05.07.2010 · Kann man vom Geruch eines Schweinebratens dick werden? Am Tag nach dem bayerischen Volksentscheid ist die Begriffsverwirrung im vollen Gange. Dabei ist das strikte Rauchverbot überhaupt nicht zu tadeln.
Von Christian GeyerRichtlinien für Lesermeinungen
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Argument Nummer 4: Die private, auch politisch unerwünschte, Lebensgestaltung der Bürger geht den Staat und seine Diener grundsätzlich nichts an.
Im tiefsten Roterdamt treffen sie Menschen die kein Deutsch sprechen.
"gute Gründe" für Verbote finden sich immer
"...wie gefährlich Passivalkoholtrinken ist und ob man allein vom Geruch eines Schweinebratens dick werden kann? "
Ich bin sicher auch hier finden sich "gute" Gründe im Sinne "der Volksgesundheit" für Verbote:
1.Durch den Ausschank von alkoholischen Getränken könnten Menschen zum Trinken verleitet werden, die mit Alkohol nicht umgehen können oder eigentlich gar nicht trinken wollten. Vielleicht befindet sich unter den Gästen auch ein trockener Alkoholiker, der vor sich selbst geschützt werden muß. Ich bin sicher das könnte man ausbauen...
2. Der Geruch von Schweinebraten macht vielleicht anderen Gästen ebenfalls Appetit, weswegen diese dann "gezwungenermaßen" Ihre Figur und Gesundheit durch fettiges Essen aufs Spiel setzen.
Zudem gibt es sicher viele radikale Vegetarier und Veganer, die den Konsum von Fleisch generell gerne verbieten würden.....
Übrigens: Durch das neue Gesetz ist jetzt auch das Rauchen in Zigarren-Lounges und Raucher-Clubs verboten. Das hat nichts mehr mit "Nichtraucherschutz" zu tun, das ist reine Rechthaberei, wenn nicht gar Bösartigkeit.
Das strikte Rauchverbot ist zu tadeln! Führt es uns doch wieder ein Stückchen weiter in den Kindergartenstaat, der uns sagt wo es lang zu gehen hat!
Ein Hauptargument für den strikte Rauchverbot ist der Schutz unmündiger Kinder vor dem Passivrauchen. Allerdings frage ich mich schon, welcher verantwortungs-bewußte Vater schleppt seine Kinder in die (Raucher)Eckkneipe. Als nächster Schritt wäre also schleunigst ein Gesetz zu verabschieden, nicht nur diesem Vater (oder der Rabenmutter) sondern überhaupt das Rauchen zu Hause zu verbieten! Denn schließlich besuchen Kinder manchmal auch Opa und Oma. (Den Opa mit der Zigarre z.B.)
Das nächste Argument ist der Gesundheitsschutz für Gastronomieangestellte. Sind die dort Tätigen Zwangsrekrutierte, die nicht selbst entscheiden dürfen? Ist es nicht längst überfällig, ihnen per Gesetz, wie die ödp es will, etwas aufzuoktro-ieren, was sie in ihrer Einfalt nicht begreifen? Wenn es ihnen nicht gepaßt hätte, hätten sie sicher längst den Arbeitsplatz gewechselt.
Natürlich wird man vom Geruch eines Schweinebratens nicht dick. Aber möglicherweise ist der Nachbar der ihn isst, schon zu dick. Übergewicht ist "sozial ansteckend", sagen medizinische Studien. Wäre der nächste Schritt! Klar?
U.s.w, u.s,w.!
denn es führt immer in den Tod.
Als überzeugter "Profi"- Nichtraucher lehne ich ein striktes Rauchverbot kategorisch ab. Punkt. Und zum Auto. Verbieten, sofort verbieten. Autofahren kann tödlich sein. Autofahren gefährdet ihre Gesundheit.
wie gefährlich Passivalkoholtrinken ist
Vielleicht möchten, wenn Sie es könnten, die 8.000 – 10.000 Kinder, die jährlich mit
Fetalem Alkoholsyndrom geboren werden, über die Gefahr des Passivalkoholtrinkens, diskutieren, oder die Opfer der strafbaren Handlungen, die unter intensiven Alkoholbeeinflussung begangen werden (immerhin 20%), unter Umständen hätten auch die Partner und Kinder von Trinkern etwas zu sagen zum Thema Passivalkoholtrinken.
Aber Herr Geyer kann beruhigt sein: Die Unfallopfer betrunkener Autofahrer werden sich nicht mehr beschweren. Der Zynismus von Christian Geyer ist zu tadeln.
Die geringe Wahlbeteiligung deutet darauf hin, daß die toleranten Nichtraucher gegenüber den absoluten Nichtrauchern wahrscheinlich eine Mehrheit bilden. Daß ein Raucher nur deshalb raucht um Nichtraucher zu schädigen glaube ich nicht.
Was machen Politiker, wenn ihnen das Ergebnis eines Volksentscheids nicht passt? Normalerweise gehen sie vor ihr Verfassungsgericht und hoffen, dass man ihnen dort hilft. Einen bequemeren Weg haben die Abgeordneten des schleswig-holsteinischen Landtages beschritten: sie hoben das Ergebnis eines lästigen Volksentscheids kurzerhand auf.
Am 27. September 1998 fand der Volksentscheid zur Ablehnung der unsäglichen Rechtschreibreform statt. 56,4% der Abstimmenden votierten dafür, dass weiterhin die alte Rechtschreibung an Schleswig-Holsteins Schulen unterrichtet wird; bezogen auf die Gesamtwählerschaft waren das 41,6%, womit das Quorum deutlich überschritten war.
Und? Hat es genützt? :-)
Nein, denn unabhängig der Ergebnisse entscheiden möglicherweise dann doch die Politiker...
das wichtigste Argument gegen dieses absolute Rauchverbot haben Sie nicht genannt. Den vom Grundgesetz garantierten Schutz des Eigentums.
Wenn ein Wirt an seine Tür ein Schild hängt: "Hier darf geraucht werden", muß das möglich sein. Es kann jeder, der nicht mitrauchen will, eine andere Gaststätte aufsuchen. Ein Restaurant kann ausschließlich vegetarisches Essen oder nur Schweinsbraten anbieten, da bleibt dem Wirt die Freiheit belassen.
Beim Zulassen von Rauchern sollte dem Wirt aber auch diese Freiheit belassen bleiben.
Wir haben auf der einen Seite die Strafbarkeit von Homosexualität beseitigt und die Pflicht Kirchensteuer zu zahlen.
Nun bauen wir neue grundsätzliche Verbote auf, die doch so leicht vermieden werden könnten, wenn man die Freiheit des Einzelnen und die Selbstverantwortung des Einzelnen in unserer Demokratie beachten würde.
Noch sind wir in Deutschland nicht soweit, daß unsere Bürger so unbedarft und damit zu Selbstverantwortung unfähig, daß er einen staatlichen Vormund braucht.
Na, wieso denn jetzt Verbotsstaat?
Daß mit dieser Entscheidung massiv in das Eigentumsrecht der Gastronomen und die Vertragsfreiheit aller Beteiligten eingegriffen wird, scheint niemanden mehr zu kratzen. Ein paar faire Gedanken zu dieser gewichtigen Problematik hätten diesem vor Selbstgewißheit strotzenden Artikel nicht wehgetan. Es sind diese beiden in der Verfassung (zum Spaß?) verankerten Rechte, die seit vielen Jahren in der Gesellschaft an Gewicht verlieren und am Ende halt weggelassen werden. Das macht es natürlich noch leichter, durch hanebüchene Schweinebratenvergleiche die Sorge vor schleichendem Freiheitsverlust zum eingebildeten Problem von ein paar Depperln zu machen.
Das Paar Mal, das ich Holland besuchte, sprach ich nur deutsch, was sonst in einem deutsch (niederfränkisch, dietsch in ihrem Dialekt) sprechenden Land? Kommunikationsprobleme gab es nie, und zwar sprach jeder hochdeutsch, aber so glücklich und freundlich waren sie damit nicht immer. Ich kann wohl verstehen, dass Sie lieber radbrechendes englisch da sprechen.
Bravo - Ein hervorragender Beitrag...
den so mancher Kommentar-Schreiber der "Raucherfront" zum Beitrag "Bayern entzünden neue Rauchverbots-Debatte" lesen sollte. Aber wahrscheinlich verstehen sie ihn gar nicht..
Vielen Dank Christian Geyer
Ich war vorletztes Jahr in den Niederlanden in einem Restaurant, ein großer Raum , ich als einziger Gast, im kleinen Rauchernebenraum tobte das Leben ,(war mir egal ich spreche kein Niederländisch).Dort ist ein strenges Nichtrauchergesetz.
Im letzten Jahr war ich wieder dort ,diesmal war der große Raum voll.Ich habe die Bedienung gefragt (radebrechendes englisch) ob die Räume getauscht wurden,"nein hier ist rauchen Verboten".Sagte es, und zündete sich eine an.
DAS ist der Unterschied zwischen Deutschland und Toleranteren Ländern
P.s. Bin ehemaliger Raucher(sollen ja die Schlimmsten sein)
Schade nur, dass in Frankreich schon seit dem 1.1.2008 ein genau so strenges Rauchverbot gilt wie dann ab dem 1.8.2010 in Bayern. Nur das in Frankreich auch der Raucher eine Strafe zahlen muss.
Aber macht ja nichts, Hauptsache mal auf Deutschland schmipfen.
Es ist lächerlich, dass hier den Befürwortern des Rauchverbots die geringe Zahl der Wahlteilnehmer vorgeworfen wird.
1. Ist es nicht eher das Problem der Gegner des Rauchverbots, dass sie noch viel weniger Leute mobilisieren können? Schließlich hat keiner alle Raucher Bayerns über 18 daran gehindert ihre Stimme abzugeben, dann hätten diese locker gewonnen.
2. Bei der letzten Bundestagswahl, wo nach unserem System über alle(!) Aspekte des Lebens abgestimmt wird kamen gerade mal 71%. Am Sonntag war nur ein einzelner Aspekt angesprochen, ergo die Bedeutung ein Bruchteil, es kamen 37,7%. Das ist eigentlich ganz gut.
Oder würden sie zu einem Volksentscheid gehen, bei dem sie das Ergebnis nicht interessiert? Ich nicht und trotzdem würde das selbigen Entscheid keinen Deut weniger legtemieren.
Ein wichtiger Schritt in die Freiheit
Die Entscheidung vom Sonntag war ein Sieg der Vernunft. Und ich bin der festen Überzeugung es musste einfach sein. Es ist gleichzeitig - so paradox es klingt - ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Freiheit.
Nachdem ich meine zu wissen wie man zum Raucher wird (ich war selbst mal einer), glaube ich, dass die meisten Raucher gar nicht in der Lage sind, in dem Punkt frei zu entscheiden. Sie sind vielmehr fremdgesteuert durch Einflüsse der Werbung (an allererster die mit den Cowboys und den Pferden) und der Gesellschaft, in der sie groß geworden sind.
Die meisten Argumente der "Gegner", bezeichnenderweise angeführt von der Tabakwirtschaft, sind Scheinargumente. Das raffen die Raucher aber erstens nicht mehr, ihr Verstand ist offenbar zugenebelt, und zweitens - und das ist das eigentlich Perfide an der Sache - unterliegen diese ja gerade mit dem Griff zur Zigarette der Illusion einen freien Willensakt auszuführen.
Denn die Tabakwirtschaft verkauft ihr Produkte über die emotionale Schiene, namentlich Freiheit, Selbstbestimmung, Coolness. Und wo Emotionen im Spiel sind, da schaltet der Verstand bekanntlich ab.
Wären Raucher so rücksichtsvoll gegenüber Nichtrauchern gewesen wie sie immer behaupten, dann wäre dieser Volksentscheid nicht nötig gewesen. Und Minderheitenschutz können aggressive Minderheiten wohl kaum in Anspruch nehmen.
Der Autor sollte bedenken, dass zu einer Demokratie, wie wir sie uns wünschen, auch der Respekt vor Minderheiten gehört. "Demokratietheoretisch" weist die bayerische Entscheidung dagegen in die Richtung einer Diktatur der Mehrheit.
Dass das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen und in Gaststätten grundsätzlich untersagt ist, ist gut so. Das war auch schon vor dem Volksentscheid der Fall. Dass aber auch noch das Rauchen in kleinen Kneipen - die ausdrücklich als Raucherkneipen vorgesehen sind - verboten wird, hat mit Nichtraucherschutz nichts zu tun. Niemand zwingt einen Nichtraucher, ausgerechnet diese Kneipen aufzusuchen. Hier geht es nicht um Schutz, sondern um bloße Bevormundung und penetrant ausnahmslose Durchsetzung des eigenen Lebensstils.
Und noch ein Scheinargument: die bairische Tradition
Fast überall haben die Autragskrakeeler der Tabakkonzerne im Freistaat über das Ende der 1000jährigen bairischen Wirtshauskultur geschwafelt.
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Faktum ist: Zigaretten gibt in Europa überhaupt erst seit dem Krimkrieg 1856. Bis zum Ende des ersten Weltkriegs spielten Zigaretten in Bayern überhaupt keine Rolle.
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Bis in die 60er war es im guten alten Bayern noch Tradition in den Wirthäusern große Meerschaumpfeifen bereitzuhalten und mancher Stammtischler brachte sein Mundstück mit, um dann vom Wirt eine "gut gestopfte" und häufig auch wunderbar verzierte Pfeife gereicht zu bekommen.
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Heute verhökern die Wirte die Massenware amerikanischer Konzerne aus elektronischen Automaten, die hastig von den Rauchern durchgezogen wird.
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Das als bairische Wirtshaustradition zu verkaufen habe ich über die gesamte Kampagne der Tabakkonzernlobby hin als eine reine Frechheit empfunden. Zum Glück hats ja nichts gewirkt.
Ueberdimensionierte Untolerante NICHTRAUCHER SEKTE!
Wie es mich im warsten Sinne des Wortes anko... den Affenzirkus dieser intoleranten Sektierer mit zu erleben. Gott sei's gedankt, habe ich mich schon vor 22 Jahren im sehr viel toleranten Nachbarland FRANKREICH zu leben und bin heil froh diesen eiskalten ?BESSERMENSCHEN? entkommen zu sein. Der einzige Lichtblick heute in Germanien ist doch (obwohl ich gar kein Fussball Fan bin sondern beim Rugby (Le Bleus) meine Freude habe, die Deutsche (hoffendlich Weltmeister) die National-Elf. Von der Bravour, dem ZUSAMMENHALT, MANSCHAFTSSPIEL ohne Superstar und INTEGRITAET Kann sich die Deutsche MACHTERHALTUNGS KLICKE eine sehr grosse und dicke Scheibe abschneiden. Frage: was sind die Grundvoraussetzungen fuer einen heutigen POLITIKER? !!!Schneller zu Luegen als ein Pferd laufen kann ohne rot zu werden und seine Pfruende zu bewahren auf Teufel ,komm raus.