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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nachhaltigkeit Wir müssen aufhören, auf Kosten anderer zu leben

 ·  Der oberste deutsche Pirat hat an dieser Stelle behauptet, Nachhaltigkeit bedeute Verzicht - das ist so falsch, dass es weh tut. Worauf es wirklich ankommt, ist Umdenken. Eine Antwort auf Sebastian Nerz.

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Hartmut Müller

Bitte konkreter

Sehr geehrter Herr Rupp und werte Leserbriefverfasser. Vorallem möchte ich jene bitte die sich speziell zum Thema Substitution repektive "Gürtel enger schnallen" zu wort melden, doch bitte sehr mal ganz konkret sich äußern, in welchen Fällen, Situationen etc. wir - wenn wir nachhaltig leben - den Gürtel enger schnallen müssen. Bitte, ich bitte darum. Und schon entpuppt sich auch dies als hohle Floskel. Oder meinen Sie, dass wir uns beim Konsum der ressourcenverschwendenden Dingen die die Welt nicht braucht einschränken müssen. Die sich durch eine unheilvolle Verschwendung und Vergeutung von Rohstoffen mehr und mehr abzeichnende Verteuerung von Produkten und Dienstleistungen etc. zwingt uns, ohne uns zu fragen zu Mehrausgaben und Verzicht. Der Verzicht im Kontext einernachhaltigen Entwicklung, meint Verzicht auf sinnloses zu betonieren, gedankenloses Verbrennen und rücksichtslosen Vergeuden. Weniger ist mehr - ist doch sone alte Weisheit.

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Bastian Haas

Kein Verlust?

"Ist es ein Verzicht, keine Autos mit zwanzig Litern Spritverbrauch zu haben?"

Eindeutig: ja. Nur wer sowieso schon sein ganzes Leben Fahrrad gefahren ist, kann das vielleicht nicht nachvollziehen, welchen Reiz große (und leider spritfressende) Motoren haben...

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Burkhardt Brinkmann

Substitution in Grün: Biomasse statt Gehirnmasse?

"Regenerative Energieerzeugung bedeutet größtmögliche lokale Autonomie; die Wertschöpfung bleibt dort, wo Energie erzeugt und benötigt wird. Der Landschaftsverbrauch sinkt." Ach ja? Lokal verspargeln statt global Überlandstromleitungen senkt Landschaftsverbrauch? Grüne Geister ...

"..... ist es ein Verzicht, industrielle Agrartechniken zu verabschieden, ..... und stattdessen eine [kostenträchtigere!] Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet, zu ermöglichen? Brauchen wir ... Erdbeeren aus Südafrika und ... Birnen aus Argentinien? Ist es ein Verzicht, keine Autos mit zwanzig Litern Spritverbrauch zu haben? Ist es Verzicht, keine fossilen Energieträger ... mehr zu nutzen, sondern stattdessen [teurer!] mit Erdwärme, Biomasse und Sonnen- und Windenergie ... natur- und menschenzerstörende Fördermethoden einzustellen?"

Wundervoll: wir haben gewohnte Dinge nicht mehr, haben aber mitnichten "verzichtet"! Orwell in grün! Biomasse statt Gehirnmasse?!

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Norbert Dr. Leineweber

Verzicht ist so falsch, dass es weh tut? Es gibt Realitäten die tun Herrn Rupp so richtig weh!

Nach meinem Beitrag wird Rupp chronischer Schmerzpatient sein, zumal man sich das Brot für morgen mit Ach und Krach beschaffen muss. Nun, was Rupp dann darüber hinaus übrig hat kann er bei mir abgeben. Herr Nerz hat ja betont, dass es eine implizite Staatsschuld von 5 Billionen gibt. Zusammen mit den 2 Billionen der expliziten Staatschuld wurde mit einem Betrag von 7 Billionen das intergeneration-equity-prinziple verletzt. Das ist gelebte reziproke Nachhaltigkeit in Reinkultur, wo Rupp doch meint, dass die Verhältnisse zwischen den Menschen einigermaßen ausgeglichen sein müssen. Wenn Rupp meint ein Verzicht sei falsch , dass es weh tut, kann er sich seinen Container mit Schmerzmitteln kommen lassen. Natürlich war es Ideologie von Rot-Grün zu Lasten der nächsten Geneationen die 7 Billionen nachhaltig zu verprassen. Und weil das auffallen könnte, tendiert der Beitrag in Richtung Nutella und Handyrecycling. Mehr ist auch zum Rest des Weltschmerzes (peak-oil, Erdbeeren) nicht zu sagen.

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Wolfgang Richter

Die Nachhaltigkeitslüge ist Realität

Hier wird versucht, mit sophistischem Newspeak eine einfache ökonomische Realität wegzulügen: Nachhaltigkeit heißt (zunächst) Verzicht, und zwar massiv.
Es gibt Fälle, wo dies sinnvoll sein kann: Grundwasser, Ackerboden, Forstwirtschaft,...
Mit der Klimapropaganda wird aber eine unbegrenzte Verzichtorgie vorbereitet, die mit bürokratischem und zunehmend diktatorischem Zwang einhergeht. Öko/Klima hat als Herrschaftsideologie den Marxismus abgelöst. Seine Jünger sehen sich als Avantgarde, die der unwissenden und uneinsichtigen Mehrheit das Heil und die Wahrheit aufzwingen muß.
Da lobe ich mir die Piraten, die mit Rauchen, Bier und Wein fröhlich-rauschende Parties feiern, statt säuerlich ökologisch und politisch korrekten Verzicht zu praktizieren.
Vielleicht wollen die Piraten sogar Arbeitsplätze und geräumige Wohnungen statt der Enge einer Öko-WG.

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Reinhard Bauer
Reinhard Bauer (HardyB) - 24.03.2012 15:33 Uhr

Selbst wenn man nicht mit allem einverstanden ist...

... schlägt das intellektuelle Niveau dieses Beitrags Herrn Nerz und Herrn Soeder um Längen. Sowohl das Verständnis des Konzepts Nachhaltigkeit, als auch die dadurch konkret aufgeworfenen Sachfragen versteht der Autor hundertmal besser. Auf ihrem eigenen Terrain macht man den Grünen eben doch nicht so leicht etwas vor. Wer nachhaltige Entwicklung für richtig und wichtig hält, sollte weiterhin das Original wählen, wie diese Diskussion wieder einmal beweist.

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M Pape
M Pape (Hermes4000) - 24.03.2012 15:17 Uhr

Effizienz und Substitution sind die Stichwörter...

...auf die Herr Rupp seine Analyse hätte bringen können.

Wenn die Verschwendung von Ressourcen beendet wird, also die Effizienz gesteigert wird, dann muss deswegen niemand auf etwas verzichten. Für Effizienz sorgt aber bereits der Markt - Verschwendung kostet nämlich Geld. Gegen die Marktgesetze steigerbar ist die Verschwendung vor allem durch Gesetze, die sie begünstigen. Als monumentale Ineffizienzquelle ist z.B. das EEG zu nennen, das die Produktion von Strom belohnt, den keiner nachfragt und der folglich 'weggeworfen' werden muss.

Ferner spricht Herr Rupp von Substitution. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier; darum wird er irgendwann damit leben können, wenn man ihn vom Individualverkehr in öffentliche Verkehrsmittel zwingt, seinen Strom aufkommensabhängig rationiert oder ihm anderweitig Wohlstand wegnimmt. Dass das aber - zumindest bei der Erstimplementation - kein Verzicht sein soll, ist ein Irrtum. Wie gut man langfristig damit leben kann, ist eine andere Frage.

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Heike Schneider

Auf Kosten anderer

Bedeutet für mich alles was mit Subventionen zu tun hat.
Meine Eltern haben mich nie in diesem Sinne erzogen, dafür sind sie dann auch in der DDR verhalbstaatlicht worden, als man eingeführt hat, das es ab bei Geburt eines Kindes eine Wohnung gibt, bei immer mehr Kindern Kindergeld, Krediterlaß, Kopfgeld für Kinder.
In der DDR gab es weder Arbeitslosengeld noch Arbeitlosenhilfe. Nun gibt es ja fast nichts mehr, was der Staat nicht bezahlt, das ganze Privatleben wird vom Staat mitbezahlt, so dass der Staat Familien fördert ohne dass Familie dafür bezahlt. Jedes Unternehmen dass gesponsert wird lebt auf Kosten anderer.
Menschen die dafür bezahlt werden, dass sie Landwirtschaftsflächen nicht bewirtschaften leben auf Kosten anderer.
Vermieter, die von Transferleistungsempfängern leben, wissend dass das Geld vom Staat kommt, leben auf Kosten anderer.
Diejenigen, die berufstätig waren, aus gesetzlichen Kassen wenig Geld oder genausoviel bekommen, wie nie Einzahlende sind die Dummen!

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jean lucng
jean lucng (jeanlucng) - 24.03.2012 15:07 Uhr

Nachhaltige Landwirtschaft

Koennen prognostizierte 9 Milliarden Menschen auf diesem Planeten mit "oekologischen Landwirtschaftsmethoden" also "organischem Anbau" und "biologischen Pestiziden" ernaehrt werden? Koennne Kulturpflanzen gegen zukuenftige extreme Wetterschwankungen, Trockenheit oder uebermaessige Feuchtigkeit, bedingt durch den Klimawandel ohne Zuhilfenahme von gentechnischen Methoden ohne groessere Ernteausfalle angebaut werden? Die Antwort auf diese Fragen liegt sicherlich nicht in einer einfachen romantischen Ideologie. Je weniger Fakten beruecksichtigt werden, umso einfacher fallen die Loesungsvorschlaege aus.

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Christoph Rohde

Ökodiktat für die Anderen

Es ist klar, dass der Grüne nichts von Verzicht wissen will. Schließlich kann er sich - im Gegensatz zur Mehrheitsgesellschaft - Biobrot und Erste Welt-Ware leisten. Mit diesen Anmaßungen werden die Grünen nichts verändern.

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Kai Schraube

Graue, grüne, gelbe Mülltonnen

Mülltrennung, staatlich subventionierte Windräder, Flaschenpfand und ein bißchen Kapitalismuskritik - das im Jahr 2012 als Kernpunkte des "neuen Gesellschaftsvertrages" von den Grünen zu hören, zeigt, daß diese Partei längst reif für die Gelbe Tonne ist.
.
Im Vergleich dazu ist die "Piratenanalyse" geradezu erfrischend fundiert. Hoffentlich merkt Sebastian Nerz bald, daß er für den falschen Wahlverein tätig ist...!

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michael fuchs
michael fuchs (nyobion) - 24.03.2012 14:32 Uhr

deshalb spielt es

auch keine rolle, ob man schwarz, gelb, rot(spd) oder grün wählt.
ich zitiere sie: "Das setzt einen individuellen Beitrag eines jeden voraus, je nach individueller Leistungsfähigkeit."

sie haben die entrechtung der arbeitslosen / hartz4 empfänger eloquent ausgedrückt.
sozialverständnis erwächst aus meiner sicht nicht, den leuten denen man hilft, grundrechte einzuschränken oder maßnahmen / jobs aufzuzwingen (schlecht bezahlung usw. leiharbeit), nur damit sie in keiner statistik erscheinen bzw. sie noch auf ergänzung angewiesen sind.

die mithilfe der grünen arbeitgeber aus der staatskasse zu subventionieren, damit man den menschen nicht helfen muß, finde ich mehr als zukunftsorientiert.

wenn man auf der behörde schon wie ein schwerverbrecher behandelt wird, sich jede demütigung bieten lassen muß, damit man keine leistungen gekürzt bekommt, ein jobangebot annehmen muss, das als "zumutbar" bemessen wird, dann kann man sich von der sozialpolitik der grünen nur angewiedert abwenden.

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