24.03.2012 · Der oberste deutsche Pirat hat an dieser Stelle behauptet, Nachhaltigkeit bedeute Verzicht - das ist so falsch, dass es weh tut. Worauf es wirklich ankommt, ist Umdenken. Eine Antwort auf Sebastian Nerz.
Von Jörg RuppRichtlinien für Lesermeinungen
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Sehr geehrter Herr Rupp und werte Leserbriefverfasser. Vorallem möchte ich jene bitte die sich speziell zum Thema Substitution repektive "Gürtel enger schnallen" zu wort melden, doch bitte sehr mal ganz konkret sich äußern, in welchen Fällen, Situationen etc. wir - wenn wir nachhaltig leben - den Gürtel enger schnallen müssen. Bitte, ich bitte darum. Und schon entpuppt sich auch dies als hohle Floskel. Oder meinen Sie, dass wir uns beim Konsum der ressourcenverschwendenden Dingen die die Welt nicht braucht einschränken müssen. Die sich durch eine unheilvolle Verschwendung und Vergeutung von Rohstoffen mehr und mehr abzeichnende Verteuerung von Produkten und Dienstleistungen etc. zwingt uns, ohne uns zu fragen zu Mehrausgaben und Verzicht. Der Verzicht im Kontext einernachhaltigen Entwicklung, meint Verzicht auf sinnloses zu betonieren, gedankenloses Verbrennen und rücksichtslosen Vergeuden. Weniger ist mehr - ist doch sone alte Weisheit.
"Ist es ein Verzicht, keine Autos mit zwanzig Litern Spritverbrauch
zu haben?"
Eindeutig: ja. Nur wer sowieso schon sein ganzes Leben Fahrrad gefahren
ist, kann das vielleicht nicht nachvollziehen, welchen Reiz große
(und leider spritfressende) Motoren haben...
Substitution in Grün: Biomasse statt Gehirnmasse?
"Regenerative Energieerzeugung bedeutet
größtmögliche lokale Autonomie; die Wertschöpfung
bleibt dort, wo Energie erzeugt und benötigt wird. Der
Landschaftsverbrauch sinkt." Ach ja? Lokal verspargeln statt global
Überlandstromleitungen senkt Landschaftsverbrauch? Grüne
Geister ...
"..... ist es ein Verzicht, industrielle Agrartechniken zu
verabschieden, ..... und stattdessen eine [kostenträchtigere!]
Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet, zu ermöglichen?
Brauchen wir ... Erdbeeren aus Südafrika und ... Birnen aus
Argentinien? Ist es ein Verzicht, keine Autos mit zwanzig Litern
Spritverbrauch zu haben? Ist es Verzicht, keine fossilen
Energieträger ... mehr zu nutzen, sondern stattdessen [teurer!] mit
Erdwärme, Biomasse und Sonnen- und Windenergie ... natur- und
menschenzerstörende Fördermethoden einzustellen?"
Wundervoll: wir haben gewohnte Dinge nicht mehr, haben aber mitnichten
"verzichtet"! Orwell in grün! Biomasse statt Gehirnmasse?!
Verzicht ist so falsch, dass es weh tut? Es gibt Realitäten die tun Herrn Rupp so richtig weh!
Nach meinem Beitrag wird Rupp chronischer Schmerzpatient sein, zumal man sich das Brot für morgen mit Ach und Krach beschaffen muss. Nun, was Rupp dann darüber hinaus übrig hat kann er bei mir abgeben. Herr Nerz hat ja betont, dass es eine implizite Staatsschuld von 5 Billionen gibt. Zusammen mit den 2 Billionen der expliziten Staatschuld wurde mit einem Betrag von 7 Billionen das intergeneration-equity-prinziple verletzt. Das ist gelebte reziproke Nachhaltigkeit in Reinkultur, wo Rupp doch meint, dass die Verhältnisse zwischen den Menschen einigermaßen ausgeglichen sein müssen. Wenn Rupp meint ein Verzicht sei falsch , dass es weh tut, kann er sich seinen Container mit Schmerzmitteln kommen lassen. Natürlich war es Ideologie von Rot-Grün zu Lasten der nächsten Geneationen die 7 Billionen nachhaltig zu verprassen. Und weil das auffallen könnte, tendiert der Beitrag in Richtung Nutella und Handyrecycling. Mehr ist auch zum Rest des Weltschmerzes (peak-oil, Erdbeeren) nicht zu sagen.
Die Nachhaltigkeitslüge ist Realität
Hier wird versucht, mit sophistischem Newspeak eine einfache
ökonomische Realität wegzulügen: Nachhaltigkeit
heißt (zunächst) Verzicht, und zwar massiv.
Es gibt Fälle, wo dies sinnvoll sein kann: Grundwasser, Ackerboden,
Forstwirtschaft,...
Mit der Klimapropaganda wird aber eine unbegrenzte Verzichtorgie
vorbereitet, die mit bürokratischem und zunehmend diktatorischem
Zwang einhergeht. Öko/Klima hat als Herrschaftsideologie den
Marxismus abgelöst. Seine Jünger sehen sich als Avantgarde,
die der unwissenden und uneinsichtigen Mehrheit das Heil und die
Wahrheit aufzwingen muß.
Da lobe ich mir die Piraten, die mit Rauchen, Bier und Wein
fröhlich-rauschende Parties feiern, statt säuerlich
ökologisch und politisch korrekten Verzicht zu praktizieren.
Vielleicht wollen die Piraten sogar Arbeitsplätze und
geräumige Wohnungen statt der Enge einer Öko-WG.
Selbst wenn man nicht mit allem einverstanden ist...
... schlägt das intellektuelle Niveau dieses Beitrags Herrn Nerz und Herrn Soeder um Längen. Sowohl das Verständnis des Konzepts Nachhaltigkeit, als auch die dadurch konkret aufgeworfenen Sachfragen versteht der Autor hundertmal besser. Auf ihrem eigenen Terrain macht man den Grünen eben doch nicht so leicht etwas vor. Wer nachhaltige Entwicklung für richtig und wichtig hält, sollte weiterhin das Original wählen, wie diese Diskussion wieder einmal beweist.
Effizienz und Substitution sind die Stichwörter...
...auf die Herr Rupp seine Analyse hätte bringen können.
Wenn die Verschwendung von Ressourcen beendet wird, also die Effizienz
gesteigert wird, dann muss deswegen niemand auf etwas verzichten.
Für Effizienz sorgt aber bereits der Markt - Verschwendung kostet
nämlich Geld. Gegen die Marktgesetze steigerbar ist die
Verschwendung vor allem durch Gesetze, die sie begünstigen. Als
monumentale Ineffizienzquelle ist z.B. das EEG zu nennen, das die
Produktion von Strom belohnt, den keiner nachfragt und der folglich
'weggeworfen' werden muss.
Ferner spricht Herr Rupp von Substitution. Der Mensch ist ein
Gewohnheitstier; darum wird er irgendwann damit leben können, wenn
man ihn vom Individualverkehr in öffentliche Verkehrsmittel zwingt,
seinen Strom aufkommensabhängig rationiert oder ihm anderweitig
Wohlstand wegnimmt. Dass das aber - zumindest bei der Erstimplementation
- kein Verzicht sein soll, ist ein Irrtum. Wie gut man langfristig damit
leben kann, ist eine andere Frage.
Bedeutet für mich alles was mit Subventionen zu tun hat.
Meine Eltern haben mich nie in diesem Sinne erzogen, dafür sind sie
dann auch in der DDR verhalbstaatlicht worden, als man eingeführt
hat, das es ab bei Geburt eines Kindes eine Wohnung gibt, bei immer mehr
Kindern Kindergeld, Krediterlaß, Kopfgeld für Kinder.
In der DDR gab es weder Arbeitslosengeld noch Arbeitlosenhilfe. Nun gibt
es ja fast nichts mehr, was der Staat nicht bezahlt, das ganze
Privatleben wird vom Staat mitbezahlt, so dass der Staat Familien
fördert ohne dass Familie dafür bezahlt. Jedes Unternehmen
dass gesponsert wird lebt auf Kosten anderer.
Menschen die dafür bezahlt werden, dass sie
Landwirtschaftsflächen nicht bewirtschaften leben auf Kosten anderer.
Vermieter, die von Transferleistungsempfängern leben, wissend dass
das Geld vom Staat kommt, leben auf Kosten anderer.
Diejenigen, die berufstätig waren, aus gesetzlichen Kassen wenig
Geld oder genausoviel bekommen, wie nie Einzahlende sind die Dummen!
Koennen prognostizierte 9 Milliarden Menschen auf diesem Planeten mit "oekologischen Landwirtschaftsmethoden" also "organischem Anbau" und "biologischen Pestiziden" ernaehrt werden? Koennne Kulturpflanzen gegen zukuenftige extreme Wetterschwankungen, Trockenheit oder uebermaessige Feuchtigkeit, bedingt durch den Klimawandel ohne Zuhilfenahme von gentechnischen Methoden ohne groessere Ernteausfalle angebaut werden? Die Antwort auf diese Fragen liegt sicherlich nicht in einer einfachen romantischen Ideologie. Je weniger Fakten beruecksichtigt werden, umso einfacher fallen die Loesungsvorschlaege aus.
Es ist klar, dass der Grüne nichts von Verzicht wissen will. Schließlich kann er sich - im Gegensatz zur Mehrheitsgesellschaft - Biobrot und Erste Welt-Ware leisten. Mit diesen Anmaßungen werden die Grünen nichts verändern.
Graue, grüne, gelbe Mülltonnen
Mülltrennung, staatlich subventionierte Windräder,
Flaschenpfand und ein bißchen Kapitalismuskritik - das im Jahr
2012 als Kernpunkte des "neuen Gesellschaftsvertrages" von den
Grünen zu hören, zeigt, daß diese Partei längst
reif für die Gelbe Tonne ist.
.
Im Vergleich dazu ist die "Piratenanalyse" geradezu
erfrischend fundiert. Hoffentlich merkt Sebastian Nerz bald, daß
er für den falschen Wahlverein tätig ist...!
auch keine rolle, ob man schwarz, gelb, rot(spd) oder grün wählt.
ich zitiere sie: "Das setzt einen individuellen Beitrag eines jeden
voraus, je nach individueller Leistungsfähigkeit."
sie haben die entrechtung der arbeitslosen / hartz4 empfänger
eloquent ausgedrückt.
sozialverständnis erwächst aus meiner sicht nicht, den leuten
denen man hilft, grundrechte einzuschränken oder maßnahmen /
jobs aufzuzwingen (schlecht bezahlung usw. leiharbeit), nur damit sie in
keiner statistik erscheinen bzw. sie noch auf ergänzung angewiesen
sind.
die mithilfe der grünen arbeitgeber aus der staatskasse zu
subventionieren, damit man den menschen nicht helfen muß, finde
ich mehr als zukunftsorientiert.
wenn man auf der behörde schon wie ein schwerverbrecher behandelt
wird, sich jede demütigung bieten lassen muß, damit man keine
leistungen gekürzt bekommt, ein jobangebot annehmen muss, das als
"zumutbar" bemessen wird, dann kann man sich von der
sozialpolitik der grünen nur angewiedert abwenden.