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Angst vor Krieg und Terror : Was uns in dieser Lage möglich ist

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Die Angst fährt mit? Viele Menschen fürchten sich nun gar schon vor dem Bahnfahren. Bild: AP

Die Einschnitte der vergangenen Wochen verbindet ein Phänomen: die Angst, auf ein Konzert zu gehen oder Bahn zu fahren, die Angst um die eigenen Kinder. Haben wir es noch mit einem Schwelbrand zu tun – oder schon mit einem Inferno? Ein Gastbeitrag.

          Es sind nicht die dramatischen Nachrichten allein, die in diesen Tagen beunruhigen, da man abends die Sondersendungen im Fernsehen anschaltet oder sich im Internet von Seite zu Seite klickt, weil die Zeitungen des nächsten Tages schon nicht mehr aktuell sein werden: die beispiellose Serie von Anschlägen seit Nizza, die nun auch Deutschland erfaßt hat und bis in Willkommensinitiativen hinein die Frage aufwirft, wie viele Terroristen unter den Flüchtlingen sind; der Putsch und Gegenputsch in der Türkei; gleichzeitig die Nominierung Donald Trumps als republikanischer Präsidentschaftskandidat in den Vereinigten Staaten; kurz davor der Brexit. Es ist das vage Gefühl, daß diese Ereignisse und Entwicklungen zusammenhängen, ohne daß jemand schlüssig zu sagen wüßte, wie.

          Einen unmittelbaren kausalen Zusammenhang wird es nicht geben oder nur im Internet, wo der Weltuntergang oder wahlweise das Ende der westlichen Zivilisation freilich jedes Jahr vorausgesagt wird. Zugleich ist allein die zeitliche Folge der breaking news zu dicht, um sie im Gemüt sauber zu trennen. Liest man dann morgens, was die Zeitungen auf den hinteren Seiten melden, wird einem erst recht bang: die Belagerung von Aleppo und der praktische Abbruch der Friedensverhandlungen in Genf durch die wiedererstarkte syrische Regierung; Putins Verschwörungsvorwürfe wegen der Dopingermittlungen und umgekehrt Obamas Verschwörungsvorwürfe wegen der E-Mail-Enthüllungen genau zum Parteitag der Demokraten; das anstehende Referendum gegen Flüchtlinge in Ungarn und die Wiederholung der österreichischen Wahlen mit einem womöglich sogar deutlichen Sieg Norbert Hofers; davor in Deutschland wieder Landtagswahlen, bei denen die AfD den Beweis antreten dürfte, daß sie ungeachtet ihrer Selbstdemontage spektakuläre Wahlerfolge erzielt. Was, wenn sie einen charismatischen Führer hätte? Am Horizont, 2017, Marine Le Pen als mögliche Staatspräsidentin Frankreichs.

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          Was die jüngsten Attentate anders macht

          Man muß sich nur einen Augenblick zurücklehnen und daran erinnern, was alles vor einem Jahr noch für unvorstellbar gehalten wurde oder allenfalls eine sehr abstrakte Möglichkeit der Zukunft war, damit einem alles wie ein schlechter Traum vorkommt – von einer Million Flüchtlinge innerhalb weniger Monate über die Kölner Silvesternacht zum wahllosen Morden in deutschen Innenstädten, von der Wahlannullierung in Österreich über das möglich gewordene Ende der EU zu einem amerikanischen Präsidenten, der die Nato-Beistandsverpflichtung aufkündigt und zugleich mit Putin, Erdogan und den europäischen Rechtspopulisten fraternisiert. Aber nein, es ist kein Traum, es ist die Wirklichkeit, und eher war die lange Periode der alternativlosen Eintracht traumhaft, die in Westeuropa seit dem Ende des Kalten Krieges herrschte, während in anderen Erdteilen die sozialen, politischen und auch religiösen Konflikte eskalierten.

          „Warum sollte sich zufällig Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich auf Dauer unbeschwert von den Zeitläufen entwickeln?“ Navid Kermani, Schriftsteller und Orientalist, fordert eine globale Perspektive für die Konflikte der Gegenwart.
          „Warum sollte sich zufällig Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich auf Dauer unbeschwert von den Zeitläufen entwickeln?“ Navid Kermani, Schriftsteller und Orientalist, fordert eine globale Perspektive für die Konflikte der Gegenwart. : Bild: dpa

          Die Vereinigten Staaten haben bereits am 11.September 2001 erfahren, daß nicht einmal eine Raketenabwehr im All helfen würde, um sich von den Fährnissen der Welt zu schützen. Und nicht nur dort, mehr noch in Israel läßt sich studieren, daß der Terror, wenn er anhält, Gesellschaften zu verändern mag und die Politik radikalisiert. Entscheidend ist nicht seine Schlagkraft, die Zahl seiner Anhänger und deren ideologische Sattelfestigkeit. Entscheidend ist, daß der Terror jeden einzelnen treffen kann. Denn anders als die klassischen Formen der politischen Gewalt richten sich die Attentate der jüngsten Zeit gezielt gegen Zivilisten, braucht es keine ausführenden Organisationen mehr und changieren selbst die Motive im laufenden Newsticker: Psychopathen, Islamisten, jetzt in München wohl doch ein Rechtsradikaler, der Ausländer, Flüchtlinge, Muslime haßte, gleichwohl selbst diffus als Ausländer, Flüchtling, Muslim wahrgenommen wird.

          Und diese Verunsicherung – oder schlicht die Angst, auf ein Konzert, zum Bahnhof oder auf eine politische Versammlung zu gehen, die Angst um die eigenen Kinder – bringt die Ereignisse dann doch in einen Zusammenhang, der kausal wird: Der Dschihadismus befördert den Rechtspopulismus, der seinerseits die Europäische Union schwächt; der Brexit freut Putin, dessen wachsendes Selbstbewußtsein sich in der Waffenhilfe für das syrische Regime ausdrückt, das mit seinen Luftangriffen die Menschen weiterhin in die Flucht treibt; der Autokratismus Erdogans entfernt die Türkei immer weiter von Europa, was die Möglichkeiten einschränkt, die Flüchtlinge von Europa fernzuhalten; deren Integrationsprobleme werden zum Argument für die Europagegner.

          Selbst die Ukraine ist noch Teil dieses Komplexes, weil sie für den Westen zur quantité négligeable zu werden droht, schließlich machen es Flüchtlinge und Terroristen dringlicher, eine Lösung für Syrien zu finden, was nur mit Rußland geht. Um den armen Jemen, der in Tod und Chaos versinkt, kann sich gerade auch niemand kümmern, weil Saudi-Arabien durch die Verständigung mit Iran schon genügend verärgert ist; diese ist notwendig, um die nuklearen Ambitionen Teherans zu zügeln; das Atomabkommen wiederum wird mit jedem neuen Raketentest der iranischen Revolutionswächter zur Bürde für den Wahlkampf von Hillary Clinton, was Trump... und so weiter. Ach ja, in Afghanistan war auch noch irgend etwas.

          Unbegründete Panik ist immer auch etwas peinlich

          Der Historiker Tobias Stone erinnert dieser Tage in seinem vieldiskutierten Blog daran, daß die verschiedenen Ereignisse und Entwicklungen, die zu den großen politischen Katastrophen der Neuzeit geführt haben, erst im Rückblick einen Zusammenhang ergaben, während die Zeitgenossen selbst jedesmal von der Eskalation überrascht waren, deren unmittelbarer Anlaß in keinem Verhältnis zu ihren Folgen stand – die Ermordung Franz Ferdinands in Sarajewo zu den siebzehn Millionen Toten des Ersten Weltkriegs. Daraufhin überlegt Stone, was ein solcher Franz-Ferdinand-Moment in nächster Zukunft sein könnte – und kommt zu Gedankenspielen, die beunruhigend plausibel sind, wenn man etwa einen Sieg Donald Trumps bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen oder weitere spektakuläre Terroranschläge in Europa annimmt. Allerdings breitet sich nicht jeder Schwelbrand zu einem Inferno aus, und die Beispiele aus der Historie, in denen eine gefährliche Gemengelage nicht zu einer Menschheitskatastrophe geführt, sondern sich auch wieder aufgelöst hat, dürften weitaus zahlreicher sein – man erinnert sich ihrer nur nicht so gut. Panik, die sich als unbegründet erweist, ist schließlich immer auch etwas peinlich.

          Das Land versinkt im Chaos, doch um diese jemenitischen Kinder kann sich momentan niemand kümmern.
          Das Land versinkt im Chaos, doch um diese jemenitischen Kinder kann sich momentan niemand kümmern. : Bild: dpa

          Lege ich nur meine eigene Lebenszeit zugrunde, dann schien die Welt bereits Anfang der achtziger Jahre mit dem drohenden Atomkrieg kurz vor dem Ende zu stehen. Auch damals kamen unterschiedliche Entwicklungen zusammen, die allenfalls vage zusammenhingen, aber doch ein allgemeines Gefühl der Beklemmung erzeugten: die Islamische Revolution in Iran mitsamt der Demütigung Amerikas, der Einmarsch Rußlands in Afghanistan, die Katastrophe von Harrisburg, Waldsterben, das atomare Wettrüsten, Reagan, Thatcher und – ja, auch das, man glaubt es mehr als dreißig Jahre später kaum, welche Ängste die geistig-moralische Wende in meinem eigenen friedensbewegten Milieu hervorrief – Helmut Kohl.

          Der Film „The Day After“ über einen atomaren Einschlag schien uns so etwas wie eine magische Laterne zu sein, um in die nächste Zukunft zu blicken, in der Wirkung vergleichbar Houellebecques Roman „Unterwerfung“ – und heute ist der Film zu Recht vergessen, weil er nicht gut gemacht war und statt des Weltendes der Zusammenbruch der Sowjetunion und die Wiedervereinigung Europas eintraf. Andererseits hat wohl auch die Sorge vor dem Atomkrieg, der Umweltzerstörung, dem Islamismus und so weiter ihren Anteil daran gehabt, daß die Achtziger mehr als glimpflich, nämlich so hoffnungsfroh endeten. Daß Hoffnungen auch wieder zerstört werden, ist die vielleicht stabilste Konstante der menschlichen Erfahrung und kein Grund, sie nicht jedesmal neu zu hegen.

          Das alles ist möglich

          Geschichte geschieht nicht, Geschichte wird gemacht. Um nur das Nächstliegende zu nehmen, das so undeutlich auch immer mit allem anderen zusammenhängt, denn wäre die Angst vor Terroranschlägen geringer, dann würden die Rechtspopulisten... und so weiter: Es ist möglich, den Islamischen Staat zu besiegen und eine Friedensordnung für Syrien zu schaffen. Es ist für islamische Institutionen möglich, nicht bloß den Terror zu verurteilen, sondern sich kritisch mit dem Wahhabismus auseinanderzusetzen, der die geistige Grundlage des IS bildet. Genauso ist für westliche Staaten möglich, nicht ausgerechnet Saudi-Arabien zum engsten Bündnispartner im Nahen Osten zu haben, das den Wahhabismus bis in die Moscheen von Molenbeek oder Bonn verbreitet. In Deutschland ist es möglich, Asylverfahren zu beschleunigen, damit junge Männer nicht über Monate und Jahre beschäftigungslos in provisorischen Unterkünften auf ihre Zukunft warten.

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          Es ist möglich, den Erwerb von Schußwaffen zu erschweren und die mörderischsten Spiele im Internet unter Strafe zu stellen, sie damit auch gesellschaftlich zu ächten. Es ist möglich, die Europäische Union zu reformieren, damit sie wieder mehr Zustimmung erhält, und sei es in zwei Geschwindigkeiten. Es ist möglich, eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik zu entwickeln, die Grenzen schützt, Lasten verteilt und den wirklich Bedürftigen Schutz gewährt, statt eine Auslese der physisch Stärkeren zu betreiben, also vorzugsweise jungen alleinstehenden Männern, weil diese die Gefahren und Strapazen der irregulären Routen am ehesten überstehen. Es ist möglich, den Klimawandel aufzuhalten, der sonst noch viel größere Flüchtlingsströme hervorrufen wird, wenn etwa ganze Länder im Meer versinken oder sich die Wüste in Schwarzafrika weiterhin so rasant ausbreitet.

          Das alles sind Möglichkeiten, und es ist natürlich illusionär zu hoffen, daß sie sich alle verwirklichen, und das auch noch gleichzeitig. Aber damit es nicht zum Schlimmsten kommt, muß nicht alles gut werden; einzelne Feuer zu löschen könnte genügen, damit sich der Schwelbrand nicht zum Inferno ausweitet. Wäre etwa der Islamische Staat mit seinen kaum mehr als 30000 Kämpfern besiegt und wären seine Führer verurteilt, gäbe es weiterhin junge Männer in Europa, die anfällig sind für den Dschihadismus, aber es gäbe keine Siegergeschichte mehr, in die sie sich einreihen könnten. Verlierer büßen dramatisch an Attraktivität ein, wie Al Qaida schmerzhaft erfahren hat, und Propagandavideos, Mittelsmänner, Geldquellen und Ausbildungslager in nächster Nähe Europas sind selbst für Einzeltäter wichtig, wie die Ermittlungen nach dem Ansbacher Selbstmordattentat ergaben. So einsam sind die Wölfe dann auch nicht.

          Das ist kein Aufruf zur militärischen Intervention, auch nicht zu deutschen Luftschlägen, sondern dafür, endlich die weltpolitische Dringlichkeit einer Friedenslösung für Syrien und den Irak zu erkennen. In beiden Ländern müßte der Staat erst einmal wieder die Bevölkerung halbwegs vertreten, um den Terroristen wirksam zu begegnen. Das aber setzt voraus, daß sich die ausländischen Schutzmächte der verschiedenen Akteure ins Benehmen setzen. Schon unmittelbar nach dem Einmarsch des IS im Irak hatte Außenminister Steinmeier deshalb eine Art KSZE für den Nahen Osten vorgeschlagen.

          Warum zufällig gerade Deutschland?

          Zwei Jahre später läßt sich eine Lösung der verschiedenen Nahostkonflikte kaum in kleineren Dimensionen denken. Das klingt illusorisch? Mag sein. Aber niemand wird später verstehen, warum heute der Frieden nicht wenigstens versucht wurde. Klar ist allerdings auch, daß die Gegner des Islamischen Staates militärisch unterstützt werden müssen, solange der Krieg eben herrscht – und damit ist wohlgemerkt nicht die Armee Baschar al-Assads gemeint, die sich mit dem IS zwar zuletzt einige Gefechte geliefert hat, weitaus entschlossener hingegen die übrigen Rebellengruppen sowie die eigene, genauer: die sunnitische Bevölkerung angreift.

          Was die jetzige, in Deutschland seit dem Krieg niemals dramatischer empfundene Lage immerhin bewirkt hat, ist die sich ausbreitende Erkenntnis, daß wir nicht isoliert von der übrigen Welt sind. In weiten Teilen des Nahen Ostens und Afrikas ist das Inferno schließlich längst eingetreten: Staatenzerfall, ethnische Säuberung, Massenmord, Anschläge, die Verpestung ganzer Landstriche, die wachsende Schere zwischen arm und reich und damit der Niedergang der Mittelschicht, die Perspektivlosigkeit einer gut ausgebildeten Jugend und vieles mehr. Auch Frankreich, Belgien und Großbritannien hatten der Terror und die sozialen Verwerfungen der Globalisierung längst erreicht, und in Israel und Palästina weiß die junge Generation schon nicht mehr, wie ein Leben in Sicherheit sich anfühlt. Warum sollte sich zufällig Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich auf Dauer unbeschwert von den Zeitläufen entwickeln?

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          Gleichwohl hat Deutschland aufgrund seiner intakten Rechtsstaatlichkeit und vergleichsweisen sozialen Ausgeglichenheit bessere Chancen als viele andere Länder, seine Liberalität zu bewahren. Mehr noch: Mit seinem gestiegenen Ansehen in der Welt und seiner ökonomischen Potenz hat es Möglichkeiten, auf die Zeitenläufe einzuwirken, wie geringfügig auch immer. Der deutsche Außenminister könnte seinen Vorschlag ruhig erneuern; auf höchster Ebene vorgetragen, von Europa unterstützt, würde man inzwischen vielleicht auf ihn hören.

          Auch ohne den Islamischen Staat wird es weiterhin Anschläge geben. Daß der nihilistische Terror in der modernen Gesellschaft angelegt ist, läßt sich bereits bei Dostojewski nachlesen, und das Ende des industriellen Zeitalters mitsamt der Zersplitterung der Öffentlichkeit bringt noch einmal neue Pathologien hervor, die mörderisch werden können. Aber was den IS so brandgefährlich macht, ist, daß er den einzelnen in den Stand versetzt, Einfluß auf die Weltpolitik zu nehmen. Das unterscheidet den Dschihadismus eben von den Phantasmen, die sich rechtsradikale Mörder ausdenken, um ihren Vernichtungswillen in einen größeren Zusammenhang zu stellen, das macht ihn für Versager und labile Persönlichkeiten so viel anziehender, nicht nur in Europa.

          Keiner einzelnen Kultur, Konfession oder Nation

          Welchem Staat, welcher Kultur, welcher Religion könnte man den Krieg erklären, wenn sich ein Haßtäter zum Retter des Abendlandes aufschwingt? Hingegen ist der Zusammenhang, den ein islamistischer Attentäter herstellt, sehr real: Er bezieht sich auf einen Staat, auf eine höchst effektive Propagandamaschine und mit dem Wahhabismus auf eine Ideologie, die mit oder ohne Gewaltaufruf weltweit in Moscheen gepredigt wird. Wenn er sich als Agent von 1,4 Milliarden Muslimen ausgibt, sind immer mehr Menschen, inzwischen auch Parteien und der mögliche nächste Präsident der Vereinigten Staaten bereit, ihm das zu glauben. Wer beim Töten „Allahu akbar“ ruft, kann Geschichte schreiben.

          Die „New York Times“ veröffentlichte vergangene Woche ein Dossier, das allen 247 Menschen ein Gesicht gibt, die Mitte März etwa zur gleichen Zeit weltweit bei dschihadistischen Anschlägen umgekommen sind, in Belgien, in der Türkei, in Pakistan, in der Elfenbeinküste und in Nigeria, am Flughafen, in einer U-Bahn-Station, auf Straßen und Plätzen, in einem Bus, in einem Park, in einem vollbesetzten Fußballstadium, in einer Ferienanlage und in einer Moschee.

          Diese Opfer gehörten keiner einzelnen Kultur, Konfession oder Nation an – blickt man auf ihre Gesichter, schaut man auf ihre Kleidungen, lernt man ihre Biographien kennen, erfährt man von ihren Träumen und was sie in dem Augenblick beschäftigte, als sie aus dem Leben gerissen wurden, dann ergibt sich fast so etwas wie ein Panoptikum unserer Zeit und Menschheit. Auch als der Terror des Islamischen Staates Ansbach traf, hatte ein Selbstmordattentäter des IS wenige Stunden vorher in Kabul achtzig friedliche Demonstranten in die Luft gesprengt, 230 verletzt. Erst wenn wir begreifen, daß wir gemeinsam angegriffen werden, gleich ob wir in Mittelfranken oder Afghanistan leben, können wir uns auch gemeinsam wehren.

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