22.03.2012 · Die Moritat des Toulouser Terroristen und Serienmörders Mohamed Mehra passt in keines unserer narrativen Muster. Insbesondere die Rolle der staatlichen Behörden bleibt ein Rätsel.
Von Nils MinkmarRichtlinien für Lesermeinungen
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Fursan al-Izza 'Restore the Caliphate'
Auch bei MEMRI kommt man wohl zum Schluß, das der Serienmörder aus Toulouse zumindest "ideologically affiliated with Al-Qaeda" war, nämlich über deren französischen Zweig "FURSAN AL-IZZA". Und in einem Video wird auch aufgerufen zum "Restore the Caliphate".. Mehr Information dazu bei MEMRI.
Mohamed Mehra war kein nationaler Rechtsterrorist, der wie Breivik in Norwegen Volk und Heimat in Gefahr gebracht hat. Es war nur ein fehlgeleiteter islamistischer Einzeltäter. Also: Augen zu und weiterschlafen. - Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
"Der Mann, dem im zivilen Leben kaum etwas gelang, der nicht
sonderlich gebildet war, handelt plötzlich mit bemerkenswertem
kriminellem Geschick.“ Und genau das verweist für mich auf
eine manipulative Unterstützung. Siehe hierzu mein:
„Gottesgeflüster in Staatsdiensten“, und:
„Einfach zu passend das Timing“.
Ein hochinteressanter Artikel, Herr Minkmar! - Danke dafür.
Ich möchte aber auf zwei Schwierigkeiten hinweisen, die mMn. hier
eine große Rolle spielen:
Zum einen haben wir ein Identitätsproblem. Mo verstand sich eben
nicht als Franzose, sondern als Algerier und als Moslem, der angegriffen
wird (stelvertreter-rolle).
All die Sozialleistungen zähten für ihn nicht, sondern
schienen Selbstverständlichkeiten zu sein, die ihm zustünden
qua natura.
Und zweitens, wie soll sojemand aufgehalten werden, wenn 'wir' gerade
solch eine Identität fördern, indem wir das 'Anderssein' als
ein auszeichnendes Merkmal kommunizieren und bei Straftaten sehr oft ein
extrem mildes und verständnisvolles Verhalten (siehe
Jugendstrafrecht) an den Tag legen? - Welcher Beamte oder welche
Behörde, mit der Mo zu tun hatte, hätte den irgendwie eine
echte Möglichkeit gehabt, durchzugreifen, ohne dass das dann als
Angriff auf seine 'Rechte' interpretiert wäre von vielen?
Jugendstrafrecht?
Das Jugendstrafrecht belohnt nicht das Andersverhalten eines Menschen,
sondern trägt der Tatsache Rechnung, dass Menschen reifen und
lernen. Das ist ein entscheidender Punkt, der sicherstellen soll, dass
junge Menschen, die sich entwickeln und ihre Grenzen austesten, nicht
mit einem dummen Jugendfehler (Die wir wohl alle in irgendeiner Form
haben) nicht die ganz Existenz verbaut.
Mit dem Nichthandeln bei einem jungene Mann, der sich erst als
Erwachsener radikalisiert hat, hat das nun überhauot nichts zu tun.
Dieser Terrorist bestätigt zu 100% seine Vorgaben. Jung,
muslim.,kriminell mit dutzendfacher Gewaltbereitschaft,
Großfamilie, ungebildet, vom Staate alimentiert. Mich wundert wie
solche Geister hier immer noch frei rumlaufen können und Kinder
lynchen. Die Kriminalitätsquote bei jungen Muslimen in diesem Alter
liegt in Frankreich bei 70%. Zufälle?
Solange der Staat weiter an seiner gescheiterten Integrations Ideologie
festhält passieren diese Attentate. Die Opfer sind Unschuldige
Kinder, Bürger, welche diese gescheiterte Politik auszubaden haben.
Nur noch wenige unbefangene Medien berichten über des Terroristen Vita.
Sarrazin hatte Recht. Wir opfern unsere freiheitl. Werte und sind nicht
mehr wehrhaft. Palavern mit solch einem noch 24 Stunden während die
Opfer unsagbar leiden. Was für eine kranke Gesellschaft.
soll das franzoesich sein?
"Die Moritat des Toulouser Terroristen und Serienmörders Mohamed Mehra passt in keines
unserer narrativen Muster."
wenn man sich beim narrare=erzaehlen an wahrheit+wirklichkeit haelt,
dann braucht man auch kein "narratives muster". man laesst die
wahrheit sprechen, so einfach ist das.--
"Irreführend ist auch die Bezeichnung des Täters als
„Franzose algerischer Herkunft“,...."
nein, diese bezeichnung ist nicht irrefuehrend. irrefuehrend waere es
gewesen, haette man den
taeter nicht in dieser art bezeichnet. diese bezeichnung fuehrt nicht
"irre", diese bezeichnung
fuehrt durch die "irre" geradewegs zum ziel. der leser,(und
buerger), giert nach dieser art von
aufklaerung ohne das in D vorherrschende "narrative muster".
uebrigens ist es in italien,(+vermutlich auch in F), gang und gaebe, bei
berichten ueber straftaten hinweise auf die taeterethnie zu geben. die
hier erwaehnten "bandenkriege" zwischen
sinti/roma+"palaestinensern"? sind in wirklichkeit
terrorangriffe musliminischer banden auf
ungeschuetzte sinti/roma lager. entsprechendes wird auch aus berlin
berichtet.
Der Junge soll geäußert haben, dass er die Kriegsbeteiligung Frankreichs gegen Libyen verachtet hat. Er soll Antipathien gegen Soldaten gehabt haben. Warum wählte er diese Ziele und keine anderen? Warum tat er es gerade jetzt? Er war radikalisiert. Ja sicherlich. Was hat Ihn radikalisiert? Welche Haltung hatte er nach der Radikalisierung? Weshalb? Wenn ein Einzeltäter kein Amokläufer war sondern sein Handeln politisch motiviert war, dann wird er Terrorist genannt. Und wenn wir das Problem mit den Terroristen lösen wollen, müssen wir uns früher oder später wohl fragen warum es passiert ist und was diese Menschen so radikalisiert. Ich sympathisiere in keiner Form mit Gewalt. Nicht im Krieg und schon einmal gar nicht mit gewalttätigen Terroristen. Ich frage aber dennoch nach den Motiven und Gründen der Terroristen. Also warum fragt schon wieder niemand nach dem Warum! Schon nach 9/11 hat mich die vollständige Abwesenheit von Fragen nach dem Warum stark gestört.
Danke für den differenzierten Artikel!
Danke, Herr Minkmar. Sie haben gleichzeitig sehr konkrete Informationen
zusammengetragen und gehen dann doch genügend weit zurück, um
den Blick darauf zu werfen, was unsere Gesellschaften tun können,
um solche Gräueltaten zu vermeiden.
Joachim Bauer zeigt in seinem Buch "Schmerzgrenze" auf, dass
menschliche Aggressivität immer eine Reaktion auf selbst erlittene
Demütigung, Verletzung und Aggression ist. Die Geschichte
Deutschlands nach 1945 ist ein Beleg für diese These: Das durch die
Nazis aufgebaute aggressive Potential konnte durch intensive
(Beziehungs-) Arbeit von Politikern, Pädagogen, Geistlichen,
Vätern und Müttern über zwei Generationen hinweg
erheblich reduziert werden. Natürlich hat auch die wirtschaftliche
Entwicklung zu dieser Entwicklung beigetragen. Insofern stellen Sie die
richtigen Fragen: Durch welche wirtschaftspolitischen,
finanzpolitischen, sozialpolitischen ("Fördern und
Fordern") und bildungspolitischen Maßnahmen kann
Aggressionspotential reduziert werden?!
Die Republik zieht ein Monster groß
Ein sehr guter Artikel, nur dem Fazit kann ich nicht zustimmen.
Mohamed Mehra hat sich doch selbstverantwortlich, der " einzigen,
wahren Religion" zugewandt.
Die Republik zieht ein Monster groß?
Es wäre wohlfeil, die Schuld an diesen Hassmorden auf den Staat
abzuschieben! Förderung und Forderung hilft, wenn jemand
gefördert und gefordert werden will. Beides muss Grenzen haben.
Wenn sich der Staat jedoch feige zurückzieht, wo es auf
Aktivität ankommt, nützen unsere Prinzipien nichts und unsere
Werte schon gar nicht. Wenn es der Staat nicht schafft,
ausländische Bildungsabschlüsse anzuerkennen, arbeitswillige
Akademiker und Abiturienten abschiebt, aber bewaffnete Banden und
Radikalisierung (s. Artikel) gewähren lässt, werden wir
Vorfälle wie die von Toulouse noch öfter erleben.
Ihr 1. Kernsatz: "M.M. wurde hin und her gereicht zwischen der
sorgenden und der strafenden ...Hand der Republik....Niemand zog die
Konsequenzen, die wir treuen Zuschauer erwarten würden."
Warum eben sind wir nur "Zuschauer", wo wir uns in jedem
Stadtviertel über den Ehrgeiz für die Jugend der Minderheiten
verständigen müssten. (Ist an M.M. zB. nicht ein Sportler
verlorengegangen?; wer baute mit ihm "Identität"?)
François Bayroux reagierte als erster. Es gilt für ganz
Europa: "wir lassen explosive Ansätze in unserer Gesellschaft zu."
Ihr 2. Kernsatz: "Schauen feixend zu": Konnte tatsächlich
nach den Morden an (farbigen) Soldaten nicht schneller ermittelt werden?
Musste Frankreich vor die Weltöffentlichkeit zitiert werden, bevor
es schnell funktionierte? Vielleicht war der Zugriff auf Internetdaten
legal und technisch nicht schneller möglich. Aber man will es genau
wissen. Wegen dem gleichen Recht auf Schutz durch das Gesetz. Und auch
das gilt nicht nur in der Sonne des Süden
"An erster Stelle nannte er das Verbot des Besuchs
terrorverherrlichender Internetseiten."
Nix neues auf der Welt.
Es kommt einem so vor als kenne man das Drehbuch und das Ziel
spätestens seit 9/11 und pausenlos muss man diese Theatershows in
den News über sich ergehen lassen. Können die nicht einfach
offiziell den Ultra-High-Tech-Faschismus über Reuters verbreiten
und gut ist?
Das selbe Problem wie bei den NSU Morden,
trotz evidenter Problemlage gibt es in solchen Fällen eine Karriere von Bewährungsstrafen und eine Mischung aus aktivem Wegschauen und passiver Bestandsaufnahme. Irgendwann ist es für Viele zu spät, und diesen Moment will man offenbar unbedingt abwarten. Vermutlich ist jetzt wohl in Frankfurt wieder ein öffentliches Totengebet von kollegialen Salafisten fällig.
na dann können wir die Angelegenheit ja als erledigt ablegen und
den Traum von "erfolgreicher Integration" weiter verfolgen.
Sarkozy's blitzschnelle und treffsichere Ursachenanalyse und der
demonstrierte "kraftvolle" Aktionismus (Internet besser
überwachen) weisen auf die Unfähigkeit der heutigen
Politkaste, die realen P.
"Insbesondere die Rolle der staatlichen Behörden bleibt ein Rätsel."
Natürlich kann man Schlamperei, mangelhafte Koordination und
kommunikation, vielleicht sogar Unterschätzung von militanten
Islamisten durch die Behörden nicht von vornherein ausschließen.
Leider aber kann man auch das folgende nicht ausschließen: Es gibt
in den Behörden - wie in der gesamten Gesellschaft - eine Scheu,
gewalttätige Islamisten zu nennen, wie sie genannt werden
müssen: gewalttätige Islamisten.
Ich halte es sehr gut für möglich, dass die Angst vor
islamistischen Anschlägen auch unter Abwehrspezialisten geringer
ist als die Gefahr, als Ausländerfeind gebrandmarkt zu werden.
Die Schuldzuweisung nach Rechtsaußen erfolgt allzu schnell.
Offenbar wollen es viele noch immer nicht wahrhaben, was sich in den
französischen Vorstädten zusammenbraut. Und diese bewusste
Blindheit lähmt vielleicht auch manchen Geheimdienstler?
Eindimensionale Internet-Sicht
Um trotz der für die "Netzgemeinde" typische
Simplifizierung "Internet=Gut, Staat im Internet=schlecht" den
für diesen Fall deutlich interessanteren Askept (als die nun
wirklich sinnfreien Netzsperren) anzusprechen: Gepackt wurde der
Terrorist wegen der zur Bekämpfung des Terrorismus
eingeführten Vorratsdatenspeicherung. Diese HAT dabei konkret
weitere geplante Schwerverbrechen verhindert.
Wäre schön, wenn das trotz des -auch die FAZ mitreissenden-
allgemeinen Niedergangs des Meinungspluralismus (infolge des Netzes -
welch Ironie), in welcher sich jeder "Online-Journalist"
(Blogger^^) den Takt von spiegel-online vorgeben lässt, nicht ganz
aus dem Blickwinkel gerät. Daß sich von den die VDS tragenden
Volksparteien momentan keiner traut das anzusprechen, ist zwar ein
Zeichen deren langsam wachsenden Web2.0-Medienkompetenz (sonst wäre
der Vorwurf der Stimmungsmache auf Opferkosten zu schnell gezogen),
ändert aber nichts am Nutzen der Speicherung in diesem Fall.
Dabei hat der Fall Mohamed Mehra doch so viele schöne Parallelen. Betrachtet man den Umgang der Medien mit beiden Tragödien lässt sich folgendes feststellen: Es gibt in Deutschland eine Menge Leute, die sich genüsslich über jeden islamistischen Anschlag freuen, weil sie ihn für ihre politische Agenda brauchen. Und es gibt noch viel mehr, die das gleiche bei jedem Neonazi-Anschlag tun. Sachlichkeit, das wäre doch mal was.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.03.2012 20:46 Uhr"Sachlichkeit, das wäre doch mal was."
Dass es ein islamistischer Attentäter war, ist nun kein Grund zum
Jubeln. Und schon gar nicht taugt der Befund dazu, die Verbrechen der
NSU gegenzurechnen, gar zu verharmlosen.
Unser aller Bestreben sollte eher dahin gehen, beiden
Extremismus-Fraktionen das Handwerk zu legen.
Es war ein bedauerlicher Einzelfall, eine Verkettung persönlicher Zufälle. Darum keine Moritat und keine Moral von der Geschichte.