17.01.2010 · Seid endlich realistisch! Die Träume von der offenen Kultur im Internet sind geplatzt: Die weltweite Vernetzung von Intelligenz produziert nicht Über-Intelligenz, sondern Banalität, warnt Internet-Pionier Jaron Lanier.
Von Jaron Lanier„Informationen wollen frei sein“, heißt es. Stewart Brand, der Begründer des „Whole Earth Catalog“, eines legendären Verzeichnisses relevanter Publikationen der Gegenkultur, scheint es als Erster gesagt zu haben. Ich behaupte: Informationen verdienen es nicht, frei zu sein. Die Cyber-Totalitaristen tun gerne so, als wäre Information lebendig und hätte ihre eigenen Vorstellungen und Ziele. Was aber, wenn Informationen unbelebt sind? Was, wenn sie noch weniger als unbelebt, nämlich bloß Artefakte des menschlichen Denkens sind? Was, wenn nur Menschen wirklich sind, Informationen hingegen nicht?
Natürlich existiert ein technischer Gebrauch des Ausdrucks „Information“, mit dem man sich auf etwas höchst Reales bezieht. Dabei handelt es sich um die Art von Information, über die man in Begriffen der Entropie oder Informationsdichte sprechen kann. Aber diese grundlegende Art von Information, die unabhängig von der Kultur eines Beobachters existiert, ist nicht dieselbe wie die, die wir in Computer einfüttern können und die angeblich frei sein will.
Information ist entfremdete Erfahrung. Man kann sich kulturell dekodierbare Information als eine potentielle Form von Erfahrung vorstellen, ganz ähnlich, wie man sich einen Ziegel auf einem Fenstersims als einen potentiellen Energiespeicher vorstellen kann. Bringt man den Ziegel zum Fallen, wird die Energie freigesetzt. Das ist aber nur möglich, weil er irgendwann erst einmal dort oben hinbefördert wurde. Auf die gleiche Weise kann Information der Auslöser dafür sein, dass Erfahrung freigesetzt wird, wenn sie auf die richtige Weise dazu gebracht wird. Eine Datei auf einer Festplatte enthält in der Tat Informationen von der Sorte, die objektiv existiert. Der Umstand, dass die Bits nicht zu einem einzigen Brei verrührt, sondern unterscheidbar sind, ist es, der sie zu Bits macht.
Wenn die Bits aber potentiell für jemanden etwas bedeuten können, dann nur, wenn sie erfahren werden. Geschieht dies, dann vollzieht sich eine kulturelle Gemeinsamkeit zwischen demjenigen, der die Information gespeichert hat, und demjenigen, der sie abruft. Erfahrung ist der einzige Prozess, der Informationen „ent-entfremden“ kann. Information von der Sorte, die angeblich frei sein will, ist nichts als ein Schatten unserer eigenen Geistestätigkeit und will von sich aus gar nichts. Sie leidet nicht, wenn sie nicht bekommt, was sie will.
Wenn Sie aber von der alten Religion, in der man darauf hofft, dass Gott einem ein Leben nach dem Tod beschert, zu der neuen Religion, in der man darauf hofft, unsterblich zu werden, indem man in einen Computer hochgeladen wird, konvertieren wollen, dann müssen Sie daran glauben, dass Information etwas Reales und Lebendiges ist. Es wird dann wichtig für Sie, menschliche Einrichtungen wie Kunst, Wirtschaft und Recht so umzugestalten, dass sie die Auffassung, Information sei lebendig, stützen. Sie verlangen dabei, dass der Rest von uns gemäß Ihrer neu konzipierten Staatsreligion lebt. Sie werden dann darauf angewiesen sein, dass wir die Information vergöttern, um Ihren Glauben zu stärken.
Die Anbetung der Bit-Illusionen
Ständig setzen sich Menschen selbst herab, um den Eindruck zu erwecken, Maschinen seien intelligent. Vor dem Crash glaubten Banker an vermeintlich intelligente Algorithmen, die Kreditrisiken berechnen konnten, um faule Kredite zu verhindern. Wir halten Lehrer dazu an, nach standardisierten Tests zu unterrichten, so dass Schüler gemäß einem Algorithmus gut abschneiden. Wiederholt haben wir die grenzenlose Bereitschaft unserer Spezies unter Beweis gestellt, unsere Standards zu senken, damit die Informationstechnologie gut abschneidet. Jeder Fall von Intelligenz in einer Maschine ist doppeldeutig.
Dieselbe Doppeldeutigkeit, die früher zu dubiosen akademischen Projekten in der KI-Forschung animierte, wird uns heute neu verpackt als Massenkultur angeboten. Wusste diese Suchmaschine wirklich, worum es Ihnen ging, oder spielen Sie einfach nur mit und senken Ihre Standards, damit die Suchmaschine intelligent wirkt? Während es nichts Ungewöhnliches wäre, dass unsere Perspektiven sich durch den Umgang mit grundlegend neuen Technologien ändern, erfordert die Übung, Maschinenintelligenz für real zu halten, dass man die eigene Verankerung in der Realität lockert.
Nach einer langen Phase gescheiterter Versuche, zum Beispiel eine natürliche Sprache zu verstehen, tröstet sich eine beträchtliche Anzahl von KI-Enthusiasten heute damit, die Schwarmintelligenz zu bewundern, die zu besseren Ergebnissen führt, weil hinter den Kulissen reale Personen tätig sind. Wikipedia zum Beispiel beruht auf dem, was ich das eingebildete Orakel nenne: Man verdrängt das Wissen über die menschliche Autorschaft eines Textes, um dem Text eine übermenschliche Wertigkeit zuzusprechen. Traditionelle heilige Schriften funktionieren auf genau die gleiche Weise und werfen viele der gleichen Probleme auf.
Dies ist ein weiterer Grund, warum mir die totalitäre kybernetische Kultur manchmal wie eine neue Religion vorkommt. Diese Bezeichnung ist mehr als eine metaphorische Annäherung, weil sie auch die neue Art von Streben nach einem Leben im Jenseits einschließt. Ich finde es unheimlich, dass Ray Kurzweil sich wünscht, die globale Computerwolke möge den Inhalt unserer Gehirne auftunken, damit wir für immer in der virtuellen Realität leben können. Als meine Freunde und ich die ersten Maschinen zur Erzeugung virtueller Realitäten bauten, ging es uns einzig und allein darum, der Welt zu mehr Kreativität, Ausdruckskraft, Einfühlbarkeit und Reiz zu verhelfen. Und nicht darum, ihr zu entfliehen. Silicon Valley, Wall Street und andere Machtzentren berauschen sich an einer ganzen Reihe vermeintlich eigenständiger „großer Ideen“, die allesamt auf die Anbetung der Bit-Illusionen hinauslaufen.
Der ewige Frühling der Werbung
Bedauerlicherweise wird nur ein einziges Produkt seinen Wert behalten können, nachdem alles andere im Zeichen der Noosphäre, jenes „Weltgehirns“, abgewertet worden ist. Am Ende des Regenbogens der offenen Kultur wartet der ewige Frühling der Werbung. Die offene Kultur erhöht die Werbung von ihrer Rolle als bloßer Akzelerator und stellt sie in den Mittelpunkt des menschlichen Universums.
In einer früheren, hippiemäßigeren Phase, vor Googles haarsträubendem Aufstieg, herrschte im Silicon Valley eine spürbare Abneigung gegen die Werbung. Damals verunglimpften wir Werbung als eine der Ursünden der schlechten Welt der alten Medien, an deren Sturz wir arbeiteten. Werbung bildete den eigentlichen Kern des schlimmsten aller Teufel, die wir zerstören würden, des kommerziellen Fernsehens.
Ironie des Schicksals: Heute hat sich die Werbung zur einzigen Ausdrucksform gemausert, die in der kommenden neuen Welt echten kommerziellen Schutz verdient. Jede andere Ausdrucksform soll bis zur Bedeutungslosigkeit neu durchgemischt, anonymisiert und aus dem Zusammenhang gerissen werden. Anzeigen jedoch gestaltet man immer kontextbezogener, und ihr Inhalt ist absolut sakrosankt. Keine Menschenseele wagt es, die Anzeigen, die am Rand der Google-Seite auftauchen, neu zu durchmischen. Als Googles Siegeszug begann, konnte man im Silicon Valley nicht selten ungefähr folgenden Dialog hören: „Moment mal, hassen wir nicht eigentlich Werbung?“
„Na ja, wir hassen die alte Werbung. Diese neue Art Werbung ist unaufdringlich und nützlich.“
Es ist absurd, wie entscheidend Werbung für die neue digitale Schwarm- oder Bienenstockökonomie ist, und noch absurder, dass von diesem Umstand nicht mehr Aufhebens gemacht wird. Die ermüdende Behauptung der offiziellen digitalen Lehre lautet, dass Gruppen von Leuten, die umsonst arbeiten, manche Dinge besser können als altmodische Experten, die bezahlt werden. Wikipedia gilt als das Paradebeispiel. Wenn das so ist – und wenn die Umstände stimmen, kann es manchmal so sein –, warum untergräbt dieses Prinzip dann nicht die Werbewirtschaft? Ein funktionierendes, auf ehrlicher Schwarmintelligenz aufbauendes System müsste der bezahlten Überredung überlegen sein. Wenn der Schwarm so viel weiß, sollte er jedem einzelnen von uns zu optimalen Entscheidungen verhelfen können, ob es um häusliche Finanzen, weiße Zähne oder unser Liebesleben geht. Die ganze bezahlte Überredung sollte zur Disposition stehen. Jeder Penny, den Google verdient, und das sind eine Menge, spricht dafür, dass der Schwarm versagt hat.
Wie man ein Vakuum beschleunigt
Wenn man wissen will, worum sich eine Gesellschaft oder eine Ideologie wirklich dreht, sollte man der Spur des Geldes folgen. Wenn das Geld in die Werbung fließt und nicht zu Musikern, Journalisten und Künstlern, dann befasst sich eine Gesellschaft mehr mit Manipulation als mit Wahrheit oder Schönheit. Wenn Inhalte wertlos sind, dann werden die Menschen irgendwann hohlköpfig und inhaltslos.
Die Verbindung von Schwarmgeist und Werbung hat zu einem neuen Gesellschaftsvertrag geführt. Die Grundidee dieses Gesellschaftsvertrags besteht darin, dass Autoren, Journalisten, Musiker und Künstler ermutigt werden, die Früchte ihres Intellekts und ihrer Phantasie als Fragmente zu verstehen, die sie ohne Bezahlung dem Schwarmgeist überlassen. Die Gegenseitigkeit nimmt die Form der Selbstvermarktung an. Die Kultur soll sich in Werbung und nichts anderes verwandeln.
Es trifft zu, dass diese Idee in manchen Situationen funktionieren kann. Es gibt einige weithin gerühmte, freilich außergewöhnliche Erfolgsgeschichten, die eine fast schon mythische Qualität erlangt haben. Diese Geschichten waren möglich, weil wir uns in einer Übergangsphase befinden, in der ein paar Glückspilze gleichzeitig von den größten Vorzügen der alten und der neuen Medienwelt profitieren können. Zusätzlich bietet der Umstand ihrer unwahrscheinlichen Anfänge das Rohmaterial für einen noch nicht abgenutzten Marketingplot. So kann eine einigermaßen unwahrscheinliche Figur wie Diablo Cody, die als Striptease-Tänzerin gearbeitet hat, mit einem Blog genügend Aufmerksamkeit erregen, um einen Buchvertrag zu erhalten, und schließlich die Chance bekommen, ein Drehbuch zu schreiben, das verfilmt wird – was dann in diesem Fall zu dem von vielen geschätzten Film „Juno“ führte. Um über Technologien nachzudenken, müssen wir jedoch lernen, so zu denken, als lebten wir bereits in der Zukunft.
Natürlich hoffe ich, dass das Veröffentlichen von Büchern auch im digitalen Reich ein lohnendes Geschäft bleibt. Das wird aber nur der Fall sein, wenn wir digitale Konzepte entwickeln, die es ermöglichen. Wie es derzeit aussieht, werden Bücher enorm entwertet, sobald Menschen zum Lesen in großer Zahl auf elektronische Geräte zurückgreifen. Für Filme gilt das Gleiche. Gegenwärtig gibt es noch eine Menge Leute, die die Gewohnheit haben, Filme auf DVD zu kaufen und ins Kino zu gehen. So funktioniert in unseren Tagen Kultur: Man muss sie auf dem Wege einer proprietären Hardware, ob diese nun in einem Theater oder aus einem auf Papier gedruckten Buch besteht, unters Volk bringen, um sie berechnen zu können.
Eine zukunftsfähige Lösung ist das nicht. Je jünger Sie sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich einen Film umsonst aus dem Netz besorgen, statt einen Datenträger zu kaufen. Und mag man dem Kino auch ein langes und gesundes Leben wünschen, so ist es doch allzu leicht, sich eine Welt auszumalen, in der man einen hochwertigen Fünfzig-Dollar-Projektor an einem beliebigen Ort, im Wald oder am Strand, aufstellen und eine gleichwertige Erfahrung herbeizaubern kann. Das ist die Welt, in der wir in zehn Jahren leben werden. Sobald Internettauschbörsen Hollywood so zusammenschrumpfen lassen werden, wie sie es derzeit mit der Musikindustrie tun, wird es die Option, vom Schreiben von Drehbüchern zu leben, nicht mehr geben.
Schuld haben die Opfer
In den Anfangstagen der sogenannten offenen Kultur bediente ich mich einer Argumentation, die inzwischen zum Klischee verkommen ist: All die Dinosaurier der alten Ordnung sind rechtzeitig vor der kommenden digitalen Revolution gewarnt worden. Wenn sie sich nicht anpassen können, dann aufgrund ihrer eigenen Dickköpfigkeit, Unbeweglichkeit oder Dummheit. Sie sind selbst Schuld an ihrem Schicksal.
So sprachen wir über unsere ersten Opfer wie Plattenfirmen und Zeitungen. Nur war keiner von uns in der Lage, den Dinosauriern irgendeinen konstruktiven Rat zu geben, der ihnen beim Überleben helfen konnte. Heute vermissen wir sie mehr, als wir je zugeben wollten.
Eigentlich geht das Eingeständnis, dass wir die verschwindenden „Mainstream-Medien“ vermissen, sogar in Ordnung, solange wir ihnen selbst die Schuld daran geben. 2008 machte Jon Talton in einem populären Blog die Zeitungen für ihren eigenen Niedergang verantwortlich. Da er sich an die Usancen der digitalen Revolution hielt und mit einer stereotypen Anklage schloss, lohnt es sich, ihn ausführlich zu zitieren:
„Das größte Problem . . . bestand im Zusammenbruch eines untragbaren Geschäftsmodells. Vereinfacht ausgedrückt bestand dieses Modell unter anderem darin, kurzberockte Vertreterinnen loszuschicken, damit sie Anzeigen zu Raubritterpreisen an lüsterne alte Gebrauchtwagenhändler und Heimwerkermarktinhaber verkaufen . . . Heute geht der Absturz ungebrochen weiter, und der Schaden für unsere Demokratie lässt sich schwerlich übertreiben. Es ist kein Zufall, dass die Vereinigten Staaten just in dem Moment, als der echte Journalismus sich in einer Wagenburg verkroch, in den Irakkrieg gestolpert sind und wie gelähmt vor ihren schwerwiegenden innenpolitischen Herausforderungen stehen. Beinahe könnten die üblichen Verschwörungstheoretiker glauben, es hätte einen Masterplan dafür gegeben, uns dumm zu halten.“
Dies ist natürlich nur ein kleiner Blogeintrag von Millionen. Er ist aber äußerst bezeichnend für den Tenor der Onlinekommentare. Noch nie hat jemand einen guten Rat für die sterbenden Zeitungen gehabt, aber man hält es immer noch für angemessen, ihnen die Schuld an ihrem eigenen Schicksal zu geben. Dabei wirft dieser phrasendrescherische Beitrag eine wichtige Frage auf, die in Onlinekreisen zu stellen tabu wäre, wenn man sie nicht hübsch in einer Verschmähung der Würde unserer Opfer verpackte: Wäre die amerikanische Geschichte in den vergangenen Jahren irgendwie anders verlaufen, weniger katastrophal, wenn das Geschäftsmodell der Zeitung nicht unter Beschuss gestanden hätte? Gewiss, es gab mehr Blogger, aber zugleich weniger Bob Woodwards und Carl Bernsteins, und das in einer Zeit, in der desaströse ökonomische und militärische Entscheidungen getroffen wurden. Die Jahre der Bush-Regierung gelten fast allgemein als eine Katastrophe, zu der der Trug der irakischen Massenvernichtungswaffen ebenso zählt wie die Implosion der Wirtschaft. Und statt sich einer hartnäckigen Presse stellen zu müssen, wurde die Regierung vage auf Blogger hingewiesen, die einander lautstark widersprachen und sich gegenseitig neutralisierten. Diesen oder jenen Skandal haben Blogger gewiss aufgedeckt, aber das taten auch die Blogger von der jeweiligen Gegenseite. Unter dem Strich produzierte die Blogosphäre leeres Gerede, wie es in den heute hochgejubelten flachen und offenen Systemen eigentlich immer geschieht.
Die Herren der Wolken
Wenn irgendeine kostenlose Videoaufnahme von einem albernen Kunststückchen genauso viele Blicke auf sich zieht wie die Arbeit eines professionellen Filmemachers, warum dann den Filmemacher bezahlen? Wenn ein Algorithmus all diese Blicke mit dem gerade angesagten Videoclip zusammenbringen kann, warum dann Redakteure und Theaterleiter bezahlen? In der neuen Ordnung der Dinge zählt nur das Wo. Wer die Rechnerwolke beherrscht, die die Gedanken des Schwarmgeistes steuert, kann unermesslich reich werden.
An unseren Studenten können wir die Folgen der entstehenden Gesellschaft, in der der Gewinner alles bekommt, bereits beobachten. Die gescheitesten Informatikstudenten wenden sich von den intellektuell tiefgründigen Aspekten des Felds ab und hoffen stattdessen, sich einen Platz in dem neuen Königreich im Zentrum der Wolke zu erobern, indem sie vielleicht einen Hedgefonds programmieren. Oder die besten Studenten brüten über Pläne für ein soziales Netzwerk für reiche Golfer. Eine führende Ingenieurschule duldet diese Idee in ihren Kursen über Unternehmensführung inoffiziell nicht mehr als Beispiel für einen Geschäftsplan, so gewöhnlich ist sie geworden. Währenddessen gleichen die wirklich kreativen Menschen, die neuen Proleten, Tieren, die in einer ausgelaugten Wüste alle an den gleichen schrumpfenden Oasen der alten Medien zusammenkommen.
Jaron Lanier, geboren 1960 in New York, ist Informatiker, Erfinder, Komponist, bildender Künstler und Autor. Er gilt als Vater des Begriffs „virtuelle Realität“. Als „Lead Scientist“ betreut er die „National Tele-immersion Initiative“, ein Projekt verschiedener Universitäten zur Erforschung des „Internet 2“. Er lehrt an der School of The Arts der Universität von New York sowie an der Columbia University und hat das International Institute for Evolution and Brain mitgegründet, das an der Harvard- und der Universität von Paris angesiedelt ist. Lanier hat als Erster internetbasierte Computer-Netzwerke vorgeschlagen, den ersten „Avatar“ entwickelt, die virtuelle Kamera fürs Fernsehen und 3-D-Grafiken fürs Kino. Als Pianist schreibt er Kammermusik und Orchesterwerke. 1983 hat er mit „Moondust“ das erste Videospiel vorgestellt. Sein neues Buch „You Are Not a Gadget: A Manifesto“ ist gerade erschienen (Alfred A. Knopf Verlag, Random House, 240 Seiten, 24,95 $).