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Toulouser Terrorist Das Kalifat im Badezimmer

 ·  Die Moritat des Toulouser Terroristen und Serienmörders Mohamed Mehra passt in keines unserer narrativen Muster. Insbesondere die Rolle der staatlichen Behörden bleibt ein Rätsel.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (21)
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mary van de cremer

Fursan al-Izza 'Restore the Caliphate'

Auch bei MEMRI kommt man wohl zum Schluß, das der Serienmörder aus Toulouse zumindest "ideologically affiliated with Al-Qaeda" war, nämlich über deren französischen Zweig "FURSAN AL-IZZA". Und in einem Video wird auch aufgerufen zum "Restore the Caliphate".. Mehr Information dazu bei MEMRI.

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Sabine Mersmann

Gott sei Dank -

Mohamed Mehra war kein nationaler Rechtsterrorist, der wie Breivik in Norwegen Volk und Heimat in Gefahr gebracht hat. Es war nur ein fehlgeleiteter islamistischer Einzeltäter. Also: Augen zu und weiterschlafen. - Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

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Herold Binsack
Herold Binsack (Devin08) - 23.03.2012 09:54 Uhr

Manipulativ unterstützt

"Der Mann, dem im zivilen Leben kaum etwas gelang, der nicht sonderlich gebildet war, handelt plötzlich mit bemerkenswertem kriminellem Geschick.“ Und genau das verweist für mich auf eine manipulative Unterstützung. Siehe hierzu mein: „Gottesgeflüster in Staatsdiensten“, und: „Einfach zu passend das Timing“.

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Ulrich Baare
Ulrich Baare (Zagreus) - 23.03.2012 08:52 Uhr

Zwei Problemfelder

Ein hochinteressanter Artikel, Herr Minkmar! - Danke dafür.

Ich möchte aber auf zwei Schwierigkeiten hinweisen, die mMn. hier eine große Rolle spielen:

Zum einen haben wir ein Identitätsproblem. Mo verstand sich eben nicht als Franzose, sondern als Algerier und als Moslem, der angegriffen wird (stelvertreter-rolle).
All die Sozialleistungen zähten für ihn nicht, sondern schienen Selbstverständlichkeiten zu sein, die ihm zustünden qua natura.

Und zweitens, wie soll sojemand aufgehalten werden, wenn 'wir' gerade solch eine Identität fördern, indem wir das 'Anderssein' als ein auszeichnendes Merkmal kommunizieren und bei Straftaten sehr oft ein extrem mildes und verständnisvolles Verhalten (siehe Jugendstrafrecht) an den Tag legen? - Welcher Beamte oder welche Behörde, mit der Mo zu tun hatte, hätte den irgendwie eine echte Möglichkeit gehabt, durchzugreifen, ohne dass das dann als Angriff auf seine 'Rechte' interpretiert wäre von vielen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.03.2012 12:36 Uhr
Karla Wesel

Jugendstrafrecht?

Das Jugendstrafrecht belohnt nicht das Andersverhalten eines Menschen, sondern trägt der Tatsache Rechnung, dass Menschen reifen und lernen. Das ist ein entscheidender Punkt, der sicherstellen soll, dass junge Menschen, die sich entwickeln und ihre Grenzen austesten, nicht mit einem dummen Jugendfehler (Die wir wohl alle in irgendeiner Form haben) nicht die ganz Existenz verbaut.

Mit dem Nichthandeln bei einem jungene Mann, der sich erst als Erwachsener radikalisiert hat, hat das nun überhauot nichts zu tun.

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Horst Johnson

Staatsversagen

Dieser Terrorist bestätigt zu 100% seine Vorgaben. Jung, muslim.,kriminell mit dutzendfacher Gewaltbereitschaft, Großfamilie, ungebildet, vom Staate alimentiert. Mich wundert wie solche Geister hier immer noch frei rumlaufen können und Kinder lynchen. Die Kriminalitätsquote bei jungen Muslimen in diesem Alter liegt in Frankreich bei 70%. Zufälle?
Solange der Staat weiter an seiner gescheiterten Integrations Ideologie festhält passieren diese Attentate. Die Opfer sind Unschuldige Kinder, Bürger, welche diese gescheiterte Politik auszubaden haben. Nur noch wenige unbefangene Medien berichten über des Terroristen Vita.
Sarrazin hatte Recht. Wir opfern unsere freiheitl. Werte und sind nicht mehr wehrhaft. Palavern mit solch einem noch 24 Stunden während die Opfer unsagbar leiden. Was für eine kranke Gesellschaft.

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alex rozencwajg
alex rozencwajg (thesi1) - 23.03.2012 06:43 Uhr

calme te

soll das franzoesich sein?

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nikolaus hesse

"Die Moritat des Toulouser Terroristen und Serienmörders Mohamed Mehra passt in keines

unserer narrativen Muster."
wenn man sich beim narrare=erzaehlen an wahrheit+wirklichkeit haelt, dann braucht man auch kein "narratives muster". man laesst die wahrheit sprechen, so einfach ist das.--
"Irreführend ist auch die Bezeichnung des Täters als „Franzose algerischer Herkunft“,...."
nein, diese bezeichnung ist nicht irrefuehrend. irrefuehrend waere es gewesen, haette man den
taeter nicht in dieser art bezeichnet. diese bezeichnung fuehrt nicht "irre", diese bezeichnung
fuehrt durch die "irre" geradewegs zum ziel. der leser,(und buerger), giert nach dieser art von
aufklaerung ohne das in D vorherrschende "narrative muster".
uebrigens ist es in italien,(+vermutlich auch in F), gang und gaebe, bei berichten ueber straftaten hinweise auf die taeterethnie zu geben. die hier erwaehnten "bandenkriege" zwischen
sinti/roma+"palaestinensern"? sind in wirklichkeit terrorangriffe musliminischer banden auf
ungeschuetzte sinti/roma lager. entsprechendes wird auch aus berlin berichtet.

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Stefanie Brückmann

wenn das Wort Terror fällt

Der Junge soll geäußert haben, dass er die Kriegsbeteiligung Frankreichs gegen Libyen verachtet hat. Er soll Antipathien gegen Soldaten gehabt haben. Warum wählte er diese Ziele und keine anderen? Warum tat er es gerade jetzt? Er war radikalisiert. Ja sicherlich. Was hat Ihn radikalisiert? Welche Haltung hatte er nach der Radikalisierung? Weshalb? Wenn ein Einzeltäter kein Amokläufer war sondern sein Handeln politisch motiviert war, dann wird er Terrorist genannt. Und wenn wir das Problem mit den Terroristen lösen wollen, müssen wir uns früher oder später wohl fragen warum es passiert ist und was diese Menschen so radikalisiert. Ich sympathisiere in keiner Form mit Gewalt. Nicht im Krieg und schon einmal gar nicht mit gewalttätigen Terroristen. Ich frage aber dennoch nach den Motiven und Gründen der Terroristen. Also warum fragt schon wieder niemand nach dem Warum! Schon nach 9/11 hat mich die vollständige Abwesenheit von Fragen nach dem Warum stark gestört.

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Paul Scherfer-Samide

Danke für den differenzierten Artikel!

Danke, Herr Minkmar. Sie haben gleichzeitig sehr konkrete Informationen zusammengetragen und gehen dann doch genügend weit zurück, um den Blick darauf zu werfen, was unsere Gesellschaften tun können, um solche Gräueltaten zu vermeiden.
Joachim Bauer zeigt in seinem Buch "Schmerzgrenze" auf, dass menschliche Aggressivität immer eine Reaktion auf selbst erlittene Demütigung, Verletzung und Aggression ist. Die Geschichte Deutschlands nach 1945 ist ein Beleg für diese These: Das durch die Nazis aufgebaute aggressive Potential konnte durch intensive (Beziehungs-) Arbeit von Politikern, Pädagogen, Geistlichen, Vätern und Müttern über zwei Generationen hinweg erheblich reduziert werden. Natürlich hat auch die wirtschaftliche Entwicklung zu dieser Entwicklung beigetragen. Insofern stellen Sie die richtigen Fragen: Durch welche wirtschaftspolitischen, finanzpolitischen, sozialpolitischen ("Fördern und Fordern") und bildungspolitischen Maßnahmen kann Aggressionspotential reduziert werden?!

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Karl-Heinrich Gissel

Die Republik zieht ein Monster groß

Ein sehr guter Artikel, nur dem Fazit kann ich nicht zustimmen.
Mohamed Mehra hat sich doch selbstverantwortlich, der " einzigen, wahren Religion" zugewandt.

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Josef Hauser

Die Republik zieht ein Monster groß?

Es wäre wohlfeil, die Schuld an diesen Hassmorden auf den Staat abzuschieben! Förderung und Forderung hilft, wenn jemand gefördert und gefordert werden will. Beides muss Grenzen haben.

Wenn sich der Staat jedoch feige zurückzieht, wo es auf Aktivität ankommt, nützen unsere Prinzipien nichts und unsere Werte schon gar nicht. Wenn es der Staat nicht schafft, ausländische Bildungsabschlüsse anzuerkennen, arbeitswillige Akademiker und Abiturienten abschiebt, aber bewaffnete Banden und Radikalisierung (s. Artikel) gewähren lässt, werden wir Vorfälle wie die von Toulouse noch öfter erleben.

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Mascha Join-Lambert
Mascha Join-Lambert (mljl) - 22.03.2012 21:06 Uhr

"Hin und her gereicht"

Ihr 1. Kernsatz: "M.M. wurde hin und her gereicht zwischen der sorgenden und der strafenden ...Hand der Republik....Niemand zog die Konsequenzen, die wir treuen Zuschauer erwarten würden."
Warum eben sind wir nur "Zuschauer", wo wir uns in jedem Stadtviertel über den Ehrgeiz für die Jugend der Minderheiten verständigen müssten. (Ist an M.M. zB. nicht ein Sportler verlorengegangen?; wer baute mit ihm "Identität"?)
François Bayroux reagierte als erster. Es gilt für ganz Europa: "wir lassen explosive Ansätze in unserer Gesellschaft zu."
Ihr 2. Kernsatz: "Schauen feixend zu": Konnte tatsächlich nach den Morden an (farbigen) Soldaten nicht schneller ermittelt werden? Musste Frankreich vor die Weltöffentlichkeit zitiert werden, bevor es schnell funktionierte? Vielleicht war der Zugriff auf Internetdaten legal und technisch nicht schneller möglich. Aber man will es genau wissen. Wegen dem gleichen Recht auf Schutz durch das Gesetz. Und auch das gilt nicht nur in der Sonne des Süden

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Ignaz Jablonski

rofl

"An erster Stelle nannte er das Verbot des Besuchs terrorverherrlichender Internetseiten."
Nix neues auf der Welt.
Es kommt einem so vor als kenne man das Drehbuch und das Ziel spätestens seit 9/11 und pausenlos muss man diese Theatershows in den News über sich ergehen lassen. Können die nicht einfach offiziell den Ultra-High-Tech-Faschismus über Reuters verbreiten und gut ist?

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Norman Reppingen

Das selbe Problem wie bei den NSU Morden,

trotz evidenter Problemlage gibt es in solchen Fällen eine Karriere von Bewährungsstrafen und eine Mischung aus aktivem Wegschauen und passiver Bestandsaufnahme. Irgendwann ist es für Viele zu spät, und diesen Moment will man offenbar unbedingt abwarten. Vermutlich ist jetzt wohl in Frankfurt wieder ein öffentliches Totengebet von kollegialen Salafisten fällig.

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Jack Murphy

Nur ein Einzeltäter -

na dann können wir die Angelegenheit ja als erledigt ablegen und den Traum von "erfolgreicher Integration" weiter verfolgen. Sarkozy's blitzschnelle und treffsichere Ursachenanalyse und der demonstrierte "kraftvolle" Aktionismus (Internet besser überwachen) weisen auf die Unfähigkeit der heutigen Politkaste, die realen P.

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Jan Schneidereit

"Insbesondere die Rolle der staatlichen Behörden bleibt ein Rätsel."

Natürlich kann man Schlamperei, mangelhafte Koordination und kommunikation, vielleicht sogar Unterschätzung von militanten Islamisten durch die Behörden nicht von vornherein ausschließen.

Leider aber kann man auch das folgende nicht ausschließen: Es gibt in den Behörden - wie in der gesamten Gesellschaft - eine Scheu, gewalttätige Islamisten zu nennen, wie sie genannt werden müssen: gewalttätige Islamisten.

Ich halte es sehr gut für möglich, dass die Angst vor islamistischen Anschlägen auch unter Abwehrspezialisten geringer ist als die Gefahr, als Ausländerfeind gebrandmarkt zu werden.

Die Schuldzuweisung nach Rechtsaußen erfolgt allzu schnell. Offenbar wollen es viele noch immer nicht wahrhaben, was sich in den französischen Vorstädten zusammenbraut. Und diese bewusste Blindheit lähmt vielleicht auch manchen Geheimdienstler?

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ich ich
ich ich (1a2345678) - 22.03.2012 19:05 Uhr

Eindimensionale Internet-Sicht

Um trotz der für die "Netzgemeinde" typische Simplifizierung "Internet=Gut, Staat im Internet=schlecht" den für diesen Fall deutlich interessanteren Askept (als die nun wirklich sinnfreien Netzsperren) anzusprechen: Gepackt wurde der Terrorist wegen der zur Bekämpfung des Terrorismus eingeführten Vorratsdatenspeicherung. Diese HAT dabei konkret weitere geplante Schwerverbrechen verhindert.

Wäre schön, wenn das trotz des -auch die FAZ mitreissenden- allgemeinen Niedergangs des Meinungspluralismus (infolge des Netzes - welch Ironie), in welcher sich jeder "Online-Journalist" (Blogger^^) den Takt von spiegel-online vorgeben lässt, nicht ganz aus dem Blickwinkel gerät. Daß sich von den die VDS tragenden Volksparteien momentan keiner traut das anzusprechen, ist zwar ein Zeichen deren langsam wachsenden Web2.0-Medienkompetenz (sonst wäre der Vorwurf der Stimmungsmache auf Opferkosten zu schnell gezogen), ändert aber nichts am Nutzen der Speicherung in diesem Fall.

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Theodor Wedel

Kein Wort vom NSU?

Dabei hat der Fall Mohamed Mehra doch so viele schöne Parallelen. Betrachtet man den Umgang der Medien mit beiden Tragödien lässt sich folgendes feststellen: Es gibt in Deutschland eine Menge Leute, die sich genüsslich über jeden islamistischen Anschlag freuen, weil sie ihn für ihre politische Agenda brauchen. Und es gibt noch viel mehr, die das gleiche bei jedem Neonazi-Anschlag tun. Sachlichkeit, das wäre doch mal was.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.03.2012 20:46 Uhr
Jan Schneidereit

"Sachlichkeit, das wäre doch mal was."

Dass es ein islamistischer Attentäter war, ist nun kein Grund zum Jubeln. Und schon gar nicht taugt der Befund dazu, die Verbrechen der NSU gegenzurechnen, gar zu verharmlosen.

Unser aller Bestreben sollte eher dahin gehen, beiden Extremismus-Fraktionen das Handwerk zu legen.

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Bernhard Binder

calme te

Es war ein bedauerlicher Einzelfall, eine Verkettung persönlicher Zufälle. Darum keine Moritat und keine Moral von der Geschichte.

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22.03.2012, 17:48 Uhr

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