24.10.2012 · Algorithmen machen das Leben bequemer, aber auch vorhersehbarer. Es werden schon Menschen an der Supermarktkasse identifiziert. Und trotzdem geben wir immer mehr Daten preis. Das muss aufhören.
Von Stephan NollerRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Algorithmen verursachen keine Grippe...
Sehr geehrter Herr Noller...
Ich könnte jetzt einige ihrer Betrachtungen, die subjektiv gesehen
sicher ihnen zu denken geben, aber objektiv betrachtet, nichts anderes
als einen Entwicklungszustand der menschlichen Gesellschaft unter
Berücksichtigung des technologischen Fortschritts zeigen.
Diese Einwände und Ängste, welche sie vermitteln, kennen wir
aus der Geschichte zur Genüge.
Leider habe ich hier nur 1000 Zeichen, deshalb folgendes Zitat von
Lotman, was aus meiner Sicht den Kern trifft:
'Die Unkenntnis der Zukunft erlaubt uns, allem eine Bedeutung zu geben.'
Zwar ist Pluralität und Unabhängigkeit de facto gegeben, doch kann von einer kritischen
Berichterstattung über wichtige politische Themaen nicht
gesprochen werden. Zwar werden oft "lautstark und
reißerisch" einige Kontroversen geführt, doch wer sich
in der Presselandschaft die Themen anschaut, findet wenig Unterschiede
und kaum Varianz in der Themenwahl vor. Vom Mainstream abweichende
Meinungen finden selten bis in die Leser-Öffentlichkeit; manche
wichtige Aspekte eines Themas werden von den Mainstream-Medien gar ignoriert.
Man beobachte einmal einen Tag in halbstündigem Abstand die
Presseschlagzeilen in Google News. Da kann man sich auch fragen, ob alle
mit dem gleichen Algorithmus im Gehirn arbeiten, so einförmig und
gleichartig ist das alles, so unkritisch, dass man die Zahl der
Veröffentlicher auf die Hälfte schrumpfen lassen kann, ohne
dass dies bemerkbar würde.
Na mit all den Daten sollte sich doch was KLUGES erschaffen lassen...
.. zum Beispiel: ein Datenzentrum erfasst meinen Gemütszustand und
schickt in Null Komma Nichts einen Roboter, der meine Arbeit für
mich im Handumdrehen exakt erledigt, aber die Kohle wird mir aufs Konto gebucht!
Im Supermarkt erkennt mich das Datenunikum und schickt mir gleich den
Einkaufswagen mit den Artikeln die ich normalerweise einkaufe direkt an
die Kasse → und weil ich grade blank bin zahlt der
kundenfreundliche Supermarkt auch noch meine Rechnung! Kommt noch besser
→ ein Roboter karrt den Einkaufswagen auf den Parkplatz, lädt
das Zeugs in mein Auto und dann fährt mich das Kerlchen direkt nach
Hause, unterwegs wird noch getankt (auf Rechnung des SM), zu Hause
kriegt mein Kind noch ein kleines Mitbringsel.
Das wär doch was, oder????
ist CEO der nugg.ad AG, die "Predictive Behavioral Targeting" anbietet. Das sollte man vielleicht der Vollständigkeit halber erwähnen. Die Algorithmen, die dort angewendet werden, sind nicht öffentlich und von Transparenz kann man auch nicht reden.
Wenn die Politik sich da einmischt
kann es nach hinten ausschlagen. Unsere Politiker muessten erstmal diese
Thematik verstehen, und das kann dauern, denn die kapieren ja noch nicht
mal das Internet als solches...alles was die hier raushoeren werden
ist:'mehr Kontrolle'....und werden dann Gesetze ins Leben rufen wie
etwa das neue Buerger Meldegesetz.
wenn die Brötchen nicht von der Insel Rügen bis Garmisch-Partenkirchen alle gleich schmecken würden.
Die Menschen müssten zumindest wissen, was Sache ist und was damit alles gemacht werden kann
Bevor Jemand ins Internet darf, müsste er eine ausführliche
Beschreibung bekommen, was alles wie gespeichert wird und wie man sich
schützenn kann.
Und das von unabhängier Seite.
Die "Freaks" haben schon bestimmte Sachen gar nicht mehr im
Fokus, weil sie selber schon so viele Spuren hinterlassen haben.
Auch wenn ich dem Grundtenor des Artikels ("Recht auf Pseudonymität") prinzipiell zustimme, stellen sich mir beim Lesen doch etliche Nackenhaare auf. Zum einen benutzt der Autor das Wort "Algorithmus" nahezu inflationär, scheint aber nicht so recht zu wissen, was ein Algorithmus überhaupt ist. Laut Artikel anscheinend irgendein bösartiges Programm, das meine Daten ausspioniert. Falsch. Quellcode ist außerdem nicht die einzige Möglichkeit, Algorithmen zu beschreiben. Das geht auch z.B. mathematisch, als Diagramm, als Text, ... Zudem das allseits immer wieder beliebte Mysterium über die IP Adresse, mit der man ja ach so viel Schindluder treiben kann. Da in Privathaushalten die IP Adresse mit jedem Einwählen neu vergeben wird, ist es nahezu unmöglich, DIE "private IP Adresse" eines Redakteurs zu ermitteln und dann aus zu sperren. Dazu müsste man jedes Mal eine Anfrage an den Provider stellen und das ist allein aus Datenschutzgründen schon nicht möglich.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.10.2012 10:51 UhrIrrelevant ...
... ob sich das mit IPv6 ändern KANN (ob es das wird, wird sich
zeigen. Ich zweifel' aber noch dran - Stichwort: Privatserver). In
diesem Artikel wird behauptet, dass der Fall bereits eingetreten ist und
das ist meiner Meinung nach aktuell schlicht und einfach eine
Falschbehauptung.
Übrigens wäre das mit IPv4 THEORETISCH auch schon
möglich. Der Grund, weshalb es PRAKTISCH nicht geht: Das Protokoll
bietet zu wenige Adressen, um damit alle statisch zu bedienen wie mit
einer Telefonnummer und das Protokoll ist diesbezüglich etwas
unglücklich definiert. Und selbst bei festen Adressen bleibt nach
wie vor die Herausforderung, eine bestimmte Adresse ohne Provider-Hilfe
einer bestimmten Person zuzuordnen.
NOCH nicht möglich.
Das Internet funktioniert derzeit noch mit dem IPv4-Protokoll. Die
Anzahl der verfügbaren Adressblöcke nähert sich aber
leider dem Ende zu, wesbalb das Internet auf IPv6 umgestellt werden
soll. Mit diesem Protokoll wird jedem Gerät eine feste IP
zugewiesen, es kann auf Dauer identifiziert werden.
Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, über sogenannte
Privacy Extensions (PE) anonym zu bleiben, allerdings wird sich Otto
Normalsurfer, der im großen Rahmen Daten bei Facebook preisgibt,
kaum darum scheren.
Auch heute schon sind sie leichter identifizierbar, als sie glauben. Nur
durch bestimmte Add-ons können sie wirklich anonym im Internet
unterwegs sein, 99% aller Internetnutzer schert das aber kaum.