24.02.2009 · Necla Kelek wird in diesem Jahr mit dem Hildegard-von-Bingen-Preis ausgezeichnet. Das Kuratorium würdigt mit dem Preis, dass die türkischstämmige Autorin und Soziologin „eindringlich vom Wert der Menschenrechte in der pluralistischen Gesellschaft Deutschlands“ berichtet.
Die türkischstämmige Autorin und Soziologin Necla Kelek wird in diesem Jahr mit dem Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik ausgezeichnet. Das teilte das Kuratorium der mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung am Dienstag in Mainz mit. Kelek berichte „in ihren Kommentaren und Analysen, Zeitungsbeiträgen und Büchern engagiert, einsatzfroh und eindringlich vom Wert der Menschenrechte in der pluralistischen Gesellschaft Deutschlands“. Viele ihrer Artikel sind in der F.A.Z. und auf FAZ.NET erschienen.
Kelek gehe es insbesondere um die Lebenswelt türkischstämmiger Ehefrauen, Mütter und Töchter, die nicht selten in der „geschlossenen Welt eines althergebrachten Islam“ existierten, hieß es weiter. Kelek hatte 2005 mit ihrem Buch „Die fremde Braut“ eine Debatte über Zwangsehen und die gescheiterte Integration der Türken in Deutschland entfacht.
Der nach der Mystikerin und Gelehrten Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179) benannte Preis soll am 12. September in Mainz überreicht werden. Die Auszeichnung wird von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz ausgelobt. Bisher wurden unter anderem die Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger, der Kolumnist Henryk M. Broder und der Buchautor Peter Scholl-Latour geehrt.