des Ankaufs von Patenten zwecks Führung lukrativer Schadensersatzprozesse der Boden entzogen würde. Und das wäre gut so!

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alex gremch
alex gremch (agre) - 16.05.2012 02:12 Uhr

Welcher Hass?

Ich vermag weit und breit keinen Hass zu erkennen, sondern nur berechtigte Fragen nach Sinn und Funktion des rechtlichen Schutzes des sog. geistigen Eigentums. Jeder Schöpfer eines Werks mag frei darüber entscheiden, ob er sein Werk der Öffentlchkeit übergibt. Und wenn dann ein Anderer dieses Werk ausschlachtet und damit Profit zieht, gebührt dieser natürlich dem Schöpfer. Das bürgerliche Recht sieht dafür sog. Bereicherungsansprüche vor. Mehr Rechte braucht der Urheber nicht, also auch kein Urheberrecht als absolutes Recht. Das sollte übrigens auch für die technischen Immaterialgüterrechte wie das Patent gelten. Davon verspreche ich mir einen globalen Aufschwung wirtschaftlicher Art. Und als schöner Nebeneffekt wäre demGeschäftsmodell

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Udo Meissner
Udo Meissner (carmudo) - 15.05.2012 22:28 Uhr

Frau Rost und Herr Krause

Noch einmal kurz die Frage: Weshalb zahle ich beim Kauf meiner PC-Technik und Handys an Ihre Verwertungsgesellschaften?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.05.2012 11:19 Uhr
Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 16.05.2012 11:19 Uhr

Falsche Adresse

Tut mir leid, da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen. Ich bin kein Verfechter von Abgaben auf Lese- oder Vervielfältigungsgeräte und habe diese Abgabe nirgendwo unterstützt. Ich halte auch nichts von Warnungen vor dem Raubkopieren im Vorspann von gekauften Filmen.

Das einzige was ich persönlich in der Diskussion von meiner Warte aus fordere, ist es, dass man grundsätzlich für die Ware, die man haben möchte, bezahlt oder den Konsum dieser Ware bleiben lässt. So einfach ist das. Wenn ich meine Werke nicht kostenfrei zur Verfügung stellen möchte oder kann, kann sich ein Interessent entscheiden, sie zu kaufen oder es bleiben zu lassen. Einen dritten Weg gibt es anständiger Weise für ihn nicht. Ich sehe in jemandem, der sich meine Produkte aneignet ohne den geforderten Preis zu bezahlen, keinen Schwerverbrecher sondern einfach nur einen Mistkerl ohne Anstand.
Und wenn keiner mehr meine Waren kauft, liegt es an mir, die Produkte attraktiver zu gestalten, nicht aber zwingend kostenlos.

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Heike Rost

Beispiele

Ebenso wenig wie es "den" oder "die" Urheber gibt, ist Ihr Zahlenbeispiel repräsentativ für eine ungemein vielfältige Bandbreite kreativere Arbeit. Da hier keine Links möglich sind, sei in diesem Zusammenhang der Beitrag von Kathrin Passig, Autorin und Journalistin, im Tagesspiegel empfohlen. Dort hat sie über ihr Jahreseinkommen als durchaus erfolgreiche Urheberin geschrieben. Angesichts dieser Zahlen geht der Vorwurf der "Gier" an Urheber ziemlich ins Leere.
Weiterführende Informationen, beispielsweise zur Situation freier Journalisten (ebenfalls Urheber) finden Sie mithilfe gängiger Suchmaschinen unter den Stichwörtern DJV, Umfrage Freie: Aus den Ergebnissen der Umfrage wird ebenfalls deutlich, dass Ihr Beispiel nicht repräsentativ ist.

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Udo Meissner
Udo Meissner (carmudo) - 15.05.2012 11:22 Uhr

Angemessen oder Realitätsfernes

Die Urheber sollten uns an einem Beispiel erklären, wie arm sie entlohnt werden. In die folgende Rechnung können sie einen realen Betrag einsetzen. Nehmen wir die Titelmelodie zu einer Fernsehserie. Aufwand für die Komposition 1 Tag. Ein mir bekannter Komponist sagte mir, dafür brauche ich 2-3 Stunden. Er setzt eine Tantieme von 80€ an. Bei jeder Aufführung im TV werden 80€ fällig. Die Serie laüft 1000x = 80000€. Da kommt glaube ich kein Spitzenmanager ran. Selbst wenn man den Betrag auf 8€ senkt, kommt für ein paar Stunden Arbeit noch eine hübsche Summe raus, für die Herr Normalo 3 Monate schuftet. Klaus Doldinger soll sich mit dieser Absahnmasche nicht mehr wohlgefühlt haben und Tantiemen wohltätigen Zwecken zugeführt haben. Der deutsche Verbraucher-Kuchen, der immer kleiner wird, besitzt ein bestimmtes Volumen. Mit der Zwangsabgabe auf elektronische Güter, werden Arbeitsplätze gefährdet und Einkommen geschmälert, die Kaufkraft abgebaut. Ihr sägt an dem Ast auf dem ihr sitzt

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.05.2012 12:08 Uhr
Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 16.05.2012 12:08 Uhr

Nö.

Ich bin gerne bereit sachlich mit Ihnen zu diskutieren. An einer Auseinandersetzung auf der Ebene von Beleidigungen und Unterstellungen bin ich nicht interessiert.

Ansonsten kann ich Ihnen bzgl. Ihres Problems mit den Abgaben an die Verwertungsgesellschaften nur empfehlen "Klären Sie das Problem mit denen." Es ließe sich gewiss auch zugunsten bedürftiger Sportler in Osteuropa eine Härtefallregelung finden.

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Udo Meissner
Udo Meissner (carmudo) - 15.05.2012 22:20 Uhr

Herr Krause, ihr Krüsimüsi ist auch nicht viel besser

Natürlich mache ich mir um mein Geld Sorgen. Denn es ist mein hart erarbeitetes Geld. Nicht das Ihre! Ich denke, die Tantiemen bekommt nicht der Musiker sondern der Autor. Um die geht es bei der Diskussion. Der Musiker wird für die Aufnahme bezahlt, nicht von den Tantiemen. Und da sie so absolut durchsehen, können Sie mir auch gleich erklären, weshalb ich mit meiner gesamten PC-Technik von ihrer Sippe in Haft genommen werde. Ich kopiere rein nichts illegal. Muß aber mit jedem Kauf an Ihre Verwertungsgesellschaften zahlen. Wofür??? Auf die Antwort bin ich gespannt! Sie ziehen mir für eine nicht erbrachte Leistung Geld aus der Tasche. Ich nenne das Diebstahl!! Geld, das ich eigentlich für die Förderung von Sportlern in Osteuropa einsetzen will. Die haben es bitter nötig. Und wenn Sie keine Käufer finden, ist das Ihr Problem, nicht das der Allgemeinheit. Wenn Sie meinen, Probleme mit einem Teil der Gemeinschaft (Raubkopierer) zu haben, klären Sie das Problem mit denen.

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Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 15.05.2012 14:27 Uhr

Diese bösen Künstler-Raffkes aber auch!

Es ist ziemlich schwierig auf ein derartiges Krüsimüsi aus Halbwahrheiten, platten Behauptungen und Übertreibung in 500 Zeichen sachlich zu antworten. Dennoch:

- Tantiemen sind Beteiligungen am Verkaufserfolg, den ein Auftraggeber (=Verwerter) mithilfe des Werks des Urhebers hat. Den Musiker am finanziellen Erfolg einer mit 1000 Folgen extrem erfolgreichen Serie zu beteiligen, ist nur angemessen.

- Autoren z.B. beziehen Ihre Einnahmen i.d.R. ausschließlich aus den Tantiemen. Ein Buch entsteht nicht in "2-3 Stunden", sondern eher in wochen- wenn nicht monatelanger Arbeit. Um den Lebensunterhalt für diese Zeit zu erwirtschaften, müssen bei einer Beteiligung von max. 10% (in der Praxis weniger) mehrere Tausend Exemplare einen Käufer finden. Von "Ihrem" Geld, um das Sie solche Sorge zu haben scheinen, erhält der Autor ggf. gerade mal ca. 1 €.

- Unsere Wirtschaft und der Arbeitsmarkt mag an allem Möglichen leiden (tut sie das?), aber ganz gewiss nicht an der Raffgier der Künstler.

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Thomas Weber

Weiteres Missverständnis der Urheber

Seitens der Urheber liegt noch ein weiteres Missverständnis vor, oder zumindest im Zuge der Diskussion nach außen getragen: Dass ein Künstler von seiner Kunst leben können muss. Kann er das nicht, liegt das an fehlenden Verkäufen. Die können natürlich nur von Kopien kommen, dass die Leute kein Geld für ihre Medieninhalte ausgeben.

Das ist schlichtweg falsch. Es wird heute für Medien mehr Geld pro Bürger ausgegeben als je zuvor. Die Medienlandschaft ist aber diversifizierter als früher: Wo einst Zeitungen, Bücher, Langspielplatten und Kinobesuche um die Gunst der Geldbeutel buhlten, kommen heute DVDs, Blurays, Computer- und Videospiele etc. dazu. Musik ist unterteilt in mehr Genres als je zuvor.

Fazit: Jeder bekommt ein Stück vom Kuchen ab. Aber das Stück kann nicht für jeden groß genug sein. So viel Budget ist gar nicht vorhanden! Ohne Kopien wird es auch nicht vorhanden sein.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.05.2012 14:57 Uhr
Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 15.05.2012 14:57 Uhr

Das Missverständnis besteht Ihrerseits

Es spielt überhaupt keine Rolle, wie viele verschiedene Medienformate existieren. Der Urheber bzw. die Verwerter werden immer nur einige davon nutzen und zwar die, die jeweils am sinnvollsten erscheinen. Aber das ist bzgl. der Debatte völlig nebensächlich.

Das Missverständnis Ihrerseits besteht darin, dass Sie unterstellen, die für Konsumenten kostenfreien Kopien änderten nichts am "Gesamtkuchen". Das ist falsch. Diese Kopien fügen beliebig viele weitere Kuchen hinzu, an denen sich die Konsumenten bedienen können, ohne ihr Budget zu belasten. Das eingesparte Geld können sie dann zum zusätzlichen Erwerb kostenpflichtiger "Kuchenstücke" des eigentlichen (legalen) Kuchens einsetzen.

Es wird also mehr konsumiert, als Ihr "Gesamtkuchen" und das Gesamtbudget eigentlich hergeben würde. Es besteht also ein Ungleichgewicht (Ungerechtigkeit) zu Gunsten der Konsumenten und zu Lasten der Anbieter.

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Heike Rost

Missverständnis?

Aus der von Urhebern zunehmend geäußerten Sorge um ihre Existenz deren "Anspruch" auf von wem und wie auch immer garantierte Einkommensmodelle abzuleiten, ist ein sehr konstruierter Vorwurf. Vielleicht fragen Sie bei einschlägigen Berufsverbänden wie z.B. dem BBK (Berufsverband Bildender Künstler) nach. Dort hilft man sicher gerne mit Erfahrungswerten weiter...

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Jan Poppe
Jan Poppe (Kwich) - 14.05.2012 12:39 Uhr

Das Problem ist doch ein ganz anderes bei dieser Diskussion!

...und zwar das Verhältnis von Aufwand und Kosten.

Wenn ein Gut ohne Aufwand/Kosten zig fach verfielfältigt werden kann sinkt dessen Wert nach der ganz allgemeinen Formel "Angebot+Nachfrage=Preis".

Ergo bei einem unbegrenzten Angebot strebt der Preis gegen Null. Dies ist der Preis des kostenlosen Downloades.

Was passiert ist, dass hier künstlich eine Mengenknappheit erschaffen werden soll, die technisch (also sozusagen "biologisch") nicht vorhanden ist.

Es ist so als wenn in der Wüste 1000 Bäche fliessen könnten und einer den Hauptflußlauf speert und Wasser rationiert teuer verkauft.

Künstler müssen natürlich für Ihr Tun und Handeln bezahlt werden. Als Musiker für Ihre konzerte, als bildener Künstler für ihre Originale, als Buchautoren für original sign. Bücher oder für einer Lesung. Kopien sind keine wertvolle Kunst, sondern Kopien.

Vorschlag: Statt GEZ & Internet Gebühr eine mtl. Abgabe aller Bürger von 50 €, dafür sind alle "Kopien" frei und legal.

LG Kwich

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 18:19 Uhr
Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 14.05.2012 18:19 Uhr

Nebelkerzen

Ich glaube kaum, dass es einer ernstzunehmenden Anzahl von Urhebern um totale Kontrollen geht. Schließlich wären sie selbst davon genauso betroffen. Die allermeisten Urheber haben mit großer Sicherheit nicht einmal ein Problem damit, Einzelpersonen ggf. weitere nicht kommerzielle Nutzungen kostenfrei zu gestatten, wenn diese freundlich danach fragen würden.
Es wäre Einiges damit gewonnen, wenn sich alle Beteiligten im gleichen Maße anständig und rücksichtsvoll verhalten würden, wie es im "echten" Leben auch grundsätzlich der Fall ist, und einfach für das Vergnügen oder die geistige Bereicherung, die ihnen ein Anderer ermöglicht, bezahlen würden, sofern der Urheber es wünscht. Und dies zu wünschen ist dessen gutes Recht.
Im "real life" ist es auch nur eine Minderheit, die sich das Recht erlauben zu dürfen meint, sich alles anzueignen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die große Mehrheit hat ein Gefühl dafür, wo man die Grenzen des Anstands überschreitet.

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Holger Salvador

War es nicht Seneca

der gesagt hat ihr könnt mich töten, aber meine Gedanken, die einmal in der Welt sind könnt ihr nicht mehr einfangen? Genauso ist es doch mit Binärinformationen. Wenn einmal etwas im Binärcode vorliegt kann man es nicht mehr konrollieren. Man kann noch so sehr mit dem Fuß aufstampfen und sagen ich will mein Urheberrecht, aber das Normative des Faktischen sieht anders aus. Es ist wie bei dem War on drugs, der ist auch nie zu gewinnen. Besser wäre sicher eine Legalizierung, damit würde es wenigstens aus dem Dunkel ans Licht gezerrt und man hätte vielleicht keine Kontrolle, aber doch so etwas wie Einfluß und Steuerungsmöglichkeit.
Wollt ihr die totale Kontrolle? Anders als durch eine Orwellchen Überwachungsstaat wäre das Urheberrecht im www nie vollig durchstetzbar (wenn überhaupt). Wollt ihr das zu diesem Preis? Das www stand mal für Freiheit und war nur von ein paar Verrückten besiedelt, weil es für Freiheit stand hatte so einen Erfolg. Soll es jetzt zur Kontrolle dienen?

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Closed via SSO

Es nimmt nicht Wunder, dass auch biologistische Argumente ins Feld geführt werden,

um kriminelle Methoden im ökonomischen Verdrängungswettbewerb zu rechtfertigen. Das Argument der beliebig reproduzierbaren und daher angeblich wertlosen Binärinformation, das die Anhänger des Massenrechtsbruchs im Internet vortragen, wird nicht besser, je öfter man es wiederholt. Das eigentliche Schutzgut bei einem geistigen Werk ist nicht die Binärinformation, sondern 1) die kreative Idee, die hinter der Binärinformation steht und 2) die Lern-, Denk-, Erkenntnis-, Übungs- und Aufbereitungsarbeit, die erforderlich war, damit es überhaupt zu der Idee kommen konnte. Wer eine geistiges Werk kopiert, der verdoppelt zwar die Binärinformation, nicht jedoch die Idee hinter der Binärinformation. Die Idee bleibt Mangelware, egal wie oft der Inhalt des Speicherträgers reproduziert wird.

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Thomas Werres
Thomas Werres (TzumW) - 14.05.2012 14:05 Uhr

Ich bin da skeptisch...

Ich teile ebenfalls die Skepsis, dass die kostenlose Verbreitung von digitalen Werken, die Kosten zur Herstellung derselben nicht decken würden. Ich klammere bewußt das gern genutze Argument der Imageförderung und vollere Konzerte für die Kompensierung der entgangenen Umsätze aus, da dies für Autoren nicht relevant ist und damit eine Urheberdebatte insgesamt nicht weiter bringt.

Zu dem Vorschlag mit der Flat-Rate: Dieses Modell zweifle ich stark an, sowohl aus kalkulatorischer Sicht, aber auch bei der Bewertung von Kunst allgemein. Die Flat-Rate läßt keine verursachungsgerechte Verbindung zwischen Nachfrage und Werk zu. (Downloads, Verbreitung über Email, USB, Bluetooht können nicht eindeutig erfasst werden) Das heißt jeder Künstler müßte einen gleichen Anteil aus dem Topf der Flat-Rates erhalten.

Über allem steht für mich aber die Verwertlosung von Werken bei inflationärer, kostenloser Verbreitung.

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Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 14.05.2012 13:56 Uhr

Umgekehrt wird ein Schuh draus.

Der Urheber erstellt ein Werk, das er nun der geneigten Öffentlichkeit kostenfrei oder -pflichtig zur Verfügung stellt. Welchen Weg er wählt liegt ganz allein in seinem Ermessen. Das was nun je nach Wahl des Urhebers zu bezahlen ist, ist nicht seine Arbeitszeit, sondern der Erwerb der Kopie des Produktes und der damit verbundene "Mehrwert" seitens des Konsumenten. Bei jedem einzelnen Konsumenten wird dieser Mehrwert erzeugt: der kulturelle Genuss oder die Bereicherung des Wissens. Daher kann man durchaus von jedem Konsumenten eine Entlohnung für diesen Wert erwarten.
Sofern man zur Bezahlung nicht bereit ist, sollte man eben auf den Konsum verzichten und auf kostenfreie Alternativen ausweichen.
Wenn der Urheber ein "wertvolles", dh. begehrtes Werk erstellt hat, wird er gut daran verdienen, andernfalls eben nicht.
Es sind nicht die Dateileichen, die bezahlt werden sollen. Es ist das Hör-, Lese- und Seh-Vergnügen der Konsumenten - völlig unabhängig von der Menge der Kopien.

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Josef Blatter

Schluss mit der Selbsttäuschung

Die Diskussion krankt daran, dass niemand eingesteht, dass hier ein gewöhnlicher Verteilungskampf besteht. Der Urheber und die von ihm eingeschalteten Verwerter wollen eine Vergütung, die Konsumenten wollen Konsum und nutzen gerne die Möglichkeit des kostenlosen Konsums.
Auch wenn das Engels-Zitat entstellt wurde gibt es doch den richtigen Hinweis: die derzeitige Unterhaltungsindustrie lebt davon, dass Vergütungen gezahlt werden. Wenn es keine Vergütung gibt, wird es die Masse der von der Unterhaltungsindustrie hervorgebrachten Werke nicht mehr geben. Es bedarf viel Gelds und Professionalität um aus einem gut trällernden Jugendlichen ein Pop-Sternchen zu machen. Wenn wir uns künftig mit trällernden Jugendlichen begnügen wollen, können wir das Urheberrecht abschaffen. Wer dafür ist, sollte aber vorher sorgfältig auf Youtube hören und sehen, welches Niveau uns künftig erwarten würde.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 15:42 Uhr
Stefan Meditz

Eigentor

Sie schreiben: "Wenn es keine Vergütung gibt, wird es die Masse der von der Unterhaltungsindustrie hervorgebrachten Werke nicht mehr geben." Das ist das beste Argument für die Aufweichung des Urheberrechts, dass ich bis jetzt gehört habe. Wenn das zu einem Abbau dieses riesigen Schleiers von seichter Unterhaltung und Ablenkung, der uns den ganzen Tag beschwichtigt und "unterhält", führen würde, wäre ich all in. Jedenfalls beweisen Kommentare wir Ihrer, dass es in der ganzen Diskussion nicht um die hehre Kunst oder um unser Fühlen und Denken nachhaltig veränderne Arbeit geht, sondern nur um kommerzielle, professionelle Unterhaltung. Diese hat auch ihre Daseinsberechtigung. Man bleibe mir hier nur bitte mit dem auf die hehre Kunst zeigenden moralischen Zeigefinger fern. Der hat hier nichts verloren. Alle ernsthaften (nochmal: unser Denken und Fühlen nachhaltig verändernden) Mitbürger können sich hier vor Lachen kaum halten. Sie haben von dieser Vergütung so gut wie nicht profitiert.

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Roland Magiera

treffende Analyse

Bin mir nicht gänzlich sicher, ob sie das als Scherz meinen oder ernsthaft, aber der gefällt mir: "Es bedarf viel Gelds und Professionalität um aus einem gut trällernden Jugendlichen ein Pop-Sternchen zu machen."

Genau, es braucht viel Geld und ein professionelles Team hinter dem Sternchen und ein Plattenstudio, einen Produzenten sowie einen EX-Star, der der Straße erklärt, wie geil dieser...Name vergessen...Star ist. All das braucht es, und was braucht es nicht? Talent!

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Jakob Bauer

Creative Commons Lizenzen

Die Werkzeuge für einen differenzierten Umgang der Autoren mit ihrem Urheberrecht gibt es ja längst. So kann mit einer CC-Lizenz beispielsweise alles erlaubt werden, außer kommerzielle Weiterverwendung. Das Problem ist, dass Verlage und Gema dies in der Regel nicht akzeptieren. Und, was ich erstaunlich finde, dass Künstler und Autoren von freien Lizenzen und ihrer Bedeutung oft nicht die leiseste Ahnung haben. Dabei sind diese Informationen jedem frei zugänglich.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.05.2012 01:06 Uhr
Jakob Bauer

Wertungs-Analphabet

Wissen Sie, Herr Mühlberger, Ihr Wertealphabet muss noch lange nicht das aller anderen sein.

Es gibt sehr viele Autoren, deren Hauptanliegen z.B. darin besteht, dass ihr Werk gelesen wird. Die CC-Lizenzen erlauben es den Autoren ihr Urheberrecht dazu zu nutzen, die Verwendbarkeit ihres Werks so zu gestalten, wie sie selbst dies für nützlich erachten. Nicht jeder Autor sieht in seinem Werk, sei es Text, Bild, Ton, Film oder was auch immer, in erster Linie ein Produkt, das es an Konsumenten zu vermarkten gilt.

Als Wissenschaftler wünsche ich mir beispielsweise, dass Kollegen meine Arbeit zur Kenntnis nehmen und die Inhalte in ihrer eigenen Arbeit weiterverwenden. Und da ich vom Steuerzahler für meine Arbeit entlohnt werde, habe ich an diesem Vorgang auch kein ökonomisches Interesse.

Dennoch bin ich Autor und habe Urheberrechte an meinem Werk.

"Oder es von vornherein in bestimmten Fällen ausschließen" war der Satz, auf den sich mein Kommentar bezog.

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Closed via SSO

Warum sollte man als Urheber eines geistigen Werks

der nicht-kommerziellen Massenverbreitung seines Werks zustimmen? Wer das Werk konsumieren möchte, der soll bitte auch dafür bezahlen. Dieser Wertungszusammenhang ist beliebig einfach zu verstehen, es sei denn, man ist Wertungs-Analphabet.

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Claudia Haider

Guter Ansatz

In all der Polemik bin ich sehr erfreut, einen so konstruktiven und deeskalierenden Beitrag zu lesen. Ich sehe das ganz ähnlich. Vielleicht passiert in der Richtung ja bald etwas. Ich sehe die Urheberrechtsdiskussion und den Prozess, der noch vor uns liegt um unsere Denkweise und unser Rechtssystem den neuen Techniken anzupassen, immer im Vergleich mit der Zeit, als die Autos auf unsere Strassen kamen. Auch das Verkehrsrecht brauchte einige Zeit, ehe es mit den neuen Möglichkeiten fertig wurde. Etwas Geduld und mehr konstruktive Diskussion statt hasserfüllter Glaubenskriege wäre einer aufgeklärten Gesellschaft würdiger. Es scheint, wir leben im Jahrhundert der Extremisten.... leider.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 10:43 Uhr
Closed via SSO

Der eigentliche Sinn von Grundrechten wie z.B. Art. 14 GG besteht darin,

Minderheiten vor dem Extremismus der politischen Mehrheit zu schützen.

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Closed via SSO

"Es scheint, wir leben im Jahrhundert der Extremisten."

Die Extremisten sind diejenigen, die die nicht autorisierte Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke mittels z.B. Uploads auf Sharehoster oder Einstellen in Peer-to-Peer-Systeme legalisieren wollen. Es handelt es sich m.E. um einen Extremismus der politischen Mehrheit, was die gefährlichste Variante des Extremismus darstellt.

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Viola Kramer

Neue technische Konzepte zur Bezahlung von Nutzung und Nießung künstlerischer u.a. Inhalte

Was ist eigentlich so schwer daran, eine Technik zu entwickeln - wie zB eine Maut, die einfach Nutzung und Nießung von Inhalten trackt und am Ende zur Kasse bittet?

Ach ja, vielleicht der Datenschutz? Kein Problem, niemand wird gezwungen, das Internet zu nutzen. Doch wenn er reingeht - warum dann nicht auch dafür eine GEZ etablieren. Warum muss man für den technischen Zugang zum Internet zahlen, für die Nutzung aber will man bitteschön natürlich NICHT zahlen?!? Irgendwo setzt bei mir das Verständnis für diese Denkweise völlig aus.

In den letzten Jahren sind die Konsumenten zu Schnorrern erzogen worden. Wer kauft denn heute noch eine Zeitung? Die schmeißt man ja sowieso zu 80% ungelesen weg und pickt sich nur das heraus, was man wissen will. Da kann man ja gleich im Netz seine Infos rausholen - und aktueller sind sie wahrscheinlich auch noch.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 17:02 Uhr
Holger Salvador

das techn. Konzept was sie sich wünschen

wäre von Orwellscher Tragweite. Sie müssten alle Menschen unter Generalverdacht stellen. Ich denke, das Urheberrecht ob wünschenswert oder nicht, sollte nicht dazu dienen die Menschen unter totale Kontrolle zu stellen. Die Erfahrung mit der Stasi zeigt doch das, wenn man die Leute ausspioniert sie auch erpressbar werden, zeigt doch das es eine ganze Gesellschaft zersetzten kann. So sehr ich den Künstlern Lohn für ihre Arbeit gönne, die Unschuldsvermutung ist wichtier als das Urheberrecht.

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Martin Hofmann-Apitius

ES ist symptomatisch ....

... dass auch Frank Schirrmacher den gesellschaftspolitisch nicht weniger wichtigen Bereich der Wissenschaft und die verhängnisvolle Rolle, die das Urheberrecht im Bereich der Wissenschaft spielt, schlicht "vergisst".

Das gegenwärtige Urheberrecht behindert den Fortschritt der Wissenschaft, im Bereich der BioMedizin können wir das heute schon konkret mit Zahlen und Beispielen belegen. Die Fördermittelgeber, die ja nur das Geld des Steuerzahlers an die Wissenschaft weitergeben, drängen nach wie vor zu wenig darauf, dass dieses Geld für eine effiziente Form der Verbreitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse eingesetzt wird: open access.

Selbst die angeblich so kapitalistisch denkenden USA erlegen den Empfängern von NIH-grants auf, dass sie open access publizieren MÜSSEN. Leider bleibt der wissenschaftliche Publikationsbetrieb bei der Urheberrechtsdiskussion zumeist außen vor .... was sehr, sehr schade ist. Zeigt doch dieses Beispiel, wie "content industry" wirklich funktioniert.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 14:06 Uhr
Ulf J. Froitzheim

Warum die Gänsefüßchen?

Sie unterstellen Frank Schirrmacher durch die Anführungszeichen, er habe das Thema Elsevier & Co. wohl absichtlich ausgespart. Haben Sie dafür Anhaltspunkte?

Solche Konfrontationen führen nicht weiter, ebensowenig wie die Pauschalisierung "content industry".

Sie haben Recht, dass das Urheberrecht hinsichtlich der Forschungsberichte, die Professoren über ihre Arbeiten an öffentlichen Hochschulen verfassen, nicht zu einer Gelddruckmaschine für Fachverlage werden darf, von deren Publikationen die Karriere der Wissenschaftler abhängt. Diese Verlage sacken den Inhalt, den sie den Instituten in Form von Pflichtliteratur extrem teuer verkaufen, umsonst ein; auch für Peer Reviews hat noch niemand ein angemessenes Honorar gesehen. Nicht einmal als Qualitätskontrollinstanz sind sie verlässlich. Dennoch erzielen sie weit mehr Rendite als alle anderen Verlage.

Das in einem Atemzug mit Literatur-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen zu nennen, ist nicht fair.

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Renate Fischer

Erwischt werden eh nur die Gelegenheits-Downloader

Nutzer die massenhaft Urheberrechtsverletzung begehen oder bereits einmal erwischt worden sind wird die Abmahnindustrie wohl nur in den seltesten Fällen aufspüren können. Sie sind vorsichtig und Möglichkeiten das Risiko nahezu auf Null zu reduzieren gibt es genug - man geht zu Provider die keine IP-Adressen speichern, wie Arcor, oder nutzt Dienste wie Usenet, Sharehoster, Anonymisierungsproxys, usw.

Erwischt werden die Dummen und die Jungen - je jünger, desto unvorsichtiger und desto leichter können sie von den Abmahnanwälten aufgespürt werden. Nicht wenige Abmahnungen gehen an 10-13Jährige - Geiz und Gier sind dort selten die Motive für die Urheberrechtsverletzungen - es handelt sich wohl eher um eine Art "Mundraub", denn Geld für den legalen Erwerb der Werke ist ja sowieso praktisch keins vorhanden. Die meisten davon empfinden die Höhe der Abmahnungen als ungerecht - das Ergebnis ist Hass, oder zumindest die totale Ablehnung des aktuellen Urheberrechts.

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Jan Friedrich
Jan Friedrich (jjjjj) - 13.05.2012 22:00 Uhr

Kopieren ist das Grundprinzip des Lebens

Ich weiß, es geht ums liebe Geld, und da werden
viele pickelig. Aber die normative Kraft des
Faktischen, hier die verlustfreie Kopie im
digitalen Zeitalter, wird unweigerlich heutige
Geschäftsmodelle auf "Copyright"-Basis
ad absurdum führen. Künstler wären gut
beraten, wieder durch ehrliche Arbeit
- Konzerte, Ausstellungen, Happenings -
ein Auskommen zu suchen.

Der Gesetzgebung bleibt, das in Europa seit
Jahrhunderten etablierte Urheberrecht zu regeln
und zu stärken - Abmalen, Nachkomponieren,
Abschreiben heißen die Feinde der Innovation
und müssen unnachgiebig geahndet werden -
nicht die Verbreitung von Material, bei dem die
Urheberschaft geklärt ist und nicht verschleiert
wird. Gute Vorbilder sind hier die "General
Public Licence" Mechanismen aus der Welt
der freien Software.

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 17:16 Uhr
Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 14.05.2012 17:16 Uhr

Irrtum

Der Wert eines (Kunst)-Werks halbiert sich nicht automatisch mit jeder neuen Kopie. Wie weiter oben schon geschrieben ist es nicht die Kopie an sich, die den Wert ausmacht, sondern der Wert der sich beim Konsumenten ergibt.
Sie könnten sich z.B. 5 mal dasselbe Buch kaufen. Selbst wenn Sie alle 5 Exemplare lesen, können Sie den Text im Prinzip nur einmal (neu) konsumieren. 4 Kopien sie dann völlig wertlos, eine hat aber den vollen Wert.
Wenn Sie allerdings 1 Exemplar von 5 Leuten lesen lassen, hat das eine Exemplar im Prinzip den fünffachen Wert, da fünfmal das "Konsumerlebnis" ermöglicht wurde.
Es spielt daher keine Rolle, ob eine Musikdatei 2mal oder 10.000mal kopiert wurde, wenn nur 2 Personen die Musik gehört haben. Haben aber 10.000 Personen die Musik genossen, steht dem Urheber auch die 10.000fache Bezahlung zu.
Der Grundpreis einer Kopie ergibt sich dann letztlich aus dem am Markt Möglichen, aber nicht aus der Anzahl der Kopien, die ja theoretisch gen Unendlich gehen kann.

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Jan Poppe
Jan Poppe (Kwich) - 14.05.2012 14:31 Uhr

Das was Sie sagen stimmt....

aber genau darum geht es doch.

Ein Gemälde eines durchschnittlichen "Meisters" der noch lebt ist was wert? 1000 €?
Wenn Sie nun davon 1000 Kopien machen, sollte jede rein rechnerisch 1 € wert sein. Verkauft werden sollte so "nen Abzug" für 5-10 €, da ja dort auch noch Herstellungskosten für die Kopie anfallen (wie beim physisches Kinderbuch auch).

Wenn Sie aber 1.000.000 digitaler Abzüge machen (als Bildschirmschoner) etc. dann sinkt dieser Wert in den unteren Cent bereich. Und diesen sehr niedrigen Preis spiegelt der Markt bei nichten wieder!

Der natürliche Markt ist verzert durch die mächtigen Verwerter-Organisationen, die durch Ihr künstliches Verknappungsverkaufssystem den Großteil der Kunden um ihr Recht auf Kultur beraubt. (Asien&SAm&Afrika = fast nur Kopien!)
Es geht nicht darum Künstler um ihren Lohn zu bringen, sondern erbrachte Leistung und Preis in ein normales Verhältnis zu bringen = € Cent/ digitale Kopie.

LG, Kwich

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Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 14.05.2012 12:19 Uhr

Weltfremd

Herr Friedrich, Sie bestätigen genau das, was Herr Schirrmacher anspricht. Bitte beschäftigen Sie sich doch mal mit der Lebenswirklichkeit der Urheber, bevor Sie derartige Vorschläge machen.
Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass z.B. auch Illustratoren, im Besonderen auch Kinderbuchillustratoren, zur Gruppe der Urheber gehören. Wie stellen Sie sich in diesem Bereich denn "ehrliche" Arbeit vor. Sollen Kinderbücher in Zukunft als Einzelexemplare und Originale erstellt werden? Nur, damit Leute wie Sie vor Ort sehen können, wie der Illustrator "ehrlich" arbeitet. Es ist mehr als fraglich, ob sich Eltern unter diesen Umständen überhaupt noch Bücher für ihre Kinder leisten könnten.
Und ich bitte um Entschuldigung, aber von einer freien aber unbezahlten Verbreitung dieser Werke wird kein Illustrator lange leben können. Es liegt bei vielen, vielen Formen von künstlerischer Tätigkeit einfach in der Natur, dass das an Konsumenten verkaufte Produkt Kopien sind und gerade nicht Originale.

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Viola Kramer

Konzerte.... ehrliche "ARBEIT"?

Das Bezahlen von musikalischen Vorführungen musste sich auch erst etablieren und ist munter dabei wieder aus der Mode zu kommen. Am Lagerfeuer ist der Konsum musikalischer Darbietungen natürlich: umsonst. Auch Kirchenchöre, Orgelkonzerte, Marktplatzbeschallungen durch Profi-Bands - der Konsument gewöhnt sich daran, dass Musik machen und konsumieren umsonst ist. Und dann vermitteln die Leute auf der Bühne ja auch: es macht RIESIG Spaß, hier zu sein! Danke fürs Kommen!
Das soll dann noch "Arbeit" sein? Wohlmöglich noch "ehrliche Arbeit"? Also bezahlen müssen mittlerweile die Bands, dass sie überhaupt spielen dürfen. Kein Scherz, ich plaudere da aus dem Nähkästchen. Auch im klassischen Bereich im übrigen.

Auch Ausstellungen schaut man sich doch meistens umsonst an. Die vielen schönen Exponate kann man zu Hause ja sowieso nicht alle hinhängen und aufstellen. Der Sekt ist eine willkommene Dreingabe. So kriegt man die Wochenenden erfüllt und lustig herum.
Mal sehen wie GPL funktioniert...

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Heike Rost

Ehrliche Arbeit ...

"Künstler wären gut beraten, wieder durch ehrliche Arbeit - Konzerte, Ausstellungen, Happenings -ein Auskommen zu suchen."

Nicht alle Urheber sind Künstler! An dieser Stelle "hakt" auch die innere Logik von Frankf Schirrmachers Beitrag. Darüber hinaus offenbart Ihre Formulierung eine eigenartige Vorstellung von kreativer Arbeit: alles jenseits von Konzerten, Ausstellungen und Happenings ist also auch jenseits von "ehrlicher Arbeit"?

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Martin Haas

Dreist

Es zeugt von solch erschreckender Unkenntnis der Lebenswirklichkeit von z.B. Musikern oder Komponisten und es ist so unglaublich dreist, anzudeuten dass nur dass Konzertegeben " ehrliche Arbeit" sei, dass es mir immer wieder den Atem verschlägt, wenn ich dieses dumme Argument höre. Konzerte zu geben ist für den allergrößten Teil der Musiker ein Draufzahlgeschäft. Nur die Superstars können Garantiesummen verlangen und so mit sicherem Auskommen rechnen, fast alle anderen nutzen bzw. nutzten Konzerte und Tourneen, um ihre Musik, ihre Alben zu bewerben. Meist kommt man da auch nicht ohne einen Zuschuss der "bösen Verwerter" aus.
Alles andere ist, wie Sven Regener so schön sagte, Straßenmusik.

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Paul HPunkt

Auch Herrn Schirrmacher fehlt die Klarheit!

Es geht in der Debatte um wesentlich mehr, als um die Vergütung. Es kann einfach nicht sein, dass wir einer Generation von verzogenen Kindern alles durchgehen lassen. Ausspruch einer Studentin: "es wird zeit, dass ihr alten Säcke verschwindet, damit wir mal dran kommen!" Wer seine Umgebung nur als Gefahr für die eigen Wunscherfüllung sieht und nicht gelernt hat, beharrlich für ein Ziel zu kämpfen, schließt sich natürlich gerne einer Partei an, die alle Wiedersprüche als Lernphase abtut und fordert freien Zugang zur Leistung anderer. Sie können einem fast leid tun, weil die reine Verfügbarkeit nur eine Illusion ist. Noch nie haben Menschen darauf verzichtet, den Lohn für ihre Mühe einzufordern. Da wo es nichts zu gewinnen gibt, vergeudet man seine Energie nicht. Kunstproduktion ist harte Arbeit und da mag man es gar nicht, wenn das nicht gewürdigt wird.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 15:48 Uhr
Felix Palmen
Felix Palmen (zirias) - 14.05.2012 15:48 Uhr

Position beziehen und sich informieren

Ja, das ist eine sehr ungesunde Entwicklung. Da allerdings genau die Beschneidung von Bürgerrechten bei vielen für die Empörung ursächlich ist (und nicht schlicht Geiz, den es als Begleiterscheinung gibt), täten auch Urheber gut daran, zumindest darüber nachzudenken, ob sie sich nicht bewusst GEGEN diese Tendenz stellen wollen. Zwar haben nicht SIE sich dafür stark gemacht, wohl aber die Lobbyisten der "Industrie".

Umgekehrt täten auch viele Konsumenten gut daran, sich ernsthaft Gedanken zu machen, wie Urheber zu ihrem verdienten Lohn kommen. Hinweise wie z.B. an Musiker einfach mehr Konzerte zu geben taugen hier kaum, daraus spricht Unkenntnis (denn mit Konzerten ist meistens nichts zu verdienen).

Ich habe mehrfach von Forschungsergebnissen gelesen wonach Menschen gerne für eine Leistung zahlen, wenn die Entscheidung in ihrer eigenen Verantwortung liegt. Es müsste also schon genügen, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass bspw. ein mp3 Download eine zu bezahlende Leistung darstellt.

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Ulf J. Froitzheim

Urheber als Prügelknaben

Das dürfte das Problem sein: dass einige Lobbyisten und Kampagneros (in wessen Diensten auch immer) es so darstellen, als seien es die Urheber, die die Überwachung der Bürger im Netz oder den Raubbau an den Bürgerrechten betreiben.

Die Hatz richtet sich tatsächlich längst nicht mehr nur gegen Musiker, Komponisten und die Gema, sondern eben auch gegen Schriftsteller und Journalisten, also zwei Berufsgruppen, die schon immer den Mächtigen suspekt waren.

Nie war es leichter, unbequeme Autoren öffentlich fertigzumachen als jetzt. Ein Putin braucht dazu noch einen Geheimdienst; bei uns reicht eine anonym geführte Kampagne, um die Schreiber einzuschüchtern oder als unglaubwürdig hinzustellen. Wer nicht kuscht, der wird zur Zielscheibe gemacht, auf dass ihm die Leser weglaufen.

Darauf sollten kluge Köpfe nicht hereinfallen, egal hinter welchem Blatt, Pad oder Bildschirm sie stecken.

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Felix Palmen
Felix Palmen (zirias) - 14.05.2012 11:33 Uhr

Die Klarheit, die hier fehlt

Wenn ich Ihren Beitrag lese scheint es in der Tat an Klarheit gefehlt zu haben, um Ihnen den Kern des Artikels zu vermitteln. Radikalisierung konnte erst entstehen, weil -- nennen wir es ein mal deutlicher beim Namen -- im Namen (oder auch: unter dem Deckmantel) der Durchsetzung von Urheberrechten seit Jahren ein regelrechter Raubbau der Bürgerrechte betrieben wird. Niemand will unter Generalverdacht stehen und deshalb ständig überwacht werden, und DAS ist der Hauptgrund für den Hass gegenüber der "Content-Industrie".

Herr Schirrmacher wirbt hier völlig zurecht für gegenseitiges Verständnis (man muss die Realität der Gegenpartei erst einmal kennen) um eine Lösungsfindung überhaupt zu ermöglichen. Ohne vorwegzunehmen, wie denn eine Lösung aussehen könnte, denn das wäre logischerweise erst der zweite Schritt. In dem Zusammenhang gegen "verzogene Kinder" zu wettern -- ein seit Generationen langweiliger Standardvorwurf -- zeigt in der Tat, dass die Botschaft bei Ihnen nicht ankam.

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Martin Schmitt

Wer verdient an den Künstlern?

Die GEMA lebt von fremder Arbeit und Kreativität. Sie verteuert wesentlich die Teilhabe der Bürger am kulturellen Leben (Konzerte, Tanzveranstaltungen ect.). Während der Vorstandschef mit 380000 € /Jahr nach Hause geht schaffen gerade die Musiker unter 30 durchschnittlich 9000 Euro. GEMA verteuert Smartphone-Geräte (36 € gehen an GEMA). Die GEMA verdient selbst an Imbisbesitzern, die bereits GEZ-Gebühren bezahlen.

Bevor ein Künstler/Musiker einen angebissenen Cent sieht werden folgende Instanzen miternährt:
- Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ)
- Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA)
- Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort)
- Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VG Bild-Kunst)
- Banken (Überweisungsgebühren).

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 11:08 Uhr
Martin Haas

Die GEMA

ist kein Konzern, keine Firma, die aus Profitgier Leute abkassiert, sondern ein Verein, der hauptsächlich aus Urhebern, also Komponisten und Textern besteht. Die GEMA kümmert sich darum dass gewerblich genutzte Musik auch bezahlt wird, und verteilt die Erlöse, nach Abzug der Verwaltungskosten immerhin noch über 90%, an die Urheber. Hier verdienen also die Künstler an den Künstlern.

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Tobias Brueggendick

Schöner Artikel, meine Anmerkungen zu Sven Regener

Als erstes muss ich Frank Schirmacher in Riesenkompliment für diesen Artikel machen. So gut und so neutral hat es in den Medien lange keinen Artikel mehr zum Urheberrecht gegeben. Nachfolgend noch ein paar wohl eher subjektive Anmerkungen:
Sven Regener erhält teilweise Haßtiraden, weil er nicht genau weiß wovon er redet und alle Gegner des jetzigen Systems diskreditiert hat. Er lässt sehr arrogant auf keine Diskussion ein, dies bringt viele gegen ihn auf zumal er noch ein Nutzniesser des aktuellen Systems ist. Ansonsten scheinte momentan eher von den Befürwortern des Urheberrechts bzw. denen die es verschärfen wollen keine Diskussionsbereitschaft zu geben. Aber wie im Artikel angesprochen sind es doch gerade die überhöhten mit Fantasiepreisen ausgestatteten Preise die die Leute auf die Palme bringt. Es wird kein Kompromiß keine Diskussion versucht sondern man will anscheinend die Leute so gut wie möglich auspressen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 14:28 Uhr
Ulf J. Froitzheim

Was zu teuer ist, kauft man nicht

Ich mag eigentlich Apple-Produkte. Dennoch habe ich nur ein Macbook und einen iPod shuffle, aber kein iPad und "nur" ein Android-Telefon, kein iPhone. Warum? Weil ich die Preise überzogen finde. Ich gehe wegen dieser Fantasiepreise aber nicht auf die Palme, sondern hoffe darauf, dass irgendwann alle Menschen, die zuviel Geld haben, so etwas besitzen und Apple die Preise auf ein vernünftiges Maß senken muss (nicht verramschen natürlich).

Viele Menschen denken anders, kaufen alles mit nem "i" im Namen und klagen dann über angeblich zu teure Kulturinhalte.

Mich erinnert das an Leute, die ein teures Auto kaufen und nur das feinste Motoröl einfüllen, dann aber zum Backen und Kochen das billigste Öl vom Discounter kaufen.

Will sagen: Die Menschen müssen wieder Wertmaßstäbe lernen.

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Frank Otto
Frank Otto (FrankOtto) - 13.05.2012 18:49 Uhr

Wie kommt es, dass die Produzenten und so viele Rezipienten von Werken der Kunst so aufeinander losg

Da fehlt mir die klare Feststellung: Weil beide Seiten von der Politik alleine gelassen wurden! Lippenbekenntnisse reichen nicht und untaugliche Vorschläge, die unsere Freiheit einschränken würden, wirken wie 'Brandbeschleuniger'. Wo bleibt die Jurisprudenz um unserer Politik die Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen?

Solange kriminelle Portale, nachdem sie Millionenfachen Schaden angerichtet haben, sich nur mit Insiderkenntnissen überführen lassen, so lange werden Urheber und Nutzer schwer erkennen können, dass sie eigentlich unter dem gleichen Problem leiden.
Es sind die Unternehmen, die unterschiedlichste Plattformen betreiben und sich der gesellschaftlichen Verantwortung entziehen, indem sie behaupten lediglich Technologie zur Verfügung zu stellen. Zur Sicherheit der Urheber und auch der Nutzer müsste diese Regulierungslücke geschlossen werden, alle hätten etwas davon.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.05.2012 19:28 Uhr
Closed via SSO

Sehr richtig, Herr Otto!

Die kriminellen Dienstanbieter (Portale) sind das Hauptproblem. Die Politik kriminalisiert die Kleinkonsumenten illegaler Güter und stellt die Großdealer straffrei. Zwar kann man sich mit Kriminalität, wie Herr Schirrmacher durch seine Wortwahl suggeriert, nicht "infizieren", es ist aber zumindest eine Tatsache, dass Menschen (oft bereits Kinder) im Internet mit kriminellen Gütern und mit Pornographie gleichsam "angefixt" werden. Ein verantwortliches Staatswesen---wovon wir weit entfernt sind und uns durch die Piratenpartei noch viel weiter entfernen werden---müsste dieses kriminelle Treiben natürlich unterbinden. Leuten wie z.B. Kim Schmitz würde man in Deutschland wahrscheinlich noch das Bundesverdienstkreuz verleihen, statt sie dorthin zu befördern, wo sie eigentlich hingehören, nämlich hinter schwedische Gardinen.

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Christian Rieke
Christian Rieke (CRieke) - 13.05.2012 16:47 Uhr

Vielen Dank, Herr Schirrmacher!

Der umsichtigste und einsichtigste Beitrag, den ich bislang zu diesem Thema lesen durfte! Es fehlen mir lediglich zwei Details: Zum ersten die immer stärkere Beschneidung der legalen Genussrechte, um eine - gerne auch nachträgliche - Zweit-, Dritt- und Viertverwertung zu ermöglichen. Etwa durch das Verbot der Aufnahme von "HD"-Sendungen im werbefinanzierten TV. Oder durch das Verbot, fremdsprachige Filme in Deutschland legal online zu erwerben (Globalisierung, nein Danke). Zum zweiten die immer stärkere Ausweitung des Rechtsschutz. So wurden gerade im vergangenen Jahr die Leistungsschutzrechte von 50 auf 70 Jahre nach Erscheinen eines Tonträgers verlängert. Und zwar rückwirkend. Kurz, bevor die ersten Beatles-Songs gemeinfrei geworden wären. Patente auf "Stoffliches" enden 25 Jahre nach der Anmeldung. Rechte an "geistigen Werken" dagegen enden erst 70 Jahre nach dem Tod(!) des Urhebers. Und die "Steuereintreiber" (z.B. von Disney) arbeiten hart daran, diese Frist noch anzuheben.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2012 14:41 Uhr
Ulf J. Froitzheim

Das sind keine Verbote

Die Produzenten bieten bestimmte Fassungen schlichtweg nicht in jedem Land an, vielleicht um Grauimporte zu verhindern und ihre Marge zu schützen. Das ist schade, das ist vielleicht auch dumm. Aber ein Kinofilm oder eine Fernsehserie ist ein kommerzielles Produkt der Unterhaltungsindustrie, genauso wie ein Fußballspiel. Wenn die Nachfrage groß genug ist, wird es die fehlenden Angebote im Pay-TV geben, dessen wirtschaftliche Existenzberechtigung in Frage gestellt wäre, wenn der Staat die Verbreitungsform der Inhalte vorschreiben würde.

Was Disney angeht: Wäre es nicht eine Enteignung der Disney-Aktionäre, wenn jedes Unternehmen der Welt lizenzfrei Mickymaus-Produkte, -Hefte und -Filme herstellen und verkaufen dürfte? Disney hat noch nie etwas dagegen gehabt, dass Schüler die Comic-Figuren nachmalen. Es geht um kommerzielle Nutzungen. Und ich sehe weder kulturell noch ökonomisch ein stichhaltige Begründung dafür, den Markenartikel Mickymaus für gemeinfrei zu erklären.

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Paul Rabe

Die Technik wird die Diskussion bald entgültig entscheiden

Die Fraktion der Rechteinhaber ist bei diesem Streit auf verlorenem Posten, denn die Technik, welche deren Position seit den Tagen der Erfindung der Musikcassette und des Fotokopierers stetig verschlechterte, ist erst ganz am Anfang. Heute schon kann man mit einer handelsüblichen Festplatte sämtliche deutschsprachigen Bücher die jemals geschrieben wurden, in Textform speichern. Schon bald wird man dort sämtliche Musikstücke, Bücher, Filme etc. etc., die jemals produziert wurden, speichern können. Wer wollte verhindern, daß solche "MasterKopien" in den Umlauf kommen ? Zur Not von Mensch zu Mensch weiterkopiert, ganz ohne Internet? Wer heute auf einem chinesischen Wochenmarkt geht , bekommt ALLES was der Westen an Medien zu bieten hat nur für den Preis der Kopierkosten, da gibt es kein Unrechtbewusstsein. Wer wollte verhindern, daß man solche Masterkopien in Zukunft einfach per Mail geschickt bekommt ? Wer das verhindern wollte, der müsste schon "BIGBIG Brother" sein...

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.05.2012 09:29 Uhr
Paul Rabe

Schon heute bekommen Sie in China Musik BlueRay Masterkopien

wenn Sie heute in China auf einen Wochenmarkt gehen, dann bekommen Sie dort BlueRay MP3 Sammlungen die mehr Inhalt haben als ein gewöhlicher CD Laden in Deutschland.
Das ist alles schön virenfrei und gut sortiert, was auch nicht besonders schwer ist.
Wer nicht grade einen extrem ausgefallenen Musikgeschmack hat, findet auf solchen Sammlungen problemlos sämtliche CDs seiner Lieblingsbands wieder.

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Sebastian Schneider

Wozu brauche ich die "Master-Copy"?

Wird die für mich von digitalen Heinzelmännchen ordentlich katalogisiert oder muss ich dann einen Bibliothekar beschäftigen?
Spaß beiseite, mein Computer mag alles Wissen der Welt speichern können, im Austausch dafür ersaufe ich in Informationen, die ich in einem Leben nicht sichten kann. Und in jedem Milliardstel dieser Dateien kann sich der Wurm befinden, den mein Virenprogramm noch nicht kennt und der mich all dieser schönen Daten beraubt.
Ich glaube nicht, dass uns technischer Fortschritt allein Hyperborea bescheren wird.

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Paul Rabe

Das Internet wird aber in Zukunft gar nicht benötigt

Wenn Sie in Zukunft auf einer Festplatte die sämtliche Cds, Bücher und Filme der Gegenwart abspeichern können, dann benötigen Sie gar kein Internet mehr.
So eine "Master Copy" verbreitet sich dann von Mensch zu Mensch, jeder hat dann einfach alles. Das funktiniert so wie früher bei Musik Casetten auf dem Schulhof nur eben verlustfrei und umfänglich. Der Content der Menschheit wird stets komplett weitergegeben.

Klar hin und wieder wird jemand mal ein Update einspielen, also den Content der im Laufe eines Jahres hinzugekommen ist. Aber auch dieses Update wird sich schnell von Mensch zu Mensch verbreiten, ganz ohne Internet !

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Werner Grunewald

Das Internet war noch nie ein rechtsfreier Raum

Naja. Die Möglichkeit, heutzutage Schlösser einfach knacken zu können legitimiert ja weder rechtlich noch moralisch die Begehung von Straftaten. Verzweifelte man damals noch an Sicherungsvorrichtungen, gibt es heutzutage durch die technische Aufrüstung erheblich bessere Möglichkeiten. Und trotzdem sind Einbrüche (wie auch Urheberrechtsverletzungen) nachvollziehbarerweise strafbar. Der Punkt, den Sie anführen ist aber trotzdem richtig: Manchen fehlt einfach das Unrechtsbewußtsein. Und wie erlangt man das wieder zurück? Indem man wie beim Rotlichtverstoß für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird. Also genau das, was schon eine ganze Weile passiert. Das Internet (welches im Grunde ja nur eine andere Art der Kommunikation darstellt) war noch nie ein rechtsfreier Raum und wird es hoffentlich auch niemals sein.

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Jahrgang 1959, Herausgeber.

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