Home
http://www.faz.net/-hur-7bh7a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ideologie des Datenkonsums Der Preis der Heuchelei

 ·  Auch mit noch so guten Gesetzen kann man das Internet nicht „sicherer“ machen. Nur wenn wir den Verlockungen des Datenkonsums widerstehen, können wir die Katastrophe doch noch verhindern.

Artikel Bilder (4) Lesermeinungen (50)
1 2  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Stefanie Brückmann

Die Einschränkungen der eigenen Surfgewohnheiten

erstens: es gab keinen Deal:
Wir gaben unsere Freiheit auf, aber nicht freiwillig, sondern ohne es gewusst zu haben. Menschen haben nie eingewilligt Ihre Daten der NSA zur ewigen Speicherung zu übergeben. Von Freiwilligkeit kann also keine Rede sein. Wenn es darum geht den USA den willkürlichen Eingriff in das eigene Leben potentiell zu verbieten, dann gab es nie einen Deal mit der Öffentlichkeit.


zweitens: Konsens über ein Netz ohne Privatsphäre:
Man könnte darüber nachdenken alle Daten grundsätzlich für jeden offen zugänglich zur Verfügung zu stellen. Dann stünden die gesammelten Daten der Geheimdienste frei zur Verfügung.
Für jeder Bürger jeder Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt. Das würde nicht nur die Geheimdienste überflüssig machen sondern auch den Kenntnisvorsprung der USA vaporisieren. Das wäre die große Flucht nach vorn.

Empfehlen
Tyler Durden Volland

Das Wesentliche fehlt.... wie immer !

Guter Artikel, und gute Kommentare, aber das Wesentliche fehlt wie immer.

Das Wesentliche ist die ebenso gauenhafte wie banale Feststellung, dass man NICHTS, aber auch GAR NICHTS, dagegen tun kann..

Stattdesden die übliche Heuchelei und das übliche sich die Welt schönreden!

Der Zug ist schon längst abgefahren!

Und der brave Bürger hat natürlich eine Heidenangst drüber nachzudenken was die Konsequenzen sein werden und ob man degegn angehen kann und mit welchen Mitteln und ob der Preis für solche Mittel nicht am Ende zu hoch sein werden und es alles so bleibt wie es ist. Nur die kindische Phantasie, es gäbe Grundrechte oder Ähnliches, von der wird man sich verabschieden.
Denn das ist ganz "alternativlos".

Empfehlen
Hans Winter
Hans Winter (Tell590) - 25.07.2013 10:52 Uhr

Wer hatte bei der deutschen Übersetzung die Hosen voll?

Der auf Englisch publizierende E. Morosov schrieb: „The problem with the sick, obsessive superpower....“, woraus in der deutschen Übersetzung „...krankhaft datenhungrige Supermacht“ wurde. Doch Morozov schrieb um Welten schärfer: Nämlich: „Das Problem mit der kranken, datenhungrigen Supermacht....“. Das ist ein grundlegender Unterschied. Morozov sagt, die USA sind einerseits KRANK (also nichts weniger als ein krankes System, ohne an dieser Stelle weiter zu spezifizieren), und ANDRERSEITS datenhungrig. Die deutsche Übersetzung macht daraus weichgespülte und nur auf Datenhunger bezogene „Krankhaftigkeit“. Womit die Übersetzung in den Raum stellt, alles andere in den USA sei schon OK, jedenfalls aber kein Thema. Hätte Morozov „krankhaft“ benutzen wollen, hätte er auf den Datenhunger bezogene Adjektive wie „vicious“, „sickly“, „morbidly“ oder „abnormal“ verwendet. Hat er aber nicht! Er verwendet „sick“ (krank) und „obsessive“ (zwanghaft) als gleichgestellte Adverbe zur „Supermacht“.

Empfehlen
Sabine Bischoff

Der Preis der Heuchelei

...ein sehr sehr guter Artikel! Macht auf viel mehr aufmerksam, als aktuell eher oberflächlich in der Öffentlich diskutiert wird! Meiner Meinung nach hat uns die ganze virtuelle Entwicklung überrollt. Denken wir nur 10 Jahre zurück wo wir technisch standen....Die Gesetzgebung konnte gar nicht so schnell handeln und war, wenn sie es denn machte eigentlich immer einen Schritt hinterher!
Die Situation der offenen Daten wurde in den Anfängen nicht ernst genommen. Theoretisch müsste rückwärts reagiert werden, um die vergangenen Entwicklungen aufzuarbeiten und gleichzeitig die aktuelle nicht aus den Augen verlieren. Mir kommt in den Sinn: Die Revolution frisst ihre Kinder"

Empfehlen
Werner Wahr

"...dass die Aufgabe, die wir in Angriff nehmen müssen, intellektuell sehr viel anspruchsvoller ist"

Diskussionen um Facebook und Google sind als Sau mehrfach durchs Dorf getrieben. Es gibt aber neue komplizierte Aspekte, die JEDEN betreffen:
Jedes Betriebssystem (Apple, WINDOWS) verfügt heute über Hintergrunddienste, die gierig und selbsttätig jedes neue Dokument auf der Festplatte durchlesen (PDF, Office...) und davon Index-Datenbanken generieren.
Diese DBs ermöglichen nahezu laufzeitfrei Inhaltsanalysen jeden Rechnerinhalts. Windows XP beschreibt den Indexdienst so:
"Indiziert Dateninhalt und Eigenschaften auf lokalen und Remotecomputern und BIETET SCHNELLEN DATEIZUGRIFF DURCH FLEXIBLE ABFRAGESPRACHE".

Natürlich interessant für NSA: Weltweit kann jeder Industrie- und Privatrechner beim Systemstart oder Abmelden (dabei stets Kontakt mit Microsoft oder Apple) auf "Anfragen" für den Nutzer unbemerkt mit wenigen Kilobyte vollständige Reports an die Überwacherdienste senden.

Bitte FAZ-Technikredaktion, hierüber unbedingt vertieft aufklären. Das ist ein gefährlicher Komplex!

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.07.2013 19:23 Uhr
Peter Pagel
Peter Pagel (DerMatz) - 25.07.2013 19:23 Uhr

Herr Winter

Lange Zeit hatte ich ähnliche Gedankengänge und bin großer Fan der OpenSource Bewegung. Zu glauben dass die Nutzung eines freien Betriebssystems die Datensicherheit erhöht ist jedoch leider ein Trugschluss. Denn da die Community offen ist, kann jede geneigte Partei nach Belieben Entwickler unterbringen oder bezahlen, um für die gewünschten Sicherheitslücken zu sorgen. Professionelle Kernel-Entwickler zum Beispiel gibt es nicht gerade wie Sand am Meer und ein großer Teil steht sowieso auf der Gehaltsliste von Microsoft und Google. Es ist auch kein Zufall, dass das Android-System von Google auf Linux basiert. Sicherheit bietet leider keines der heute existierenden Betriebssysteme, sondern nur der Offline-Betrieb. Trotzdem ist es natürlich schön, wenn man nicht auch noch dafür zahlen muss, dass NSA und co. freien Zugang zum Heimrechner bekommen ;)

Empfehlen
Hans Winter
Hans Winter (Tell590) - 25.07.2013 11:17 Uhr

Wie wahr, Herr Wahr! Wer dagegen etwas unternehmen will...

sollte sich ernsthaft überlegen, auf LINUX als Betriebssystem umzusteigen. Hier scheidet sich dann die Spreu vom Weizen, wenn der Großteil der Leute findet, die Bequemlichkeit vorinstallierter OS und das lästige Aneignen der Bedienung eines anderen, als dem seit Jahren gewohnten Betriebssystems sei höher einzuschätzen, als die Sicherheit.

Alternativ dazu kann man die sensiblen Daten auf Rechner auslagern, die NIEMALS ans Netz gehen. Und emails verschlüsseln. Letzteres ist allerdings eher Theorie. Wer sich einmal mit GnuGP befaßt und dessen fast 100 Seiten Bedienungsanleitung gelesen hat, läßt bald wieder die Finger davon. Zumal die Partner sich das gleiche Wissen aneignen müssen.

Außerdem: NUR Laptops kaufen, die kein eingebautes WLAN und Kamera haben. Gibt's die überhaupt noch? Aber nur so kann man 100% sicher sein, denn man kann die Geräte PHYSISCH ABSTECKEN. Nur eine Softwaredeaktiviereung läßt einem Angreifer immer für den Nutzer unerkannte Hintertüren zur Einladung bestehen.

Empfehlen
Erwin Stahlberg

In Sachen Heuchelei --- auch die TAGESSCHAU dabei!

Heute 20.00 Uhr ein superwichtiges Thema:

Die EU ist einfach unverzichtbar:
sie will die Kreditkartengebühren begrenzen.

Weitere PROBLEME = Völlig zweitrangig!

Erwünscht = Verzückung für die EU!

Uff!

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.07.2013 09:50 Uhr
Lucie Dr. Fischer

Bargeld-EX

Weiterer Versuch, die Bürger an bargeldlose Zahlung zu gewöhnen.
Wird dann begründet mit Gefahr für Alle, die Angst vor Räubern haben.
Bin gespannt, wann die EU beginnt, uns den Chip unter die Haut schmackhaft zu machen.

Empfehlen
Closed via SSO
vera schmidt (vera-s) - 24.07.2013 19:49 Uhr

jetzt mal abgesehen davon,

dass der artikel in einem punkt gar nichts neues enthält, das halbwegs wachen menschen auch schon vor auffliegen diverser spionageaktivitäten bewusst war, nämlich: achte selbst auf deine daten und wieviel du von dir preisgibst, gibts da noch andere aspekte, die so gut wie jeder übersieht:

wenn wir uns diese ganzen "ingellienten" dinger wirklich antun - und ich schätze mal, der spieltrieb von menschen wird wohl größer sein als daten-vorsicht - werden wir zunehmend verblöden, weil immer mehr maschinen immer mehr entscheidungen für uns treffen.
jede fähigkeit, die nicht regelmäßig ausgeübt wird, verkümmert.

viele kennen das bereits vom handy: während ich früher sicher an die 50 telefonnummern abrufbereit im gehirn gespeichert hatte, übernimmt das jetzt das handy, also setzt schon eine gewisse verblödung bez. merken von nummern ein.

sollte sich also jeder gut überlegen, ob er sich durch "intelligente" dinger wirklich verblöden lassen will, jetzt mal abgesehen von der überwachung.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.07.2013 14:01 Uhr
Uwe Wacker
Uwe Wacker (Bonsta) - 28.07.2013 14:01 Uhr

Verblöden ist ein hartes Wort

Ist es auch gerechtfertigt? Ich habe da meine Zweifel. Das Thema ist ja auch keineswegs neu, solche Diskussionen gab es z.B. auch schon mit der Einführung von Taschenrechnern in den Matheunterricht. Man könnte auch ironisch überspitzt fragen, ob Frauen, die heute zum Wäsche waschen nur noch einen Knopf drücken müssen, blöder sind, als ihre Vorfahrinnen, die die Wäsche noch am Stein im Fluss scheuern mussten. Offensichtlich ist das Quatsch. Technische Geräte sind dazu da, uns Dinge zu erleichtern und Arbeit abzunehmen. Ich denke der gesamte Fortschrittsprozess der Menschheit beruht auf diesem Prinzip. Wir haben den Speer erfunden, weil wir keine Lust hatten, den Tieren nachzurennen. Später kam die Domestizierung von Haustieren, wodurch wir nicht mal mehr eine Lanze brauchten usw. Wenn man schon die Frage stellt, ob die digitale Welt uns blöder macht, müsste man diese Frage konsequenter Weise ganz an den Anfang unserer Entwicklung stellen. Mein gefühl sagt mir, dass das nicht viel bringt

Empfehlen
Hans Winter
Hans Winter (Tell590) - 25.07.2013 11:38 Uhr

Das Phänomen der verlorenen Telefonnummern kenne ich auch

seit ich mein erstes Handy mal verloren hatte - und damals noch kein Backup gemacht hatte. Ja, da schaut man dann ziemlich blöde aus der Wäsche. Man kann's positiv auch als Erfahrung klassifizieren.

Gleiches passiert nun mit den Navis. Früher konnte ich mich auf meinen Orientierungssinn verlassen, wenn nötig mit Hilfe von Straßenkarten. Die hatten den - kaum wahrnehmbaren, aber wichtigen - Vorteil, daß man auch wußte, WO man war. Heute, mit dem Navi, fährt man blind durch die Gegend. Und wenn das Ding mal totalen Blödsinn angibt (Routen durch Waldgebiete, sogar Anzeige von "Straßen", die nur zugewachsene Waldwege sind), dann ist man froh, noch Karten lesen zu können.

Aber was machen dann jene, die nur mit NAVI aufgewachsen sind und gar keine Karten mehr im Auto haben, geschweige denn damit was anfangen könnten? Nun ja, vielleicht sind sie "intelligent" und bleiben an diesen schönen Orten für ein paar Tage Urlaub, bis sie von den Einheimischen erfahren haben, wo's lang geht....

Empfehlen
Thomas Müller

Laß mich dich küssen!

Alles gesagt, was gesagt werden mußte und nebenbei auch das Grundproblem der Piraten 1.0 (vor dem "Genickschuß von Chemnitz 2010") analysiert.

Empfehlen
Gerd Kintzel

Die Amis sammeln sich zu Tode.

Irgendwie ist das alles doch auch schon wieder beruhigend. Ich nehme an, daß die Amis z.B. aus lauter Angst, eine wichtige Kleinigkeit übersehen zu haben, vorsichtshalber alle Daten gespeichert halten. Es wird die Zeit kommen, in der sie an ihrem abgespeicherten Müll ersticken werden. Das würde ihre Server zu den teuersten und ineffizientesten Müllhalden der Welt machen - wenn sie es nicht schon längst sind. Auch eine Art Rekord.

Empfehlen
Kurt Schröder

Es ist mal eine andere Sicht der Dinge

Beides ist notwendig. Eine gesetzliche Regulierung und natürlich die grundsätzliche Einstellung, den Verlockungen des Datenkonsums zu widerstehen.

Im Leben kommt es darauf an, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Das Internet gehört m. E. nicht dazu.

Empfehlen
Closed via SSO

"... die nächste Katastrophe." wird hier angekündigt. Ich lese solche falschen

Propheten nicht mehr. Die wie vielte Katastrophe in den letzten 30 Jahren ist es? Viel Luft, viel Wind, viele Worte. Wenig Subsstanz.

Empfehlen
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.07.2013 14:13 Uhr
Uwe Wacker
Uwe Wacker (Bonsta) - 28.07.2013 14:13 Uhr

Naja, mit den Katastrophen ist das so eine Sache

Wenn man mittendrin ist, merkt man es gar nicht so sehr, weil einem der Vergleich fehlt. Wer im dreißigjährigen Krieg geboren wurde und - was sehr wahrscheinlich war - noch während dieses Krieges wieder verstarb, hatte sicher nicht das Gefühl einer Katastrophe beizuwohnen. Für ihn war dieser Zustand Normalität. EIn anderes Beispiel: Holte man heute jemanden hervor, der in einer Zeit gelebt hat, als das Automobil noch nicht erfunden war und stellte ihn mitten in einer Großstadt ab, er würde zweifelsohne dieses als eine Katastrophe betrachten. Wir bemerken das jedoch kaum noch. Wir reden uns sogar noch ein, das Auto würde uns Freiräume verschaffen, was natürlich Unsinn ist, denn es hat lediglich die Wege verlängert, die wir nun zurücklegen müssen. Der Preis dafür ist eine Lärmbelästigung, die wir jedoch kaum noch registrieren, obwohl dieser Lärm nachgewiesener Maßen Spuren in uns hinterlässt. Ich denke dieses Thema ist ähnlich zu betrachten, da auch das ein schleichender Prozess ist.

Empfehlen
Peter Pagel
Peter Pagel (DerMatz) - 25.07.2013 19:00 Uhr

Sie haben Recht

Natürlich haben Sie keinen Eintrag in der NSA-Datenbank. Präziser Formuliert:

Der Datenbank, in der die NSA Informationen über Sie sammelt... usw.

Empfehlen
Peter Pagel
Peter Pagel (DerMatz) - 24.07.2013 18:25 Uhr

Schlau von Ihnen!

Ihrem Eintrag in der NSA-Datenbank wird wahrscheinlich gerade ein Verweis auf Ihre Harmlosigkeit hinzugefügt.

Empfehlen
Sebastian Starke

Substanz

mit einem S.

Empfehlen
Peter Ammelmeyer
Peter Ammelmeyer (pammel) - 24.07.2013 16:44 Uhr

Artikel ist nicht in der Muttersprache geschrieben und nochmal ins Deutsche übersetzt worden

Deswegen kann ich mir eigentlich kein Urteil über den Stil erlaben - bleibe aber dabei - dass die Videos geholfen haben - zwischendurch mal eine Pause machen können - ohne diese ich bestimmt nicht durchgehalten hätte, alles zuende zu lesen.

In der Analyse, besonders weil auch auf das Council on Foreing Relations/Google Buch eingegangen wird, fehlt mir etwas mehr zum Thema Vulkanisierung.

Und wenn Man Iran und Demokratie anspricht, sollte man auch die Demkratieprobleme der USA stärker beleuchten, denn es gibt Eingriffe in die Pressefreiheit - im Asociated Press Skandal gibt es Urteile, die den Quellenschutz aufheben. Auch gibt es in dem Zusammenhang ungeklärte tödliche Unfälle.

Einer der größten Kritiker von Big Data Michael Hastings wurde letzten Monat in einem gecrashten Mercedes aufgefunden - bei dem Daimler argumentierte - das seine Autos nicht explodieren würden nach crashs. Kurz bevor Hastings mit seinem Anwalt etwas leaken wollte - ungefragt verbrannte man seine Überreste

Empfehlen
Dominik Mayer

Unmöglich.

Eine Lösung habe ich nicht parat, aber der Datenverzicht wird es ganz sicher nicht sein: Ich schreibe das hier während einer Arbeitspause; kann überwacht werden, Abmahnung, Rauswurf. Mein iPhone verknüpft Portal-Accounts und andere Clouddienste. Ich versehe mich auch nur einmal beim Absenden oder vergesse dass mein Browser in einem Portal eingeloggt ist: Meine Internet-Identitäten sind entlarvt. Diese wenigen kleinen Beispiele zeigen: Wir können das Rad nicht zurück drehen.

Deshalb werden wir mit alten sozialen Verhaltensweise auch auf diese neue Seite der technologischen Entwicklung reagieren. Nicht auffallen oder Stärke zeigen. Anpassen oder Ausrotten. Bluffen oder gleich verlieren. Die Welt ist nicht das Paradies, auch wenn die vielen maschinellen Helferlein uns immer wieder in diese Illusion treiben.

Deshalb bin ich anderer Meinung: Gute Gesetze und eine integre Gesellschaft sind die einzigen Mittel, Technologie verantwortlich zu handhaben ohne in der Steinzeit zu bleiben.

Empfehlen
René Artois

Ich konnte leider nur bis hierhin lesen:

"... werden wir die unausweichliche Katastrophe verhindern können."

Dann hat mein Oxymorometer geklingelt.

Empfehlen
Gert Flegelskamp

Snowden

wird von den einen als Held, von anderen als Verräter bezeichnt. Dabei hat er etwas getan, was man nicht hoch genug bewerten kann: Er hat die Gesellschaft angeregt, mal wieder die eigenen Gehirnzellen zu nutzen. Wäre ich gläubig und Katholik, würde ich Franziskus auffordern, ihn heilig zu sprechen.
Wenn ich mich gelegentlich mit alten Kumpels treffe, alle aus der IT-Branche, haben sie sich öfters über mich lustig gemacht, weil ich kein Handy habe und bei keinem der sozialen Netwerke angemeldet bin.
Inzwischen sind auch sie ein wenig nachdenklicher geworden.
Die Konsequenzen für mich selbst? Zukünftig kein EBAY mehr, Amazon ohnehin nicht und auch den Kauf über Internet oder Kreditkarte werde ich auf ein Minimum einschränken.
Schwierigkeiten bereiten mir lediglich Microsoft und Google, weil ich eine Internetseite betreibe (werbefrei), die sich mit politischen Auswüchsen beschäftigt und die ich (noch) nicht einstellen möchte.

Empfehlen
Rolf Huchthausen

Inwiefern paßt denn der Titel des Artikels auf unseren Bundespräsidenten?

Der Mann wollte ja ein unbequemer BuPrä sein, der flippt nachgerade aus, wenn es um Freiheit geht! Und jetzt? Man hört nix mehr!

Es deutet sich das selbe Prinzip an wie in der illegitimen €URO-Rettung: "wir machen etwas und schauen, wieviel Geschrei es gibt. Gibt es kein Geschrei, machen wir weiter bis die Katze im Sack ist"!

Die Regierungsbande mitsamt Staatsoberhaupt ist so nah am Titel dieses Artikels! Das ist ganz ganz bitter! Nirgendwo sieht man das verwerfliche Regierungshandeln besser, als wenn Insider plaudern. Danke, Mr. Snowden!

Ich kann alle Regierungsinsider nur aufmuntern ihr Gewissen in der Öffentlichkeit abzuladen und zu beruhigen. Wir werden uns die Augen reiben, wie das da alles vor sich geht!

Empfehlen
Axel Wittenberg

Sehr geehrter Herr Seeck,

der absurden und bizarren Logik aller Geheimdienste folgend, sind Sie und Ihre Familie genau durch Ihre 14-tägige Trennung vom Netz auffällig geworden. Welcher angepasste und friedliche konsumierende Mitbürger macht das schon? Die Unterstellung, dass Sie und Ihre Familie die 14 Tage zum Aufenthalt in einem Terror-Camp in Pakistan oder dem Jemen genutzt haben könnten, ist ja nicht so einfach von der Hand zu weißen. Der Logik der Geheimdienste folgend, sind Sie verdächtig und sollten deshalb möglichst rasch Ihre Unschuld beweisen. Die Totalüberwachung geht nämlich einher mit der Beweislastumkehr: Der Verdächtige muss seine Unschuld beweisen! Dies folgt dem Prinzip der Inquisitionsverfahren des 15. bis 17. Jahrhunderts. Wir haben prächtige Fortschritte gemacht, nicht wahr.

Empfehlen
Olaf Berggrün

Ich will:

Kostenlos surfen
Kostenlos Filme, Pornos, Bilder downloaden
Kostenlos Mailen
Alles muss einfach sein, der dritte Menüpunkt ist bereits zuviel
Internet, die sozialen Medien sind doch toll! Was soll daran böse sein?

Und nun habe ich fast 120 Sekunden mein Smartphone nicht gecheckt. Schon habe ich Schweißperlen auf der Stirn.

Empfehlen
Günter Blümel

informiert

Ich finde es nicht so schlecht, gut informiert zu sein. Datenschutz bedeutet für mich daher nicht vor Daten geschützt zu werden, sondern vor deren Missbrauch durch Menschen. Der Arzt, der meine Genetik versteht und mir, gerne auch per App übers Handy, hilft, das (insbesondere für mich) Gute zu tun und das (insbesondere für mich) Schlechte zu lassen oder auf später zu verschieben, wäre mir willkommen. Und ich bin weder Alkoholiker, noch Junkie, noch Raucher, noch Koleriker, noch Suizidgefärdeter, noch Workaholic, noch Couch-Potato, noch Schlaganfallgefährdeter, noch ... Man könnte diese Risiken um zig Prozent reduzieren oder sie verfielfachen. Mit exakt denselben Daten.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2013 16:37 Uhr
Gert Flegelskamp

Wie kommen Sie darauf

dass man Ihre Daten missbrauch könnte? Die NSA doch nicht, die sind doch ein Geheimdienst der Guten und haben deshalb auch nur Gutes im Sinn.

Mein Tipp: Kaufen Sie die vom Autor erwähnten intelligenten Produkte und sie werden jederzeit gut informiert sein. Ein implantierter RFID-Chip wäre noch empfehlenswert, dann könnten sie auch noch jede Menge zusätliche Informationen bekommen.

Empfehlen
rene dustmann
rene dustmann (reduma) - 24.07.2013 15:00 Uhr

mit allem einverstanden, aber ->

erreichen wird diese Erkenntnis nur die wenigsten. Die, welche mit Bonuskärtchen (heute payback, haha) die Groschen sammeln sind einfach nicht sensibilisiert. Und wenn es mit dem Job nicht klappt oder eine Finanzierung nicht läuft kommt keiner auf die Idee das dies nun u.a. auch dafür der Preis ist.

Die Datendealer sind die neuen Herren der Welt. Sich von diesen Fesseln zu lösen wird ungleich schwieriger als so simple Dinge wie Reisefreiheit oder Demokratie zu schaffen.

Empfehlen

24.07.2013, 13:00 Uhr

Weitersagen
 

Unsere Geschichten, nur anders erzählt

Von Andreas Platthaus

Mit Kafka teilte er die Einfühlung in das Schicksal der Bedrängten. Das Erfolgsrezept seiner Bücher könnte den Titel eines Aufsatzes tragen, den er 1993 veröffentlicht hat. Zum Tod von Gabriel García Márquez. Mehr 1 2