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Veröffentlicht: 26.01.2014, 11:07 Uhr

Serie: High-Tech-Kriege I Wenn die Technik zur Waffe wird


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In Deutschland wurde primär über den „Euro Hawk“ berichtet, der von Januar 2013 an im Testbetrieb über Deutschland flog und vor allem durch seine modernen SIGINT-Komponenten, also Systeme zur flächendeckenden Funküberwachung, gekennzeichnet ist. Der „Euro Hawk“ ist gemeinsam mit der bereits seit 2008 von den Amerikanern in Italien stationierten „Global Hawk“ die größte militärische Drohne, die derzeit zum Einsatz kommt.

Über die Jahre hinweg wurden Fakten geschaffen

Da allein Anschaffung und Unterhalt einer „Euro Hawk“-Demonstrationsdrohne der Bundeswehr 570 Millionen Euro verschlungen hatte und das Projekt an Zulassungs- und Projektmanagementproblemen gescheitert war, gab es erstmals eine öffentliche Diskussion über das Drohnenprogramm der Bundeswehr.

Zuvor dürfte vielen Menschen kaum bewusst gewesen sein, dass und welche Flugroboter bereits angeschafft oder zum Kauf geplant worden waren. Generell wurden Drohneneinsätze über Europa weitgehend totgeschwiegen, um negative öffentliche Diskussionen zu vermeiden. So wurde etwa die italienische Erlaubnis an die Amerikaner, die „Global Hawk“ in Sizilien permanent zu stationieren, mit explizitem Hinweis auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl im April 2008 geheim gehalten. Entsprechend sind über die Jahre Fakten geschaffen und erhebliche Summen zur Beschaffung bezahlt worden, ohne dass eine breite kritische Auseinandersetzung stattfand.

Jahresrückblick 2013 - Aufklärungsdrohne Euro Hawk © dpa Vergrößern

Die Spanne der fliegenden Waffen und Späher reicht von solchen riesigen Fluggeräten wie der „Euro Hawk“, die tagelang ihre Kreise am Himmel ziehen kann, über helikopterartige Fluggeräte bis zu winzigen, äußerst wendigen Miniflugkörpern, die kaum so viel Gewicht haben, dass sie einem Windstoß standhalten können, und auch innerhalb von Gebäuden fliegen können.

Von vielen Millionen Dollar bis zu wenigen Euro

Sie kosten von vielen Millionen Dollar für große und oft bewaffnete Modelle, die vom fernen Computer aus gesteuert werden, bis zu wenigen Euro im Minisegment der schwarmfähigen Flugroboter, deren Hardware selbst die Waffe darstellt. In Zukunft sind noch deutlich kleinere Ausgaben zu erwarten.

In allen Luftstreitkräften der Welt wird in diesen Tagen wohl die letzte Generation Kampfpiloten für bemannte Flugzeuge ausgebildet. Ihre Nachfolger kommandieren nur noch Drohnen aus der Ferne. Blitzschnelle, autonom agierende Killerroboter sind die logische Folge eines Wettrüstens, bei dem der Mensch nicht mehr im Wege steht.

In der öffentlichen Wahrnehmung dominieren Fakten, die von den Herstellern in die Welt gesetzt wurden und einer Analyse kaum standhalten. Insbesondere wird die Genauigkeit der Angriffe von bewaffneten Drohnen betont sowie die angebliche Minimierung von „Kollateralschäden“. Studien belegen diese behauptete Zielgenauigkeit jedoch nicht. So konnte selbst in militärnahen Studien kein Rückgang bei der Tötung Unbeteiligter gegenüber konventionellen Angriffen verzeichnet werden. Im Gegenteil: Die Drohnen wiesen eine höhere Quote an „Kollateralschäden“ aus.

Forderung nach einer weltweit kollektiven Pause

Ob Drohnen, aber auch Maschinen, die gemeinhin Killerroboter genannt werden, eine irgendwie geartete Ethik beizubringen ist, bleibt letztendlich ein irrelevantes Spielfeld für Philosophen. Denn bisher existieren nicht einmal spezifische völkerrechtliche oder menschenrechtliche Vorgaben für den Einsatz beweglicher autonomer Waffen.

Zwar kam in den letzten Monaten Bewegung in die politische Diskussion, seit im Juni diesen Jahres die Vereinten Nationen die Verwendung von autonomen Tötungsrobotern auf die Tagesordnung nahmen und ein Moratorium berieten. Der zuständige UN-Berichterstatter, Christof Heyns, forderte eine „weltweite kollektive Pause“, um über autonome Maschinen, die nur dafür gebaut werden, Menschen umzubringen, reflektieren zu können.

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