01.07.2012 · Die Piraten-Position zum Urheberrecht ist fundamentalistisch, weltfremd und wird sich in keinem Parlament durchsetzen. Die Lösungsvorschläge eines Realo-Piraten.
Von Peter GeorgRichtlinien für Lesermeinungen
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Eine Kulturflatrate gibt es ja eigentlich schon. Wir alle bezahlen laufend für Musik im rahmen der allgemeinen gema gebühren auf jegliche Form von Datenspeicher. Diese werden ja jetzt auch noch um ca 1000% gesteigert. Schade nur das dieses Geld hauptsächlig für die gema Verwaltung draufgeht. Als Künstler hat man davon nur eteas wenn man zu den großen gehört.
Kann ich nicht mit übereinstimmen !
Ob jemand meine Texte - und ich habe schon viel geschrieben - digitalisiert oder irgendwo daraus Langzitate verbreitet oder Abbildungen daraus entnimmt und im Internet veröffentlicht ... ist mir sowas von sch...egal. Im Gegenteil - über Zitate freue ich mich (darauf lege ich schon wert). Ich habe auch schon Fotos, die "mir gehören", auf kommerziellen Webseiten gefunden. Denen habe ich KEINE Abmahnung geschickt, sondern nur gebeten, das Foto zu entfernen (dafür wurde ich schon von Rechtsanwälten mit dem mitleidigen Hinweis, dass man "auch anders an die Sache hätte herangehen" können, kritisiert). Langer Rede kurzer Sinn: natürlich will auch geistiges Eigentum bezahlt werden. Aber dem Erwerber des geistigen Eigentums detailliert vorschreiben zu wollen, was er damit anstellen darf oder nicht, geht zu weit und ist bloß schikanös. Streitigkeiten können immer zivilisiert geregelt werden. Aber diesen Pfad hat die Abmahnindustrie verlassen. Da werden Banalitäten hochgespielt. Darum geht es.
Lieber Herr Georg,
Sie verkennen den Hauptunterschied zwischen "geistigem" und
echtem Eigentum. Der liegt darin, dass geistige Dinge nicht knapp sind.
Preise, Geld und Eigentum haben wir deshalb, um mit dem Problem
klarzukommen, dass es nicht unendlich viele Bananen gibt. Wenn es die
gäbe, bräuchten wir kein Eigentum an Bananen. Wenn Sie jedoch
einmal ein Werk aus ihrem Kopf freigelassen haben, besteht daran keine
Knappheit mehr. Wieso meinen Sie, Sie müssten sich nur einmal was
ausdenken und könnten dann in Ewigkeit daran verdienen? Das Problem
besprechen Sie garnicht.
Das Urheberrecht führt in vielen Bereichen zu
"Kollateralschäden". In der Pharmaindustrie zB werden
Innovationen verschleppt, Wettbewerb und Generika verhindert. Die guten
Patente und die Durchsetzung können sich meistens eh nur die big
players leisten. Die kleinen, innovativen bleiben auf der Strecke.
Ich verstehe Ihr Problem, aber Sie haben sich nicht mit den ernsthaften
Argumenten Ihrer Gegner auseinandergesetzt.
Mein Eindruck ist folgender: Die Gema zahlt ihren Funktionären inakzeptabel hohe Gehälter. Die Gema zwingt kleinen Veranstaltern Bedingungen auf, die im besten Fall Veranstaltungen verhindern, im schlimmsten Fall die Veranstalter ruinieren. Die Gema beeinträchtigt die Vertragsfreiheit ihrer Mitglieder. Die Gema treibt Gebühren für Speichermedien ein, die nicht für das Speichern von nicht-bezahlter Gema-Musik verwendet werden. Völlig unabhängig vom Urheberrecht kann ich nicht nachvollziehen, wie man dort Mitglied sein kann, vor allem wenn man noch andere sichere Einnahmen hat wie der Autor.
Warum ich gegen eine "Kulturflatrate" bin
Ich habe keine Lust, Geld an Justin Bieber oder Skrillex zu bezahlen,
weil irgendwelche Teenager einen schlechten Musikgeschmack haben.
Übrigens, was ist eigentlich mit (Entschuldigung) Pornofilmen?
Sollen die auch über eine Kulturflatrate bezahlt werden?
Zum Thema Urheberrechte - warum verkürzt man das Urheberrecht nicht
auf eine Zeit von z.B. 5 Jahren nach Veröffentlichung? Dann hat man
man
- hinreichende Verwertungsmöglichkeiten für die Urheber
- die Möglichkeit für andere Künstler, rechtssicher Teile
dieser Stücke zu verwerten und
- einen Zugriff von Nutzern auf fast alle Informationen.
Schön wärs
Ich würde auch am liebsten den ein oder anderen Tatort nicht mitfinanzieren. Aber so ist es wohl leider. Da wird man für das "größere Wohl" auch den ein oder anderen Musiker mitfinanzieren müssen, ob man sie nun mag oder nicht...
"Übrigens, was ist eigentlich mit (Entschuldigung) Pornofilmen?"
Die laufen ab und zu - und zwar gebührenfinanziert (!) - auf ARD, ZDF, arte und den Dritten (etwa "Im Reich der Sinne", "9 Songs", "Baise Moi", "Romance", "Antares" ...) ... und stellen gegenüber dem sonst ausgestrahlten Nonsens, vor allem bei den Privaten (dort übrigens sind die von Ihnen zitierten Bohlen & Co werbefinanziert beheimatet), sowie der ganzen öffentlich-rechtlichen Hofberichterstattung aus Berlin und Brüssel durchaus eine Abwechslung dar. Also, wo liegt das Problem !?
Ganz famos ausgedacht...
"Mein Lösungsvorschlag wäre eine Art unbürokratische
Kulturflatrate. Wir haben ja für den Rundfunk schon eine Art
Flatrate, die GEZ, die Gebühren für öffentlich-rechtliche
Inhalte einzieht. ... Musikdownload erweitern?"
Also erstens schränken Sie das gleich wieder ein, indem Sie
ausführen, dass der private upload natürlich verboten bleibt.
Also zahle ich dann eine weitere Zwangsabgabe, ohne Gegenleistung, um
Angebote zu finanzieren, die ich nicht nutze. Klingt fair.
Parallel zahle ich als ITler brav auf Brenner, Festplatten, Leermedien,
Drucker, Kopierer, USB-Sticks und soweiter Abgaben, um Rechteinhaber
dafür zu entschädigen, was ich darauf ggf. illegal
speichere/drucke. Was aber dennoch verboten ist.
Das ganze Konstrukt ist eine absolute Frechheit - und da wundern sie
sich noch, warum einigen Mitmenschen das Rechtsverständnis oder
Respekt für fremde Leistungen abgeht?
"Nur der Eigentümer einer Sache sollte entscheiden dürfen, was damit gemacht wird."
"Nur der Eigentümer einer Sache sollte entscheiden
dürfen, was damit gemacht wird."
Klasse Position, wie sollte es denn auch sonst sein?
Für jeden normalen Menschen ist das auch logisch, denn seit wann
bestimmen Fremde über mein Eigentum ? Ich würde es auch doof
finden, wenn andere Menschen beklaut werden. Filesharing
"normal" zu finden ist erschreckend weil das zu 99% immer
Klauen bedeutet. Da muß der persönliche Horizont schon
verdammt klein sein... .
Gedanken sind wertvoller als Sachen
Die Gedanken sind die Basis einer jeden Sache.
Alles was wir tun, machen wir weil wir vorher Gedanken daran gehabt haben.
Wir gehen in das Kino, weil wir die Gedanken daran hatten, egal ob wir
dies 2 Tage geplant oder uns spontan entschlossen hatten. Erfindungen
sind das Produkt von Überlegungen und Denkweisen, ohne das Denken
gäbe es nichts was uns vom Tier unterscheiden würde.
Deshalb sind Gedanken sehr viel Wertvoller als materielle Dinge, weil
sie die Basis dafür sind, das es die von uns erschaffenen Dinge -
komponierte Lieder, Gedichte, Filme oder Autos - überhaupt erst gibt.
Gedanken sind keine Sache
Leider ist die Angelegenheit nicht so schwarz-weiss wie man immer denkt.
Das Problem der Urherberrechtsdiskussion liegt auch darin, dass Gedanken
oft ein Weiterdenken der Gedanken anderer sind und dass aus diesem
Weiterdenken und Verknüpfen von Gedanken viel Neues entstehen kann.
Das Internet macht es möglich;
Darin liegt die Gefahr der strengen Durchsetzung des klassischen
Urheberrechts ... sie kann es sehr schwer machen, Wissen / Ideen usw.
miteinander zu verknuepfen.
Kunst will Kommunikation und geistige Befruchtung, sie will Freiheit,
nicht enge Grenzen eingesperrt, die ihre Verbreitung behindern. Es geht
bei der Urheberrechtsdiskussion eben nicht allein um die finanziellen
Interessen der Urheber.
Warum gilt ein Patent nur 18 Jahre aber ein Gedicht wird viele
Jahrzehnte länger geschützt - meist weit über den Tod des
Autors hinaus? Warum werden Urheberrechte nicht ganz normal von
Generation zu Generation vererbt? Die Welt ist nicht schwarz weiss.
Was hat das alles mit der Gema zu tun?
Schön geschrieben, aber was hat das alles mit der Existenz einer
totalitären Einrichtung wie der GEMA zu tun? Die GEMA ist ein
Verein, der schlicht nicht in einen Rechtstaat passt - er wurde ja auch
nicht in einem solchen gegründet. Stellen Sie sich vor, ich schick
ihnen eine Rechnung für erbrachte Leistungen, einfach so. Sie
widersprechen der Rechnung, weil ich die Leistung nie erbracht habe. Ich
bekomme mein Geld aber trotzdem, weil Sie nicht beweisen können,
dass ich keinen Anspruch darauf habe - so läufts bei der GEMA. Die
GEMA-Vermutung, hinlänglich bekannt. Einmalig in einem Rechtstaat
und zum Missbrauch geradezu prädestiniert. Wer Geld haben will,
verlangts einfach und der Zahler muss beweisen, dass er es nicht zahlen
muss - ein Traum. Will ich als Gewerbetreibender bitte auch so machen dürfen.
CF-Karten? Klar, da speichern Fotografen alle ihre MP3s drauf.
Jugendzentrum? Nun 10-fache Gebühren! Die GEMA ist nicht tragbar
und hat nichts mit Urheberrechtsschutz an sich zu tun!
ich hätte da ein paar Fragen Herr Georg ...
Würden Sie mir bitte erklären, warum ich einen Haufen
Gebühren, siet gestern noch viel mehr, auf meine USB-Sticks und
SD-Karten zahlen muss? Ich bewahre darauf Fotos und Videos, die privat
erstellt wurden, auf. Warum soll ich Gebühren für das
Speichern und Konservieren des Konterfeis meines Sohnes bezahlen?
Selbst auf dem USB-Stick kommt meines Wissens nichts mit Copyright
behaftetes drauf, bis auf vielleicht mal, die Verfielfältigung
einer gekauftebn CD, die ich mangels optischen Laufwerk auf meinem
Notebook nur als medienungebunde mp3-Datei gegen den ausdrücklichen
Willen des Rechteinhabers nutzen kann.
Warum zahle ich für den Drucker gebühren? Auf eine Festplatte,
die man benötigt um überhaupt einen PC effektiv nutzen zu
können, muss ich Gebühren zahlen, das ist doch alles
Blödsinn! Und sie seheh davon keinen Cent. Das bekommt der Herr
Bohlen, dem ich sonst keinen Cent für seine Musik zahlen
würde. Die, denen ich Geld für ihre Musik zahlen möchte,
die sehen davon nichts!
Urheberrecht ja - Abzocke nein
Erst einmal Hut ab für ihre Courage, das muss man sich erst einmal
trauen zu sagen.
Mein Problem mit dem Urheberrecht ist eigentlich eher die Maschinerie,
die dahintersteht. Als Käufer eines geschützten Werkes
unterstütze ich leider in den seltensten Fällen den
Künstler / die Künstlerin direkt, sondern irgendeine
Verwertungsgesellschaft / Plattenfirma. Das ist nicht gerade
persönlich, sondern es scheint ein waberndes kapitalistisches
Gebilde zu sein, weswegen man das Gefühl hat, niemandem wirklich
weh zu tun. Mich würde als Käufer mal interessieren, wieviel
vom Umsatz mit dem Werk dem eigentlichen "Urheber" zugute
kommt. Das wird ein verschwindend geringer Anteil sein.
Wie kann es denn sein, dass Titel, die ich legal als Download erwerbe,
nur gerinfügig günstiger sind, als die gepresste Platte? Da
muss man sich nicht wundern, dass niemand mehr dafür bezahlen will.
Allerdings: Die Piraten sollten den Ausgleich suchen, damit die Extreme
aus beiden Positionen endlich aufhören.
Geht da nicht einiges durcheinander?
(1)
Wozu eine Kulturflatrate, wenn das Sharing weiterhin illegal wäre?
Um das banale Vertriebsproblem einer Industrie zu vereinfachen?! Nicht
so lange ich lebe... ;)
Man kann schon jetzt Musik online kaufen.
(2)
Es entsteht keineswegs mit jeder Kopie bereits ein kommerzieller
Schaden, sondern vielmehr nur dann, wenn ein Kauf nicht getätigt
wird, der andernfalls erfolgt wäre.
So genau sollte man schon sein.
(3)
Mir persönlich genügt die derzeitige Rechtslage, wobei es
ärgerlich ist, wie dumm sich die Industrie anstellt.
Neulich hätte ich gern für einen bestimmten Film Geld
ausgegeben, leider war er in D nicht verfügbar (dabei schon seit
über einem Jahr auf US-DVD!).
Auf amazon.com oder walmart.com gabs VoD - absurderweise nur für
IPs in den USA. (Funktionieren IPs und Kreditkarten nicht weltweit?!?)
Die Industrie muss sich fragen lassen, wieso Kriminelle offenbar
problemlos einen Service kostenlos anbieten können, den sie (in D)
nichtmal gegen Bezahlung hinbekommt...
Sehr interessant zu lesen, und die Urheberrechtsdiskussion ist sicher wichtig.
Aber: in Zeiten wie diesen, in denen Deutschland abgeschafft wird - und
zwar von den sogenannten Eliten - wünschte ich mir, etwas von den
Piraten zu hören. Was sagen die Piraten zu ESM und Fiskalunion und
zur faktischen Abschaffung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in
Deutschland und Europa? Ich brauche jetzt ganz dringend eine Alternative
zu CDUCSUFDPSPDGRÜNE für die nächste Bundestagswahl.
Lassen Sie die Diskussionen zum Urheberrecht für den Moment
beiseite und zeigen Sie uns die Stärke Ihrer Partei zum Thema
Europa. Hier geht es jetzt um alles, und Sie sind meine letzte Hoffnung.
Die Piraten lehnen ab.
Die Piraten haben sich öffentlich gegen die Unterzeichnung des ESM-Vertrags aus den von Ihnen bereits indirekt genannten Gründen ("faktische(...) Abschaffung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit") positioniert. Genaueres können Sie auch auf deren Internetseite nachlesen. Das könnte auf jeden Fall eine Alternative für Sie sein.
ist dieser Artikel. Es tut mir zwar auch leid, dass die Arbeitskollegen
des Autors, ohne seine Einwilligung seine Kompositionen kopieren, aber
1. in einem solchen Fall kann man sich auch mit den bestehenden Gesetzen
schützen und 2. wie haben sie dass in der Zeit von Kassetten
gelöst, wenn zum Beispiel ein Schüler zu Hause mit einen
Freund Ihrer Musik zugehört hat? Der Autor macht sich die Sache
viel zu leicht. Er übersieht auch völlig die Gefahren, die mit
einer verstärkten Überwachung im Netz verbunden sind. Die vom
Autor propagierte Logik führt zum Verbot von Links (auf
urheberrechtlich geschützte Inhalte) und Zitaten aus solchen
Inhalten und nebenbei auch zu einer Preisexplosion im Bereich von
Lehrmitteln und wissenschaftlichen Arbeiten. Wie wahr das noch mal mit:
„freies Wissen ist gut für die ganze Gesellschaft“?
Noch einmal lieber Autor, so einfach ist die Sache nicht. Viele haben
sich schon weiter bewegt.
"Geistiges Eigentum" ist reine Fiktion
Allein der Begriff ist Unsinn. Wie kann man etwas "geisitiges"
besitzen? Wenn man sich z.B. auf einen "geistigen" Stuhl
setzt, landet man schnell auf dem Boden der Tatsachen. Wenn also etwas
weltfremd ist, dann dieser Begriff.
Im Grunde, geht es beim "geistigen Eigentum" lediglich um
Aneignung dessen, was durch die Vorarbeit anderer entstanden ist, und
zwar zum eigenen materiellen Vorteil. Bestes Beispiel sind Pop-Titane
wie Dieter Bohlen. Ohne diese Vorarbeit anderer Komponisten und Texter,
wäre es ihnen überhaupt nicht möglich, kommeriell
verwertbar zu "komponieren" oder zu "texten".
Das Urheberrecht schützt eigentlich nur den geschickten Dieb.
Was für ein Unsinn!
Bloß weil man einen Begriff nicht versteht, heisst das noch nicht,
dass er keine Berechtigung hat. Die Grenzen zwischen Plagiat, Neuheit,
Erfindung und Trivialität sind natürlich fließend und
müssen im Zweifel von Fachleuten geklärt werden. Das gilt
für Patente ebenso wie für Musikproduktionen von Dieter B.
Wie sehen Sie denn folgende Frage:
Sollte man einen Architekten für seinen neuesten Entwurf bezahlen,
wenn man bedenkt, dass die Menschen seit Jahrtausenden Häuser und
Hütten bauen???
... diese Sache mal aus diesem, doch recht speziellen Blickwinkel zu
lesen und einfach mal aufzunehmen. Vielen Dank für diesen gut
formulierten Beitrag - sehr angenehm.
:)
mfg
kl
Ein gedanke zu itunes/DRM (Fortsetzung)
denn, sie umgehen Sperren.
Die optimierte Verteilung von Medien soll dem Urheber und dem Verbaucher
maximale Freiheit gewähren, so daß jede Partei Kontrolle
über ihre Absichten behält: ein einheitlicher Standard
für Rechte und deren Distribution würde dem Urheber einen
besseren Wettbewerb für den Vertrieb seiner Produkte bieten, und
dem Verbraucher mehr Kontrolle über seine Rechte und Lizenzen.
Die Vielfalt des Internet eröffnet Künstlern und Urhebern die
Möglichkeit sich sogar selbst zu vermarkten, und auf die
Infrastruktur von großen Medienvertrieben zu verzichten. Denken
Sie nur an das Innovationspotential, daß ein echter Wettbewerb um
den Medienvertrieb birgt!
Während die Medienvertreiber die elektronische Revolution verpasst
haben, oder es ihnen nicht gelungen ist, einen Konsens zur
elektronischen Distribution zu finden, hat Apple einen Standard
erschaffen und mit sicherlich viel Aufwand und Kompromissen umgesetzt.
Herausgekommen ist ein -verglichen mit dem bis dahin üblichen
Umgang mit elektronischen Medien- monolithisches und viele Freiheiten
stark einschränkendes System - das 'ecosystem'.
So kann der Verbraucher z. B. nicht einfach die Hard- oder Software zu
irgend einem gewünschten Zeitpunkt wechseln. Ist das neue
Telefon/Mediaplayer/etc. von einem Nicht-Apple-Hersteller
besser/günstiger/leistungsfähiger? Schade - Ihre konsumierten
Medien und die damit zusammenhängenden Rechte aus den letzten acht
Jahren sind nicht portierbar.
Haben Sie am Wochende mit ihrer Band einen neuen Song mit ihrem
iPod/iPad/iPhone aufgezeichnet, und wollen den nun per
Email/Bluetooth/WiFi mit ihrer Kollegin/Tante/Plattenleger tauschen? Es
geht nicht. Es sei
Stimmt nicht
Ich muss Ihnen widersprechen, sofern das nicht-Apple Gerät mit aac Dateien umgehen kann, kann man da ganz einfach hinkopieren. So mache ich das z.B. bei meinem Handy (Samsung B2100) und einem alten MP3 Player (noch in Stickform mit 1GB). Wird alles klaglos abgespielt. Auch Videos kann ich problemlos mit anderen Playern wiedergeben.
GEMA usw.-Willkommen in der Realität
PIRATEN gegründet und vertraten Verbraucher- und
Bürgerinteressen u.a., so deren Auftritt. PIRATEN wurden aus trotz
und Protest gewählt als Protest und Mahnung an alle anderen
Parteien, vorzugsweise GRÜNE u.ä.! Allmählich erkennen
auch "Naiv-Wähler" das die PIRATEN noch weit entfernt
sind als Opposition, weiter entfernt wie GRÜNE in den 70er
antraten! Seit Überwindung der 5% Hürde zeigen sich PIRATEN
als "NUR ein Haufen" mit zwischenzeitlich gewählten
"Ober-PIRAT" als FÜHRER! Bis dato sind alle bisherigen
Fragen und Forderungen bekannt. Realistische umsetzbare
Lösungen/Gegenvorschläge sind gleich "0"! Vielleicht
finden die mit Laptob bewaffneten PIRATEN Zugang/Weg zur
DE-Bevölkerung?! Was machen PIRATEN ohne Laptob oder Stromausfall?
Insgesamt zu emotional/futuristisch und nicht realistisch!
???
Die Grünen vertraten in den Anfängen (Gegründet wurde die Bundespartei allerdings erst 1980) noch das Recht auf sexuelle Freiheit im Bezug auf Minderjährige... haben sie dann glücklicherweise überwunden. Wenn man beide Gründungen vergleicht, erstaunt es beinah, wie organisiert die Piraten konstituieren - und das immernoch auf eigene Kosten. Dass sie dabei keine "umsetzbaren Lösungen/Gegenvorschläge" erarbeitet haben, halte ich für übertriebenv und lade Sie ein, sich die Arbeit im Berliner Abgeordnetenhaus einmal anzuschauen oder ein bißchen im Piraten-Wiki zu stöbern. (Ich bin - unschwer zu erkennen - ein Pirat, aber auch ein Literaturwissenschaftler. Bei Strom- oder Rechnerausfall lese ich zumeist ein Buch.)
Sie haben einiges durchaus richtig erkannt. zB dass ein Urheberrecht
nicht einfach abgeschafft werden kann sondern modernisiert werden muss.
Das sehen viele Piraten so, aber Sie stellen sich ja schon fast als
Einzelkämpfer dar. Knackpunkt beim User ist der Preis nicht mehr
und nicht weniger, wenn der Preis stimmt zahlen die Menschen auch -
vorzugsweise direkt an den Urheber ohne Wasserkopf der sich
zusätzlich bereichert. Zu diesem zählt auch ihre GEMA mit
ihren jüngsten Tarif"vorstellungen".
Sie schießen mit starken Begriffen gegen ihre eigene Partei -
bringt ihnen die konstruktive Mitarbeit nicht so viel Aufmerksamkeit wie
ein Artikel in der FAZ? - und gleichzeitig haben Sie für die GEMA
gerade in der aktuellen Diskussion zwar etwas Kritik aber nur sanfte
Worte übrig.
Denken Sie mal aus Sicht des Endkunden über Zwangsabgaben (auf
Hardware, Eintritt usw) und Preise nach. Zwang und teuer - so macht man
sich seinen Kunden zum Feind - und GEMA und Co verstärken das wo
sie nur können.
auch wenn ich Ihre inhaltlichen Positionen nicht an jeder Stelle teile,
tut es gut, einen Beitrag zu lesen der so zwischen den Polen der Debatte
steht wie Ihrer. In letzter Zeit wurde man trotz der Versachlichung der
Debatte das unangenehme Gefühl nicht los, es gäbe keine
Position zwischen den Lagern.
Eine kleine Anmerkung: Ein großer Teil der Kosten von
Schulbüchern entsteht gerade nicht wegen des Druckverfahrens (das
ist bei großen Auflagen nämlich spottbillig) und auch nicht
zur Lagerpreiskompensation, auch der Kopierschutz ist nicht der Grund.
Richtig ins Geld gehen bei der Buchproduktion allgemein Layout und
Lektorat und, bei Schulbüchern im Speziellen, die redaktionelle
Aufbereitung des Inhalts. Deswegen fürchte ich, Ihre Preisprognose
für iTunes ist ein wenig tief gestapelt.