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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Soziologin Illouz und Musikerin Rösinger Ist das Zeitalter der Paare vorbei?

 ·  Über Männer, Frauen und die Probleme, die sich heutzutage daraus ergeben: Ein Gespräch mit der Soziologin Eva Illouz und der Musikerin Christiane Rösinger.

Artikel Bilder (7) Lesermeinungen (52)

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Markus Windicus

Ziemlich einseitige Sache

Das Singleleben (ich war auch mal davon überzeugt) ist einfach nur der Weg des geringsten Widerstands, die passende Lebensweise zur Spaßgesellschaft. Aber so richtig befriedigend scheint es auch nicht zu sein:
"Das einzige, was mich stört, ist, wie man von anderen angesehen wird, wenn man Single ist. Als habe man ein Problem."
Dieser Eindruck kommt wohl weniger vom Einfluss Anderer - den der könnte uns doch egal sein, wenn wir unsere Lebensart für die richtige halten - sondern vielmehr von der eigenen im Hinterkopf pochenden Ahnung, dass es eben doch nicht der erfüllende Weg ist.
Kurz gesagt, wer nach der perfekten Lebensweise sucht, erliegt einer Illusion! Egal, ob er nun gern erfüllter Single oder Teil eines filmreifen Paares sein würde... Das Leben ist kein Ponyhof!

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Ralf Buchty

Abivalenz vs. Dilemma und Zwang?

"Ambivalenz ist eine Folge von Wahlmöglichkeiten. Wenn du die Wahl hast, macht dich das unsicher und verwirrt."

Wenn Ambivalenz in ihrer Wahlvielfalt die Alternative zu Dilemma (entweder/oder) und zu Zwang (nur eine Möglichkeit) ist, dann wähle ich doch lieber die Ambivalenz. Ein Dilemma oder gar Zwang führen doch nicht automatisch zu besseren Paarergebnissen.

Ambivalenz ist das Ergebnis unreflektierten Verhaltens auch und gerade bei vielen Wahlmöglichkeiten. Geben wir also nicht der gesteigerten Zahl von Möglichkeiten die Schuld. Und kein aufgeschlossener Mensch wünscht sich die Verhältnisse von vor 100 Jahren zurück.

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Martin Hoffmann

Die Familie hat ausgedient

In Zukunft werden Kinder für das Kollektiv erzeugt und auch von diesem erzogen.
Familien und Paare gibt es nicht, jeder mit jedem. So wie bei Huxley.

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Nadine Bieden

Verräterisch

Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich entlarvend, wie hier reflexartig sofort die grosse "da kotzen sich doch nur arme, frustrierte Singletanten aus"-Welle über dieses Interview schwappt. Auf verräterische Weise bestätigt dies doch eigentlich das, was von den Damen angesprochen (nicht gepredigt!) wird: Den fest verankerten Glauben, dass Singles ein geplagtes und armseliges Leben führen und Frauen in dieser Position nicht mehr sind als ungewollte Männerhasserinnen. All das kann ich aus dem Artikel nicht heraushören, der, wie ich finde, in sehr entspanntem und angenehmen Tonfall einfach mal eine andere Perspektive beleuchtet und beiden Geschlechtern gerecht wird. Man muss beim Lesen vielleicht die selektive Brille des eigenen, festgefahrenen Weltbildes abnehmen - denn genau darum geht es in diesem Gespräch. Ich will auch gerne an das schöne Bild der grossen Liebe Glauben - fühle mich aber nicht gleich bedroht, wenn ich mir mal alternative Standpunkte anhöre, die gar nicht dumm sind.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.05.2012 19:11 Uhr
Sylvia Nitsche

Verräterisch? Durchaus!

Ich sehe das ganz ähnlich. Danke!

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 09.05.2012 16:31 Uhr

ZUVERSICHT

Nichts ist verräterisch, sonder es fehlt bloss die Zuversicht.
Schauen Sie sich die Filme mit Judy Dench "Cranford-2007 und "Return To Cranford-2009" an. Sie verstehen und fühlen hier die unerfüllte Liebe von Matty zu Holbrook und umgekehrt. Matty ist glücklich, weil ihre Zuversicht den Zeitrahmen sprengt. Schicksalsschläge müssen nicht mit Trauer übertüncht werden, sondern sie sollen unsere Zuversicht stärken. Diese positive und konstruktive Einstellung finde ich bei Soziologin Eva Illouz und der Musikerin Christiane Rösinger nicht. Diese beiden Frauen haben keine Phantasie und leben ohne Illusionen. Sie stehen nackt vor dem Leser. Ekelhaft. Nichts Feminines ist zu erkennen. Sorry.

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Heinrich Moser

Man muss kein Soziologiesthdium haben. ..

... Um diesen Unfug zu erkennen.
Die niedrigere Fertilitätsrate von Singels und gleichgeschlechtlichen Paaren sorgt dafür, dass mehr Kinder aus heterosexuellen Paarbeziehungen gezeugt weden.
Brutal formuliert: Singlegene sterben aus, Paargene überleben.
Deutlich sehen wir, dass unsere Zuwanderer wieder ein konservatives Familienbild in die Gesellschaft einbringen und das durch die höhere Fertilitätsrate auch durchsetzen werden.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.05.2012 20:20 Uhr
Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 09.05.2012 20:20 Uhr

NOCH EINMAL

Wo steckt es Ihr Selbstwertgefühl ?
Wovon wollen Sie flüchten, wenn Sie ehrlich bemühen ? Lieben Sie Ihre Partnerin, und versuchen Sie, die Liebe zu erhalten. Viel Glück.

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 09.05.2012 17:44 Uhr

WO STECKT ES... ?

Herr Karsten Becker, wo steckt Ihr Selbstwertgefühl ? Sie haben eine Entschuldigung für Ihr Single-Dasein ? Für mich nicht ist das nicht nachvollziehbar. Sorry.

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Wolfgang Kaeflein
Wolfgang Kaeflein (Wokae) - 09.05.2012 06:21 Uhr

Frau Illouz behauptet, Ambivalenz ist eine Folge der vielen Wahlmöglichkeiten

in unserer modernen Gesellschaft. In der Psychologie sagt man Ambivalenz ist die Folge einer gestörten Mutter - Kind Beziehung. Ambivalente Menschen haben genau wie im Artikel beschrieben das Problem, dass sie sich ihrer Gefühle zum Partner nie wirklich sicher sind. Ein Beispiel, wie man innere Konflikte auf die Aussenwelt projizieren kann. Der Artikel scheint mir eher von Projektionen durchzogen als von gelebtem Leben, reichhaltigen Erfahrungen in Sachen Liebe, Partnerschaft, Familie und Kindern.

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Erich Kupfer

Roman hat Liebe erfunden – Unfug!

Was mich immer beeindruckt, ist die Torheit der Behauptung, die „romantische Liebe“ sei im 18. Jahrhundert sozusagen erfunden worden, zwischen den Buchdeckeln der sich entwickelnden Literaturgattung Roman.
So ein Quatsch. Spätestens bei derlei Behauptungen wende ich mich von der Lektüre ab.
Euripides, 5. Jhd. v. Chr. Jason und Medea. Nur mal ein beliebiges Beispiel für ziemlich länger her als zwei-, dreihundert Jahre. Noch ein paar? Qrpheus und Eurydike, Odysseus und Penelope. Oder Hero und Leander. Lesen Sie mal, was Hero machte, als Leander nicht mehr durch die Meerenge schwamm. Derlei Dinge soll die romantische Liebe heute erst mal vollbringen! Bis dann mal in Verona unterm Balkon...
Dass es nicht immer gut ausgeht, trennend oder sogar bleibend, steht auf einem anderen Blatt.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.05.2012 09:28 Uhr
Walter Raubein

Ewige Liebesduselei... Wer will das?!

Niemand kann oder will über Jahrzehnte hinweg romantisch sein...

Ein guter Freund zu sein, ist jedoch möglich und sollte das Ziel einer langanhaltenden Beziehung sein. So wird jedem genügend Freiraum und Privatspäre gelassen und der individuelle Charakter bleibt erhalten. Langeweile kommt garantiert nicht auf. ( Und damit meine ich nicht, dass man einen Freifahrtsschein zum Betthopping bekommt... )

Die romantischen Momente in denen man der Leidenschaft für seinen Partner freien Lauf gibt, ergeben sich sowieso von ganz alleine - Dafür sorgt der Fortpflanzungstrieb.

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michael martensen

Romantische Liebe

Da sind Sie aber wenig fair, wenn Sie bis zur Antike zurückgehen. Gerade die Antike ist uns heute natürlich näher denn jeh, - guter Punkt! - aber dazwischen gab es ja noch ganz andere Zeiten die einen soziologischen Bezug zur Antike sinnlos machen.

Es gab Liebe natürlich schon immer. Auch romantische Liebe gab es sicher. Aber das heutige Massenphänomen, dass sich fast eine Jede für eine zweite Grace Kelley hält die zu recht auf einen Prinzen warten dürfe, ist völlig neu. Das liegt eben daran, dass es eine Öffentlichkeit gibt, die durch Medien, Romane usw. erreicht werden kann. Dies gab es früher nunmal nicht. Dies heisst nicht, dass es früher keine romantische Liebe gegeben hat. Aber der Umgang miteinander, auch in Bezug auf Liebe und Heirat, war auf heute unvorstellbare Weise völlig anders und deshalb spielt sie in der Soziologie auch überhaupt keine Rolle. Sie war nämlich völlig privat.

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Manuel Seibel
Manuel Seibel (manuel) - 08.05.2012 18:30 Uhr

Ein Weltbild ohne Gott

Zu solchen Aussagen kommt man, wenn man Gott aus seiner Welt ausklammert und nicht bereit ist, Liebe als Dienen und eine gewollte Hinwendung zum Ehepartner zu verstehen.

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.05.2012 13:46 Uhr
Ralf Buchty

Liebe als Dienen und eine gewollte Hinwendung zum Ehepartner.

Demnach ist Liebe nur Ehepartnern oder jenen auf dem Weg zur Ehe zugestanden! Wie ausklammernd ist denn diese Sichtweise?

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 11.05.2012 19:26 Uhr

SYMMETRIEN

@MARCUS BAUMGÄRTNER
Sie erwähnen die Rotations-, Translations- und Inversionssymmetien nicht. In höher dimensionalen Räumen kommen noch weitere dazu. Schauen Sie beim Mathematiker Ludwig Schläfli rein. Hier können Sie sehr viel Neues entdecken. 2014 wird hoffentlich die Universität diesen grossen Mathematiker ehren. Er wäre nun 200 jährig. Mit Emmy Noether finden Sie die Symmetrien der Physik. Sie werden überrascht sein wovon Symmetrien handeln. Sie brauchen dazu das Rüstzeug der Mathematik.
Dass die Symmetrien eine so grosse Rolle spielen ist für alle eine Überraschung. Bereits diese Einsicht ist für die Philosophen massgebend. Theologen begnügen sich mit dem Solipsismus. Mit Ihnen kann man nur glauben. Amen.

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 11.05.2012 18:53 Uhr

FREE WILL THEOREM

John Horton Conway und Simon Kochen bewiesen 2006 dieses Theorem. Es deckt auf, wie falsch unsere Vorstellung von Verstehen sind. Via iTunes U können Sie diesen Beweis nachvollziehen. Suchen Sie nach John Conway.
Mit Ihrem "Gott" verfallen Sie nur der Simplifizierung und können alles erklären. Ihr Gott ist so allmächtig, dass Sie im FREE WILL THEOREM mit ihm gegen die Wand rennen.
Nur mit Wissen (logisch gesichertes Verstehen) können wir uns und anderen helfen. Mit Glauben können Sie nur trösten (Erlösungsreligion). Studieren Sie das FWT und es kann für Sie zu einem Augenöffner werden. Wir leben heute mit der Quantenphysik und sind nicht mehr in der Klassischen Physik. Unsere Welt ist eine ganz andere geworden.
NACHTRAG: Jedes Mal, wo Sie etwas Lernen, verändert dies Ihre Weltansicht. Mit Ihrem festen Glauben bleiben Sie blind.

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Marcus Baumgärtner

Punkt- oder Achsensymmetrie?

Aber trotzdem laufen Ihre Vorwürfen an Hr. Seibel ins Leere:

Zunächst mal heißt Bibel nicht "gutes Buch", sondern vermutlich meinten Sie mit dem guten Buch das Evangelium ("frohe Botschaft"). Zum Bildnisverbot sei noch erwähnt, dass dies das 2. und nicht das 1. Gebot ist.

Zu Ihrer eigentlichen Kritik möchte ich Ihnen raten, die Aussagen jeweils als Metapher aufzufassen, die man selbstverständlich aus ihrem Kontext heraus gut erkennen kann:
"Ebenbild Gottes" in Genesis = Bewusstes Wesen mit Erkenntnisfähigkeit
"Gottesbild" im 2. Gebot = Gott nicht auf ein Objekt zu reduzieren, Gott nicht in eine Schublade stecken, …

Da Sie - völlig zurecht - die Erkenntnis so hoch halten: was glauben denn Sie, woher diese Fähigkeit kommen kann, wenn nicht von Gott selbst? Dasselbe gilt im Übrigen für Ihre Menschenwürde sowie Ihre Fähigkeit zu lieben.

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 09.05.2012 17:54 Uhr

SYMMETRIE

Ihr Gott ist ein Solipsismus !
Das Gute Buch (Bibel) versucht diesen Schwachsinn zu umgehen, indem es uns vorgaukelt, dass der Mensch zum Ebenbild Gottes erschaffen wurde. Wieso wissen die Schreiber so etwas ?
Im ersten Gebot steht: Du sollst dir kein Bildnis schaffen, weder des das oben im Himmel, noch des das unten auf Erden, noch des das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.
Was tun Sie, Herr Manuel Seibel ? Sie schwärmen sogar davon !
Nun denken Sie nach.
Im Denken suchen wir nach Symmetrien. Weshalb das so ist, sagt Ihnen die Erkenntnis.

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Weitere Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Thomas C. Behrens
Thomas C. Behrens (tcb78) - 09.05.2012 10:04 Uhr

Danke, Herr Seibel! So ist es.

Sehe das ganz genau so.
.
Das Kernproblem scheint der Egoismus zu sein, der in der westlichen Welt immer weiter um sich greift. Individualismus hoch 10. Keiner muss mehr etwas aushalten, denn heute kann man ja alles wegklicken und jeder kann für sich alleine leben. Eine Beziehung lebt aber vom gegenseitigen Geben & Nehmen.
.
Nach meiner Beobachtung gehen viele Beziehungen wegen überzogener Erwartungen an den anderen auseinander. Liebe wird mit einem Gefühl verwechselt. Und wenn das Gefühl weg ist, ist wohl auch die Liebe weg...
.
Umdenken ist gefragt: Liebe ist zuerst eine Entscheidung FÜR den anderen.
.
Allerdings muss ich den beiden Damen in einer Sache Recht geben: In den Medien wird die partnerschaftliche Liebe total überbetont, was so manchen Single nerven dürfte.

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Sylvia Nitsche

So, wie die Rose eine Rose ist, ist die Liebe die Liebe

So lange geliebt wird, wird es Paare geben. Zumindest temporär. Ob das gut oder schlecht ist, liegt an der Qualität der gelebten Beziehung, ist also variabel und das ist auch gut so. Wo bliebe die Hoffnung...

Frau Schwarzer hat m.E. damit allerdings nichts zu tun. Sie polemisiert nicht gegen die Liebe. U.a. thematisiert und bekämpft sie weltweite Benachteiligung von Frauen, was eine enorm wichtige Sache ist. Schade, dass diese Sache so oft Gegenstand eindimensionaler Polemik ist...

Die Äußerungen der beiden Aurorinnen scheinen tatsächlich teilweise eigener Enttäuschung zu enstammen und dem wird m.M.n. auch offen Ausdruck verliehen. Das bedeutet aber doch dann nicht per se, dass diese Aussagen uninteressant sind. Wo bleibt denn da der Forscher- und selbstredend auch der Forscherinnendrang?

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.05.2012 12:28 Uhr
Sylvia Nitsche

Affirmation contra "Sarkasmus versus Zynismus". Schade!

Es gibt Benachteiligung von Mädchen und Frauen. Weltweit. Es gibt Vergewaltigungen, Ehrenmorde, Kinderehen, Klitorisbeschneidungen, Zwangsprostitution, Misshandlungen...und Frauen verdienen, besitzen weniger! Sexismus gibt es überall auf der Welt. Das gilt heute als Tatsache und wird nicht, wie früher so gerne behauptet, von frigiden, sex-aversive Frauen postuliert.
Sollte es zum (Menschen-)Recht erhoben werden, beim Vergewaltigen und Morden, beim Beschneiden und Zwangsprostituieren zuschauen zu dürfen? Dabei wäre es dann aber ganz gut, die Plätze auf der richtigen Seite des Amphitheaters zu besetzen. Nicht wahr? Es tut schon gut auf der Seite der Privilegierten zu stehen.

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 09.05.2012 19:52 Uhr

GEHEIMNIS

Liebe ist ein Geheimnis. Wer sie erlebt, der spricht nicht darüber. Aussenstehende sehen nur das Strahlen in den Augen der Liebenden.
Meine Geheimnisse werde ich nie erwähnen. Meine Religion werde ich nie erwähnen. Nur mein Wissen teile ich mit meinen Freunden. Diese Haltung schützt mich und verleiht mir Individualität.
Sorry, wenn ich mich nicht besser ausdrücken kann. Ich habe Reine Mathematik und Physik studiert. Ich bin sicher kein Goethe. Ich würde nie in meinem Leben mit Goethe tauschen wollen. Jane Austen genügt mir.

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Sylvia Nitsche

Metaphern, wohin man auch blickt...

Herr Duerig, Sie sprechen in Metaphern...Sie dürfen konkretisieren! Ich liebe jedoch Rätsel...und manchmal auch die Liebe! Dann fühle ich Glück!

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 09.05.2012 18:11 Uhr

NAMEN SIND SCHALL UND RAUCH

Frau Silvia Nitsche, studieren Sie das Geheimnis der Rose. Sie sprechen von Liebe und deren Variabilität. Merkwürdig. Ihre Fahne flattert im Wind.
Ich bevorzuge die besungenen Diamanten von Marilyn Monroe. Sie hat viele gehabt, aber den wertvollsten hat sie nie gefunden.
Mit Jane Austen wird Ihnen die Richtung zur Liebe aufgezeigt. Schauen Sie rein bei "Pride & Prejudice". Viel Glück. (Bei Matty herrscht Windstille, und trotzdem hat sie die Liebe gelebt)
Viel Glück.

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Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 08.05.2012 17:40 Uhr

JANE AUSTEN

Die Schriftstellerin Jane Austen wird komplett ausgeblendet, obwohl sie die schönsten Liebesgeschichten erzählt. Seit 200 Jahren werden diese Romane gelesen und die Filme sind Renner. Pride And Prejudice-1995 mit Jennifer Ehle, Mansfield Park-1999 mit Judy Dench, Emma-2009 BBC. Wo wird Bezug genommen auf "Die schönsten Liebesgeschichten aus 1001 Nacht" ?
Dem Beitrag von Soziologin Illouz und Musikerin Rösinger fehlt jede Phantasie und Illusion. Diese Frauen waren noch nie verliebt oder geliebt worden.

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Eckart Härter

Polemisieren gegen die Liebe? Das wird keinen Erfolg haben!

Ein schauerliches Menschen- und Lebensbild dieser beiden Damen - zum Grausen. Wer liest denn solche Bücher? Mich wundert ein bisschen, dass die FAZ den Damen die Gelegenheit bietet, hier ihren Hass (auf wen? auf was?) zu artikulieren. Dass es Menschen gibt, die mit Liebe nichts anzufangen wissen, die gibt es offenbar. Dabei geht es im Leben doch eigentlich um nichts anderes. Mich haben schon immer die abstrusen Aussagen von Frau Schwarzer entsetzt. Frauen, die öffentlich gegen die Liebe polemisieren - sie alle tun mir leid.

Ich ging, du standst und sahst zur Erden
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!
(Goethe)

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.05.2012 18:21 Uhr
Christian Duerig
Christian Duerig (crigs) - 09.05.2012 18:21 Uhr

AUSGERECHNET GOETHE

Goethe hat nie geliebt. Er war ein Schwärmer. Sein Denken führte in die Irre. Sein Handeln war verwerflich. Er war nur Geheimrat und Schriftsteller. Jeder Roman von Jane Austen erzählt uns mehr über Liebe. Sorry.

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Eckart Härter

Ich gebe Ihnen in allem recht, @Herr Martensen

Was ich aber mit "ewiger Liebe" meinte, war, dass unabhängig von allen gesellschaftlichen Veränderungen, die, von der Steinzeit bis heute, ja vor allem auch eine Folge des technischen Fortschritts sind, wodurch biologisch bedingte Rollenzuweisungen obsolet geworden sind, es urmenschliche, sozusagen Gott gegebene Anlagen gibt, die ewig sind. Und das ist ganz zuvörderst das Liebesbedürfnis. Auch im Mittelalter haben die Minnesänger sicherlich ihre Angebetete nicht besungen, um am Ende "Macht auszuüben", sondern weil sie schlicht und ergreifend verliebt waren. Und ich bin ganz sicher, dass das bei den noch unverdorbenen, ganz jungen Leuten auch heute noch so ist.

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michael martensen

@Herr Härter

Aber Sie müssen doch zugeben, dass es im Mittelalter durchaus ein patriarchalisches Weltbild gab und dass der Mann damals als Kopf der Familie auch das Sagen hatte und er somit seine Männlichkeit über den Aufbau einer Familie bestätigen konnte (das war in den 1950er Jahren sicherlich auch noch so und mancherorts ist das wohl sogar heute noch so) und dass das heute eben im allgemeinen nicht mehr so ist. Sie können doch nicht völlig bekannte Fakten einfach so ignorieren, die Emanzipation der Frau können Sie nicht einfach so unterschlagen und die daraus resultierenden Zustände nicht einfach als gegeben betrachten.

Weiter: Man darf durchaus sachlich und wissenschaftlich etwas ins schlechte Licht rücken, das ist übrigens die Hauptaussage von Wissenschaften: aufklären darüber was gut und schlecht war und ist. Männer waren nunmal Patriarchen .

Ich wünsche Ihnen sehr, dass Liebe ewig ist. Im Artikel ging es aber um die Gesellschaft und die sieht das derzeit anders.

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Eckart Härter

@Herr Martensen

Also wenn das keine Polemik ist, was Frau Illouz hier von sich gibt: "Früher wollten Männer Familie, da Familie es ihnen ermöglichte, patriarchalische Macht auszuüben".
Und wie Sie richtig festgestellt haben, dass "der Mann einfach nur etwas ins schlechte Licht gerückt" wurde. Ist das etwa sachlich und wissenschaftlich? Ich behaupte ganz sachlich: der Mann ist im allgemeinen ein genauso guter Mensch wie die Frau, und keine/r gehört in ein schlechtes Licht gerückt.
Ach, und noch was: die Liebe ist ewig, nicht zeitgebunden. Sie hat deshalb auch nichts mit einem mittelalterlichen Weltbild zu tun. Mir tun die beiden Damen von Herzen leid.

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michael martensen

männliche Überheblichkeit?

Wie auch Ihr zitiertes Goethe-Gedicht einst ihn selbst weinerlich da stehen liess, was alsbald korrigiert werden musste, um dem männlichen Selbstbild gerecht zu werden, so sehen auch Sie womöglich nicht, dass die Diskussion erschreckend sachlich geführt wurde und überhaupt nichts mit Polemik und Hass zu tun hat, sondern den Mann einfach nur etwas ins schlechte Licht gerückt hat.

Liebe ist ja nun in der Tat kein Panacea sondern heute genauso ein Problem wie alles andere auch. Der Mensch in der Moderne kann und sollte sein Verhalten stets hinterfragen. Menschen mit Weltbildern aus dem Mittelalter brauchen dies natürlich nicht. Indem ein Wandel überhaupt aberkannt wird, wird natürlich auch die Diskussion um diesen Wandel abstrus. Sobald man aber einmal die Augen zu öffnen wagt und erblickt wie es um die Moderne bestellt ist, wird einem klar, dass Frau Illouz durchaus ein paar kluge Dinge sagt. Sie selbst lebt übrigens eine funktionierende Ehe. Nur eben weniger romantisch.

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Elisa Wald
E. Wald (E.Wald) - 08.05.2012 16:32 Uhr

Bemerkenswerte Fixierung auf die Männer

Ein Interview mit zwei Frauen, die erklären wollen, warum Paarbeziehungen heute angeblich nicht mehr funktionieren sollen - und dann besteht der Großteil aus Gejammer, dass die Männer nicht so sind, wie sich die Damen das wünschen.
Alle Beziehungen, die ich als glücklich und dauerhaft kennen gelernt habe, führen Menschen, die nicht hoffen, dass ihr Partner perfekt ist oder ihn schlimmstenfalls sogar perfektionieren wollen, sondern die sich mit dem Partner, in den sie sich aus irgendwelchen, idR unbewussten Gründen verliebt haben, ein zu beiden passendes Leben einrichten.
Das moderne Paarproblem scheint eher darin zu bestehen, dass sich viele nicht arrangieren wollen/können, weil sie glauben, jeder kleine Kompromiss würde ihre Selbstbestimmung völlig untergraben und sie unglücklich machen. Ein Verwöhntheitsproblem.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2012 18:30 Uhr
michael martensen

richtig

Das Problem des Interviews ist eben seine Flachheit. Besonders bei Frau Illouz weiss ich, dass sie zu dem Thema noch deutlich mehr zu sagen hat - sie würde Ihnen sicherlich zustimmen. Zumindest lebt sie es genauso vor, wie Sie das hier andeuten.

Beide stimmen ja auch nur darüber ein dass die romantische Liebe überbewertet ist und anstatt, wie in anderen Orten geschehen, die romantische Liebe einfach zur zu entmystifizieren, rutscht ihnen eben auch heraus, dass die Männer ebenfalls schuld sein könnten.

Symptomatisch ist für mich der Satz der Interviewerin "für Männer kämen auch Frauen in Betracht, die sozial unter ihnen stehen". Dies muss man doch nun wirklich nicht negativ gegen die Männer halten. Es ist geradezu der Ausdruck des weiblichen Prinzessinenbewusstseins, dass sie sich durch die Liebe auch sozial verbessern möchten. Durch diese Haltung vergraben sie sich doch immer tiefer in ihre romantische Mystik. Dass das ein Problem ist, würden Illouz und Rösinger nicht bestreiten.

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Edda Kuhlmann

Wenn man das hier so liest

fragt man sich ob das Grundthema tatsaechlich "Paare" behandelt, oder ob hier zwei Feministinnen ein Forum fuer ihren Maennerhass gegeben wurde. "Es gibt Paare, die glauben, dass sie gluecklich sind, aber ich habe da meine Zweifel", "Paare sind (un)gluecklich, weil er (nicht) im Haushalt hilft"- wer so absolut, ich-bezogen und einseitig denkt, ist wirklich fuer eine Partnerschaft nicht geeignet. Partnerschaft ist Geben und Nehmen- wer in einer echten Partnerschaft lebt, erfaehrt Stabilitaet und Zusammenhalt, einen Partner, auf den man sich verlassen kann, starke Familienbande durch dick und duenn. Das gibt es nicht umsonst, nicht ueber Nacht und auch nicht von der rosa Wolke, ist es aber wert.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2012 18:14 Uhr
K. Peter Luecke

@M Arndt: "welche Ideen hätten Sie denn so?"

Siehe den allerersten Beitrag in diesem "Threat" ganz unten !

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Michael Arndt

Sehr schön Herr Lücke,

welche Ideen hätten Sie denn so?
Oder ist das das inhaltsleere Gefasel, das auch die beiden Damen von sich gegeben haben?
Frau Kuhlmann und E. Wald haben dagegen völlig recht. Könnte es sein, dass eben diese Beiträge exakt beschreiben, warum 40 % der Akademikerpaare keine Kinder haben?
Oder sollten es ganz einfach wirtschaftliche Überlegungen und übertriebener Hedonismus die Ursachen sind (das gäbe den beiden auch Recht)?

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K. Peter Luecke

@Edda Kuhlmann: Leider ist die Realität eine andere !

Jede dritte Ehe wird geschieden - und die Heiratsraten als solche gehen steil in den Keller. Von den Akademikerpaaren sind 40 Prozent kinderlos. Die (vermeintliche) Idylle Großfamilie (oder war es doch nur der gehasste Verbund zur Sicherstellung sozialer Kontrolle ??) war einmal. Wenn die Deutschen nicht aussterben wollen, müssen sie sich was anderes einfallen lassen, als dem Mythos der Familie hinterher zu rennen !

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Frank Linnhoff
Frank Linnhoff (wulewuu) - 08.05.2012 15:57 Uhr

Kein Verlangen

Dies Interview weckt in mir überhaupt kein Verlangen, eines oder sogar beide Bücher der beiden Damen zu lesen. Da ziehe ich lieber das schmale Heftchen "über die Liebe" von Erich Fromm aus dem Regal.

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Michael Scheffler

Au weia

"Es ist nicht notwendig, als Mann und Frau zu leben, um ein Kind zu haben." Aber im Interesse des Kindes ist es wünschenswert! Warum erklären uns eigentlich immer Leute, die unproduktive Studien durchführen und sicher nichts für Nachwuchs tun, die Welt?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2012 22:16 Uhr
Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 08.05.2012 22:16 Uhr

@ Ernst Schneck

Sie: "Ist sie nicht herrlich, die Natur?"
Ja, das ist sie, vor allem, wenn keine Menschen in der Nähe sind.

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Gev Wels
Gev Wels (gwels) - 08.05.2012 14:53 Uhr

Arme Männer

So genau weiss ich nicht, was ich mit diesem Interview anfangen soll. Die Meinungen sind teilweise interessant, aber trotzdem wirkt das Ganze frustriert bis festgefahren. Es wird ja gesagt: Je älter man wird, desto weniger ist man bereit sich zu ändern. Hier liegen vllt besonders krasse Fälle von fehlender Kompromissbereitschaft vor.

So philosophisch-interessant solche Theorien der beiden Damen auch sein mögen, so schwer tu ich mich letztendlich damit, sie in der Realität zu finden, denn gerade das Zwischenmenschliche (auch Freundschaft und Bekanntschaft) ist so sehr ambivalent, dass es stets neue Eindrücke und Horizonte gibt und man niemals einen Schlussstrich oder ein Fazit ziehen sollte.. auch nicht als vom Männlichkeitswahn gebeutelte Unersättliche.

Großartig an dem Interview ist übrigens das Nichteingehen auf:
"Männer haben auch eine viel größere Auswahl an Partnerinnen: Anders als Frauen, ich verallgemeinere, ziehen sie auch sozial unter ihnen Stehende in Betracht; .."

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Verena Haas

Fehlende Kompromissbereitschaft und Drang zur Perfektion

Die beiden Damen betreiben Schwarz-Weiß-Malerei. Wer nicht glücklich ist, ist unglücklich. Das ist natürlich Quatsch. Frau Rösinger spricht das Dilemma an, ohne zu bemerken, dass sie ihm selbst zum Opfer gefallen ist: Sie will keine Kompromisse mehr machen. Aber das muss man immer, wenn man in einer Gemeinschaft lebt.
Da jeder nur noch die "perfekte" Beziehung sucht, diese aber nicht findet, weil er selbst nicht perfekt ist, kann die Partnersuche und Beziehung ja nur scheitern. Aber Abstriche machen kommt ja nicht infrage, schließlich haben wir nur das eine Leben - und das soll bitteschön "perfekt" sein. Ganz besonders im zwischenmenschlichen Bereich.
Wer übersteigerte Anforderungen und nur die eigenen Bedürfnisse ins Zentrum stellt, darf sich nicht wundern, den Zustand des Glücks nie oder nur sehr kurzfristig zu erreichen.

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 08.05.2012 14:30 Uhr

Warum macht man ein Interview mit zwei Leuten...

...wenn die die gleiche Meinung haben? Da könnte man doch einen interviewen, oder die beiden einen Artikel schreiben lassen.
Inhaltlich halte ich die Aussagen für Unfug, aber nicht relevant genug, sich über ein "meh" hinaus damit auseinanderzusetzen.

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patrick hermsdorf

Wir schaffen uns ein neues Problem!


Was ist der Sinn dieser mit gewissenhafter Penetranz geführten Kampagne, die letztlich nur eines der natürlichsten Dinge dieser Welt tot zu quatschen versucht?

'Frauen seien nicht gleichberechtigt gegenüber Männern weil sie (biologisch) weniger Lebenszeit haben, Kinder zu bekommen'...

Hallo? Ich könnte mich auch unentwegt als Opfer dieser Welt fühlen, allein schon deshalb, weil der Himmel statt rosa azurblau ist. Wundert mich ohnehin, dass dies noch nicht zum Weltenproblem gemacht wurde. Schließlich gibt es genug Wandfarbe...

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Torsten Klier

Jetzt aber taucht das Ibsenweib auf, die Kameradin, die Heldin einer ganzen weltstädtischen

Literatur vom nordischen Drama bis zum Pariser Roman. Statt der Kinder haben sie seelische Konflikte, die Ehe ist eine kunstgewerbliche Aufgabe und es kommt darauf an, "sich gegenseitig zu verstehen". Es ist ganz gleichgültig, ob eine amerika¬nische Dame für ihre Kinder keinen zureichenden Grund findet, weil sie keine season versäumen will, eine Pariserin, weil sie fürchtet, daß ihr Liebhaber davongeht, oder eine Ibsenheldin, weil sie "sich selbst gehört". Sie gehören alle sich selbst und sie sind alle unfruchtbar.
(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes)

Und so wissen wir schon mal, was die klugen Reden wert sind. Sie sind Ausdruck der Dekadenz, der Wohlstandsverwahrlosung, der letzten Stufe der Zivilisation vor ihrem Verlöschen.
Vor ein paar Jahren hielt ich Spengler Prognose für übertrieben pessimistisch. Heute muss ich sagen, er war Optimist. Denn für den Verfalls brauchts nicht (wie von Spengler vermutet) ein mehrhundertjährige Stadium. Es reichen wenige Jahrzehnte.

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Jahrgang 1971, Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

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