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Richters Domfenster Altbackene Vorurteile eines Kardinals

 ·  „Es passt eher in eine Moschee oder ein Gebetshaus“: Joachim Kardinal Meisner missbilligt das abstrakte Fenster, das Gerhard Richter für den Kölner Dom gestaltet hat. Ernst zu nehmen ist seine Kritik nicht. Von Andreas Rossmann.

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egon soppe
egon soppe (egonsoppe) - 03.09.2007 17:13 Uhr

Warum kritisiert Ihr so hart

ihr lieben Leute. Schaut Euch doch zuerst das Fenster im Dom an. Ich war am Sonntag nachmittag da und es "lief" gerade eine Messe. Ich habe mich hingesetzt, mit Blick auf das Fenster. Diese sakrale Wirkung in Verbindung von Messe, Orgel und Fenster, das hatte schon etwas. Fenster mit Heiligendarstellunge hat der Dom genug, dieses Fenster ist ein Ausdruck dieses Jahrhunderts und so werden es künftige Generationen auch sehen. Ích jedenfall bedanke mich bei Gerhard Richter.

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A. Malliki
A. Malliki (a.malliki) - 03.09.2007 16:27 Uhr

Universelle Bürokunst für Domfenster


Die Kunst dieses Fensters liegt wohl nicht im Entwurf, sondern im Glashandwerk. Hierfür ist kein Künstlerhonorar notwendig. Jeder Glashandwerker verfügt über mindestens den gleichen künstlerlischen Horizont - in meiner Kinderzeit zeichnete ich die selben Kirchenfenster.

Entwurfstechnisch erinnert es an künstlich hochgehandelte Bürodekoration, die unabhängig der Branche an die Wand gehängt wird

Der Maler- und Glasbetrieb sieht darin seine Farbenvielfalt.

Der Immobilienhändler, seinen unterschiedlichen Kundenkreis und der Arzt erkennt die beruhigende Wirkung auf seine wartenden Patienten.

Heute ist Kunst: Den geringsten graphischen und künstlerischen Aufwand, zum maximalsten Preis zu verkaufen.

Das scheint hier gelungen zu sein.

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Thomas Frieling

Des Kaisers neue Fenster

Herr Overdick schreibt

"Wie sonst ist zu erklären, dass sich der allgeine Unverstand mit derartiger Heftigkeit zu Wort meldet."

und will damit, wie im Märchen, auf das meine Überschrift anspielt, den gesunden Menschenverstand zum Schweigen bringen. Wir alle haben das Recht, zu doof zu sein für Ihre erhabene Kunst.

Oder, um es mit Nero zusagen: O lodernd Feuer!
Oder, um es mit Hape Kerkeling zu sagen: Hurz!

TF

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Othmar König

@Krause

Stimmt nicht. Dieser selbstverliebte Pfau ist NICHT der Auftraggeber dieses Fensters, also hat er auch nicht das geringste Recht dies als AUFTRAGGEBER zu kritisieren (was er auch nicht tut).
Natürlich kann Meisner seine Meinung äußern, aber die meisten Kölner interessiert das nicht mehr. Diese künstliche Auffregung wird nur ausserhalb Kölns produziert. Mein Beileid...

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winfried krause

kein Bezug zum Christentum- na und?

Auch ich kann aus den Worten Kardinal Meissners ebenfalls nur entnehmen, dass dieses Fenster keinen direkten optischen Bezug zum Christentum erkennen lässt.
Es lässt sich nicht nur in Bauten jedweder Religion, sondern auch in profanen Bauten vorstellen. So könnte es auch den Festsaal eines historischen Rathauses schmücken.

Nach meiner Meinung muss man nicht unbedingt bildliche Motive auf die Fenster übertragen, auch dieses „Konfetti- Bild- Fenster“ kann sicherlich, je nach Lichteinfall, eine sehr andächtige Stimmung vermitteln, und der Auftraggeben muss doch schließlich wissen, was für ein Werk er bestellt hat.

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Michael Overdick

Spiess-ig

Irgendwie scheint Herr Spiess mit seinem weitschweifigen Kunstkritiker-Geschwafel ("Kunsthistoriker-Geschwafel" ist etwas völlig anderes, das nur zur Klarstellung) schlafende Hunde geweckt zu haben. Wie sonst ist zu erklären, dass sich der allgeine Unverstand mit derartiger Heftigkeit zu Wort meldet. Herr Spies hätte schweigen sollen. Dann wäre der Blick unvoreingenommen gewesen und viele hätten schlicht und einfach die Schönheit des Fensters erkannt (o k, das ist Wunschdenken, aber man darf doch mal von einer besseren Welt träumen, oder?).

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Maxim Pouska

Hat jemand das Fenster im Original gesehen?

Bei den Kritikern fällt auf, dass die meisten das Fenster nur aus der Zeitung kennen. Die Abbildung zum Artikel von Spies war eine Computersimulation – aber das Bild in der SZ war ein echtes Foto und gab eine sehr guten Eindruck von der Atmosphäre – die das Werk schafft.

Die meisten anderen Fotos haben auch keine "Atmosphäre".

Der Widerstand gegen den Computer als Werkzeug ist einfach von „vorvorgestern“ – Kommentare in dieser Richtung kann man direkt mit delete entsorgen.


Maxim Pouska

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Daniel Crommer
Daniel Crommer (crommer) - 31.08.2007 15:37 Uhr

Witzfiguren

Meisner und Richter sind beidermaßen Witzfiguren. Der eine aus religiöser Sicht, der andere aus der Sicht der "Kunst". Hätte ich dieses Fenster vorgeschlagen, ich hätte vermutlich nicht mal eine Antwort bekommen. Richter aber 300.000 Euro. Und Meisner bekommt auch jeden Monat viel Geld für seinen Rassismus. Ekelhaft.

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Othmar König

Wieso selber schuld?

Die katholische Kirche sei selber schuld, schreibt ein Kommentator in Verkennung der Sachlage. Nicht der Kardinal und auch nicht die katholische Kirche beauftragten den Künstler, sondern das Domkapitel. Und das ist auch gut so.
Denn halten wir es mit Toni Schumacher: Kardinäle kommen und gehen, der Dom bleibt!
Süffinsant am Rande: Was soll man schon von einem Kommentar erwarten, der aus DÜSSELDORF kommt?
Grüße aus Kölle...

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Horst Niederehe

an Andreas Rossmann

Erfahren Sie ruhig weiter "das Prinzip der Diaphanie in gesteigerter Form", aber gönnen Sie Kardinal Meisner und anderen Menschen eine andere Meinung, und das Recht, sie auch persönlich zu artikulieren.
Ihr Beitrag diskreditiert in erster Linie Sie selbst.
Schade d'rum.......

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Gerd Kochem

Selber Schuld

Wenn die katholische Kirche einen modernen "Künstler" statt einen Kunsthandwerker mit so etwas beaufragt, braucht sie sich nicht wundern, wenn sie so einen Mist serviert bekommt. Da hätte man halt klarere Vorgaben machen müssen, statt sich nachher zu beschweren.

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Horst-Günter Krause

Richters Domfenster

Das Fenster scheint den Zeitgeist zu treffen: Beliebigkeit, Zufälligkeit nach Computer-Regeln. Für dieses „Werk“ hätte man den Standort ebenfalls mit einem Zufallsgenerator auswählen sollen, dann wäre der Dom höchstwahrscheinlich verschont worden.

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Karsten Krug
Karsten Krug (kkrug) - 31.08.2007 11:29 Uhr

Abenddämmerung des Abendlandes

ist doch das die kirchlichen Führer dem öffentlichen Spott ertragen müssen.

Die Geselllschaft ändert sich rapide...

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Horst-Günter Krause

Richters Domfenster

Das Fenster scheint den Zeitgeist zu treffen: Beliebigkeit, Zufälligkeit nach Computer-Regeln. Für dieses „Werk“ hätte man den Standort ebenfalls mit einem Zufallsgenerator auswählen sollen, dann wäre der Dom höchstwahrscheinlich verschont worden.

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Franz Lothar Deres

Schönheit der Schöpfung

Eine tragfähige Brücke gesucht? Nicht nur zwischen den offenbar im "Stellungskrieg" fixierten Befürwortern und Gegnern von abstrakter Kunst zumal im christlichen Gotteshaus, sondern auch zwischen Naturwissenschaft und aufgeklärter Religion? Die Versöhnung zwischen jüdisch-christlicher abendländischer Tradition und Humanismus, die Papst Benedikt XVI. in Regensburg angemahnt hatte? Den Diskussionsteilnehmern sei die Beschäftigung mit der "fraktalen Geometrie der Natur" (B. Mandelbrot, O. Sacks, H. O. Peitgen...) empfohlen: Sicher, erst seit 1975 publiziert, aber vielleicht ein wirklich grosser Ansatz. Ich selbst bin Intensivmediziner, Narkosearzt und Schmerztherapeut, kein Esoteriker. Und habe viel gelernt z. B. über Bewusstseinsentstehung, Ästhetik in bildender Kunst und Musik, Migräneauren und die Schönheit der Schöpfung. Richters Fenster ist - so betrachtet - fraktale Kunst, die einen Blick in das tiefste Innere göttlicher Schöpfungskraft gewährt. Genauso wie mittelalterliche gegenständliche und ornamentale Kunst. Der Kölner Dom selbst ist ein solches Kunstwerk, das die Grenze zwischen gegenständlicher und abstrakter Kunst auflöst. Lasst uns auf Tabuzonen verzichten und - wie sagt der Priester: "die Herrlichkeit Gottes schauen" !

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St. Koch
St. Koch (Pensacola) - 31.08.2007 10:05 Uhr

Glück

Was für ein Glück, dass die Katholiken in D keine anderen Probleme haben als die Schwierigkeiten im Zeitalter der Meinungs-,Religions- und Kunstfreiheit anzukommen.

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Hans Zimmer
Hans Zimmer (uniter) - 31.08.2007 06:17 Uhr

Rubikwürfel

Darin liegt die tiefere Bedeutung, man schiebt die Plättchen so lange hin und her bis ein Sinn herauskommt. Oder auch nicht.

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Nein, Herr Rossmann...

ich "mag" Kardinal Meisner auch nicht sonderlich - aber deswegen ist ja nicht automatisch alles falsch, was der äußert. Ja, ich "mag" Gerhard Richter an sich auch - aber deshalb ist noch längst nicht alles toll, was der schafft. Und (ich habe das in meiner Replik auf die "abendfüllende" Hymne des Herrn Spies in Ihrer Zeitung schon geäußert) für diese aktuelle Arbeit braucht man erst ganz offensichtlich längere Exegesen, ehe man sie versteht. Das ist künstlerisch mindestens problematisch - wenn nicht ganz einfach mißlungen. "Stürzende Farben", "Jubel, in den das Werk ausbricht", wie von Spies deklariert, kann ich da nicht erkennen, weil es sich in meinen Augen um simple Würfelmuster handelt (die ich, wohlbemerkt, freilich bisher nicht im Original gesehen habe), die noch dazu gar keine Aussage haben - hat doch der "Künstler" diese Farben mittels eines PC erstellt. Ist das noch Kunst ? Ich meine: Nein ! Aber zumindest: Ein Wahnsinns-Genie, dieser Computer....

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Udo J Eppinger

Ob Meisner oder nicht....

das Fenster ist Dreck, ganz einfach Dreck.

Und der Kuenstler biegt sich vor Lachen ob derer, die ihm auf den Leim gegangen sind.

Ein Werk der Kindergartengruppe Pinguin.

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franz Ujvar
franz Ujvar (ujvar) - 31.08.2007 02:08 Uhr

"Altbackene Vorurteile"

So nennt meine FAZ die Ansicht meines - moralisch und geistig, wie im Glauben herausragenden Kardinals - der von hohem sense of humor ist und auf Genehmigungen der seitens der Presse bei darstellung seiner Überzeugung, gottlob nicht wartet; das mögen Politiker tun, die auf Wahlen starren.

Solche Artikel enttäuschen mich mehr und mehr, weil Sie von der FAZb kommen, die ich gerne die beste deutschsprachige Zeitung nannte. Es ist immer deutlicher nunmehr die Neue Zürcher Zeitung, leider.

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Jahrgang 1952, Feuilletonkorrespondent in Köln.

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