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„Tatort“-Regisseur Niki Stein Unter Piraten

 ·  Freies Netz für freie Bürger? Was die Piratenpartei fordert, hat mit Demokratie nichts zu tun - es geht um Bedürfnisbefriedigung und Enteignung.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (182)

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bernd ullrich

Piraten waren schon immer so.

Sie lebten wie Robin Hood von den Reichen. Meist nahmen sie sich, was die anderen im Überfluß hatten. Denen, die vom staatlichen Geleitschutz profitierten. Sprich von Gesetzen, die sie eindeutig bevorzugten, die ihren Gewinn sicherten und vermehrten. Die Ausbeutung von Sklaven war legitim, die Enteigung durch Piraten entsprach nicht den Interessen der Ausbeuter. Der Schutz des geistigen Eigentums hat Formen angenommen, die durch nichts gerechtfertigt sind. Die Schilderung des Herrn Stein macht das deutlich. Geistige Arbeit soll mehrmals entlohnt werden? Wo soll die Grenze gezogen werden? Was ist angemessen? Die Denkrichtung der Piraten läßt sich nicht einfach mit den Worten "Bedürfnisbefriedigung" und "Enteignug" beiseite schieben. Es geht hier um die Freiheit der Nutzer des Netzes nicht über Gebühr abgezockt und/oder vom Zugang zur Bildung abgeschnitten zu werden. Überzogene Urheberrechte schaffen Abhängigkeiten. Die sind eine Gefahr und müssen beseitigt werden.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.04.2012 16:17 Uhr
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Achtern weg - Herr Pirat

Wenn das Ihre Analyse und Reaktion auf den von Herrn Stein erläuterten Sachverhalt, kann man sich ja auf was gefasst machen. Mit so einem Ausweichmanöver an der Sache vorbei und die eigene Klientel zu Lasten Dritter befriedigt, entspricht einer Art von Sozialdarwinismus, die ich eigentlich für überwunden glaubte.

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Franz Holzinger

Gratis Download von Filmen als Köder der Piratenpartei

Die Piratenpartei wirbt mit dem Geschenk des Gratis Downloads von Filmen um Wählerstimmen.

Der Schutz des geistigen Eigentums ist durch das Eigentumsrecht und das Recht auf leistungsgerechten Lohn gerechtfertigt. Die Schilderung des Herrn Stein macht das deutlich. Geistige Arbeit soll ordentlich entlohnt werden.
Die Stoßrichtung der Piraten über die "Bedürfnisbefriedigung" und "Enteignung der Reichen" lockt viele Wähler an. Es geht hier nicht um die Freiheit der Nutzer des Netzes. Denn kein Urheber hat die Absicht, andere über Gebühr abzuzocken oder vom Zugang zur Bildung abzuscheiden. Geschützte Urheberrechte geben auch anderen die Freiheit, selber eigene Werke zu schaffen und dafür bezahlt zu werden, um nicht gänzlich von den Werken anderer abhängig zu werden.

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Sebastian Schneider

Bemerkenswert ist

wie hier in vielen Kommentaren die Menge der Urheber mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gleichgesetzt wird. Und wie unterstellt wird, Urheberrechtsschutz und GEZ bedingten sich gegenseitig. Ich lehne Zwangsgebühreneintreibung auch ab, bin aber durchaus dafür, dass Kreative ihre Machwerke selbstbestimmt verkaufen dürfen und gegen unrechtmäßige Nutzung abgesichert bleiben. Mit anderen Worten: Man kippe bitte den unsäglichen Rundfunkstaatsvertrag, lasse dabei aber bitteschön das Urheberrecht heil und verbessere es weiter zum Schutz der Kreativen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.04.2012 15:18 Uhr
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Sebastian Kramper (Krakz) - 22.04.2012 15:18 Uhr

Vollkommen richtig

aber leider drängt sich der Zusammenhang auf, wenn es ausgerechnet die GEZ-Künstler sich in die erste Reihe stellen. Ich denke dann jedenfalls, super als nächstes wollen die eine GEZ-Behörde für s WWW installieren - mit Kontrollrechten wie die Stasi. Das ist natürlich nicht fair, aber wer mit der GEZ im Bett liegt, ----

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Michael Thomas

Schuster bleib bei deinen Leisten

So, wie hier die Welt der "bösen Hacker und Piraten" dargestellt wird, ist so seicht und auch so weit entfernt von der realen Welt der Ermittler, wie manch ein Tatort. "Schuster bleib bei deinen Leisten" kann man hier nur sagen.

Irgendwie ist die Diskussion verfahren und wird - dies zeigt dieser Artikel sehr deutlich - unsachlich und am Thema vorbei geführt.

Ja, Herr Stein, das Urheberrecht muss reformiert werden. Dass die Partei "Piraten" mit so extremen Forderungen Stimmen gewinnen, hat damit etwas zu tun, dass das "Pendel" u.a. dieser Thematik weit von der Mitte entfernt auf einer Seite sich gerade befindet und ein extreme Gegenforderung anscheinend notwendig ist.

Die meisten wollen einfach nur - wie früher und rechtlich eigentlich erlaubt und durch verschiedenste Abgaben (auf Smartphone u.s.w.) bezahlt - privat nur wieder elektr. Bücher einen Freund verleihen dürfen, ein Musikstück weitergeben können und ggf. auch mal ein Video. Mit Datenschutz und FB hat das nichts zu tun.

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Patrick Scholtes
Patrick Scholtes (Kanar) - 21.04.2012 17:14 Uhr

Gerecht?

Das Urheberrecht muß reformiert werden weil es eben nicht Gerecht ist. Natürlich sperren sich Nutznießer wie Herr Stein dagegen weil sie ihre Pfründe verteidigen wollen. Aber das muß die Gesellschaft nicht akzeptieren.
Wo in unsere Gesellschaft bekommt man 70 Jahre nach dem Tod noch Geld für eine geleistete Arbeit? Nur im Urheberrecht sonst nirgendwo!
Der Schreiner der sein Stuhl verkauft bekommt nur einmal dafür Geld. Der Wissenschaftler bekommt nur 20 Jahre Geld für eine Erfindung und dies auch nur wenn es vorher Geld investiert um es Patentieren zu lassen.
Das Urheberrecht hat eine einzigartige Sonderposition in der Gesellschaft die sich nicht rechtfertigen lässt. Deshalb wird es von den Bürgern als ungerecht empfunden und auch oft ignoriert. Wenn das Urheberrecht wieder Akzeptanz unter der Bevölkerung gewinnen soll dann muß es reformiert werden.

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Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 21.04.2012 16:26 Uhr

...Danke, Niki

"Ist das jetzt der pure Zynismus oder nur der dummdreiste Versuch, etwas umsonst zu bekommen, wofür man früher bezahlen musste?"
.
Beides, Niki, leider beides.
Und Außenstehende, die in der Regel keine Ahnung vom Metier haben (siehe Kommentare hier und überall), finden das alles ganz dufte. Haupsache umsonst.

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Nikolaj Leischner

Schlechte Argumentation

"Ich versuche zu verstehen: Weil man theoretisch das von mir geschaffene Produkt Film im Internet beliebig oft reproduzieren und ohne Kosten zur Verfügung stellen kann, darf man mich dafür nicht entlohnen."

Es wird nirgendwo gesagt, dass er nicht für seine Arbeit entlohnt werden darf. In dem von ihm zitierten Text steht dass eine Entlohnung die proportional zu der Anzahl der Kopien die von seinem Werk angefertigt wird nicht in die digitale Welt übertragbar ist - ohne einen Überwachungsstaat zu schaffen.

Ob man jetzt dieser Meinung zustimmt oder nicht, logisch bricht die Argumentation an dieser Stelle auseinander. Und mit der darauf folgenden Analogie zeigt er dann auch noch dass er den Unterschied zwischen materiellen und inmateriellen Gütern nicht verstanden hat.

So ein Artikel tut den Urhebern glaube ich keinen Gefallen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.04.2012 16:23 Uhr
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Ihr Beruf

ist eher nicht aus dieser Branche, oder? das mit den immateriellen Gütern ist gut! Ja, alles ziemlich so prekariatsmässig..- Wulfologen und Schnäppchenjäger vereinigt euch?

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Claus Ernst
Claus Ernst (V_Brevis) - 21.04.2012 16:01 Uhr

Neuer Wilder Westen des innovativen Abgreifens

Wie man in den meisten Foren schnell bemerkt, hat es wenig Sinn, mit habituellen Dieben über die eingeschliffene Gewohnheit ihres Tuns zu diskutieren. Man hätte spätestens um 2000 einschreiten müssen. So aber konnte ein riesiger, neuer Wilder Westen des innovativen Abgreifens entstehen, inclusive Totschlagargumenten wie frei=kostenlos=demokratisch. Das ist das Faustrecht des WWW, des wirklich wilden Westens.

"Do no evil": Mit bauernfängerischen Slogans und einer millionenteuren PR-Kampagne reden die Netzgiganten ihren Journalisten, Söldnern und followern ein, es sei ihr Netz und ihre Freiheit, die das Urheberrecht bedrohe. Dabei wollen alle nur möglichst günstig an guten content kommen, durch den sie ihre Werbung, Persönlichkeitsprofile etc optimieren können. So sind mächtige Oligokraten des Netzes entstanden, die nun in Allianz mit ihren gläubigen Schafen (B.B.) bereits Regierungen einschüchtern können. Mit Demokratie und Freiheit hat das nur vorgeblich zu tun.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.04.2012 13:32 Uhr
Claus Ernst
Claus Ernst (V_Brevis) - 22.04.2012 13:32 Uhr

In aller - immer und nie zu verzeihender - Kürze

Wenn ich auf Rapidshare oder ähnlichen Seiten sehe, dass fast jede CD oder Platte - neuerdings sogar in bester 24/96-Qualität - weltweit kostenfrei heruntergeladen werden kann, und die Künstler erhalten erhalten nicht mal den Bruchteil eines Cents pro download, finde ich das einfach nur empörend.
Klar hat jeder ein Recht auf das private Kopieren für Familie und Freunde. Aber das wollen Sie doch nicht im Ernst mit der anonymen, weltweit kostenfreien Verfügbarkeit gleichsetzen? Dieses illegale Kopieren ist, wie Regener klargemacht hat, ein Schlag ins Gesicht jedes Kreativen. "Dann soll er eben im Badezimmer singen und keine digitalen Aufnahmen mehr veröffentlichen, wenn ihm das nicht gefällt", rät ihm zB Rüdiger Suchsland in seinem Blog. Mit derart unterirdischen Argumenten kommen selbst seriöse Netizens daher...
Und "alle wollen alles günstiger": Das meinte alle von google bis Kim Schmitz, die Künstlern weniger bis nichts zahlen wollen, und die user, die die illegalen Angebote nutzen.

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Michael Thomas

"Alle", "immer", "nie"...

..sind Worte, die bei einer Diskussion meist zur Gegensprache führen. Wer sind "alle", die nur "günstig an guten content" kommen wollen? Kann man die zig Millionen Netzbürger, die Jungendlichen wirklich über einen Kamm scheren? Schon im Altertum hat man sich über "die Jungend" genauso beklagt (und unrecht gehabt).

Das Internet ist der Raum, in dem wir leben. Und "urheberrechtsfrei" ist er genauso wenig, wie die reale Welt. Doch haben sie ein Buch ausgeliehen? Versuchen sie das mal per ebook. Sie haben von einem Freund gehört, dass er eine DVD toll findet und wollen sie leihen. In der realen Welt geht das, im Internet "legal" nicht. Die Dateien sind mittels DRM an ihre Geräte gefesselt. Dabei haben sie fast den gleichen Preis, wie für ein Buch oder DVD bezahlt. Und sie haben für das (nicht legal mögliche) Kopieren eine extra Steuer bei der Festplatte, den DVD-Rohlingen, dem Smartphone, dem Scanner us.w. bezahlt. Wilder Westen? Ja, aber für die wilde Contentindustrie...

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Frank Zach
Frank Zach (FrankZach) - 21.04.2012 15:45 Uhr

Vielen Dank, Herr Stein,…

… das ist ein sehr schöner Beitrag! Die Piraten sind eigentlich ganz einfach zu verstehen, denn sie kommen, wie ihr Name verrät, vom Stamme Nimm. Daran gewöhnt, einfach abzugreifen was sie nicht erarbeitet noch erwirtschaftet haben, wollen die Piraten ihre Schlaraffenlandlogik zum Gesetz machen. Dabei setzen sie ein nivelliertes Internet voraus und wollen uns einreden, dass wir sowieso nicht anders könnten, als Allen Alles für lau zukommen zu lassen: „Wir streben deswegen einen Ausgleich der Interessen von Künstlern und deren Rezipienten an“ fabulieren die Piraten dazu. Die Piraten reiten auf einer Welle der für ihren Wahlerfolg herbeigesehnten normativen Kraft des Faktischen, als wäre das Internet ein zwangsweise urheberrechtsfreier Raum (auch wenn sie so tun, als wollten sie den Urheber schützen). Das ist postmoderner Unsinn. Das Internet ist das, was wir daraus machen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.04.2012 11:13 Uhr
Frank Zach
Frank Zach (FrankZach) - 22.04.2012 11:13 Uhr

: Die Realität ist im Vergleich zum Internet ein urheberrechtsfreier Raum …

… ja, ich verstehe, was Sie meinen. Allerdings sind wir in der Realität außerhalb des Internet nicht Herr aller Medien und Vervielfältigungsmöglichkeiten, sondern müssen die Weitergabe von Wissen irgendwie „händisch“ organisieren, wie ehedem mit „Raubdrucken“ begehrter Bücher (und auch die waren nicht für lau zu haben). Ihre Bedenken gegenüber der Überwachung sind meines Erachtens des Pudels Kern: Die Kontrolle über die Inhalte, die ins Netz gelangen, muss vor deren Einstellung stattfinden und mit einem Preis versehen werden. Wir haben uns daran gewöhnt, alles einfach abgreifen zu können und machen den Kreativen hinter dem Wissen und den Informationen das Leben schwer bis unmöglich. So ein Zustand lässt sich eigentlich nur in einer Gesellschaft durchhalten, in der es ein Grundgehalt für alle gibt, das sämtliche Leistungen abdeckt.

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Michael Thomas

"Das Internet ist das, was wir daraus machen"

Da haben sie recht. Aber ich möchte im Internet die gleichen Freiheiten haben, wie im richtigen Leben. Ich möchte nicht verdächtigt werden, dass ich immer alles klauen würde, dass ich nur die "Umsonst"-Mentalität hätte. Ich will nicht bei jedem meiner Schritte im Internet belauscht werden, nur weil jemand befürchtet, dass ich etwas tue, was er nicht will. Ich will nicht in einer Diktatur der Industrie und der Sicherheitsbehörden leben, in der nur das Gesagt, Geladen und Gesehen werden darf, was genehm ist. Und bitte, wenn ein Teil schon mal gesagt oder abgebildet wurde, bin ich noch lang kein Urheberrechtsverletzer...

Die Realität ist eigentlich - nach dem was im Internet gefordert wird - ein urheberrechtsfreier Raum. Dort darf man noch ein Buch, ein Film oder eine CD verleihen. Im Internet geht das nicht. Und für das Bücherregal und die Lupe muss man noch keine Abgabe bezahlen, im Internet schon...

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Franz-Josef Wilde

Dank an die FAZ!

Liebe Redaktion, haben Sie herzlichen Dank für diesen (und andere) Artikel. Auf Grund der Politik auf Bundes- und Landesebene WAR ich eigentlich froh, dass sich einmal eine "frische" Alternative anbahnte, die losgelöst von verkrusteten und verfilzten Strukturen einmal einen politischen Neustart (und kein Reset) hinlegt. Die Piraten waren durchaus ein Ansatzpunkt. Die Diskussion zu dem Thema von Stein, Urheberrecht aber auch die Positionierung zu Extremisten etc (in der FAZ prima berichtet und kommentiert) halten mich aber entschieden von der Wahl so einer Partei ab auch wenn mir die Alternativen zur Zeit auch nicht gerade attraktiv erscheinen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 21:30 Uhr
Martin Frosch
Martin Frosch (totalk) - 21.04.2012 21:30 Uhr

hinterfragen,hinterfragen,hinterfragen!

ich denke sie sollten sich in der Hinsicht nicht so sehr beeinflussen lassen, lesen sie doch einmal das Parteiprogramm und nutzen sie auch ein paar andere Informationsdienste und nicht zuletzt hinterfragen sie kritisch.
Ich denke von allen Printmedien ist die FAZ eine der Vertrauenswürdigsten, aber in Bezug auf die Berichterstattung bezüglich der Piraten bin ich schwer enttäuscht, hier findet eine Meinungsmache abseits von Fakten statt, gönnen sie sich doch beispielsweise einmal "Jung, männlich, gottlos" oder noch einige andere mehr. Objektivität sieht definitiv anders aus.

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Ronny Schaffer

Nur weil viele es für richtig halten, ist es das nicht

Mit eigenen Worten sieht sich Herr Stein hier bedroht, sein Weltbild schlägt sich scheinbar auch außerhalb des Tatorts wieder, die Dramatik ähnelt.
Die GEZ-Sonderbehandlung von sich selbst bezeichnenden Künstlern ist eben eine Sonderbehandlung. Sie beruht auf einem längst veralteten, kaum hinterfragten, weil kaum gekannten Konstrukt einer Mediensteuer, die viel gutes, aber auch viel Kompost hervorgebracht hat. Freie Künstler auf dem Markt träumen von bequemer Alimentierung, um ihr kreatives Schaffen zu unrationalisieren. Diese wiederum soll der Kreativität ja nicht gerade dienlich sein, ein zu satter Bauch macht leeren Kopf. Und über Geschmack lässt sich streiten, meine Großmutter bringt es imo immer herzhaft auf den Punkt "nicht schon wieder ein Krimi mit Mord und Totschlag, immer das gleiche!"

Vielleicht meldet sich demnächst Pilawa als freier Künstler und fordert die alleinigen Rechte auf die Verteilung von Gebührengeldern für debile Lotto- und Geldschiebeshows.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 22:10 Uhr
Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 21.04.2012 22:10 Uhr

Vor der "öffentlich-rechtlichen Kulturförderung"

hatten wir Thomas Mann, Hermann Hesse, Goethe, Schiller, Mozart, Beethoven... wie furchtbar. Das verschwindet doch total hinter der GEZ-finanzierten Volkspädagogik eines Tatorts.

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Sebastian Schneider

Ihre Oma in Ehren

aber um die geht es hier doch nicht. Wenn sie den Krimi nicht mag, muss sie ihn nicht ansehen. So gehts mir mit Verfilmungen mit Rosamunde Pilcher. Und wenn Sie sämtliches gerade erzeugtes Fernsehen mittelmäßig finden, schauen Sies halt nicht an. Das hat mit der Debatte rein gar nichts zu tun.
In der geht es um all jene, die meinten, sie müssten es umsonst haben. Und dann über überbezahlte Künstler und fette Verwerter klagen. Und sich scheinbar die paradiesische Situation vor der öffentlich-rechtlichen Kulturförderung wünschen: Die katholische Kirche und der Geldadel als tragende Säulen des Kulturbetriebs.

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Thomas Strauch

Herzliche Gratulation

Endlich einmal einer der es auf den Punkt bringt, diese "Partei" wird hoffentlich bald wieder in der Versendkung verschwinden! Sonst ....armes Deutschtland. Zum Glück haben wir jetzt einen Bundespräsidenten, der den Mumm hat, und das auch beim Namen nennt! Herr Setin, auch wenn nicht alles, was Sie öffentlich rechtlich so belassen möchten wie es ist, meine Zustimmung findet, aber der Artikel war es wert gelesen zu werden, herzlichen Dank.

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Kay Peters
Kay Peters (Kaypeters) - 20.04.2012 23:11 Uhr

Armer Mensch...

Da lebt dieser Mann doch eigentlich ganz gut davon, das er seine Drehbücher verkauft (!) an Rechteinhaber, die sie dann wieder an (Zwangs-)Gebührenfinanzierte sog. öffentlich rechtliche Sendeanstalten verkaufen und auch noch anderswo verwerten (müssen ja auch von irgendwas leben)
Beim Lesen von Parteiprogrammen hat er jedoch offensichtlich so seine Schwierigkeiten.
Eigentlich stehen da Sachen, die durchaus auch in seinem Interesse sein könnten.

Mich erinnert diese Verteidigung eines mehr als fragwürdigen Systems unter Inkaufnahme des kulturellen Kollateralschadens durch einige Kreative an Staeks Wahlplakat von ganz früher:"Arbeiter, wehrt euch! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen".

Die Zeiten haben sich gewaltig geändert, das will die SPD jetzt nicht mehr und es gibt das Internet: große Chance für Kreative, Gefahr für Bürokraten und Ideologen. Die Piraten arbeiten an Verkehrsregeln, während einige noch das Rad als Teufelszeug verdammen.

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Sven Dahmen
Sven Dahmen (SDAHMEN) - 20.04.2012 22:47 Uhr

Öffentlich-Rechtliche Zwangsbeglückung

Wie sehr das (demnächst ausweglos) zwangsfinanzierte Staatsfernsehn das Denken verkümmern lässt, zeigt Herr Steins Satz "Was man aber wissen sollte, ist, dass ein Autor ein halbes Jahr an so einem „Tatort“-Krimi arbeitet. Dass er, wenn er Glück hat, jedes Jahr einen solchen Auftrag bekommt."
Ja, Herr Stein, Willkommen in der Realität. Sie sind zwar nicht quasi-beamteter "Volksunterhalter", deutlich wird aber, dass dies doch Wunschziel ist,...oder?

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Bodo Harms

Die Fans der Piratenpartei

haben definitiv die besseren Argumente, schliesslich kennt sich keiner so gut mit Internet, Marktwirtschaft und überhaupt allem aus. Zu den neuen Grünen wirds trotzdem nicht reichen, vorher wird man von den eigenen Kindern der digitalen Revolution vernascht. Alles gute Denkanstöße, die da aus Piraten-Richtung kommen, aber die Kommunikation ist unsäglich.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 14:32 Uhr
Jan Haubrich

...aber die Kommunikation ist unsäglich.

Dem würde ich mich anschließen. Das ist derzeit der für mich größe Schwachpunkt, den die Piraten haben.

Besonders, wenn sie den Wählern/Bevölkerung eine Mitwrikung bei politischen Entscheidungen zukommen lassen wollen, muss ein neuer Weg gefunden werden, unabhängig und neutral aber zugleich detailiert und tiefgehend über Sachfragen und Probleme zu informieren. Und ebenso anschließend über die Entschlüsse und ihre Begründung zu berichten.

Das halte ich neben der Schaffung einer Einrichtung, in der tatsächlich jeder mündige Bürger im Sinne einer Volksabstimmung sich Einbringen kann (bzw. seine Stimme deligieren kann, zum Beispiel wie bereits möglich an ausgewiesene Experten), für die größten Herausforderungen für die Piraten. Dabei wird sicherlich auch die Regierung gefordert sein, etwas einzurichten, dass ganz ähnlich wie das "behördliche Internetpostfach" for jeden Bürger funktionieren könnte.

Sehr spannend, das alles! Endlich eine Fortentwicklung! Mal schauen, wie gut es klappt!

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Florian Adler

Verstehe ich das richtig?

„Ich lebe von meinen Filmen. Und meine Filme leben von meiner Fähigkeit, Einsichten, die ich in der „Wirklichkeit“ gewinne, in Fiktion zu übertragen“. […] „Es gibt zu viele Regisseure und Drehbuchautoren auf einem begrenzten Markt, der vor allem abhängig ist von den Geldflüssen der Fernsehanstalten und öffentlichen Fördertöpfen“. Wer ist denn jetzt der Dieb (Einsichten der Wirklichkeit) oder Mittäter (Zwangsgebühren, Steuer-Fördertöpfe) und wer sind die Beklauten? Das Beispiel mit dem Kaufhaus und den Socken ist aus dem Unbewusstsein fatal gut gewählt, denn es wird eine Selbstbedienungsmentalität angeprangert, die man anscheinend selbst seit vielen Jahren erfolgreich und ohne Unrechtsbewusstsein anwendet. Und wahnsinnig gut dabei lebt. Alles soll für die Nutznießer dieses Systems so bleiben wie es ist. Das ist der springende Punkt. Zukunftsgestaltende Prozesse gehen anders.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 18:34 Uhr
Sebastian Schneider

Sorry,

aber das war einfach bissel falsch gelesen. Zwei Tatorte pro Jahr sind ja gerade nicht die Regel. Herr Stein lässt ja auch durchblicken, dass ein Teil der 25.000 zur Abfederung des Risikos dient, dass es mal "nicht läuft". Und nirgendwo steht, dass er nach zwei Jahren 50.000 pro Jahr verdient hat. Da hat er sein erstes Buch verkauft (für umgerechnet 7.500 Euro). Steht alles im Text, aber Sie können sich gern weiter große Villen und goldene Wasserhähne zusammenfantasieren. Und was soll das mit den Opel-Arbeitern?

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Moritz Liedtke
Moritz Liedtke (Folko) - 21.04.2012 13:45 Uhr

25.000€ im halben Jahr sind nicht schlecht.

Macht 50.000€ im Jahr und das bei einer professionellen Ausbildung von gerade mal 2 Jahren (laut Artikel). Bei einem deutschen Durchschnittsverdienst von ~40.000€ ist das doch gut.

Und wenn er nicht mehr als einen Auftrag pro Jahr bekommt, dann ist er entweder zu schlecht und sollte vielleicht einen anderen Job machen, oder er ist brillant aber es gibt ein Überangebot an brillanten Autor und dann ist das Marktwirtschaft und es geht im ähnlich wie wohl bald wieder tausenden Opel Mitarbeitern.

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Franz Holzinger

sind 25 000 Euro im Jahr viel Geld?

"Und wahnsinnig gut dabei lebt. Alles soll für die Nutznießer dieses Systems so bleiben wie es ist."

In welchem Land leben Sie, wenn Sie 25 000 Euro Jahresgehalt für einen Drehbuchautor als "wahnsinnig gut leben" darstellen? Dies ist nämlich nur sein sichergestelltes Grundgehalt. Und nur wenn es gut läuft, bekommt er einen zweiten Auftrag im Jahr.

Warum drehen die Fans von kostenlosen Filmen nicht selber ihre eigenen Krimis und stellen die Filme danach kostenlos im Internet zum Download bereit? Was von den Tatort Autoren verlangt wird, dazu wären sie selber nicht imstande.
Keiner darf dazu gezwungen werden, für andere kostenlos Socken zu stricken.

Niki Stein beschreibt sehr gut, wie man erfolgsorientiert bezahlt wird. Ein erfolgreicher Autor benötigt eben keine GEZ Zwangsgebühr. Seinen Tatort Drehbücher könnte er auch an Filmemacher verkaufen, die den fertigen Film über das Internet verkaufen, wenn sie die Piraten nur ließen, indem die Urheberschaft weiterhin geschützt bleibt.

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Andreas Saerdna
Andreas Saerdna (Vik1ng) - 20.04.2012 19:29 Uhr

Warum bekämpfen...

"...die Netzaktivisten nicht die Netzmonopolisten Apple, Google, Facebook und Amazon"

Machen sie doch. Schon Schade, dass der Herr hier nicht verstanden hat, dass die Piratenpartei DIE Partei ist, die für die Privatsphäre und unsere Bürgerrechte kämpft und dazu gehört doch eben genau Dinge wie den Datensammelwahn von Facebook zu stoppen"

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 00:21 Uhr
David Winter

Im übrigen ...

... sehe ich wenig Grund, zum Beispiel Apple zu „bekämpfen“. Das Unternehmen verkauft mir relativ teure Hardware, die als „Dongle“ für sehr gute Software dient. Akzeptiert; ich werde nicht mit vorgehaltener Waffe zum Kauf gezwungen - und die Datengier hält sich in Grenzen.

Amazon weiß viel über mein Kaufverhalten, und ich begrüße das, weil die Empfehlungen mir helfen. Auch Google passt (meist) wie ein Handschuh. Und wenn ich mich mal ausloggen will, weiß ich, wie das geht.

Facebook ... Facebook ist m.E. in der Tat problematisch und verdient Aufmerksamkeit.

Wenn ein (ich hoffe, man darf das Wort wertfrei verwenden) Profiteur des öffentlich-rechtlichen, GEZ-finanzierten Systems über die genannten Unternehmen schimpft, geht es nach meiner Erfahrung weniger um meine Bürgerrechte, sondern dazu, per Strohmann-Argument das eigene Quasi-Monopol über Funkwellen zu verteidigen.

Danke; diese Sorte Solidarität braucht kein erwachsener (Netz-)Bürger.

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Michael Schellenberger

GEZ-Gemeckere

Ich frage mich immer wieder, warum denn ALLE auf der GEZ rumhacken. Ja das Fernsehen ist im Allgemeinen schlecht. Aber haben Sie sich einmal Gedanken darüber gemacht, wie unsere Medienlandschaft OHNE GEZ aussehen würde. Dan gibt es nämlich NUR noch RTL/ProSieben etc, und auch keinen DLF oder MDR mehr sondern nur noch NJOY. Wollen sie das wirklich?

Der unvergleichliche Wert der GEZ liegt eben darin unabhängig Kultur zu fördern. Ja ich würde nie Musikantenstadl schaue und trotzdem hat es seine Berechtigung.

Genau darin liegt auch der Fehler all derer die eine Direktvermarktung einzelner Künstler fornern. Die Vielfalt die wir noch genießen können würde komplett verschwinden und nur noch Retorten ala DSDS würden durch die Landschaft touren. Denn auch wenn man unbekannt ist und nur 1000 Man die eigene Musik hören muss man leben können.

Klar könnte man nebenbei noch Vollzeit arbeiten, aber ob da noch so viel raus kommt?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 00:29 Uhr
David Winter

Ich verstehe Ihre Argumentation nicht.

Der Musikantenstadel wird für ein Millionenpublikum gemacht - vornehmlich alte Menschen, die daran Freude haben. Wunderbar für sie; aber das muss ich nicht querfinanzieren. Es ist schon so ein Massengeschäft (das überdies die Idee von „Volksmusik“ pervertiert).

Die GEZ tut vieles, manches davon datenschutzrechtlich hochproblematisch, aber sie sichert ganz sicher nicht kulturellen Pluralismus.

Mein Kulturbudget im Jahr liegt bei etwa 600-800 Euro; mehr geht nicht. Ein Viertel davon greift sich per GEZ das Konsens-Konsortium, das auf „dumbing down“, Trivialunterhaltung und Teletubbys-Nachrichten setzt. Dieses Geld FEHLT mir, um spannende Künstler (die mit den „1000 Fans“) zu unterstützen, oder Mainstream-ferne Weblogs, die per flattr um Unterstützer werben.

Es kann doch nicht so schwer sein, zu begreifen, dass das gebührenfinanzierte System nur die andere Seite der DSDS/GNT-Medaille ist.

Wir sollten unsere Chips selbst auf dem Roulette-Tisch der Aufmerksamkeitsökonomie platzieren.

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Andreas Girlich

Der unvergleichliche Wert der GEZ ...

liegt weniger daran, dass sie unabhängige (was auch und damit die GEZ in Frage gestellt werden kann/darf/muss) Medieninstitutionen finanzieren, sondern eher in Ihren Möglichkeiten säumige Zahler aufzuspüren und zur Rechenschaft zu ziehen.
Und wenn ich GEZ gezahlt habe, dann möchte ich auf die Inhalte ständig zugeifen können, wie es das Internet ermöglicht. Monokanalfernsehen ist tot. Ganz einfach.

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Andreas Girlich

Warum auch Urheber gehasst werden

Österreichs Regierung möchte die Abgaben auf Datenträger (Festplatten etc.) auf bis zu 45EUR erhöhen. Warum? Weil weniger CD/DVD-Rohlinge verkauft werden und den Urhebern(?) das Geld fehlt (allen voran den Verwertern). Leider habe ich dazu (oder ähnlichen Vorgängen) von den Urhebern nichts gehört. Wollen Sie sich wirklich auf so eine kriminelle Finanzierung ihres Schaffens einlassen?

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Veit Wittmann
Veit Wittmann (vemit) - 20.04.2012 18:41 Uhr

Ein Aufruf! (fast ernst gemeint)

Was mir gerade beim Überfliegen der Kommentare in den Sinn kommt: Vielleicht sollte jeder, der einen in Sachen schöpferische Tätigkeit ähnlichen Beruf ausübt, wie Herr Stein, anfangen dieselben Pfründe zu fordern.Schneller dürfte die Absurdität dieses Tantiemensytems kaum zu entlarven sein. Die Zahl "moralisch" Berechtigter ist vermutlich ziemlich hoch.

Ich z.B. schreibe seit fast 20 Jahren Software. Freiberuflich, ganz anständig bezahlt, kein Grund zur Klage. Aber leider, ganz und gar ohne jahrzehntelange Tantiemenzahlungen. Warum eigentlich? Diese Werke werden jahrelang verwendet, ich aber nur einmal bezahlt. Glasklar ungerecht. Kaum vorstellbar dabei, dass die Schöpfungshöhe eines 08/15-Fernsehkrimis höher liegen soll als die vieler meiner Projekte. Vom geistigen Anspruch mal ganz zu schweigen.

Also, Kreative aller Berufsgruppen: Fordert ein, was Euch zusteht. Auch ihr habt staatlich garantierte Schutzfristen von mehreren Dekaden verdient. Und Verwertungsgesellschaften.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 17:38 Uhr
Michael Thomas

@David Winter: iTunes und weitere Nutzung

Sie schreiben "auf Dauer, nicht nur eine Woche lang" könnten sie die Musik und Software nutzen. Es ist (leider) nur zum Teil richtig.

Zum einen existiert ein Problem mit dem Land, d.h. es wurde mehrfach berichtet, dass bei einem Umzug ins Ausland es zu Problemen kommen kann (d.h. die Nutzungsrechte könnten dahin sein).

Zum anderen bezieht es sich nicht unbedingt auf Bücher sowie anderen Gerätschaften. Während man wenigstens die Musik durch die Umwandlung "befreien" kann und dann auf seinem MP3-Player abspielen kann, so funktioniert dies bei Filmen und Büchern nicht. Können (z.B. weil die Geräte defekt oder veraltet sind) oder wollen sie die Apple-Produkte nicht mehr verwenden, dann ist ihre Video- und Büchersammlung (sowie die Software, aber das ist logisch) dahin.

Das nur zur Vergänglichkeit dieses Vertriebweges. Leider verhindern DRM und Verwertungsgesellschaften, dass man seine e-Bücher auch noch in 50 Jahren lesen kann. Von Videos ganz zu schweigen...

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David Winter

Chapeau! :)

Sie - der Entwickler - sprechen mir - dem Anwender - aus der Seele.

Ich arbeite mit einem bunten Mix aus kommerzieller und freier Software, und ich habe enormen Respekt vor den Schöpfern all dieser Tools. Viele davon wollen einfach etwas Bemerkenswertes schaffen und etwas Anerkennung. Andere - wie Adobe - verlangen einen Arm und ein Bein für ihre Produkte.

Sei's drum - das hat alles seinen Platz. Mehr als die Verteidiger der Content-Pfründe, bei denen es ja praktisch nie um das Urheber-, sondern um ein besonders weit gefasstes Verwertungsrecht geht.

Apple zum Beispiel wird oft gescholten. Aber was ich im Mac App Store oder im iTunes-Store an Musik und Software kaufe (und das ist viel!) kann ich auf fünf Computern und fünf (oder mehr?) iOS-Geräten nutzen, ohne kriminalisiert zu werden. Und das auf Dauer, nicht nur eine Woche lang, wie Herrn Steins zweifellos sehenswerte Hervorbringungen.

So geht Zukunft.

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Sebastian Kramper (Krakz) - 20.04.2012 19:28 Uhr

Ein bisschen gehässig

Ich arbeite auch kreativ und könnte mir so ein Supermodell erst Zwangs-Gebühr und dann 75 Jahre überlebenslange Tantieme auch gut vorstellen. Nur würde dann unsere Gesellschaft so sie ist gar nicht mehr bestehen - und das hat mit Piraten nix zu tun.

Für wenige ausegsuchte Bereiche gibt es zur Zeit extrem starke Schutzzäune, klar, dass alle die davon profitieren, das KLasse finden. Würde ich auch.
Ich muss aber leider sagen: Ich gönne euch eure Privilegien, aber wenn ihr in meiner Welt ankommen solltet, werde ich euch nicht bedauern

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Micha Rothe

Wieso eigentlich nur 25.000??

Ein gutes Drehbuch oder guter Plot ist die halbe Miete. Wieso bekommt Herr Stein dann nur 25.000 - also 1,6%??? Und was hat das mit dem Anspruch der Konsumenten nach preiswerter (im sinne von bezahlbarer) Ware zu tun?Das möchte ich mir nicht in die Schuhe schieben lassen. MEIN Anspruch, mit meiner Freundin auch nach 1 Monat einen Tatort schauen zu können ohne sonderlich viel (1€-der Preis eines alten Films in der Videothek) für zu bezahlen kreuzt dieses Problem an keiner Stelle. Frage 1 an die "Offenen Brief"-Schreiber: KANN ICH IRGENDWO EUER WERK FÜR 1€ DOWNLOADEN UND 1 WOCHE FREI NUTZEN???
Frage 2: Wieso wurde das von euch noch nirgendwo thematisiert? - Das die Verwerter (also EURE Vertreter) einfach mal schlafmützig der technischen wie kulturellen Entwicklung - aus Halstarrigkeit und vermutlich auch Gier - hoffnungslos hinterherhinken?! Mir würden meine Auftraggeber solche Tranigkeit sicher nicht nachsehen.

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