04.10.2011 · Gruppenarbeit, Lernberichte, kreative Unruhe: Sind die Praxisformen der Reformpädagogik oder ihr theoretischer Überbau höher zu bewerten? Eine Verteidigung und eine Replik.
Von Jürgen KaubeRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
War der Missbrauch eine zwangsläufige Folge der reformpädagogischen Überhöhung?
Im Leib- und Magenblatt ihrer empathischen Befürworter - der ZEIT - darf diese Frage nicht einmal in kommentaren behandelt werden. Wegzensiert. Die Antwort darauf ist aber entscheidend für die Bewertung, inwiefern ein verquastes Menschen- und Erziehungsbild einen (zu) hohen Preis für eventuell positive Konsequenzen nach sich zieht. In Form nicht kontrollierbaren Missbrauches in ujd durch vollständig innerhalb dieses Menschen- und Erziehungsbildes agierenden Institutionen und Menschen. Die Antwort auf die Eingangsfrage darauf ist ein klares "Ja". Es ist die Überforderung normaler Menschen durch die "pädagogosche Erotik", in die Missbrauch zwangsläufig und unentrinnbar eingebaut ist. Weshalb man das ganze Konzept einfach vergessen sollte. um sich stattdessen ganz nüchtern mit der Frage zu beschäftigen, was funktioniert. Bei dem Versuch, möglichst viele junge Menschen erzieherisch und bildend bestmöglich auf die Welt vorzubereiten, die sie als Erwachsene vorfinden werden.
Ach du liabs Hergöttle vo Bieberach, wie hend di d'Mucka versch ...
Wenn einem garnichts einfällt, macht man die Reformpädagogik
zum Schöpfer der kindgerechten Schulraummöblierung. An dieser
verstiegenen Aussage outet sich der gesamte Verein der
Reformpädagogen als eine sich selbst vermarktende, ideologische
Bewegung, die so manchen Zug einer Psychosekte trägt.
Was mir gerade aus der Bielefelder Laborschule persönlich bekannt ist:
- Ausstattung/Zustand: runtergekommen bis schmuddelig
- Ergebnis der Schulbildung: nur bis zur Sekundarstufe I. Abitur ist
meist nur über die aussterbenden Oberstufenkollegs erreichbar, da
eine die Laborschulabgänger in klassischen Gymnasien mangels
mathematisch/wissenschaftlichen Kenntnisse nicht mitkommen.
- Fälschungen: Die Laborschule hat entgegen aller Regeln den
Pisatest zuvor mit den Schülern geübt, und das irrelevante
(positive) Einzelergebnis entgegen aller Regeln veröffentlicht.
- Zugang zur Schule: über persönliche Netzwerke (z. B. Kinder
von Alumni).
Schluß mit den Schulreformen! Gebt Unterricht!
Sie sprechen mir aus der Seele ....
Frau Meyer. Das einzige, was gegen die vielfältigen Versuche,
Schule irgendwie zum Experimentierfeld von Leuten mit meist
fragwürdiger Eignung zu machen, hilft, ist Freiheit bei der Schulwahl.
Ideologisch geprägte Vorschläge für "bessere
Schulen" sind daher häufig geprägt von dem Versuch, diese
Freiheit zu beschneiden. Leider bin ich mir bei der aktuellen
Richtergeneration nicht sicher, ob das Grundrecht von Eltern, zu
bestimmen, nach welchen Prinzipien ihre Kinder in der Schule
unterrichtet werden, heute vor höchsten deutschen Gerichten
durchgesetzt werden kann. Ich fürchte, wir sind - nicht nur im
Bereich der Schulen - heute viel zu schnell bereit, den Anspruch auf
Freiheit aufzugeben.
Ein Mann, der wirklich denken kann. Wirklich!
Chapeau, Herr Kaube: so einen wie Sie gibt es äußerst selten
in Deutschland - und schön, dass Sie sich geoutet haben. Zum
Beispiel mit dieser wirklichen Erkenntnis: "Was geschieht, wenn man
im Zeichen dieses Argumentes den Blick dafür verliert, dass Schule
und Unterricht sinnvollerweise von Vielem absehen, was es
außerhalb von Schule und Unterricht gibt? Sind Abstrahieren,
Isolieren, arbeitsteilig denken oder arbeitsteilig trainieren per se
Praxisformen niederen Ranges? Ist Technik - im Unterschied zu Praxis und
Ganzheitlichem - pädagogisch nachrangig?"
Ich hatte die Ehre, 1971 ff. am Aufbau und an der Praktizierung des
"Modellversuchs Einphasige Lehrerausbildung" der
CvO-Universität Oldenburg mitzuwirken, und ich habe in meiner
Funktion als Organisationsentwickler und Lehrender
http://profiprofil.wordpress.com/about/ mit meinem
"Kernstudium" gegen das "Konzept" des
"schülerzentrierten (Projekt)Unterrichts" angekämpft
- erfolgreich, wie man es heute sehen kann!
Gerd Weghorn
Titel eingeben
Gegen welche Konzepte speziell haben sie sich gestemmt, und warum? Ist Schülerzentrierung nicht ein basales Element jeder pädagogischen Praxis?