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Veröffentlicht: 02.08.2016, 11:24 Uhr

Angst vor Krieg und Terror Was uns in dieser Lage möglich ist


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Kinder in Kriegsgebieten © dpa Vergrößern Das Land versinkt im Chaos, doch um diese jemenitischen Kinder kann sich momentan niemand kümmern.

Lege ich nur meine eigene Lebenszeit zugrunde, dann schien die Welt bereits Anfang der achtziger Jahre mit dem drohenden Atomkrieg kurz vor dem Ende zu stehen. Auch damals kamen unterschiedliche Entwicklungen zusammen, die allenfalls vage zusammenhingen, aber doch ein allgemeines Gefühl der Beklemmung erzeugten: die Islamische Revolution in Iran mitsamt der Demütigung Amerikas, der Einmarsch Rußlands in Afghanistan, die Katastrophe von Harrisburg, Waldsterben, das atomare Wettrüsten, Reagan, Thatcher und – ja, auch das, man glaubt es mehr als dreißig Jahre später kaum, welche Ängste die geistig-moralische Wende in meinem eigenen friedensbewegten Milieu hervorrief – Helmut Kohl.

Der Film „The Day After“ über einen atomaren Einschlag schien uns so etwas wie eine magische Laterne zu sein, um in die nächste Zukunft zu blicken, in der Wirkung vergleichbar Houellebecques Roman „Unterwerfung“ – und heute ist der Film zu Recht vergessen, weil er nicht gut gemacht war und statt des Weltendes der Zusammenbruch der Sowjetunion und die Wiedervereinigung Europas eintraf. Andererseits hat wohl auch die Sorge vor dem Atomkrieg, der Umweltzerstörung, dem Islamismus und so weiter ihren Anteil daran gehabt, daß die Achtziger mehr als glimpflich, nämlich so hoffnungsfroh endeten. Daß Hoffnungen auch wieder zerstört werden, ist die vielleicht stabilste Konstante der menschlichen Erfahrung und kein Grund, sie nicht jedesmal neu zu hegen.

Das alles ist möglich

Geschichte geschieht nicht, Geschichte wird gemacht. Um nur das Nächstliegende zu nehmen, das so undeutlich auch immer mit allem anderen zusammenhängt, denn wäre die Angst vor Terroranschlägen geringer, dann würden die Rechtspopulisten... und so weiter: Es ist möglich, den Islamischen Staat zu besiegen und eine Friedensordnung für Syrien zu schaffen. Es ist für islamische Institutionen möglich, nicht bloß den Terror zu verurteilen, sondern sich kritisch mit dem Wahhabismus auseinanderzusetzen, der die geistige Grundlage des IS bildet. Genauso ist für westliche Staaten möglich, nicht ausgerechnet Saudi-Arabien zum engsten Bündnispartner im Nahen Osten zu haben, das den Wahhabismus bis in die Moscheen von Molenbeek oder Bonn verbreitet. In Deutschland ist es möglich, Asylverfahren zu beschleunigen, damit junge Männer nicht über Monate und Jahre beschäftigungslos in provisorischen Unterkünften auf ihre Zukunft warten.

© afp Muslime und Christen trauern gemeinsam um ermordeten Priester

Es ist möglich, den Erwerb von Schußwaffen zu erschweren und die mörderischsten Spiele im Internet unter Strafe zu stellen, sie damit auch gesellschaftlich zu ächten. Es ist möglich, die Europäische Union zu reformieren, damit sie wieder mehr Zustimmung erhält, und sei es in zwei Geschwindigkeiten. Es ist möglich, eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik zu entwickeln, die Grenzen schützt, Lasten verteilt und den wirklich Bedürftigen Schutz gewährt, statt eine Auslese der physisch Stärkeren zu betreiben, also vorzugsweise jungen alleinstehenden Männern, weil diese die Gefahren und Strapazen der irregulären Routen am ehesten überstehen. Es ist möglich, den Klimawandel aufzuhalten, der sonst noch viel größere Flüchtlingsströme hervorrufen wird, wenn etwa ganze Länder im Meer versinken oder sich die Wüste in Schwarzafrika weiterhin so rasant ausbreitet.

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Glosse

Mensch, gönn dir was!

Von Melanie Mühl

In Zeiten sparerfeindlicher Zinspolitik müssen alternative Anlagestrategien her. Gierig zu sein, wenn andere ängstlich sind, das empfiehlt der Investor Warren Buffett. Was, wenn man ihn beim Wort nähme? Mehr 8 5

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