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Urheberrecht : Regeners Wut

Sven Regener Bild: dpa

In einem fünfminütigen Wutanfall plädierte Sven Regener vehement für das Urheberrecht. Der Sänger und Autor weiß, wovon er spricht. Und was auf dem Spiel steht.

          Da sage noch einer, mit Wutausbrüchen erreiche man nichts außer einer zweifelhaften YouTube-Berühmtheit! Wobei „YouTube“ genau das richtige Stichwort ist - hören wir, was Sven Regener dazu zu sagen hat: „YouTube gehört Google. Das ist ein milliardenschwerer Konzern, der aber nicht bereit ist, pro Klick zu bezahlen. Das ist gerade der Punkt, an dem wir Musiker und die Gema sagen: ,Nein, für dieses Geld kriegt ihr unseren Kram nicht.‘ Wir sehen nicht ein, dass Milliardengeschäfte gemacht werden, und wir kriegen davon nichts ab.“

          Als Ottonormalverbraucher war man bisher geneigt, es jedes Mal für hausmeisterlich-spießig zu halten, wenn man auf dieser Videoplattform auf ein von der Plattenfirma nicht freigegebenes und also auch nicht zu sehendes noch zu hörendes Musikvideo stieß. Im Lichte von Sven Regeners Wutanfall, der am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk über den Äther ging, sollte nicht nur jeder Musikliebhaber, sondern überhaupt jeder, wir wiederholen: jeder Nutznießer fremden geistigen Eigentums in sich gehen und sich fragen, wie es eigentlich angehen kann, dass all denen, die das Urheberrecht für etwas Überflüssiges, freier Kommunikation Hinderliches halten, bisher nicht mit der Vehemenz widersprochen wird, wie Regener das jetzt tut.

          Kunst ist nicht nur ein exzentrisches Hobby

          Anders als bei manch anderem, längst klassisch gewordenen Wutausbruch - „Was erlaube Strunz?!“ (G. Trapattoni) oder „Noch’n Tiefpunkt und noch’n Tiefpunkt“ (R. Völler) - weiß Regner aber in jeder Sekunde seines fünfminütigen Anfalls, wovon er spricht und was auf dem Spiel steht. Als Chef der deutschen, unabhängigen Popgruppe Element Of Crime und als zu Recht hochgelobter Autor einer Romantrilogie könnte er nämlich, wie jeder andere Künstler auch, seiner Arbeit gar nicht nachgehen, wenn für sie nicht bezahlt wird.

          So einfach ist das: „Es wird so getan, als wenn wir Kunst als exzentrisches Hobby machen würden. Das Rumgetrampel darauf, dass wir uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist nichts anderes, als dass man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: ,Euer Kram ist nichts wert, wir wollen das umsonst haben.‘“ Derzeit wird viel über Kultursubvention geredet. Der Rock’n’Roll, dessen Fürsprecher Regener nun so angenehm ungehalten geworden ist, kam immer ohne sie aus. „Das einzig Wahre am Rock’n’Roll ist, dass wir jede Mark selber verdienen.“ Auf YouTube ist Regeners Ausbruch übrigens auch schon zu hören - Botschaft etwa schon angekommen? Das wäre erfreulich.

          Edo Reents

          Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

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          Quelle: F.A.Z.

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