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Radikal: German Sterligow Von der Wall Street in den Wald

18.04.2009 ·  German Sterligow war einer der ersten Millionäre Russlands. Heute arbeitet er daran, das Geld abzuschaffen. Er besaß eine Villa in Moskau, Büros an der Wall Street und ein Schloss in Burgund. Inzwischen lebt er in einem Blockhaus im Wald und glaubt sich der Krise voraus.

Von Kerstin Holm
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German Sterligow empfängt seine Besucher im Dorf Nischne-Wassiljewskoje, wo er sich ein Blockhaus gekauft hat. Er besteht auf einem Frühmorgentermin, und obwohl der Weg von Moskau aus nicht weit ist, verlangt er, dass wir für die Fahrt von dort aus zwei Stunden berechnen: „Sonst kommen Sie nur zu spät. Sie sind ja eine Frau!“ Sterligow ist dafür bekannt, dass er mit Journalistinnen, die Hosen tragen, gar nicht erst redet.

In dieser Nacht fällt feuchter Schnee. In flockendurchtanzter Dunkelheit geht es über die Ausfallstraße in Richtung Riga bis zum Kilometer 82. Dann biegen wir rechts ab, kreuzen die Chaussee nach Wolokolamsk, später einen Bahndamm und nehmen schließlich die Dorfstraße nach Bodrowo. Nischne-Wassiljewskoje besteht aus einem einzigen, heute tief verschneiten Holperweg, der eine Reihe von Holzhäuschen passiert, bevor er vor Sterligows stacheldrahtumzäuntem Anwesen endet.

„Wir müssen den Fortschritt anhalten!“

Der Hausherr ist, gestiefelt und in einen Schaffellmantel gehüllt, gerade dabei, seine vier Söhne bei der Fütterung der Ziegen zu beaufsichtigen. Wenn einer nicht spurt, setzt es Schläge, im Sommer mit der Rute, im Winter mit dem Ledergurt. Ein Vater, der seine Kinder zu ihrem eigenen Besten nicht körperlich züchtige, sei ihr Feind, verkündet Sterligow gemäß den Lehren des altrussischen Hausbuches „Domostroj“. Dann marschiert er voraus zum Geflügelstall. In dem scharf riechenden Holzverschlag öffnet er die Käfigtüren einen Spalt, damit die Fremden seine Hühner, Truthähne, Perlhühner bewundern können. „Alles gesundes, natürlich ernährtes Viehzeug“, erklärt der Besitzer stolz. „Es hat nie einen Tierarzt gesehen, ist nicht geimpft, und nur manchmal wird eins von uns geschlachtet.“

Das Geflügel ist nur eine kleine Facette von Sterligows Programm. „Wir müssen den Fortschritt anhalten!“, predigt Russlands Pionier einer naturgemäßen Lebensform. „Noch ein paar Nobelpreise für anstehende technologische Durchbrüche, und die Menschheit ist erledigt.“ Sterligow war einst der erste Millionär der Sowjetunion. Vor fünf Jahren verlor er alles und wurde Schafzüchter. Heute ist er überzeugt, dass es auf der Welt zu viel Zerstörungspotential und zu wenig echte Arbeiter gibt. Ein gewisser Anteil an Juristen, Artisten, Finanziers, Polizisten, Journalisten - Sterligow zählt die unproduktiven Berufe auf - sei gesellschaftlich gesund. Aber in letzter Zeit gebe es einen gefährlichen Überschuss davon.

Wie der Zivilisationsflüchtling die Weltwirtschaft winterfest machen will

Dass die Krise kommen würde, war Sterligow lange klar. Gemäß dem russischen Sprichwort „Bau im Sommer deinen Schlitten“ tüftelte er schon im Sommer vergangenen Jahres an einem Handelsmodell für finanzielle Dürreperioden, wie Russland sie Anfang der neunziger Jahre erlebt hatte. Damals gründete der wegen antisowjetischer Äußerungen von der Moskauer Staatsuniversität geflogene Jurastudent Sterligow eine Barterbörse für Waren und Rohstoffe, der er den Namen seiner Lieblingsschäferhündin Alisa gab. Sie machte ihn im Nu reich. Jetzt will er mit einem geldlosen Warentauschsystem die Finanzkrise überwinden.

Der Schlitten, mit dem der Zivilisationsflüchtling die Weltwirtschaft winterfest machen will, heißt ARTZ für „Antikrisenwarenberechnungszentrum“ und vermittelt Güter, die ins Internet eingespeist werden - Flugzeugmotoren, Metallschrott, aber auch Grundstücke, Schusswaffen oder Unterwäsche -, an den, der sie braucht und mit irgendeiner Warenwährung vergelten kann. Das Geschäft kommt zustande, wenn sich die Kette, die der Computer aus Angebot und Nachfrage der Mitspieler knüpft, zum Kreis schließt.

Einst ein Herausforderer Putins

Die Segnungen der heutigen Informationstechnik nutzt der Modernitätskritiker Sterligow gern. Und sein Antikrisennetzwerk plaziert durchaus auch Einsätze von Geld. Freilich nur in seiner gezähmten Form, nämlich als bloße Messeinheit. Da das Finanzsystem nicht mehr funktioniert, könne man den Marxschen Tauschzyklus Geld - Ware - Geld endlich überwinden, sagt Sterligow triumphierend. Die Buchhaltung seines virtuellen Verschiebebahnhofs funktioniere nach der Formel Ware - Ware - Ware - Geld.

Es ist gerade fünf Jahre her, da lebte German Sterligow noch nicht als Zivilisationsflüchtling in einem Haus im Wald, sondern als ein in vielen Branchen erfolgreicher Geschäftsmann in einer Villa an der berühmten Millionärsmeile Rubljowka. „Ich hatte ein Schloss in Burgund, Büros am Roten Platz und an der Wall Street und wohl eine Anwandlung von Größenwahn“, sagt er. Dann wagte er es, bei der Präsidentschaftswahl als Herausforderer von Wladimir Putin zu kandidieren. Die Rache der Staatsorgane kam prompt, wenngleich die Details dunkel bleiben. Jedenfalls war Sterligow binnen kurzem seinen ganzen Besitz los.

Die Russen sind nur noch eine Ansammlung von Fernsehzuschauern

Mit seiner hochschwangeren Frau, vier Kindern und einem geliehenen Auto floh er ins Dorf seiner Mutter nahe Moschaisk, hundertzwanzig Kilometer westlich von Moskau. Von seinem restlichen Geld baute er dort zwei kleine Hütten und ein großes Holzhaus, das, kaum fertiggestellt, von Nachbarn angezündet wurde. Die Brandstifter waren Leute, die alles vertrunken hatten außer ihrem Fernseher, fand Sterligow heraus. Er habe inzwischen begriffen, dass die Russen keine Nation mehr seien, sondern eine Ansammlung von Fernsehzuschauern, sagt er verächtlich. Die eigene Mattscheibe zerschoss er mit seiner Nagan-Pistole. Danach lebte er vier Jahre lang mit Familie und Vieh ohne Strom, ohne Gas und ohne elektrisches Licht.

Mit echt russischer Radikalität hat Sterligow sich so zum unorthodox orthodoxen Patriarchen gewandelt. Seine Frau entbindet zu Hause, weil sie nicht in der Geburtsklinik mit Abtreibungsärzten in Kontakt kommen soll. Um seine Kinder nicht den öffentlichen Schulen mit ihren Rauschgifthändlern und der laxen Moral auszusetzen, werden sie zu Hause unterrichtet. Zweimal in der Woche kommt ein Mathematiklehrer. Geschichte bringt der Vater seinen Sprösslingen mit Hilfe von altrussischen Klosterbüchern aus dem sechzehnten Jahrhundert selbst bei. Die real existierende Russisch Orthodoxe Kirche aber tut er als kostümierten Popanz ab.

Die großen russischen Schriftsteller: alles Lügner und Säufer

In dem hiesigen Winterquartier komme seine Frau endlich in den Genuss elektrischer Glühbirnen, scherzt Sterligow. Das Haus sei ihm durch Gottes Ratschluss zuteil geworden. Auf Nachhaken verrät er, der Zufall und seine mittlerweile wieder konsolidierten Finanzen hätten ihn hierhergebracht, als der frühere Besitzer des damals noch im Rohbau befindlichen Hauses es gerade verkaufen wollte. Zu beiden Seiten der Eingangstür, an der ein orthodoxes Holzkreuz hängt, stapelt sich Brennholz. Solche Scheite zu zerkleinern sei das beste Krafttraining, versichert Sterligow und zerhackt gleich ein paar davon mit dem Beil.

Seine zierliche Gattin Aljona stellt den Gästen die obligatorischen Hauspantoffeln „Tapotschki“ hin und bewirtet sie mit einem Frühstück aus Omelett, Sauerkohl und Kräutertee. Dann präsentiert Sterligow, der der Wohltätigkeitsstiftung der „Liebhaber alten Schrifttums“ vorsitzt, die Faksimile-Ausgaben illuminierter Handschriften, in denen russische Mönche die biblische Geschichte seit der Schöpfung, aber auch die „Ilias“ oder etwa die Taten Alexanders des Großen aufgezeichnet haben. Das seien heilige Leute gewesen, versichert er. Solche Bücher hätten Zarensöhne erzogen, die geistige Elite, auch Iwan den Schrecklichen, der übrigens ein äußerst milder Herrscher gewesen sei. Vor allem wenn man sein Regime mit Westeuropa vergleiche, wo damals Hexen verbrannt und Hugenotten abgeschlachtet worden seien. Der kostbare Wälzer, den er in den Händen hält, koste achttausend Dollar, sagt Sterligow, der diese Bücher gern in Großauflage herausbringen und zur Volkslektüre machen möchte. Von Belletristik dagegen will er nichts wissen. Die großen russischen Schriftsteller seien alle Lügner und Säufer gewesen.

Zum christlichen Lebenswandel hat er erst allmählich finden müssen

Als Jungmillionär war Sterligow Kettenraucher, trug gern Cowboyhüte und umgab sich mit langbeinigen Schönheiten. Wie er seine Frau kennengelernt habe? Wieder heißt es, das sei Gottes Fügung gewesen. Nach kurzem Nachdenken erzählt er: „Ich sah Aljona zum ersten Mal bei ihrer Großmutter - im Badeanzug, sie kam gerade vom Schwimmen. Da fragte ich die Oma: ,Ihre Enkelin hat so schöne Beine. Erlauben Sie mir, sie zu heiraten?'“ Zum christlichen Lebenswandel habe er erst allmählich finden müssen, gibt der Zweiundvierzigjährige zu. Früher sei er über die Existenz der Hölle einfach nicht informiert gewesen.

Trotz früherer Sünden blickt Sterligow dem Jenseits gelassen entgegen. Gottes Gericht beurteile den Zustand, in dem die Seele zu ihm komme, weiß er, nicht ihre früheren Phasen. Die alten Fotos mit seiner Angetrauten im Badeanzug hat er verbrannt. Die Kinder sollen ihre Mutter nicht so sehen. Die anmutige Aljona, die selbst in der Küche ein Kopftuch trägt, bedauert die Säuberung des Familiengedächtnisses nicht. Wir haben ja jetzt, tröstet sie sich, so viele neue Bilder im Album.

Hoffentlich schickt Gott der Ältesten bald einen Bräutigam

Wenn nicht mehr Russen das Stadt- mit dem Dorfleben vertauschten wie er, stehe Russland ein Bürgerkrieg bevor, davon ist Sterligow überzeugt. Fünf Millionen gesunder russischer Männer arbeiteten heute als Wachleute in den Metropolen, wettert er. Sie machten Schlagbäume auf und zu, während das urbare Land verwildere. Der Abzug aus den Metropolen müsse staatlich gefördert werden, und zwar bevor dort infolge der Krise Hungerrevolten ausbrächen. Die russischen Katasterämter sollten endlich denjenigen Leuten Land zuteilen, die es bearbeiten wollten, und es von den Spekulanten einziehen, die es brach liegen ließen. Tatsächlich macht die Bürokratie es für Nichtoligarchen praktisch unmöglich, legal Agrarland zu erwerben. Sterligow hatte sein erstes Anwesen in Moschaisk denn auch „wild“ in Besitz genommen.

Seine Kinder üben sich gerade in Geschichte. Im ikonengeschmückten Mädchenzimmer im ersten Stock liest die älteste Tochter Pelageja, die an der Moskauer Staatsuniversität zur Historikerin ausgebildet wird, ihren Brüdern Arseni, Pantelej, Sergi und Michej aus dem Alten Testament vor, und zwar die Geschichte von Ruth, jener jungen Witwe, die ihrer ebenfalls verwitweten Schwiegermutter die Treue hält, statt zu ihrem Klan zurückzukehren. Töchter seien für ihre Familie wie ein Spross, der darauf wartet, abgeschnitten zu werden, findet Pelagejas Vater. Sterligow war gegen das Studium seiner Erstgeborenen. Das gefährde ihre Unschuld, wie er mit metallischer Stimme anmerkt. Doch das Mädchen ist volljährig. Was soll man machen? Der Vater chauffiert sie jetzt sogar zur Vorlesung, hofft aber, dass Gott ihr bald einen Bräutigam schickt.

Wehrhafte Werktätige heranziehen

Die vier Sterligow-Brüder haben einen unkindlich ernsten Gesichtsausdruck. Auf die Frage, ob ihr Vater streng sei, antworten die zwei ältesten: „Eher gerecht.“ Alle scheinen froh über die vielen Tiere und Aufgaben. „An der Rubljowka waren wir hinter einem hohen Zaun in einem kleinen Garten eingesperrt“, sagt Pelageja, die jetzt im Sommer reiten kann. Die Millionärsmeile, wo sich ein Hochsicherheitstrakt an den nächsten reiht, hat Sterligow „die Zone“ getauft. Wie er damals mit beinahe zwanghaftem Ehrgeiz immer mehr Geld verdiente, das kommt ihm rückblickend vor wie Onanieren.

Neben dem Wohnzimmerfenster, durch das man die Einfahrt auf den freien Grund der Sterligows im Blick hat, hängen ein alter Säbel und eine Maschinenpistole. Der zwölfjährige Arseni könne schon damit umgehen, lässt der Vater wissen. Wenn er außer Haus sei, falle die Aufgabe, das Nest zu verteidigen, dem ältesten Sohn zu. Sterligow, der sein Geschlecht auf einen englischen Edlen zurückführt, der beim Fürsten von Rjasan im fünfzehnten Jahrhundert Leibgardist wurde, will wehrhafte Werktätige heranziehen. Er führt uns vor, dass er mit Pfeil und Bogen, einer angeblich der Schalldämpferpistole überlegenen Waffe, ein Ziel am Ziegenstall sicher trifft. Es ist wie bei der Heimkehr des Odysseus: Von den anwesenden Männern schafft es nur Sterligow, die Sehne seines Bogens überhaupt zu spannen.

Stützpunkte in zweiundzwanzig russischen Regionen

Einige Tage darauf treffen wir Sterligow in der Hochhaussiedlung „Moscow City“ am Ufer des Moskwa-Flusses wieder. In der sechsundzwanzigsten Etage eines Glasturms hat der Fortschrittsfeind ein geräumiges Büro für sein Warentauschsystem ARTZ gemietet. Zwei langbeinige Grazien begrüßen uns. Eine dritte bringt eine Tasse Tee, während wir das zwanzig Jahre alte Alisa-Emblem mit dem lustigen Schäferhundekopf an der Wand betrachten. „Ich habe das alte Label, das viele noch kennen, einfach reaktiviert“, erklärt German Sterligow, der im legeren Oberhemd unter dem Patriarchenbart hereingestürmt kommt. Seine Hündin sei, wie er hinzufügt, freilich längst „verreckt“.

Das Warentauschnetzwerk hat mittlerweile Stützpunkte in zweiundzwanzig russischen Regionen, ständig kommen neue hinzu. Jüngster Ableger ist das Büro im ostsibirischen Irkutsk, das im März eröffnet wurde. Das Tauschimperium müsse sich noch konsolidieren, versichert Sterligow, dem, wenn er aus seinem Bürofenster schaut, halb Moskau zu Füßen liegt. Das Fundament seines Systems ist Solidität: Jeder Anbieter muss zum Beweis seiner ernsten Absichten zwei Prozent des Warenwertes als Kaution hinterlegen. ARTZ verdient, wenn es zum Abschluss kommt, ein Prozent der umgesetzten Summe.

Die Weltwirtschaft „von der Last der vielen Parasiten befreien“

Vor einem Monat etwa schickte, arrangiert von ARTZ, der Chef des südrussischen Landwirtschaftsmaschinenherstellers Rostselmasch, Konstantin Babkin, dem Agrarmagnaten Lissowskij eine Partie Mähdrescher. Lissowskij lieferte dafür Getreide nach Kasan. Die Kasaner überschrieben daraufhin dem Lastwagenwerk Kamas Neubauwohnungen. Kamas revanchierte sich mit Lastern im Wert von viereinhalb Millionen Dollar, die ein liquider Abnehmer im Ausland bekam. Der Kunde bezahlte jedoch nicht Kamas-Chef Wladimir Samoilow, sondern den Mähdrescherlieferanten Konstantin Babkin vom Beginn der Kette. Je größer die Zahl der Kettenglieder, desto mehr Liquidität werde eingespart, erklärt Sterligow - also genau das, woran es in der Krise mangelt.

Das Netzwerk expandiert auch über Russlands Grenzen. Es gibt Stützpunkte in Hongkong und im kasachischen Almaty und in Kiew, London soll folgen. Auch mit den Deutschen will Sterligow kooperieren. Noch lieber freilich sähe er in Russlands ländlichen Gebieten wieder deutsche Siedler, aber nur solche, die mit ihren Händen arbeiten wollen. „Wir müssen die Weltwirtschaft von der Last der vielen Parasiten befreien“, formuliert der weitblickende Schafhirte noch einmal sein Credo, „andernfalls steht uns der Atomkrieg bevor.“ Denn die politischen Machthaber, so gibt er sich gewiss, werden den Zorn der verzweifelten, darbenden Völker von sich abzulenken versuchen und sie aufeinanderhetzen.

Nur wenn die Menschheit die großen Städte verlässt, sieht der Herr des Barterhandels von seinem Hochhausbüro aus für sie noch eine Überlebenschance. „Sie können dann ja hierbleiben und versuchen, Ihre Zeitungen zu fressen“, sagt Sterligow lachend zu uns. Er selbst möchte, wenn seine Krisenmission erfüllt ist, sich wieder ganz den Schafen widmen.

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Jahrgang 1958, Feuilletonkorrespondentin in Moskau.

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