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Türkisches Staudamm-Projekt gestoppt Die Schatztruhe wird nicht geflutet

 ·  Deutschland, Österreich und die Schweiz ziehen sich aus der Finanzierung des umstrittenen Staudammprojekts Ilisu in Anatolien zurück, weil der Bau ökologisch und sozial unverträglich sei. Jahrtausendalte Kulturstätten wären ihm zum Opfer gefallen.

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Deutschland, Österreich und die Schweiz ziehen sich aus der Finanzierung des umstrittenen Staudammprojekts Ilisu im Südosten der Türkei zurück. Das teilten die Kreditversicherer der drei Länder an diesem Dienstag in Hamburg mit.

Seit Anfang des Jahres ruhen die im letzten Jahr begonnenen Bauarbeiten. Im Dezember hatten die drei Länder ihre Kreditbürgschaften für das Projekt gestoppt, da die türkische Regierung Auflagen, die den Damm ökologisch und sozial verträglich machen sollen, nicht eingehalten hat.

Die Realisierung des Staudammprojekts würde den Untergang von jahrtausendalten Kulturstätten bedeuten. Zweiundfünfzig Dörfer und Kleinstädte sollen in dem geplanten Stausee versinken, darunter Hasankeyf, die einzige aus der Antike gänzlich erhaltene Stadt Anatoliens. Die Nichtregierungsorganisation Doga Dernegi hatte Mitte April einen Bericht präsentiert, der darlegt, dass Hasankeyf neun von zehn Kriterien erfüllt, um in die Unesco-Liste des Welterbes aufgenommen zu werden - die Chinesische Mauer erfüllt fünf, das Taj Mahal nur eines der Kriterien.

Hasankeyf, das an einer Furt am Tigris liegt, gilt als archäologische Schatztruhe der Türkei. Die Wege aller Kulturen Anatoliens haben sich dort gekreuzt. Antike Nekropolen, römische Mosaike und jahrhundertealte Moscheen würden geflutet werden. Mit dem Stausee würde der Tigris vierhundert Kilometer weit zurück aufgestaut werden. Fast fünfzigtausend Menschen sollen umgesiedelt werden.

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