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Musiker Shahin Najafi : Der Terror gilt allen

Lebt im Exil in Deutschland: Shahin Najafi Bild: Brill, Thomas

Islamisten aus Iran bedrohen den Musiker Shahin Najafi seit Jahren mit dem Tod. Jetzt wurde die „Fatwa“ erneuert. Fürchten sollen sich alle, die Najafis Konzerte besuchen. Er geht gerade auf Tour.

          Drei Jahre nachdem zwei Großajatollahs in Iran eine Fatwa wegen „Gotteslästerung und Abfall vom Glauben“ gegen ihn erlassen hatten, weil er in seinem Song „Naghi“ den zehnten Imam der schiitischen Muslime beleidigt habe, sieht sich der Musiker und Rapper Shahin Najafi neuen Todesdekreten ausgesetzt. Wie Najafi, der seit der Flucht aus seiner Heimat 2005 in der Nähe von Köln lebt, im Gespräch mit FAZ.NET sagte, habe er von Unbekannten eine E-Mail mit zwei Links zu Websites erhalten, auf denen eine Gruppe von schiitischen Aktivisten eine Belohnung von 500 000 000 Touman demjenigen verspricht, „der diese Dreckshyäne auslöscht“. Im Falle des Todes des Vollstreckers, so heiße es dort weiter, werde die Summe an die Familie des „Märtyrers“ ausgezahlt. Auch könne der Betrag (in iranischer Währung, entspricht etwa 150 000 amerikanischen Dollar) je nach Anzahl der Freiwilligen nach oben korrigiert werden.

          Der Zeitpunkt ist kein Zufall

          Najafi, der seit drei Jahren „persönliche und berufliche Einschränkungen, Beleidigungen und Drohungen“ erfährt, hält es für keinen Zufall, dass der Aufruf zeitlich mit der Veröffentlichung seines neuen Albums zusammenfällt, das am Freitag erschienen ist. Am 16. Mai möchten er und seine Band in Köln eine Tournee beginnen, die auch nach Amsterdam, Frankfurt und Hamburg sowie im Herbst nach Kanada und in die Vereinigten Staaten führt. Ob und unter welchen Sicherheitsvorkehrungen die Konzerte stattfinden können, ist derzeit offen. Dass „diesmal“, so Shahin Najafi, „nicht nur meine Person, sondern auch meine Fans und Konzertbesucher mit dem Tod bedroht werden“, gebe der Kampagne eine neue Dimension, richte sie sich doch gegen jeden, der eine Veranstaltung besuchen möchte.

          „Diesmal werden wir keine Ausreden akzeptieren, und wir können auch niemanden verschonen“, drohe die Gruppe Abaolshohada auf der Website: „Nicht diesen Blasphemiker, nicht den Ticketverkäufer, nicht den Organisator, aber auch nicht den Besucher seiner Konzerte und seine Fans im Internet.“ Najafi erklärte, er wende sich an die Öffentlichkeit, weil er sich damit am ehesten schützen könne: „Ich werde mich diesen Extremisten nicht beugen, sondern standhaft bleiben und weitermachen.“

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