http://www.faz.net/-gqz-7no9q

„Er ist wieder da“ erscheint in England : Die Insel und die Hitler-Strähne

Die englische Version von „Er ist wieder da“ erscheint jetzt unter dem Titel „Look who´s back“ im MacLehose Press Verlag. Bild: MacLehose Press

Die englische Ausgabe des Bestsellers „Er ist wieder da“ erscheint - und ganz Großbritannien fragt sich, ob wir Deutschen schon so flapsig mit Hitler umgehen dürfen. Ein britischer Sender sucht währenddessen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in den Haaren Hitlers.

          Die englische Ausgabe von Timur Vermes’ Bestseller „Er ist wieder da“ unter dem Titel „Look Who’s Back“ lässt britische Medien darüber spekulieren, ob Deutsche über Hitler lachen dürfen. Die Empörung, die dieses Thema in England oft begleitet, ist bislang ausgeblieben, wie überhaupt die Berichterstattung über deutsche Themen weit weniger aufgeregt ist als noch vor wenigen Jahren, als fast jeder Artikel mit Hakenkreuz, Pickelhaube oder marschierenden Soldaten illustriert wurde.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Im „Observer“ erzählt der Berliner Korrespondent Philip Oltermann, wie der Bestseller in Deutschland aufgenommen wurde. Ähnlich geht Sophie Hardach im „Daily Telegraph“ vor. In ihrem Blog berichtet die freie Journalistin indes, wie sie beinah den Kaffee ausgespuckt habe, als sie sah, dass ihre Schlagzeile „Bestseller veranlasst Deutsche zu fragen, ob es okay ist, über Hitler zu lachen“ von der Redaktion verändert wurde in „Wie die Deutschen sich wieder in Hitler verliebt haben“.

          Berühmte DNA

          Dem englischen Verlag dürfte das nicht unrecht sein. Derzeit jedoch erregen sich die Gemüter viel mehr über den Sender Channel 4, der dem Holocaust-Leugner David Irving 3000 Pfund bezahlt haben soll für eine vermeintliche Strähne von Hitlers Haar. Seitdem Irving für bankrott erklärt wurde, versucht er durch den Verkauf von Hitler-Memorabilien zu Geld zu kommen.

          Holocaust-Leugner David Irving versucht mit dem Verkauf von Hitler-Memorabilien an Geld zu kommen. Eine Strähne des Diktators brachte ihm angeblich 3.000 Pfund ein.
          Holocaust-Leugner David Irving versucht mit dem Verkauf von Hitler-Memorabilien an Geld zu kommen. Eine Strähne des Diktators brachte ihm angeblich 3.000 Pfund ein. : Bild: AP

          Channel 4 hat die Strähne für die Sendung „Dead Famous DNA“ erworben, die, so der Sender, „herausfinden will, was die Biologie einiger der wichtigsten und berüchtigten Figuren der Geschichte zu ihrer Biographie beitragen kann“. Neben Hitler werden dort auch Marilyn Monroe, Napoleon und Charles Darwin unter die Lupe genommen.

          Ein Sprecher von Channel 4 sagte, die Bedeutung der naturwissenschaftlichen und historischen Einblicke rechtfertige den Kauf der Hitler-Strähne.

          Weitere Themen

          Alle andern machen nur Fake-News Video-Seite öffnen

          Sinclair Medien : Alle andern machen nur Fake-News

          Die zur amerikanischen Mediengruppe Sinclair gehörenden Fernsehstationen mussten im April eine gleichlautende Erklärung verlesen. Darin wird behauptet, alle anderen Sender machten nur Fake-News. Die Aktion rief heftige Kritik hervor.

          Casual Friday? Gibt es nicht! Video-Seite öffnen

          Nur ein Mythos : Casual Friday? Gibt es nicht!

          Freitags lassen die Bekleidungsstandards zu wünschen übrig. Männer erscheinen am Arbeitsplatz, als wären sie auf dem Weg zum geselligen Kumpel-Abend. Casual Friday nennen sie es – und halten es für sportlich.

          Topmeldungen

          Klimaforschung : Der Planet steht, das System wankt

          Von wegen Pause: Im Meer, im Eis, im Grünen und in großer Höhe, der Klimawandel kommt immer schneller auf Touren und hinterlässt radikaler denn je seine Spuren in den Datenreihen.

          Vor Gipfeltreffen : Nordkorea beansprucht mit Testverzicht Status als Atommacht

          Amerikas Präsident Donald Trump und die Regierung in Seoul sind erfreut, dass Pjöngjang Raketen- und Atomwaffentests aussetzen will. Doch die Ankündigung Kim Jong-uns symbolisiert den Anspruch, als Atommacht ernst genommen zu werden.

          Brief aus Istanbul : Hallo, Taxi! Hallo, Verräter!

          Das Unternehmen Uber ist nirgends so richtig beliebt. Am schlimmsten aber ist es in Istanbul: Hier kann es sogar den Fahrgästen an den Kragen gehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.