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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Spieltheorie Versprechen oder Bluff?

 ·  Die Euro-Krise wird von automatisierten Märkten spieltheoretisch gelesen und modelliert. Der Preis ist permanentes Misstrauen, ein fast kafkaeskes Hineinversetzen in das strategische Denkens des anderen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (29)
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Ralf Richter

Widerspruch

Ich halte die Überlegungen Herren Schirrmachers für nicht zielführen. In diesem Artikel wird die Spieltheorie als ganzes kritisiert. Der Herausgeber beschränkt sich jedoch auf eine oberflächliche und fehlleitende Beschreibung dieser Theorie. Konkret scheint sich Herr Schirrmacher auf nicht-kooperative One-Shot Spiele zu beziehen.
Zu einer ausgewogenen Betrachtung des Themas, sollte jedoch erwähnt werden, dass es sich bei der Spieltheorie nicht um ein einzelne, geschlossene und zielgerichtete Theorie oder ein Dogma handelt. Sie beschreibt einen offenen methodischen Ansatz, mit dem sich einzelne Gedankenexperimente logisch darlegen lassen. Daher lassen sich für die gegenwärtige Finanzkrise selbstverständlich unterschiedliche moralische und strategische Schlussfolgerungen ziehen und spieltheoretisch begründen.

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Martin Schmidt

Das kommt dabei raus,

wenn Menschen glauben mathematische Aussagen, die nur in einem sehr genau gefassten Rahmen ihre Gültigkeit haben, versuchen anzuwenden. Denn die Schlussfolgerung aus dem Modell, würde ein Mathematiker als Unsinnig abtun, da die Voraussetzungen nicht stimmen. Liebe Ökonomen, die ihr doch so viel und wild herumrechnet, bitte lernt ein wenig Mathematik, bevor ihr versucht sie anzuwenden. Vielleicht hilft ja ein wenig Fehlerrechnung bei großzügiger Abschätzung der Parameter. Ach so, und weil meist ja PCs die Rechnungen ausführen, sollten auch dort die auftretenden Fehler berücksichtigt werden.
Ich zumindest weiß, warum ich die Mathematik liebe...

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Erich Prisner

Rationalität lässt sich nicht verbieten

Die Grundzüge der Spieltheorie sind jedem geläufig. Es geht darum die Entscheidungen der anderen zu antizipieren und dementsprechend die eigene Entscheidung so zu wählen dass das Ergebnis größten Nutzen (für einen selbst) bringt. Das muss nicht notwendigerweise in einem "Jeder gegen jeden" münden. Erstens kann jeder selbst entscheiden was für ihn nützlich ist (Altruismus lässt sich leicht spieltheoretisch modellieren) und zweitens sind reale Situationen fast nie Nullsummenspiele---fast immer können mehrere Personen (etwas) gewinnen. Obwohl dieser Teil der Spieltheorie "nichtkooperativ" heisst, ist Kooperation keineswegs ausgeschlossen.

Der Artikel kritisiert die Verwendung von spieltheoretischen Modellen. Aber wir alle verwenden solche Modelle und Schlüsse dauernd. Wenn ich an einem Sommertag gerade nicht ans Meer fahre (Staugefahr) antizipiere ich das Verhalten anderer. Das ist rationales Verhalten, tausende von Jahren alt, und lässt sich nicht verbieten/vermeiden.

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Klaus Michael Strauss

Kooperation ist die Lösung

Dank für diese durchdringende Betrachtung.

Im Schlußsatz findet sich der Ausweg: Kooperation und Partnerschaft. Möglichst authentisch mit lauterer Gesinnung, aber auch spieltheoretisch abwägend zur aufrichtigen Zusammenarbeit geleitet.

Eine bewährte Strategie gegen professionelle amerikanische Patentbestreiter soll sein, ihren Anspruch zurückzuweisen und fürsorglich Kooperationsangebote zu machen. Abkassierer ohne realwirtschaftliche Interessen geben dann auf.

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Arno Tilsner

Spiel ...

... ist so viel mehr als Gewinn. Das ist es, was vom Tag in Erinnerung bleibt.

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Hans-J. Sauer

Nullsummenspiel

Das mit dem Nullsummenspiel krieg ich nicht ganz gebacken. In den Naturwissenschaften ist Nullsummenspiel nichts anderes als der Hinweis auf einen Erhaltungssatz, z. B. der Energieerhaltung. Was also bleibt hier erhalten? Das Geld? Das kann man drucken.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.03.2013 17:40 Uhr
Anton Paschke

Erhaltungssatz

Erhalten bleibt der Wert. Der Finanzwirbel ist nicht direkt wertvernichtend, allenfalls mittelbar. Leute verlieren ihre Arbeit, produzieren nichts - das ist dann Wertverlust.
Direkt wertvernichtend sind: Krieg (Luftangriffe), das Abschalten gut funktionierender Kraftwerke und die Abwrackpraemie (auf gut funktionierende Autos). Man kann leichte weitere Beispiele finden.

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Horst-G. Willweber

Twitter's "Wahl-O-Mat" als real gewordener, spieltheoritischer Output!

Schirrmacher's Ausgangsfrage verdient eine ernsthaftere Betrachtung als eines bloßen Rückschlusses von der Begrifflichkeit selbst auf ein nur abstraktes "Theoriemodell" (von vielen).

Wie nachzulesen, wertet Twitter fortlfd. die Summe aller Posts nach einem systemeigenen, nicht offen gelegten Algorismus aus und läßt 'seine' Ergebnisse in einer "Wahl-O-Mat"-Skala ausgeben, die stündlich aktualisiert einen repräsentativen Überblick über die pro/contra-Entwicklungen der Parteienlandschaft geben soll.

Spätestens hier bekommt die als 'spieltheoretische Spinnerei' abgetanene Datenerfassung und -auswertung eine grds. Einstellungs- und Meinungsbildungsrelevanz, die sich unm. auf reale Einschätzungen und (Wahl-)Handlungen auszuwirken vermag!

Mit Kant und gegen ein orwell'sches Szenario stellt sich daher schon die Frage, ob wir derartiges (zulassen) wollen, weil ein systemischer, in seiner Anlage oder später manipulierbarer Output den Menschen zum Handlungswerkzeug mutieren lassen könnte!

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Thomas Müller
Thomas Müller (tholer) - 29.03.2013 15:50 Uhr

Nachdem das Feuilleton...

uns bereits über Atomkraft, Toleranz, Welt- und insb. deutsche Geschichte und soziale Gerechtigkeit aufgeklärt hat, kommt eben jetzt die Spieltheorie. Mir geht das Feuilleton auf den Geist. Dauernd geisteswissenschaftliche Annäherung an Dinge, die eindeutig nicht geisteswissenschaftlich zu fassen sind und Fachverständnis voraussetzen. Hier ist jede Form von Demut schon lange verloren gegangen und einer beispiellosen Hybris gewichen...

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.03.2013 15:02 Uhr
Hans-Dieter Rüppel

Und die Postmoderne hat doch recht.

Genau Herr Matto,

es wird zu viel geredet und zu wenig getan. Was wir jetzt brauchen ist ein Blaumilchkanal ( s. Kishon ). Quantitative Analysten und " High Frequency Trading " werden das nächste Hochwasser schon voraussagen. Oder ist es doch eher die Ebbe? Wegen des reziproken Effektes wird der " Baltic Dry Index " dann zum Parameter für ausbleibende Wind(ige)fallprofite. Aber nur wenn das " Counterparty Valuation Adjustment " als " Blue Chip " eingesetzt wird und der CDS ( Credit Default Swap ) nicht überschnappt beim " Multitasking "
unserer Durchblicker.

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Marzo Matto
Marzo Matto (maerzc) - 29.03.2013 21:26 Uhr

Genau, lieber Herr Rüppel: es gibt Fach- und Mehrfachidioten

...die am liebsten über Dinge reden, von denen sie keinerlei blassen Schimmer haben. Besonders häufig trifft man dieses in Politikerkreisen an, wo - interessanterweise - nachher in barer Münze doch sehr konkrete Ergebnisse mit vielen Stellen vor dem Komma und leider einem Minuszeichen davor herauskommen. Ein Beispiel neben der €-Zone nur: die sog. Energiewende,

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Hans-Dieter Rüppel

Rube-Goldberg Machine

Na Herr Müller,
Fachidioten haben auch Ihre Reize. Hatte in Dortmund ( Veranstaltung zur Energiewende )einen kurzen Dialog mit einem Ingenieur, der mir seinen Berufsstand als kompetente Löser näherbringen wollt. Auf die Frage, wer das Dilemma erst erzeugt hat, wurde keine Antwort gegeben. Ja, so sind sie nun einmal unsere Zauberlehrlinge.

Mit freundlichen Grüssen
( Hans-Dieter Rüppel )

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Gerd Görtz
Gerd Görtz (GGoertz) - 29.03.2013 15:15 Uhr

Skylla oderCharybdis wählen?

Wenn es also stimmt, dass

a) sich die Euro-Krise zu einem Nullsummenspiel die entwickelt, in dem des einen Gewinn des einen des anderen Verlust ist - in diesem Fall Deutschlands, das dafür die Wut der Südeuropäer auf sich zieht. Und weiterhin

b) wie Simon Nixon im „Wall Street Journal“ schrieb, die Euro-Krise am Ende in einem „Bluff“ zwischen Deutschland und Italien kulminieren werde...

Dann sollte man die Chance des Wahljahres nutzen, was man einem Clown entgegenwählen könnte.

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Jürgen Braun

danke, hervorragend - und so überfällig. und eben gerade auch, dass herr schirrmacher darauf

hinweist, dass es sich nicht um den ganzen horizont handelt, sondern lediglich um ein spielfeld. also um eine quasi bislang so selbst gewählte begrenzung.
.
falls nicht zu anmassend. wir selbst haben sagen wir ende der 1980ger jahr in den üblichen managementübungen jedes dings immer gewonnen. weil wir am ende nicht kooperativ waren, sondern immer den ganzen kuchen wollten - und bekamen. und kannten es nicht anders. und wurde "eigentlich" ja auch so erwartet. "sieger". und wurden später "beiseite genommen" von den - tendenziell kleinbürgerlichen - "lehrern" - "kooperativ kommt man am ende aber eigentlich weiter!".
.
ja, als manager unter managern, aber als unternehmer? seiner selbst? oder spitzensportler? oder als staatsmann seines staates?
.
es bleibt dabei: der lauf der geschichte wartet anscheinend auf den herausragenden einzelnen. europa heute? ein gordischer knoten - unter gorden. (das nicht das schlechteste, hinterher wüsste man es womöglich genauer ...)
.
and more news from usa.

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Hans-J. Sauer

Alles Information

Informationen, Bits und Bytes umgeben uns, aber Finanzmärkte mit ihren Wertpapieren betrachten wir immer noch als etwas zwischen Objekt und Substanz, und so werden sie modelliert. Als Black & Scholes ihre Optionspreisformel aufgestellt haben und sich die Finanzindustrie darauf stürzte, kam die Information (als Diffusion) in die Märkte. Und was macht die Finanzwissenschaft? Weiter wie bisher. Ihre Modelle sind "informationsfrei". Es ist zu vermuten, dass sie bis heute nicht begriffen hat, was da 1972 passiert ist. Das Einzige, was dabei rausgekommen ist, ist die seltsame These vom effizienten Markt, der alle Informationen sofort! (lächerlich) einarbeitet. Dabei gibt es neue gute Ansätze, nur ernstnehmen müsste man sie. Es ist die Information, die modelliert werden sollte, nicht die Märkte. Denn bekanntermaßen besteht der Finanzmarkt zu 97% aus Information und nur zu 3% aus Wert.

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Herbert Eigler
Herbert Eigler (HEig) - 29.03.2013 13:58 Uhr

Der € als "Anleitung zum Unglücksein"

Dass die "Antizipation der Antizipation der Antizipation..." des Handelns anderer blockierend für das eigene Handeln ist, weiss jeder aus dem Alltag. Mit dem Euro und den Finanzmärkten ist sie zum Programm geworden. "systemrelevant" und "alternativlos" sind doch nur andre Ausdrücke für Angst. Und die ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber.

Insofern sind auch nicht Zyprioten, die ersten, die Nerven gezeigt habe. Sondern es begann 2008, und ging dann weiter mit PIGS. Die ersten, die Nerven zeigten, waren unsere Bankenretter, unserer "Genies in Brüssel" (dank an Patriarch Chrystothomos für den treffenden und p.c. Ausdruck). Die Lehman Bros. waren der erste Test darauf, wer die besseren Nerven hat, und seither ist die Nervenschwäche materielle Macht in dem Spiel.

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Robert Frerichs

Rhetorische Frage


"Aber ist diese Garantie real oder ein Bluff?"

Wer könnte ernsthaft glauben, dass die Garantie der Spareinlagen real ist?

Wer glaubt, dass ein Staat eine solche Garantie gibt, ohne eine Rechtsgrundlage zu schaffen? Denn sonst gibt es für ALLES ein Gesetz in Deutschland:

Verordnung über die im Auswandererberatungsgenehmigungsverfahren zu erhebenden Gebühren und Auslagen 

Gesetz zum Schutz des Erbrechts und der Verfahrensbeteiligungsrechte nichtehelicher und einzeladoptierter Kinder im Nachlassverfahren (ErbRSchG)

Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.03.2013 16:59 Uhr
Ulrich Gröschel

Versprechen oder Absichtserklärungen ?

Ein Versprechen kann auch eine Absichtserklärung sein. Wenn die äußeren Bedingungen sich zu stark ändern (zum Beispiel durch eine Pleite) gilt das Versprechen nicht mehr. Die meisten Äußerungen der Politiker sind wohl eher Absichtserklärungen.

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fritz Teich

Der Euro ist eine Muenchhausen'sche Milchmaedchenrechnung

Der eiunzige Zweck ist der, dem wiedervereinigten Deutschland die D-Mark wegzunehmen und den freien Wahrenaustausch zu erleichtern, was den deutschen Interessen nahekam. Gerade in Italien kann man sehen, wohin das fuehrt. Ueberall deutsche Wasserhaehne. Wenn man Europa in seiner Vielfalt und Italien in seiner Einzigartigkeit liebt, kann man den Euro nur hassen. In jedem Fall war aber der Verlust der eigenen Wahrung fuer die anderen schlimmer. Sie sind eben keine Deutschen. Tatsaechliche Voraussetzung fuer einen freien Warenverkehr ist eben nicht eine geminsame Waehrung, sondern reale Kaufkraft in anderen Laendern und die kann man nicht herbeizaubern. Dass deutsche Arbeiter weniger streiken ist schon viel. Dass sie auch noch die Kaeufer der von ihnen hergestellten Produkte subventionieren geht einfach nicht und man duerfte es eigentlich auch nicht laenger versuchen. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.03.2013 17:26 Uhr
Anton Paschke

Die Italiener und die Schweizer

Vor nicht allzulanger Zeit las ich einen Artikel in dem beschrieben wurde, wie sich vor 150 Jahren die italienische Lira auswirkte. (Etwa so wie heute der Euro) Damals wurden 700 Jahre Fremdherrschaft ueber weite Teile Italiens beendet, aber die Gegensaetze zwischen Sued und Nord eher verstaerkt. Gestritten wird viel, auf italienisch und sehr gekonnt.
...
Sie koennen gerne auch die Schweiz ansehen, mit den Subventionskloenis. In der Eidgenossenschaft ein starkes "wir"-Gefuehl ausgebildet, aber auch erst in den letzten 200 Jahren. Es wird in vier Sprachen gestritten und am Ende bekommen die Kloenis ihre erhoffte Subvention.
...
Das koennte auch in der EU funktionieren, man muesste nur besser zuhoeren, in der Sprache des Gegenueber. Problem: es sind viele Sprachen auf einmal.

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Arno Tilsner

"Der Preis des Spiels könnte der Zerfall der europäischen Idee sei."

Kann sein, muss aber nicht. Wenn es ein Spiel ist und wir in Europa frei sind, können wir doch selbst bestimmen, mit wem wir zusammen spielen. Statt der Bank in Deutschland weiter für null Zinsen ein Darlehn zu geben, haben wir letzte Woche Geld vom Bankkonto genommen, dass wir in einer guten Stunde in Andalusien in ein reales Geschäft investieren. Als Zins werden wir nicht mehr als die deutsche Inflationsrate vereinbaren. 30 Jahre Know How zu kleinen Inhaber/innen geführten Geschäften legen wir unentgeldlich dazu. Der Norden und der Süden Europas können sich doch so herrlich ergänzen. Wir machen das Spiel!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.03.2013 19:28 Uhr
Arno Tilsner

Sie drücken uns die Daumen, ...

... Herr Paschke, und wir drücken denen die Daumen, die mit unserem Geld das Spiel ihres Lebens in eine nächste Runde bringen. So sind schon einige Menschen im Spiel. Das Spiel geht also weiter, ohne Banken und ohne Revolution :)! Frank Schirrmacher hat Stoff zum Nachdenken über die Feiertage, noch einer mehr im Spiel.

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Anton Paschke

Ja!

Meine Hausbank hat mich in das e-Banking gedraengt, ich habe garnicht wollen!
Damit haben sich die Spielregeln aber gaendert. Ich kann versuchen ein Konto zu eroeffnen bei einer Bank in St.Petersburg oder in Sao Paulo, in Santa Cruz oder in Islamabad.
(Russische Firmen eben gerne auf Zypern). Jeder Standort hat seine Gesetze, die muss man genau ansehen. Jeder hat seine Risiken, jeder seine Chancen.
Haette ich ein Konto in Tokio eroeffnet (um wieder mal Millionaer zu sein) haette ich seit Anfang Jahr 20 Prozent Waehrungsverlust und der FAZ waere es keine Schlagzeile wert.
Die Tuerkei ist das China Europas, ich Druecke Ihnen die Daumen!

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Thomas Gaugen

Die Spieltheorie ist nur ein Entscheidungshilfewerkzeug unter Hunderten

Daher geht der Artikel leider an die Wirklichkeit vorbei, da die Spieltheorie nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt unter vielen anderen mathematischen, statistische und auch viele rein qualitativischen/heuristischen und nicht formalisierten Entscheidungswerkzeuge (z.B. die Intuition, der Instinkt, die nicht systematisierte und formalisierte Erfahrung, usw.).
Daher scheint mir die Debatte über die Spieltheorie eher flach, schematisch und in seinem Schematismus sehr theoretisch.

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Wolfgang G. Runte

Theorie und Praxis

Wie Sie korrekt schreiben Herr Schirrmacher: die Spieltheorie ist eine Theorie!

Die Theorie mag denken, aber der Bürger, als Markt, wird immer lenken! Das wird sich nie ändern.

Denn den 6. Sinn des Menschen - der Verstand - wird eine Theorie nie durch Algorithmen ersetzen können. Die Stochastik wird sicherlich infolge der enormen Datenmengen (Grundgesamtheit) und der steigenden Rechengeschwindigkeiten (Änderung des Signifikanzniveaus) exaktere Vorhersagen treffen können, mehr aber auch nicht. Allerdings könnte es die Theorie zum Spielen verleiten.

Aber vielleicht verstehen das nur die gescholtenen Wirtschaftswissenschaftler.

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 27.03.2013 16:13 Uhr

Deus ex machina?

"Der Mensch schätzt wesensverwandte Menschen - und verachtet alle, die er für anders hält", so weist B. Verbeek auf die evolutionären Wurzeln menschlicher Handelnspräferenzen. Kant formuliert deswegen mit dem kategorischen Imperativ Bedingungen, die das Moralische Gesetz in uns mobilisieren, vorausgesetzt eine Vernunftentwicklung bereitete den Boden für diese Achtsamkeit.
Beförderte die Spieltheorie die Krise, kann sie auch heraushelfen? (Wie hilfreich/schädlich ist Atomkraft, Gentechnik? Ist die Gefahr endemischen Misstrauens zu vernachlässigen?) Da diese Krise Folge menschlichen Sozialverhaltens ist, mögen auch spieltheoretische Gesichtspunkte hilfreich sein, sofern sie nicht denkverbiegend zum Deus ex machina verkommen.
Island, wo eine "Kochtopf-Revolution" das Establishment wegfegte und die gewonnene Bürgerdemokratie die bislang einzige Krisenbewältigung weltweit erreichte, mag auch spieltheoretisch von Interesse sein. Die Isländer benötigten keine Spieltheorie, Bürgersinn genügte

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.03.2013 16:44 Uhr
Anton Paschke

Islaender

Warum sind die Islaender auf Island? Weil ihre Vorfahren Harald Schoenhaar nicht mochten.

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Jan Meyer

Sie taugt leider nur

für mehr oder weniger (je nach Neigung) interessante Gedankenspiele. Die Spieltheorie hat den selben fatalen Geburtsfehler wie z.B. der Marxismus, es wird sich mit den Menschen und deren handeln beschäftigt ohne dessen Natur zu verstehen! Herauskommt eine schöne Theorie die leider nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.03.2013 20:04 Uhr
Marzo Matto
Marzo Matto (maerzc) - 29.03.2013 20:04 Uhr

Fragen an Herrn Meyer

1. Was ist denn die Natur des Menschen?
2. Was ist die Wirklichkiet?
3. Haben Sie sich schon einmal mit Modellbildung auseinandergesetzt?
4. ...und mit Wahrnehmungsphysiologie und -psychlogie
5. Können Sie Gründe für Ihre These angeben, dass die Spielthorie nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat?

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27.03.2013, 14:00 Uhr

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