08.05.2012 · Über Männer, Frauen und die Probleme, die sich heutzutage daraus ergeben: Ein Gespräch mit der Soziologin Eva Illouz und der Musikerin Christiane Rösinger.
Von Johanna AdorjánRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Das Singleleben (ich war auch mal davon überzeugt) ist einfach nur
der Weg des geringsten Widerstands, die passende Lebensweise zur
Spaßgesellschaft. Aber so richtig befriedigend scheint es auch
nicht zu sein:
"Das einzige, was mich stört, ist, wie man von anderen
angesehen wird, wenn man Single ist. Als habe man ein Problem."
Dieser Eindruck kommt wohl weniger vom Einfluss Anderer - den der
könnte uns doch egal sein, wenn wir unsere Lebensart für die
richtige halten - sondern vielmehr von der eigenen im Hinterkopf
pochenden Ahnung, dass es eben doch nicht der erfüllende Weg ist.
Kurz gesagt, wer nach der perfekten Lebensweise sucht, erliegt einer
Illusion! Egal, ob er nun gern erfüllter Single oder Teil eines
filmreifen Paares sein würde... Das Leben ist kein Ponyhof!
Abivalenz vs. Dilemma und Zwang?
"Ambivalenz ist eine Folge von Wahlmöglichkeiten. Wenn du die
Wahl hast, macht dich das unsicher und verwirrt."
Wenn Ambivalenz in ihrer Wahlvielfalt die Alternative zu Dilemma
(entweder/oder) und zu Zwang (nur eine Möglichkeit) ist, dann
wähle ich doch lieber die Ambivalenz. Ein Dilemma oder gar Zwang
führen doch nicht automatisch zu besseren Paarergebnissen.
Ambivalenz ist das Ergebnis unreflektierten Verhaltens auch und gerade
bei vielen Wahlmöglichkeiten. Geben wir also nicht der gesteigerten
Zahl von Möglichkeiten die Schuld. Und kein aufgeschlossener Mensch
wünscht sich die Verhältnisse von vor 100 Jahren zurück.
In Zukunft werden Kinder für das Kollektiv erzeugt und auch von
diesem erzogen.
Familien und Paare gibt es nicht, jeder mit jedem. So wie bei Huxley.
Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich entlarvend, wie hier reflexartig sofort die grosse "da kotzen sich doch nur arme, frustrierte Singletanten aus"-Welle über dieses Interview schwappt. Auf verräterische Weise bestätigt dies doch eigentlich das, was von den Damen angesprochen (nicht gepredigt!) wird: Den fest verankerten Glauben, dass Singles ein geplagtes und armseliges Leben führen und Frauen in dieser Position nicht mehr sind als ungewollte Männerhasserinnen. All das kann ich aus dem Artikel nicht heraushören, der, wie ich finde, in sehr entspanntem und angenehmen Tonfall einfach mal eine andere Perspektive beleuchtet und beiden Geschlechtern gerecht wird. Man muss beim Lesen vielleicht die selektive Brille des eigenen, festgefahrenen Weltbildes abnehmen - denn genau darum geht es in diesem Gespräch. Ich will auch gerne an das schöne Bild der grossen Liebe Glauben - fühle mich aber nicht gleich bedroht, wenn ich mir mal alternative Standpunkte anhöre, die gar nicht dumm sind.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.05.2012 19:11 UhrVerräterisch? Durchaus!
Ich sehe das ganz ähnlich. Danke!
ZUVERSICHT
Nichts ist verräterisch, sonder es fehlt bloss die Zuversicht.
Schauen Sie sich die Filme mit Judy Dench "Cranford-2007 und
"Return To Cranford-2009" an. Sie verstehen und fühlen
hier die unerfüllte Liebe von Matty zu Holbrook und umgekehrt.
Matty ist glücklich, weil ihre Zuversicht den Zeitrahmen sprengt.
Schicksalsschläge müssen nicht mit Trauer übertüncht
werden, sondern sie sollen unsere Zuversicht stärken. Diese
positive und konstruktive Einstellung finde ich bei Soziologin Eva
Illouz und der Musikerin Christiane Rösinger nicht. Diese beiden
Frauen haben keine Phantasie und leben ohne Illusionen. Sie stehen nackt
vor dem Leser. Ekelhaft. Nichts Feminines ist zu erkennen. Sorry.
Man muss kein Soziologiesthdium haben. ..
... Um diesen Unfug zu erkennen.
Die niedrigere Fertilitätsrate von Singels und
gleichgeschlechtlichen Paaren sorgt dafür, dass mehr Kinder aus
heterosexuellen Paarbeziehungen gezeugt weden.
Brutal formuliert: Singlegene sterben aus, Paargene überleben.
Deutlich sehen wir, dass unsere Zuwanderer wieder ein konservatives
Familienbild in die Gesellschaft einbringen und das durch die
höhere Fertilitätsrate auch durchsetzen werden.
NOCH EINMAL
Wo steckt es Ihr Selbstwertgefühl ?
Wovon wollen Sie flüchten, wenn Sie ehrlich bemühen ? Lieben
Sie Ihre Partnerin, und versuchen Sie, die Liebe zu erhalten. Viel Glück.
WO STECKT ES... ?
Herr Karsten Becker, wo steckt Ihr Selbstwertgefühl ? Sie haben eine Entschuldigung für Ihr Single-Dasein ? Für mich nicht ist das nicht nachvollziehbar. Sorry.
Frau Illouz behauptet, Ambivalenz ist eine Folge der vielen Wahlmöglichkeiten
in unserer modernen Gesellschaft. In der Psychologie sagt man Ambivalenz ist die Folge einer gestörten Mutter - Kind Beziehung. Ambivalente Menschen haben genau wie im Artikel beschrieben das Problem, dass sie sich ihrer Gefühle zum Partner nie wirklich sicher sind. Ein Beispiel, wie man innere Konflikte auf die Aussenwelt projizieren kann. Der Artikel scheint mir eher von Projektionen durchzogen als von gelebtem Leben, reichhaltigen Erfahrungen in Sachen Liebe, Partnerschaft, Familie und Kindern.
Roman hat Liebe erfunden – Unfug!
Was mich immer beeindruckt, ist die Torheit der Behauptung, die
„romantische Liebe“ sei im 18. Jahrhundert sozusagen
erfunden worden, zwischen den Buchdeckeln der sich entwickelnden
Literaturgattung Roman.
So ein Quatsch. Spätestens bei derlei Behauptungen wende ich mich
von der Lektüre ab.
Euripides, 5. Jhd. v. Chr. Jason und Medea. Nur mal ein beliebiges
Beispiel für ziemlich länger her als zwei-, dreihundert Jahre.
Noch ein paar? Qrpheus und Eurydike, Odysseus und Penelope. Oder Hero
und Leander. Lesen Sie mal, was Hero machte, als Leander nicht mehr
durch die Meerenge schwamm. Derlei Dinge soll die romantische Liebe
heute erst mal vollbringen! Bis dann mal in Verona unterm Balkon...
Dass es nicht immer gut ausgeht, trennend oder sogar bleibend, steht auf
einem anderen Blatt.
Ewige Liebesduselei... Wer will das?!
Niemand kann oder will über Jahrzehnte hinweg romantisch sein...
Ein guter Freund zu sein, ist jedoch möglich und sollte das Ziel
einer langanhaltenden Beziehung sein. So wird jedem genügend
Freiraum und Privatspäre gelassen und der individuelle Charakter
bleibt erhalten. Langeweile kommt garantiert nicht auf. ( Und damit
meine ich nicht, dass man einen Freifahrtsschein zum Betthopping
bekommt... )
Die romantischen Momente in denen man der Leidenschaft für seinen
Partner freien Lauf gibt, ergeben sich sowieso von ganz alleine -
Dafür sorgt der Fortpflanzungstrieb.
Romantische Liebe
Da sind Sie aber wenig fair, wenn Sie bis zur Antike zurückgehen.
Gerade die Antike ist uns heute natürlich näher denn jeh, -
guter Punkt! - aber dazwischen gab es ja noch ganz andere Zeiten die
einen soziologischen Bezug zur Antike sinnlos machen.
Es gab Liebe natürlich schon immer. Auch romantische Liebe gab es
sicher. Aber das heutige Massenphänomen, dass sich fast eine Jede
für eine zweite Grace Kelley hält die zu recht auf einen
Prinzen warten dürfe, ist völlig neu. Das liegt eben daran,
dass es eine Öffentlichkeit gibt, die durch Medien, Romane usw.
erreicht werden kann. Dies gab es früher nunmal nicht. Dies heisst
nicht, dass es früher keine romantische Liebe gegeben hat. Aber der
Umgang miteinander, auch in Bezug auf Liebe und Heirat, war auf heute
unvorstellbare Weise völlig anders und deshalb spielt sie in der
Soziologie auch überhaupt keine Rolle. Sie war nämlich
völlig privat.
Zu solchen Aussagen kommt man, wenn man Gott aus seiner Welt ausklammert und nicht bereit ist, Liebe als Dienen und eine gewollte Hinwendung zum Ehepartner zu verstehen.
Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.05.2012 13:46 UhrLiebe als Dienen und eine gewollte Hinwendung zum Ehepartner.
Demnach ist Liebe nur Ehepartnern oder jenen auf dem Weg zur Ehe zugestanden! Wie ausklammernd ist denn diese Sichtweise?
SYMMETRIEN
@MARCUS BAUMGÄRTNER
Sie erwähnen die Rotations-, Translations- und Inversionssymmetien
nicht. In höher dimensionalen Räumen kommen noch weitere dazu.
Schauen Sie beim Mathematiker Ludwig Schläfli rein. Hier
können Sie sehr viel Neues entdecken. 2014 wird hoffentlich die
Universität diesen grossen Mathematiker ehren. Er wäre nun 200
jährig. Mit Emmy Noether finden Sie die Symmetrien der Physik. Sie
werden überrascht sein wovon Symmetrien handeln. Sie brauchen dazu
das Rüstzeug der Mathematik.
Dass die Symmetrien eine so grosse Rolle spielen ist für alle eine
Überraschung. Bereits diese Einsicht ist für die Philosophen
massgebend. Theologen begnügen sich mit dem Solipsismus. Mit Ihnen
kann man nur glauben. Amen.
FREE WILL THEOREM
John Horton Conway und Simon Kochen bewiesen 2006 dieses Theorem. Es
deckt auf, wie falsch unsere Vorstellung von Verstehen sind. Via iTunes
U können Sie diesen Beweis nachvollziehen. Suchen Sie nach John Conway.
Mit Ihrem "Gott" verfallen Sie nur der Simplifizierung und
können alles erklären. Ihr Gott ist so allmächtig, dass
Sie im FREE WILL THEOREM mit ihm gegen die Wand rennen.
Nur mit Wissen (logisch gesichertes Verstehen) können wir uns und
anderen helfen. Mit Glauben können Sie nur trösten
(Erlösungsreligion). Studieren Sie das FWT und es kann für Sie
zu einem Augenöffner werden. Wir leben heute mit der Quantenphysik
und sind nicht mehr in der Klassischen Physik. Unsere Welt ist eine ganz
andere geworden.
NACHTRAG: Jedes Mal, wo Sie etwas Lernen, verändert dies Ihre
Weltansicht. Mit Ihrem festen Glauben bleiben Sie blind.
Punkt- oder Achsensymmetrie?
Aber trotzdem laufen Ihre Vorwürfen an Hr. Seibel ins Leere:
Zunächst mal heißt Bibel nicht "gutes Buch",
sondern vermutlich meinten Sie mit dem guten Buch das Evangelium
("frohe Botschaft"). Zum Bildnisverbot sei noch erwähnt,
dass dies das 2. und nicht das 1. Gebot ist.
Zu Ihrer eigentlichen Kritik möchte ich Ihnen raten, die Aussagen
jeweils als Metapher aufzufassen, die man selbstverständlich aus
ihrem Kontext heraus gut erkennen kann:
"Ebenbild Gottes" in Genesis = Bewusstes Wesen mit Erkenntnisfähigkeit
"Gottesbild" im 2. Gebot = Gott nicht auf ein Objekt zu
reduzieren, Gott nicht in eine Schublade stecken, …
Da Sie - völlig zurecht - die Erkenntnis so hoch halten: was
glauben denn Sie, woher diese Fähigkeit kommen kann, wenn nicht von
Gott selbst? Dasselbe gilt im Übrigen für Ihre
Menschenwürde sowie Ihre Fähigkeit zu lieben.
SYMMETRIE
Ihr Gott ist ein Solipsismus !
Das Gute Buch (Bibel) versucht diesen Schwachsinn zu umgehen, indem es
uns vorgaukelt, dass der Mensch zum Ebenbild Gottes erschaffen wurde.
Wieso wissen die Schreiber so etwas ?
Im ersten Gebot steht: Du sollst dir kein Bildnis schaffen, weder des
das oben im Himmel, noch des das unten auf Erden, noch des das im Wasser
unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.
Was tun Sie, Herr Manuel Seibel ? Sie schwärmen sogar davon !
Nun denken Sie nach.
Im Denken suchen wir nach Symmetrien. Weshalb das so ist, sagt Ihnen die Erkenntnis.
Danke, Herr Seibel! So ist es.
Sehe das ganz genau so.
.
Das Kernproblem scheint der Egoismus zu sein, der in der westlichen Welt
immer weiter um sich greift. Individualismus hoch 10. Keiner muss mehr
etwas aushalten, denn heute kann man ja alles wegklicken und jeder kann
für sich alleine leben. Eine Beziehung lebt aber vom gegenseitigen
Geben & Nehmen.
.
Nach meiner Beobachtung gehen viele Beziehungen wegen überzogener
Erwartungen an den anderen auseinander. Liebe wird mit einem Gefühl
verwechselt. Und wenn das Gefühl weg ist, ist wohl auch die Liebe
weg...
.
Umdenken ist gefragt: Liebe ist zuerst eine Entscheidung FÜR den anderen.
.
Allerdings muss ich den beiden Damen in einer Sache Recht geben: In den
Medien wird die partnerschaftliche Liebe total überbetont, was so
manchen Single nerven dürfte.
So, wie die Rose eine Rose ist, ist die Liebe die Liebe
So lange geliebt wird, wird es Paare geben. Zumindest temporär. Ob
das gut oder schlecht ist, liegt an der Qualität der gelebten
Beziehung, ist also variabel und das ist auch gut so. Wo bliebe die Hoffnung...
Frau Schwarzer hat m.E. damit allerdings nichts zu tun. Sie polemisiert
nicht gegen die Liebe. U.a. thematisiert und bekämpft sie weltweite
Benachteiligung von Frauen, was eine enorm wichtige Sache ist. Schade,
dass diese Sache so oft Gegenstand eindimensionaler Polemik ist...
Die Äußerungen der beiden Aurorinnen scheinen
tatsächlich teilweise eigener Enttäuschung zu enstammen und
dem wird m.M.n. auch offen Ausdruck verliehen. Das bedeutet aber doch
dann nicht per se, dass diese Aussagen uninteressant sind. Wo bleibt
denn da der Forscher- und selbstredend auch der Forscherinnendrang?
Affirmation contra "Sarkasmus versus Zynismus". Schade!
Es gibt Benachteiligung von Mädchen und Frauen. Weltweit. Es gibt
Vergewaltigungen, Ehrenmorde, Kinderehen, Klitorisbeschneidungen,
Zwangsprostitution, Misshandlungen...und Frauen verdienen, besitzen
weniger! Sexismus gibt es überall auf der Welt. Das gilt heute als
Tatsache und wird nicht, wie früher so gerne behauptet, von
frigiden, sex-aversive Frauen postuliert.
Sollte es zum (Menschen-)Recht erhoben werden, beim Vergewaltigen und
Morden, beim Beschneiden und Zwangsprostituieren zuschauen zu
dürfen? Dabei wäre es dann aber ganz gut, die Plätze auf
der richtigen Seite des Amphitheaters zu besetzen. Nicht wahr? Es tut
schon gut auf der Seite der Privilegierten zu stehen.
GEHEIMNIS
Liebe ist ein Geheimnis. Wer sie erlebt, der spricht nicht darüber.
Aussenstehende sehen nur das Strahlen in den Augen der Liebenden.
Meine Geheimnisse werde ich nie erwähnen. Meine Religion werde ich
nie erwähnen. Nur mein Wissen teile ich mit meinen Freunden. Diese
Haltung schützt mich und verleiht mir Individualität.
Sorry, wenn ich mich nicht besser ausdrücken kann. Ich habe Reine
Mathematik und Physik studiert. Ich bin sicher kein Goethe. Ich
würde nie in meinem Leben mit Goethe tauschen wollen. Jane Austen
genügt mir.
Metaphern, wohin man auch blickt...
Herr Duerig, Sie sprechen in Metaphern...Sie dürfen konkretisieren! Ich liebe jedoch Rätsel...und manchmal auch die Liebe! Dann fühle ich Glück!
NAMEN SIND SCHALL UND RAUCH
Frau Silvia Nitsche, studieren Sie das Geheimnis der Rose. Sie sprechen
von Liebe und deren Variabilität. Merkwürdig. Ihre Fahne
flattert im Wind.
Ich bevorzuge die besungenen Diamanten von Marilyn Monroe. Sie hat viele
gehabt, aber den wertvollsten hat sie nie gefunden.
Mit Jane Austen wird Ihnen die Richtung zur Liebe aufgezeigt. Schauen
Sie rein bei "Pride & Prejudice". Viel Glück. (Bei
Matty herrscht Windstille, und trotzdem hat sie die Liebe gelebt)
Viel Glück.
Die Schriftstellerin Jane Austen wird komplett ausgeblendet, obwohl sie
die schönsten Liebesgeschichten erzählt. Seit 200 Jahren
werden diese Romane gelesen und die Filme sind Renner. Pride And
Prejudice-1995 mit Jennifer Ehle, Mansfield Park-1999 mit Judy Dench,
Emma-2009 BBC. Wo wird Bezug genommen auf "Die schönsten
Liebesgeschichten aus 1001 Nacht" ?
Dem Beitrag von Soziologin Illouz und Musikerin Rösinger fehlt jede
Phantasie und Illusion. Diese Frauen waren noch nie verliebt oder
geliebt worden.
Polemisieren gegen die Liebe? Das wird keinen Erfolg haben!
Ein schauerliches Menschen- und Lebensbild dieser beiden Damen - zum
Grausen. Wer liest denn solche Bücher? Mich wundert ein bisschen,
dass die FAZ den Damen die Gelegenheit bietet, hier ihren Hass (auf wen?
auf was?) zu artikulieren. Dass es Menschen gibt, die mit Liebe nichts
anzufangen wissen, die gibt es offenbar. Dabei geht es im Leben doch
eigentlich um nichts anderes. Mich haben schon immer die abstrusen
Aussagen von Frau Schwarzer entsetzt. Frauen, die öffentlich gegen
die Liebe polemisieren - sie alle tun mir leid.
Ich ging, du standst und sahst zur Erden
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!
(Goethe)
AUSGERECHNET GOETHE
Goethe hat nie geliebt. Er war ein Schwärmer. Sein Denken führte in die Irre. Sein Handeln war verwerflich. Er war nur Geheimrat und Schriftsteller. Jeder Roman von Jane Austen erzählt uns mehr über Liebe. Sorry.
Ich gebe Ihnen in allem recht, @Herr Martensen
Was ich aber mit "ewiger Liebe" meinte, war, dass unabhängig von allen gesellschaftlichen Veränderungen, die, von der Steinzeit bis heute, ja vor allem auch eine Folge des technischen Fortschritts sind, wodurch biologisch bedingte Rollenzuweisungen obsolet geworden sind, es urmenschliche, sozusagen Gott gegebene Anlagen gibt, die ewig sind. Und das ist ganz zuvörderst das Liebesbedürfnis. Auch im Mittelalter haben die Minnesänger sicherlich ihre Angebetete nicht besungen, um am Ende "Macht auszuüben", sondern weil sie schlicht und ergreifend verliebt waren. Und ich bin ganz sicher, dass das bei den noch unverdorbenen, ganz jungen Leuten auch heute noch so ist.
@Herr Härter
Aber Sie müssen doch zugeben, dass es im Mittelalter durchaus ein
patriarchalisches Weltbild gab und dass der Mann damals als Kopf der
Familie auch das Sagen hatte und er somit seine Männlichkeit
über den Aufbau einer Familie bestätigen konnte (das war in
den 1950er Jahren sicherlich auch noch so und mancherorts ist das wohl
sogar heute noch so) und dass das heute eben im allgemeinen nicht mehr
so ist. Sie können doch nicht völlig bekannte Fakten einfach
so ignorieren, die Emanzipation der Frau können Sie nicht einfach
so unterschlagen und die daraus resultierenden Zustände nicht
einfach als gegeben betrachten.
Weiter: Man darf durchaus sachlich und wissenschaftlich etwas ins
schlechte Licht rücken, das ist übrigens die Hauptaussage von
Wissenschaften: aufklären darüber was gut und schlecht war und
ist. Männer waren nunmal Patriarchen .
Ich wünsche Ihnen sehr, dass Liebe ewig ist. Im Artikel ging es
aber um die Gesellschaft und die sieht das derzeit anders.
@Herr Martensen
Also wenn das keine Polemik ist, was Frau Illouz hier von sich gibt:
"Früher wollten Männer Familie, da Familie es ihnen
ermöglichte, patriarchalische Macht auszuüben".
Und wie Sie richtig festgestellt haben, dass "der Mann einfach nur
etwas ins schlechte Licht gerückt" wurde. Ist das etwa
sachlich und wissenschaftlich? Ich behaupte ganz sachlich: der Mann ist
im allgemeinen ein genauso guter Mensch wie die Frau, und keine/r
gehört in ein schlechtes Licht gerückt.
Ach, und noch was: die Liebe ist ewig, nicht zeitgebunden. Sie hat
deshalb auch nichts mit einem mittelalterlichen Weltbild zu tun. Mir tun
die beiden Damen von Herzen leid.
männliche Überheblichkeit?
Wie auch Ihr zitiertes Goethe-Gedicht einst ihn selbst weinerlich da
stehen liess, was alsbald korrigiert werden musste, um dem
männlichen Selbstbild gerecht zu werden, so sehen auch Sie
womöglich nicht, dass die Diskussion erschreckend sachlich
geführt wurde und überhaupt nichts mit Polemik und Hass zu tun
hat, sondern den Mann einfach nur etwas ins schlechte Licht gerückt hat.
Liebe ist ja nun in der Tat kein Panacea sondern heute genauso ein
Problem wie alles andere auch. Der Mensch in der Moderne kann und sollte
sein Verhalten stets hinterfragen. Menschen mit Weltbildern aus dem
Mittelalter brauchen dies natürlich nicht. Indem ein Wandel
überhaupt aberkannt wird, wird natürlich auch die Diskussion
um diesen Wandel abstrus. Sobald man aber einmal die Augen zu
öffnen wagt und erblickt wie es um die Moderne bestellt ist, wird
einem klar, dass Frau Illouz durchaus ein paar kluge Dinge sagt. Sie
selbst lebt übrigens eine funktionierende Ehe. Nur eben weniger romantisch.
Bemerkenswerte Fixierung auf die Männer
Ein Interview mit zwei Frauen, die erklären wollen, warum
Paarbeziehungen heute angeblich nicht mehr funktionieren sollen - und
dann besteht der Großteil aus Gejammer, dass die Männer nicht
so sind, wie sich die Damen das wünschen.
Alle Beziehungen, die ich als glücklich und dauerhaft kennen
gelernt habe, führen Menschen, die nicht hoffen, dass ihr Partner
perfekt ist oder ihn schlimmstenfalls sogar perfektionieren wollen,
sondern die sich mit dem Partner, in den sie sich aus irgendwelchen, idR
unbewussten Gründen verliebt haben, ein zu beiden passendes Leben
einrichten.
Das moderne Paarproblem scheint eher darin zu bestehen, dass sich viele
nicht arrangieren wollen/können, weil sie glauben, jeder kleine
Kompromiss würde ihre Selbstbestimmung völlig untergraben und
sie unglücklich machen. Ein Verwöhntheitsproblem.
richtig
Das Problem des Interviews ist eben seine Flachheit. Besonders bei Frau
Illouz weiss ich, dass sie zu dem Thema noch deutlich mehr zu sagen hat
- sie würde Ihnen sicherlich zustimmen. Zumindest lebt sie es
genauso vor, wie Sie das hier andeuten.
Beide stimmen ja auch nur darüber ein dass die romantische Liebe
überbewertet ist und anstatt, wie in anderen Orten geschehen, die
romantische Liebe einfach zur zu entmystifizieren, rutscht ihnen eben
auch heraus, dass die Männer ebenfalls schuld sein könnten.
Symptomatisch ist für mich der Satz der Interviewerin
"für Männer kämen auch Frauen in Betracht, die
sozial unter ihnen stehen". Dies muss man doch nun wirklich nicht
negativ gegen die Männer halten. Es ist geradezu der Ausdruck des
weiblichen Prinzessinenbewusstseins, dass sie sich durch die Liebe auch
sozial verbessern möchten. Durch diese Haltung vergraben sie sich
doch immer tiefer in ihre romantische Mystik. Dass das ein Problem ist,
würden Illouz und Rösinger nicht bestreiten.
fragt man sich ob das Grundthema tatsaechlich "Paare" behandelt, oder ob hier zwei Feministinnen ein Forum fuer ihren Maennerhass gegeben wurde. "Es gibt Paare, die glauben, dass sie gluecklich sind, aber ich habe da meine Zweifel", "Paare sind (un)gluecklich, weil er (nicht) im Haushalt hilft"- wer so absolut, ich-bezogen und einseitig denkt, ist wirklich fuer eine Partnerschaft nicht geeignet. Partnerschaft ist Geben und Nehmen- wer in einer echten Partnerschaft lebt, erfaehrt Stabilitaet und Zusammenhalt, einen Partner, auf den man sich verlassen kann, starke Familienbande durch dick und duenn. Das gibt es nicht umsonst, nicht ueber Nacht und auch nicht von der rosa Wolke, ist es aber wert.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2012 18:14 Uhr@M Arndt: "welche Ideen hätten Sie denn so?"
Siehe den allerersten Beitrag in diesem "Threat" ganz unten !
Sehr schön Herr Lücke,
welche Ideen hätten Sie denn so?
Oder ist das das inhaltsleere Gefasel, das auch die beiden Damen von
sich gegeben haben?
Frau Kuhlmann und E. Wald haben dagegen völlig recht. Könnte
es sein, dass eben diese Beiträge exakt beschreiben, warum 40 % der
Akademikerpaare keine Kinder haben?
Oder sollten es ganz einfach wirtschaftliche Überlegungen und
übertriebener Hedonismus die Ursachen sind (das gäbe den
beiden auch Recht)?
@Edda Kuhlmann: Leider ist die Realität eine andere !
Jede dritte Ehe wird geschieden - und die Heiratsraten als solche gehen steil in den Keller. Von den Akademikerpaaren sind 40 Prozent kinderlos. Die (vermeintliche) Idylle Großfamilie (oder war es doch nur der gehasste Verbund zur Sicherstellung sozialer Kontrolle ??) war einmal. Wenn die Deutschen nicht aussterben wollen, müssen sie sich was anderes einfallen lassen, als dem Mythos der Familie hinterher zu rennen !
Dies Interview weckt in mir überhaupt kein Verlangen, eines oder sogar beide Bücher der beiden Damen zu lesen. Da ziehe ich lieber das schmale Heftchen "über die Liebe" von Erich Fromm aus dem Regal.
"Es ist nicht notwendig, als Mann und Frau zu leben, um ein Kind zu haben." Aber im Interesse des Kindes ist es wünschenswert! Warum erklären uns eigentlich immer Leute, die unproduktive Studien durchführen und sicher nichts für Nachwuchs tun, die Welt?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2012 22:16 Uhr@ Ernst Schneck
Sie: "Ist sie nicht herrlich, die Natur?"
Ja, das ist sie, vor allem, wenn keine Menschen in der Nähe sind.
So genau weiss ich nicht, was ich mit diesem Interview anfangen soll.
Die Meinungen sind teilweise interessant, aber trotzdem wirkt das Ganze
frustriert bis festgefahren. Es wird ja gesagt: Je älter man wird,
desto weniger ist man bereit sich zu ändern. Hier liegen vllt
besonders krasse Fälle von fehlender Kompromissbereitschaft vor.
So philosophisch-interessant solche Theorien der beiden Damen auch sein
mögen, so schwer tu ich mich letztendlich damit, sie in der
Realität zu finden, denn gerade das Zwischenmenschliche (auch
Freundschaft und Bekanntschaft) ist so sehr ambivalent, dass es stets
neue Eindrücke und Horizonte gibt und man niemals einen
Schlussstrich oder ein Fazit ziehen sollte.. auch nicht als vom
Männlichkeitswahn gebeutelte Unersättliche.
Großartig an dem Interview ist übrigens das Nichteingehen auf:
"Männer haben auch eine viel größere Auswahl an
Partnerinnen: Anders als Frauen, ich verallgemeinere, ziehen sie auch
sozial unter ihnen Stehende in Betracht; .."
Fehlende Kompromissbereitschaft und Drang zur Perfektion
Die beiden Damen betreiben Schwarz-Weiß-Malerei. Wer nicht
glücklich ist, ist unglücklich. Das ist natürlich
Quatsch. Frau Rösinger spricht das Dilemma an, ohne zu bemerken,
dass sie ihm selbst zum Opfer gefallen ist: Sie will keine Kompromisse
mehr machen. Aber das muss man immer, wenn man in einer Gemeinschaft lebt.
Da jeder nur noch die "perfekte" Beziehung sucht, diese aber
nicht findet, weil er selbst nicht perfekt ist, kann die Partnersuche
und Beziehung ja nur scheitern. Aber Abstriche machen kommt ja nicht
infrage, schließlich haben wir nur das eine Leben - und das soll
bitteschön "perfekt" sein. Ganz besonders im
zwischenmenschlichen Bereich.
Wer übersteigerte Anforderungen und nur die eigenen
Bedürfnisse ins Zentrum stellt, darf sich nicht wundern, den
Zustand des Glücks nie oder nur sehr kurzfristig zu erreichen.
Warum macht man ein Interview mit zwei Leuten...
...wenn die die gleiche Meinung haben? Da könnte man doch einen
interviewen, oder die beiden einen Artikel schreiben lassen.
Inhaltlich halte ich die Aussagen für Unfug, aber nicht relevant
genug, sich über ein "meh" hinaus damit
auseinanderzusetzen.
Wir schaffen uns ein neues Problem!
Was ist der Sinn dieser mit gewissenhafter Penetranz geführten
Kampagne, die letztlich nur eines der natürlichsten Dinge dieser
Welt tot zu quatschen versucht?
'Frauen seien nicht gleichberechtigt gegenüber Männern weil
sie (biologisch) weniger Lebenszeit haben, Kinder zu bekommen'...
Hallo? Ich könnte mich auch unentwegt als Opfer dieser Welt
fühlen, allein schon deshalb, weil der Himmel statt rosa azurblau
ist. Wundert mich ohnehin, dass dies noch nicht zum Weltenproblem
gemacht wurde. Schließlich gibt es genug Wandfarbe...
Jetzt aber taucht das Ibsenweib auf, die Kameradin, die Heldin einer ganzen weltstädtischen
Literatur vom nordischen Drama bis zum Pariser Roman. Statt der Kinder
haben sie seelische Konflikte, die Ehe ist eine kunstgewerbliche Aufgabe
und es kommt darauf an, "sich gegenseitig zu verstehen". Es
ist ganz gleichgültig, ob eine amerika¬nische Dame für
ihre Kinder keinen zureichenden Grund findet, weil sie keine season
versäumen will, eine Pariserin, weil sie fürchtet, daß
ihr Liebhaber davongeht, oder eine Ibsenheldin, weil sie "sich
selbst gehört". Sie gehören alle sich selbst und sie sind
alle unfruchtbar.
(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes)
Und so wissen wir schon mal, was die klugen Reden wert sind. Sie sind
Ausdruck der Dekadenz, der Wohlstandsverwahrlosung, der letzten Stufe
der Zivilisation vor ihrem Verlöschen.
Vor ein paar Jahren hielt ich Spengler Prognose für
übertrieben pessimistisch. Heute muss ich sagen, er war Optimist.
Denn für den Verfalls brauchts nicht (wie von Spengler vermutet)
ein mehrhundertjährige Stadium. Es reichen wenige Jahrzehnte.
Johanna Adorján Jahrgang 1971, Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
Jüngste Beiträge