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Ja : Australisches Journal

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Eine zweite Lebensaura für Peter Glatzeder. Warum nicht?

          Das war am 23. Mai 1973 in Ost-Berlin, Max Frisch hatte seinen ostdeutschen Lektor eindringlich beschworen, statt eines wachsweichen Kompromissnachworts am Ende der DDR-Ausgabe des zweiten Tagebuchs doch lieber eine ehrliche, politische Abrechnung mit ihm, Frisch und dem Buch zu schreiben: „Das Nachwort als blanke Kontroverse. Ohne Konvergenz.“ Nichts hasste er so wie Verstellung, Verhüllung, Verdruckstheit, Lüge.

          Dann ging er zusammen mit Marianne ins Kino. Sie sahen: „Die Legende von Paul und Paula“ mit Winfried Glatzeder. Frischs Urteil: „Der Film ist lausig; traurig als Symptom einer Frustration, deren Wunschtraum noch Mief produziert.“ Es ist der Lieblingsfilm der deutschen Bundeskanzlerin, und als er ihr vor einem halben Jahr in einem Berliner Kino noch einmal vorgeführt wurde, saß Winfried Glatzeder nicht weit von ihr im Publikum, sah sich selbst mager, unbeholfen, schön und jung wie in einem Zauberspiegel auf der Leinwand.

          Als Angela Merkel erzählt hatte, wie sie für jenen jungen Mann geschwärmt hatte und er jetzt, grauhaarig, immer noch mager, aufstand, winkte und Tränen in den Augen hatte, da war so eine schöne, traurige Aura um ihn, den wir eben noch jung und aufbruchsfroh im Licht der Fiktion gesehen hatten.

          Reiskörner auf Larissa spuken

          Jetzt, im Dschungel, ist er „der Glatzenpeter“, er spuckt Reiskörner auf Larissa, die ohnehin am Boden liegt, RTL wiederholt die Spuckattacke tausendfach und in Zeitlupe. Später versucht er die zuvor Bespuckte, nach der gemeinsamen Prüfung in der Kakerlakensanduhr, immer wieder unbeholfen zu küssen. Wir sehen das Nachwort seines Lebens. Eine einmal zerstörte Aura bleibt für immer zerstört. Gibt es eine zweite? Für Glatzenpeter?

          Quelle: F.A.S.

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