19.04.2012 · Freies Netz für freie Bürger? Was die Piratenpartei fordert, hat mit Demokratie nichts zu tun - es geht um Bedürfnisbefriedigung und Enteignung.
Von Niki SteinRichtlinien für Lesermeinungen
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Sie lebten wie Robin Hood von den Reichen. Meist nahmen sie sich, was die anderen im Überfluß hatten. Denen, die vom staatlichen Geleitschutz profitierten. Sprich von Gesetzen, die sie eindeutig bevorzugten, die ihren Gewinn sicherten und vermehrten. Die Ausbeutung von Sklaven war legitim, die Enteigung durch Piraten entsprach nicht den Interessen der Ausbeuter. Der Schutz des geistigen Eigentums hat Formen angenommen, die durch nichts gerechtfertigt sind. Die Schilderung des Herrn Stein macht das deutlich. Geistige Arbeit soll mehrmals entlohnt werden? Wo soll die Grenze gezogen werden? Was ist angemessen? Die Denkrichtung der Piraten läßt sich nicht einfach mit den Worten "Bedürfnisbefriedigung" und "Enteignug" beiseite schieben. Es geht hier um die Freiheit der Nutzer des Netzes nicht über Gebühr abgezockt und/oder vom Zugang zur Bildung abgeschnitten zu werden. Überzogene Urheberrechte schaffen Abhängigkeiten. Die sind eine Gefahr und müssen beseitigt werden.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.04.2012 16:17 UhrAchtern weg - Herr Pirat
Wenn das Ihre Analyse und Reaktion auf den von Herrn Stein erläuterten Sachverhalt, kann man sich ja auf was gefasst machen. Mit so einem Ausweichmanöver an der Sache vorbei und die eigene Klientel zu Lasten Dritter befriedigt, entspricht einer Art von Sozialdarwinismus, die ich eigentlich für überwunden glaubte.
Gratis Download von Filmen als Köder der Piratenpartei
Die Piratenpartei wirbt mit dem Geschenk des Gratis Downloads von Filmen
um Wählerstimmen.
Der Schutz des geistigen Eigentums ist durch das Eigentumsrecht und das
Recht auf leistungsgerechten Lohn gerechtfertigt. Die Schilderung des
Herrn Stein macht das deutlich. Geistige Arbeit soll ordentlich entlohnt werden.
Die Stoßrichtung der Piraten über die
"Bedürfnisbefriedigung" und "Enteignung der
Reichen" lockt viele Wähler an. Es geht hier nicht um die
Freiheit der Nutzer des Netzes. Denn kein Urheber hat die Absicht,
andere über Gebühr abzuzocken oder vom Zugang zur Bildung
abzuscheiden. Geschützte Urheberrechte geben auch anderen die
Freiheit, selber eigene Werke zu schaffen und dafür bezahlt zu
werden, um nicht gänzlich von den Werken anderer abhängig zu werden.
wie hier in vielen Kommentaren die Menge der Urheber mit dem
öffentlich-rechtlichen Rundfunk gleichgesetzt wird. Und wie
unterstellt wird, Urheberrechtsschutz und GEZ bedingten sich
gegenseitig. Ich lehne Zwangsgebühreneintreibung auch ab, bin aber
durchaus dafür, dass Kreative ihre Machwerke selbstbestimmt
verkaufen dürfen und gegen unrechtmäßige Nutzung
abgesichert bleiben. Mit anderen Worten: Man kippe bitte den
unsäglichen Rundfunkstaatsvertrag, lasse dabei aber bitteschön
das Urheberrecht heil und verbessere es weiter zum Schutz der Kreativen.
Vollkommen richtig
aber leider drängt sich der Zusammenhang auf, wenn es ausgerechnet die GEZ-Künstler sich in die erste Reihe stellen. Ich denke dann jedenfalls, super als nächstes wollen die eine GEZ-Behörde für s WWW installieren - mit Kontrollrechten wie die Stasi. Das ist natürlich nicht fair, aber wer mit der GEZ im Bett liegt, ----
Schuster bleib bei deinen Leisten
So, wie hier die Welt der "bösen Hacker und Piraten"
dargestellt wird, ist so seicht und auch so weit entfernt von der realen
Welt der Ermittler, wie manch ein Tatort. "Schuster bleib bei
deinen Leisten" kann man hier nur sagen.
Irgendwie ist die Diskussion verfahren und wird - dies zeigt dieser
Artikel sehr deutlich - unsachlich und am Thema vorbei geführt.
Ja, Herr Stein, das Urheberrecht muss reformiert werden. Dass die Partei
"Piraten" mit so extremen Forderungen Stimmen gewinnen, hat
damit etwas zu tun, dass das "Pendel" u.a. dieser Thematik
weit von der Mitte entfernt auf einer Seite sich gerade befindet und ein
extreme Gegenforderung anscheinend notwendig ist.
Die meisten wollen einfach nur - wie früher und rechtlich
eigentlich erlaubt und durch verschiedenste Abgaben (auf Smartphone
u.s.w.) bezahlt - privat nur wieder elektr. Bücher einen Freund
verleihen dürfen, ein Musikstück weitergeben können und
ggf. auch mal ein Video. Mit Datenschutz und FB hat das nichts zu tun.
Das Urheberrecht muß reformiert werden weil es eben nicht Gerecht
ist. Natürlich sperren sich Nutznießer wie Herr Stein dagegen
weil sie ihre Pfründe verteidigen wollen. Aber das muß die
Gesellschaft nicht akzeptieren.
Wo in unsere Gesellschaft bekommt man 70 Jahre nach dem Tod noch Geld
für eine geleistete Arbeit? Nur im Urheberrecht sonst nirgendwo!
Der Schreiner der sein Stuhl verkauft bekommt nur einmal dafür
Geld. Der Wissenschaftler bekommt nur 20 Jahre Geld für eine
Erfindung und dies auch nur wenn es vorher Geld investiert um es
Patentieren zu lassen.
Das Urheberrecht hat eine einzigartige Sonderposition in der
Gesellschaft die sich nicht rechtfertigen lässt. Deshalb wird es
von den Bürgern als ungerecht empfunden und auch oft ignoriert.
Wenn das Urheberrecht wieder Akzeptanz unter der Bevölkerung
gewinnen soll dann muß es reformiert werden.
"Ist das jetzt der pure Zynismus oder nur der dummdreiste Versuch,
etwas umsonst zu bekommen, wofür man früher bezahlen musste?"
.
Beides, Niki, leider beides.
Und Außenstehende, die in der Regel keine Ahnung vom Metier haben
(siehe Kommentare hier und überall), finden das alles ganz dufte.
Haupsache umsonst.
"Ich versuche zu verstehen: Weil man theoretisch das von mir
geschaffene Produkt Film im Internet beliebig oft reproduzieren und ohne
Kosten zur Verfügung stellen kann, darf man mich dafür nicht entlohnen."
Es wird nirgendwo gesagt, dass er nicht für seine Arbeit entlohnt
werden darf. In dem von ihm zitierten Text steht dass eine Entlohnung
die proportional zu der Anzahl der Kopien die von seinem Werk
angefertigt wird nicht in die digitale Welt übertragbar ist - ohne
einen Überwachungsstaat zu schaffen.
Ob man jetzt dieser Meinung zustimmt oder nicht, logisch bricht die
Argumentation an dieser Stelle auseinander. Und mit der darauf folgenden
Analogie zeigt er dann auch noch dass er den Unterschied zwischen
materiellen und inmateriellen Gütern nicht verstanden hat.
So ein Artikel tut den Urhebern glaube ich keinen Gefallen.
Ihr Beruf
ist eher nicht aus dieser Branche, oder? das mit den immateriellen Gütern ist gut! Ja, alles ziemlich so prekariatsmässig..- Wulfologen und Schnäppchenjäger vereinigt euch?
Neuer Wilder Westen des innovativen Abgreifens
Wie man in den meisten Foren schnell bemerkt, hat es wenig Sinn, mit
habituellen Dieben über die eingeschliffene Gewohnheit ihres Tuns
zu diskutieren. Man hätte spätestens um 2000 einschreiten
müssen. So aber konnte ein riesiger, neuer Wilder Westen des
innovativen Abgreifens entstehen, inclusive Totschlagargumenten wie
frei=kostenlos=demokratisch. Das ist das Faustrecht des WWW, des
wirklich wilden Westens.
"Do no evil": Mit bauernfängerischen Slogans und einer
millionenteuren PR-Kampagne reden die Netzgiganten ihren Journalisten,
Söldnern und followern ein, es sei ihr Netz und ihre Freiheit, die
das Urheberrecht bedrohe. Dabei wollen alle nur möglichst
günstig an guten content kommen, durch den sie ihre Werbung,
Persönlichkeitsprofile etc optimieren können. So sind
mächtige Oligokraten des Netzes entstanden, die nun in Allianz mit
ihren gläubigen Schafen (B.B.) bereits Regierungen
einschüchtern können. Mit Demokratie und Freiheit hat das nur
vorgeblich zu tun.
In aller - immer und nie zu verzeihender - Kürze
Wenn ich auf Rapidshare oder ähnlichen Seiten sehe, dass fast jede
CD oder Platte - neuerdings sogar in bester 24/96-Qualität -
weltweit kostenfrei heruntergeladen werden kann, und die Künstler
erhalten erhalten nicht mal den Bruchteil eines Cents pro download,
finde ich das einfach nur empörend.
Klar hat jeder ein Recht auf das private Kopieren für Familie und
Freunde. Aber das wollen Sie doch nicht im Ernst mit der anonymen,
weltweit kostenfreien Verfügbarkeit gleichsetzen? Dieses illegale
Kopieren ist, wie Regener klargemacht hat, ein Schlag ins Gesicht jedes
Kreativen. "Dann soll er eben im Badezimmer singen und keine
digitalen Aufnahmen mehr veröffentlichen, wenn ihm das nicht
gefällt", rät ihm zB Rüdiger Suchsland in seinem
Blog. Mit derart unterirdischen Argumenten kommen selbst seriöse
Netizens daher...
Und "alle wollen alles günstiger": Das meinte alle von
google bis Kim Schmitz, die Künstlern weniger bis nichts zahlen
wollen, und die user, die die illegalen Angebote nutzen.
"Alle", "immer", "nie"...
..sind Worte, die bei einer Diskussion meist zur Gegensprache
führen. Wer sind "alle", die nur "günstig an
guten content" kommen wollen? Kann man die zig Millionen
Netzbürger, die Jungendlichen wirklich über einen Kamm
scheren? Schon im Altertum hat man sich über "die
Jungend" genauso beklagt (und unrecht gehabt).
Das Internet ist der Raum, in dem wir leben. Und
"urheberrechtsfrei" ist er genauso wenig, wie die reale Welt.
Doch haben sie ein Buch ausgeliehen? Versuchen sie das mal per ebook.
Sie haben von einem Freund gehört, dass er eine DVD toll findet und
wollen sie leihen. In der realen Welt geht das, im Internet
"legal" nicht. Die Dateien sind mittels DRM an ihre
Geräte gefesselt. Dabei haben sie fast den gleichen Preis, wie
für ein Buch oder DVD bezahlt. Und sie haben für das (nicht
legal mögliche) Kopieren eine extra Steuer bei der Festplatte, den
DVD-Rohlingen, dem Smartphone, dem Scanner us.w. bezahlt. Wilder Westen?
Ja, aber für die wilde Contentindustrie...
… das ist ein sehr schöner Beitrag! Die Piraten sind
eigentlich ganz einfach zu verstehen, denn sie kommen, wie ihr Name
verrät, vom Stamme Nimm. Daran gewöhnt, einfach abzugreifen
was sie nicht erarbeitet noch erwirtschaftet haben, wollen die Piraten
ihre Schlaraffenlandlogik zum Gesetz machen. Dabei setzen sie ein
nivelliertes Internet voraus und wollen uns einreden, dass wir sowieso
nicht anders könnten, als Allen Alles für lau zukommen zu
lassen: „Wir streben deswegen einen Ausgleich der Interessen von
Künstlern und deren Rezipienten an“ fabulieren die Piraten
dazu. Die Piraten reiten auf einer Welle der für ihren Wahlerfolg
herbeigesehnten normativen Kraft des Faktischen, als wäre das
Internet ein zwangsweise urheberrechtsfreier Raum (auch wenn sie so tun,
als wollten sie den Urheber schützen). Das ist postmoderner Unsinn.
Das Internet ist das, was wir daraus machen.
: Die Realität ist im Vergleich zum Internet ein urheberrechtsfreier Raum …
… ja, ich verstehe, was Sie meinen. Allerdings sind wir in der
Realität außerhalb des Internet nicht Herr aller Medien und
Vervielfältigungsmöglichkeiten, sondern müssen die
Weitergabe von Wissen irgendwie „händisch“
organisieren, wie ehedem mit „Raubdrucken“ begehrter
Bücher (und auch die waren nicht für lau zu haben). Ihre
Bedenken gegenüber der Überwachung sind meines Erachtens des
Pudels Kern: Die Kontrolle über die Inhalte, die ins Netz gelangen,
muss vor deren Einstellung stattfinden und mit einem Preis versehen
werden. Wir haben uns daran gewöhnt, alles einfach abgreifen zu
können und machen den Kreativen hinter dem Wissen und den
Informationen das Leben schwer bis unmöglich. So ein Zustand
lässt sich eigentlich nur in einer Gesellschaft durchhalten, in der
es ein Grundgehalt für alle gibt, das sämtliche Leistungen abdeckt.
"Das Internet ist das, was wir daraus machen"
Da haben sie recht. Aber ich möchte im Internet die gleichen
Freiheiten haben, wie im richtigen Leben. Ich möchte nicht
verdächtigt werden, dass ich immer alles klauen würde, dass
ich nur die "Umsonst"-Mentalität hätte. Ich will
nicht bei jedem meiner Schritte im Internet belauscht werden, nur weil
jemand befürchtet, dass ich etwas tue, was er nicht will. Ich will
nicht in einer Diktatur der Industrie und der Sicherheitsbehörden
leben, in der nur das Gesagt, Geladen und Gesehen werden darf, was
genehm ist. Und bitte, wenn ein Teil schon mal gesagt oder abgebildet
wurde, bin ich noch lang kein Urheberrechtsverletzer...
Die Realität ist eigentlich - nach dem was im Internet gefordert
wird - ein urheberrechtsfreier Raum. Dort darf man noch ein Buch, ein
Film oder eine CD verleihen. Im Internet geht das nicht. Und für
das Bücherregal und die Lupe muss man noch keine Abgabe bezahlen,
im Internet schon...
Liebe Redaktion, haben Sie herzlichen Dank für diesen (und andere) Artikel. Auf Grund der Politik auf Bundes- und Landesebene WAR ich eigentlich froh, dass sich einmal eine "frische" Alternative anbahnte, die losgelöst von verkrusteten und verfilzten Strukturen einmal einen politischen Neustart (und kein Reset) hinlegt. Die Piraten waren durchaus ein Ansatzpunkt. Die Diskussion zu dem Thema von Stein, Urheberrecht aber auch die Positionierung zu Extremisten etc (in der FAZ prima berichtet und kommentiert) halten mich aber entschieden von der Wahl so einer Partei ab auch wenn mir die Alternativen zur Zeit auch nicht gerade attraktiv erscheinen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 21:30 Uhrhinterfragen,hinterfragen,hinterfragen!
ich denke sie sollten sich in der Hinsicht nicht so sehr beeinflussen
lassen, lesen sie doch einmal das Parteiprogramm und nutzen sie auch ein
paar andere Informationsdienste und nicht zuletzt hinterfragen sie
kritisch.
Ich denke von allen Printmedien ist die FAZ eine der
Vertrauenswürdigsten, aber in Bezug auf die Berichterstattung
bezüglich der Piraten bin ich schwer enttäuscht, hier findet
eine Meinungsmache abseits von Fakten statt, gönnen sie sich doch
beispielsweise einmal "Jung, männlich, gottlos" oder noch
einige andere mehr. Objektivität sieht definitiv anders aus.
Nur weil viele es für richtig halten, ist es das nicht
Mit eigenen Worten sieht sich Herr Stein hier bedroht, sein Weltbild
schlägt sich scheinbar auch außerhalb des Tatorts wieder, die
Dramatik ähnelt.
Die GEZ-Sonderbehandlung von sich selbst bezeichnenden Künstlern
ist eben eine Sonderbehandlung. Sie beruht auf einem längst
veralteten, kaum hinterfragten, weil kaum gekannten Konstrukt einer
Mediensteuer, die viel gutes, aber auch viel Kompost hervorgebracht hat.
Freie Künstler auf dem Markt träumen von bequemer
Alimentierung, um ihr kreatives Schaffen zu unrationalisieren. Diese
wiederum soll der Kreativität ja nicht gerade dienlich sein, ein zu
satter Bauch macht leeren Kopf. Und über Geschmack lässt sich
streiten, meine Großmutter bringt es imo immer herzhaft auf den
Punkt "nicht schon wieder ein Krimi mit Mord und Totschlag, immer
das gleiche!"
Vielleicht meldet sich demnächst Pilawa als freier Künstler
und fordert die alleinigen Rechte auf die Verteilung von
Gebührengeldern für debile Lotto- und Geldschiebeshows.
Vor der "öffentlich-rechtlichen Kulturförderung"
hatten wir Thomas Mann, Hermann Hesse, Goethe, Schiller, Mozart, Beethoven... wie furchtbar. Das verschwindet doch total hinter der GEZ-finanzierten Volkspädagogik eines Tatorts.
Ihre Oma in Ehren
aber um die geht es hier doch nicht. Wenn sie den Krimi nicht mag, muss
sie ihn nicht ansehen. So gehts mir mit Verfilmungen mit Rosamunde
Pilcher. Und wenn Sie sämtliches gerade erzeugtes Fernsehen
mittelmäßig finden, schauen Sies halt nicht an. Das hat mit
der Debatte rein gar nichts zu tun.
In der geht es um all jene, die meinten, sie müssten es umsonst
haben. Und dann über überbezahlte Künstler und fette
Verwerter klagen. Und sich scheinbar die paradiesische Situation vor der
öffentlich-rechtlichen Kulturförderung wünschen: Die
katholische Kirche und der Geldadel als tragende Säulen des Kulturbetriebs.
Endlich einmal einer der es auf den Punkt bringt, diese "Partei" wird hoffentlich bald wieder in der Versendkung verschwinden! Sonst ....armes Deutschtland. Zum Glück haben wir jetzt einen Bundespräsidenten, der den Mumm hat, und das auch beim Namen nennt! Herr Setin, auch wenn nicht alles, was Sie öffentlich rechtlich so belassen möchten wie es ist, meine Zustimmung findet, aber der Artikel war es wert gelesen zu werden, herzlichen Dank.
Da lebt dieser Mann doch eigentlich ganz gut davon, das er seine
Drehbücher verkauft (!) an Rechteinhaber, die sie dann wieder an
(Zwangs-)Gebührenfinanzierte sog. öffentlich rechtliche
Sendeanstalten verkaufen und auch noch anderswo verwerten (müssen
ja auch von irgendwas leben)
Beim Lesen von Parteiprogrammen hat er jedoch offensichtlich so seine Schwierigkeiten.
Eigentlich stehen da Sachen, die durchaus auch in seinem Interesse sein könnten.
Mich erinnert diese Verteidigung eines mehr als fragwürdigen
Systems unter Inkaufnahme des kulturellen Kollateralschadens durch
einige Kreative an Staeks Wahlplakat von ganz
früher:"Arbeiter, wehrt euch! Die SPD will euch eure Villen im
Tessin wegnehmen".
Die Zeiten haben sich gewaltig geändert, das will die SPD jetzt
nicht mehr und es gibt das Internet: große Chance für
Kreative, Gefahr für Bürokraten und Ideologen. Die Piraten
arbeiten an Verkehrsregeln, während einige noch das Rad als
Teufelszeug verdammen.
Öffentlich-Rechtliche Zwangsbeglückung
Wie sehr das (demnächst ausweglos) zwangsfinanzierte Staatsfernsehn
das Denken verkümmern lässt, zeigt Herr Steins Satz "Was
man aber wissen sollte, ist, dass ein Autor ein halbes Jahr an so einem
„Tatort“-Krimi arbeitet. Dass er, wenn er Glück hat,
jedes Jahr einen solchen Auftrag bekommt."
Ja, Herr Stein, Willkommen in der Realität. Sie sind zwar nicht
quasi-beamteter "Volksunterhalter", deutlich wird aber, dass
dies doch Wunschziel ist,...oder?
haben definitiv die besseren Argumente, schliesslich kennt sich keiner so gut mit Internet, Marktwirtschaft und überhaupt allem aus. Zu den neuen Grünen wirds trotzdem nicht reichen, vorher wird man von den eigenen Kindern der digitalen Revolution vernascht. Alles gute Denkanstöße, die da aus Piraten-Richtung kommen, aber die Kommunikation ist unsäglich.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 14:32 Uhr...aber die Kommunikation ist unsäglich.
Dem würde ich mich anschließen. Das ist derzeit der für
mich größe Schwachpunkt, den die Piraten haben.
Besonders, wenn sie den Wählern/Bevölkerung eine Mitwrikung
bei politischen Entscheidungen zukommen lassen wollen, muss ein neuer
Weg gefunden werden, unabhängig und neutral aber zugleich
detailiert und tiefgehend über Sachfragen und Probleme zu
informieren. Und ebenso anschließend über die
Entschlüsse und ihre Begründung zu berichten.
Das halte ich neben der Schaffung einer Einrichtung, in der
tatsächlich jeder mündige Bürger im Sinne einer
Volksabstimmung sich Einbringen kann (bzw. seine Stimme deligieren kann,
zum Beispiel wie bereits möglich an ausgewiesene Experten),
für die größten Herausforderungen für die Piraten.
Dabei wird sicherlich auch die Regierung gefordert sein, etwas
einzurichten, dass ganz ähnlich wie das "behördliche
Internetpostfach" for jeden Bürger funktionieren könnte.
Sehr spannend, das alles! Endlich eine Fortentwicklung! Mal schauen, wie
gut es klappt!
„Ich lebe von meinen Filmen. Und meine Filme leben von meiner Fähigkeit, Einsichten, die ich in der „Wirklichkeit“ gewinne, in Fiktion zu übertragen“. […] „Es gibt zu viele Regisseure und Drehbuchautoren auf einem begrenzten Markt, der vor allem abhängig ist von den Geldflüssen der Fernsehanstalten und öffentlichen Fördertöpfen“. Wer ist denn jetzt der Dieb (Einsichten der Wirklichkeit) oder Mittäter (Zwangsgebühren, Steuer-Fördertöpfe) und wer sind die Beklauten? Das Beispiel mit dem Kaufhaus und den Socken ist aus dem Unbewusstsein fatal gut gewählt, denn es wird eine Selbstbedienungsmentalität angeprangert, die man anscheinend selbst seit vielen Jahren erfolgreich und ohne Unrechtsbewusstsein anwendet. Und wahnsinnig gut dabei lebt. Alles soll für die Nutznießer dieses Systems so bleiben wie es ist. Das ist der springende Punkt. Zukunftsgestaltende Prozesse gehen anders.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.04.2012 18:34 UhrSorry,
aber das war einfach bissel falsch gelesen. Zwei Tatorte pro Jahr sind ja gerade nicht die Regel. Herr Stein lässt ja auch durchblicken, dass ein Teil der 25.000 zur Abfederung des Risikos dient, dass es mal "nicht läuft". Und nirgendwo steht, dass er nach zwei Jahren 50.000 pro Jahr verdient hat. Da hat er sein erstes Buch verkauft (für umgerechnet 7.500 Euro). Steht alles im Text, aber Sie können sich gern weiter große Villen und goldene Wasserhähne zusammenfantasieren. Und was soll das mit den Opel-Arbeitern?
25.000€ im halben Jahr sind nicht schlecht.
Macht 50.000€ im Jahr und das bei einer professionellen Ausbildung
von gerade mal 2 Jahren (laut Artikel). Bei einem deutschen
Durchschnittsverdienst von ~40.000€ ist das doch gut.
Und wenn er nicht mehr als einen Auftrag pro Jahr bekommt, dann ist er
entweder zu schlecht und sollte vielleicht einen anderen Job machen,
oder er ist brillant aber es gibt ein Überangebot an brillanten
Autor und dann ist das Marktwirtschaft und es geht im ähnlich wie
wohl bald wieder tausenden Opel Mitarbeitern.
sind 25 000 Euro im Jahr viel Geld?
"Und wahnsinnig gut dabei lebt. Alles soll für die
Nutznießer dieses Systems so bleiben wie es ist."
In welchem Land leben Sie, wenn Sie 25 000 Euro Jahresgehalt für
einen Drehbuchautor als "wahnsinnig gut leben" darstellen?
Dies ist nämlich nur sein sichergestelltes Grundgehalt. Und nur
wenn es gut läuft, bekommt er einen zweiten Auftrag im Jahr.
Warum drehen die Fans von kostenlosen Filmen nicht selber ihre eigenen
Krimis und stellen die Filme danach kostenlos im Internet zum Download
bereit? Was von den Tatort Autoren verlangt wird, dazu wären sie
selber nicht imstande.
Keiner darf dazu gezwungen werden, für andere kostenlos Socken zu stricken.
Niki Stein beschreibt sehr gut, wie man erfolgsorientiert bezahlt wird.
Ein erfolgreicher Autor benötigt eben keine GEZ Zwangsgebühr.
Seinen Tatort Drehbücher könnte er auch an Filmemacher
verkaufen, die den fertigen Film über das Internet verkaufen, wenn
sie die Piraten nur ließen, indem die Urheberschaft weiterhin
geschützt bleibt.
"...die Netzaktivisten nicht die Netzmonopolisten Apple, Google,
Facebook und Amazon"
Machen sie doch. Schon Schade, dass der Herr hier nicht verstanden hat,
dass die Piratenpartei DIE Partei ist, die für die
Privatsphäre und unsere Bürgerrechte kämpft und dazu
gehört doch eben genau Dinge wie den Datensammelwahn von Facebook
zu stoppen"
Im übrigen ...
... sehe ich wenig Grund, zum Beispiel Apple zu
„bekämpfen“. Das Unternehmen verkauft mir relativ teure
Hardware, die als „Dongle“ für sehr gute Software
dient. Akzeptiert; ich werde nicht mit vorgehaltener Waffe zum Kauf
gezwungen - und die Datengier hält sich in Grenzen.
Amazon weiß viel über mein Kaufverhalten, und ich
begrüße das, weil die Empfehlungen mir helfen. Auch Google
passt (meist) wie ein Handschuh. Und wenn ich mich mal ausloggen will,
weiß ich, wie das geht.
Facebook ... Facebook ist m.E. in der Tat problematisch und verdient
Aufmerksamkeit.
Wenn ein (ich hoffe, man darf das Wort wertfrei verwenden) Profiteur des
öffentlich-rechtlichen, GEZ-finanzierten Systems über die
genannten Unternehmen schimpft, geht es nach meiner Erfahrung weniger um
meine Bürgerrechte, sondern dazu, per Strohmann-Argument das eigene
Quasi-Monopol über Funkwellen zu verteidigen.
Danke; diese Sorte Solidarität braucht kein erwachsener
(Netz-)Bürger.
Ich frage mich immer wieder, warum denn ALLE auf der GEZ rumhacken. Ja
das Fernsehen ist im Allgemeinen schlecht. Aber haben Sie sich einmal
Gedanken darüber gemacht, wie unsere Medienlandschaft OHNE GEZ
aussehen würde. Dan gibt es nämlich NUR noch RTL/ProSieben
etc, und auch keinen DLF oder MDR mehr sondern nur noch NJOY. Wollen sie
das wirklich?
Der unvergleichliche Wert der GEZ liegt eben darin unabhängig
Kultur zu fördern. Ja ich würde nie Musikantenstadl schaue und
trotzdem hat es seine Berechtigung.
Genau darin liegt auch der Fehler all derer die eine Direktvermarktung
einzelner Künstler fornern. Die Vielfalt die wir noch
genießen können würde komplett verschwinden und nur noch
Retorten ala DSDS würden durch die Landschaft touren. Denn auch
wenn man unbekannt ist und nur 1000 Man die eigene Musik hören muss
man leben können.
Klar könnte man nebenbei noch Vollzeit arbeiten, aber ob da noch so
viel raus kommt?
Ich verstehe Ihre Argumentation nicht.
Der Musikantenstadel wird für ein Millionenpublikum gemacht -
vornehmlich alte Menschen, die daran Freude haben. Wunderbar für
sie; aber das muss ich nicht querfinanzieren. Es ist schon so ein
Massengeschäft (das überdies die Idee von
„Volksmusik“ pervertiert).
Die GEZ tut vieles, manches davon datenschutzrechtlich
hochproblematisch, aber sie sichert ganz sicher nicht kulturellen Pluralismus.
Mein Kulturbudget im Jahr liegt bei etwa 600-800 Euro; mehr geht nicht.
Ein Viertel davon greift sich per GEZ das Konsens-Konsortium, das auf
„dumbing down“, Trivialunterhaltung und
Teletubbys-Nachrichten setzt. Dieses Geld FEHLT mir, um spannende
Künstler (die mit den „1000 Fans“) zu
unterstützen, oder Mainstream-ferne Weblogs, die per flattr um
Unterstützer werben.
Es kann doch nicht so schwer sein, zu begreifen, dass das
gebührenfinanzierte System nur die andere Seite der
DSDS/GNT-Medaille ist.
Wir sollten unsere Chips selbst auf dem Roulette-Tisch der
Aufmerksamkeitsökonomie platzieren.
Der unvergleichliche Wert der GEZ ...
liegt weniger daran, dass sie unabhängige (was auch und damit die
GEZ in Frage gestellt werden kann/darf/muss) Medieninstitutionen
finanzieren, sondern eher in Ihren Möglichkeiten säumige
Zahler aufzuspüren und zur Rechenschaft zu ziehen.
Und wenn ich GEZ gezahlt habe, dann möchte ich auf die Inhalte
ständig zugeifen können, wie es das Internet ermöglicht.
Monokanalfernsehen ist tot. Ganz einfach.
Warum auch Urheber gehasst werden
Österreichs Regierung möchte die Abgaben auf Datenträger (Festplatten etc.) auf bis zu 45EUR erhöhen. Warum? Weil weniger CD/DVD-Rohlinge verkauft werden und den Urhebern(?) das Geld fehlt (allen voran den Verwertern). Leider habe ich dazu (oder ähnlichen Vorgängen) von den Urhebern nichts gehört. Wollen Sie sich wirklich auf so eine kriminelle Finanzierung ihres Schaffens einlassen?
Ein Aufruf! (fast ernst gemeint)
Was mir gerade beim Überfliegen der Kommentare in den Sinn kommt:
Vielleicht sollte jeder, der einen in Sachen schöpferische
Tätigkeit ähnlichen Beruf ausübt, wie Herr Stein,
anfangen dieselben Pfründe zu fordern.Schneller dürfte die
Absurdität dieses Tantiemensytems kaum zu entlarven sein. Die Zahl
"moralisch" Berechtigter ist vermutlich ziemlich hoch.
Ich z.B. schreibe seit fast 20 Jahren Software. Freiberuflich, ganz
anständig bezahlt, kein Grund zur Klage. Aber leider, ganz und gar
ohne jahrzehntelange Tantiemenzahlungen. Warum eigentlich? Diese Werke
werden jahrelang verwendet, ich aber nur einmal bezahlt. Glasklar
ungerecht. Kaum vorstellbar dabei, dass die Schöpfungshöhe
eines 08/15-Fernsehkrimis höher liegen soll als die vieler meiner
Projekte. Vom geistigen Anspruch mal ganz zu schweigen.
Also, Kreative aller Berufsgruppen: Fordert ein, was Euch zusteht. Auch
ihr habt staatlich garantierte Schutzfristen von mehreren Dekaden
verdient. Und Verwertungsgesellschaften.
@David Winter: iTunes und weitere Nutzung
Sie schreiben "auf Dauer, nicht nur eine Woche lang"
könnten sie die Musik und Software nutzen. Es ist (leider) nur zum
Teil richtig.
Zum einen existiert ein Problem mit dem Land, d.h. es wurde mehrfach
berichtet, dass bei einem Umzug ins Ausland es zu Problemen kommen kann
(d.h. die Nutzungsrechte könnten dahin sein).
Zum anderen bezieht es sich nicht unbedingt auf Bücher sowie
anderen Gerätschaften. Während man wenigstens die Musik durch
die Umwandlung "befreien" kann und dann auf seinem MP3-Player
abspielen kann, so funktioniert dies bei Filmen und Büchern nicht.
Können (z.B. weil die Geräte defekt oder veraltet sind) oder
wollen sie die Apple-Produkte nicht mehr verwenden, dann ist ihre Video-
und Büchersammlung (sowie die Software, aber das ist logisch) dahin.
Das nur zur Vergänglichkeit dieses Vertriebweges. Leider verhindern
DRM und Verwertungsgesellschaften, dass man seine e-Bücher auch
noch in 50 Jahren lesen kann. Von Videos ganz zu schweigen...
Chapeau! :)
Sie - der Entwickler - sprechen mir - dem Anwender - aus der Seele.
Ich arbeite mit einem bunten Mix aus kommerzieller und freier Software,
und ich habe enormen Respekt vor den Schöpfern all dieser Tools.
Viele davon wollen einfach etwas Bemerkenswertes schaffen und etwas
Anerkennung. Andere - wie Adobe - verlangen einen Arm und ein Bein
für ihre Produkte.
Sei's drum - das hat alles seinen Platz. Mehr als die Verteidiger der
Content-Pfründe, bei denen es ja praktisch nie um das Urheber-,
sondern um ein besonders weit gefasstes Verwertungsrecht geht.
Apple zum Beispiel wird oft gescholten. Aber was ich im Mac App Store
oder im iTunes-Store an Musik und Software kaufe (und das ist viel!)
kann ich auf fünf Computern und fünf (oder mehr?)
iOS-Geräten nutzen, ohne kriminalisiert zu werden. Und das auf
Dauer, nicht nur eine Woche lang, wie Herrn Steins zweifellos
sehenswerte Hervorbringungen.
So geht Zukunft.
Ein bisschen gehässig
Ich arbeite auch kreativ und könnte mir so ein Supermodell erst
Zwangs-Gebühr und dann 75 Jahre überlebenslange Tantieme auch
gut vorstellen. Nur würde dann unsere Gesellschaft so sie ist gar
nicht mehr bestehen - und das hat mit Piraten nix zu tun.
Für wenige ausegsuchte Bereiche gibt es zur Zeit extrem starke
Schutzzäune, klar, dass alle die davon profitieren, das KLasse
finden. Würde ich auch.
Ich muss aber leider sagen: Ich gönne euch eure Privilegien, aber
wenn ihr in meiner Welt ankommen solltet, werde ich euch nicht bedauern
Ein gutes Drehbuch oder guter Plot ist die halbe Miete. Wieso bekommt
Herr Stein dann nur 25.000 - also 1,6%??? Und was hat das mit dem
Anspruch der Konsumenten nach preiswerter (im sinne von bezahlbarer)
Ware zu tun?Das möchte ich mir nicht in die Schuhe schieben lassen.
MEIN Anspruch, mit meiner Freundin auch nach 1 Monat einen Tatort
schauen zu können ohne sonderlich viel (1€-der Preis eines
alten Films in der Videothek) für zu bezahlen kreuzt dieses Problem
an keiner Stelle. Frage 1 an die "Offenen Brief"-Schreiber:
KANN ICH IRGENDWO EUER WERK FÜR 1€ DOWNLOADEN UND 1 WOCHE FREI NUTZEN???
Frage 2: Wieso wurde das von euch noch nirgendwo thematisiert? - Das die
Verwerter (also EURE Vertreter) einfach mal schlafmützig der
technischen wie kulturellen Entwicklung - aus Halstarrigkeit und
vermutlich auch Gier - hoffnungslos hinterherhinken?! Mir würden
meine Auftraggeber solche Tranigkeit sicher nicht nachsehen.