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Manfred Spitzers „Digitale Demenz“ Mein Kopf gehört mir

 ·  Angeblich können uns die Hirnforscher beim Denken zuschauen. Angeblich wissen sie, was uns dumm und gewalttätig macht. Stimmt leider nicht, wie man an dem Bestseller von Manfred Spitzer sehen kann. Eine Zurückweisung.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (47)

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Michael Knauf

Traurig

Alle Innovationen und Trends haben Ihre Schattenseiten. Manche werden erst Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, später - vielleicht dann auch zu spät - thematisiert. Das Buch "Digitale Demenz" versucht mögliche Schattenseiten herauszuarbeiten. Der Umgang mit Social Media, dem Internet und Computerspielen polarisiert, ein unversöhnliches Gegenüber hilft aber keinem. Das Verteufeln von Holzprodukten noch das Dämonisieren der Social Media hilft einen notwendigen gesellschaftlichen Dialog zu starten. Am Ende werden die erfolgreich sein, die beides mit Selbstverständlichkeit leben können, quasi "The Best of two Worlds". Über das Buch "Digitale Demenz" heute zu "richten" ist selbstverständlich legitim und Herr Spitzer muss sich jeder Kritik stellen. Aber der Stil, in dem dies bei Herrn Staun geschieht, ist nicht angemessen. Es wird wohl noch Jahre dauern, bis wir die Schattenseiten der Internetwelt durchschauen. Dies aber zu negieren wäre ein fataler Fehler.

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Stephan Scheler

Lolst du noch oder roflst du schon?

Dem Thema der angeblichen Verdummung unserer Jugend durch das Internet kann man sich auch anders nähern: Wir haben es bei unserem soeben erschienenen Buch „Lolst du noch oder roflst du schon?“ auf humorvolle Weise gemacht und die skurrilsten Kommentare zusammengetragen, die bei beliebten Videoclips auf YouTube hinterlassen wurden. Wer wissen möchte, was jüngere Generationen heute begeistert und bewegt, wie sie denken, miteinander umgehen, sich ausdrücken und schreiben, der wird bei uns bestens bedient…

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Guido Gaudlitz

Ein ganz hervorragender Kommentar.

Die Argumentation Spitzers ist so platt wie populistisch. Wer dem " Bildschirm", der doch einfach nur ein Medium für Information ist, Schuld an gedanklicher Verwahrlosung gibt, der müsste dem angeblichen Kulturgut "Buch" die Schuld am Holocaust, an Faschismus und Fanatismus geben. War Hitlers "Mein Kampf" nicht auch ein Buch? und die Scharia? nicht auch auf gedrucktem Papier? Wieviel verfaultes Gedankengut wurde nicht schon in Bücher gepackt. Anstatt an einem kritischen und geschulten Umgang mit den heute zum Glück verbreiteten neuen Medien zu arbeiten, anstatt Kinder zu sinnvoller und zielgerichteter Nutzungg zu erziehen, sehen wir hier die Rückkehr intelektueller Ayatollahs und Weltuntergangspropheten.Das Gehirn ist ein Organ ist ein Organ; es verrät uns so viel über unseren Geist wie unsere Leber oder unsere Fingernägel.Denn den Zugang zum menschlichen Geist findet man sicher nicht über EEGs. Leute wie Spitzer sind ein kerndeutsches Phänomen,bieder, kulturpessimistisch,retrospektiv.

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Martin Theus
Martin Theus (theusm) - 11.09.2012 22:20 Uhr

Natürlich haben Trinker kein Alkoholproblem ...

Was wollen wir denn von Herrn Stauns Beitrag erwarten? Würde es diese schöne digitale Welt nicht geben, müsste er womöglich einer "richtigen" Arbeit nachgehen. Aber jetzt will ich nicht genau so polemisch werden wie Herr Staun selber ... Was aber doch klar ist, ist das Faktum, das diese Diskussion in den Medien, die sie kritisiert nicht "neutral" sein kann. Natürlich sind wir in einer digitalen Welt angekommen, aber glücklicher und potenter macht uns diese Welt per se erst einmal nicht.
Jeder, der selber Kinder ernsthaft erziehen will, kann sich den Herausforderungen der kurzweiligen Medien nicht verschließen. Um zum Bild des Alkohols und der Alkoholiker zurückzukehren; natürlich macht die Existenz von Alkohol uns nicht alle zu Trinkern, aber gab es jemals die Situation, wo wir immer und überall "zur Flasche greifen" konnten? Das ist eine neue Dimension, vor der wir zumindest unsere Kinder erst einmal schützen sollten.

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Thomas Eilenstein

Schwarze Pädagogik

Spitzer ist die Gertrud Höhler der schwarzen digitalen Pädagogik. In paternalistische Expertisen-Placebos einkokoniert, wird besseres Wissen simuliert, um den Herrschaftsanspruch Kindern gegenüber, durch mediale Verknappungs-Erziehung, wieder zu etablieren. Dieses Neuro-Zelotentum hat mit objektiver Wissenschaftlichkeit nichts zu tun, sondern ist dem religiösen Ablass-Eifer des Autoren geschuldet. Eltern, die ihren Nachwuchs mit einem solchen Spekulations-Traktat schikanieren, wünsche ich die Rache der stürmischen Pubertät. Sie haben sie sich redlich verdient.

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Randy Welt
Randy Welt (bubbelmx) - 10.09.2012 21:46 Uhr

Innovation is missing 2/2

Konkret ausgedrückt empfehle Manni endlich die Möglichkeiten des Internets zu erkennen und all sein Wissen Online zustellen. Zusätzlich fehlt mir eine Kommentarfunktion bei seinen Wissenschaftssendungen. Feedback-Learning, Manni!! Das wird die Innovation unserer Gesellschaft nocheinmal sowas von erhöhen und am Ende wird sich Qualität auch beim Internet sowieso durchsetzen.

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Randy Welt
Randy Welt (bubbelmx) - 10.09.2012 21:41 Uhr

Innovation is missing 1/2

Ich bin fan von Manni Spitzers Sendungen auf Bay. alpha. Der Mann erklärt jedem Nichtexperten wie das Gehirn aufgebaut ist und insbesondere dass Burnout und Depression das Gleiche ist. Mega Cool und wahrscheinlich hat er auch schon so manchen geholfen.

Beim Thema Internet/Fernsehen tut er sich aber sehr schwer und erscheint mir extrem konservativ. Als Generation Babyboomer scheint noch nicht begriffen zu haben, dass alles Wissen und Informationen im Internet verbreitet werden können. Das ist extrem gut und ermöglicht es selbst dem dümmsten Hartz4`ler Einstein's Theorien nachzuvollziehn. Ein toller Schritt für die Bildungsdemokratie. Auch beim Fernsehn vergisst er, dass SciFi Filme Forscher entscheident geprägt haben, die Zukunft zu gestalten und Smartphones überhaupt zu erfinden. Das Stichwort heisst Innovation. Mit diesem Begriff muss Manni sich eindeutig mehr auseinandersetzen. Vielleicht helfen die Ansichten von seinem Harvard Kumpel Michio Kaku?!?

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Ingo Hackel
Ingo Hackel (Spardorf) - 10.09.2012 18:27 Uhr

Was weiß die Gehirnforschung

Bisher kann die Gehirnforschung im Versuch über die Vorgänge im Gehirn nur vermutungen anstellellen. Man kann beobachten, welche Regionen in jedem Moment in Aktion sind. Außerdem weiß man welche Gehirnregionen vermutlich welche Funktion haben. Welche Informationen ausgetauscht werden, ist bisher nicht messbar. Naturwissenschaft arbeitet, solange keine nachvollziehbare Beweise vorlieghern mit Modellen. Versuche sind beinahe krimonologisch. Der Mensch viele Anlagen. Ob sie genutzt werden, hängt sehr von den Bezugspersonen im Kindesalter ab. Neu: Humor entsteht auch durch Nachahmung geliebter Bezugspersonen. Leider kümmern sich die Krippenpromotoren nicht um belegte Erkenntnisse der Gehirnfordchung. Sonst wären sie weniger Überzeugungstäter!

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Axel Balsero
Axel Balsero (Balsero) - 10.09.2012 17:02 Uhr

Auf Spitzer wird verunglimpfend mit Querulantentum-Unterstellungen genaus so herumgehackt wie

auf den Kritikern der antiautoritären Erziehungsmethode der 68er.

Denen man vorwarf, kurzfristig über keine brauchbaren Studien zu verfügen.

Deren Spätfolgen wir heute an den Kinder-Enkel-Produkten über uns ergehen
lassen müssen - in erlebender Langzeit-Studie by deren Doing.

In dem die Antiautoritär-Erziehungs-Spezies wie Haun unflätig, gehässig, unbeherrscht
über wissenschaftliche Professor-Dr-Dr-Autoritäten herfällt, als wollten sie dessen
Querdenk-Kopf mit einem Pflasterstein platt machen.

Das bezüglich Internet-Missbrauch antiautoritäre Erziehungs-Versagen mit der
Folge der "Internet-Kompetenz" bezüglich der Unterwerfung unter die den Zeitgeist beherrschen sollende/wollende Internet-"Autorität schlägt erst richtig langfristig im
Zuge des Verdummungs-Koeffizienten zu Buche.

Bis es die blindgängerischen InternetExperten genau so merken.

Wie die blinden gerade trotz Internet verdummten WirtschaftsExperten
die Krise erst viel zu spät bemerkten.

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Frank Sperling

Sie hängen so viele ..

Schlagwörter aneinander, Herr Staun, das Sie fast an Herrn Spitzer herankommen. Herr Spitzer allerdings überzeugt mich darin, dass die galoppierende gerätemediale Versklavung unserer Jugend folgenschwere Jugendsünden und üble Alterserscheinungen erwarten läßt. Ihre Intention - außer der Anprangerung von Spitzers vermeintlicher Wissenschaftlichkeit - dagegen bleibt offen. Was also wollen Sie ? Eine Lanze für die eindimensionale 1-Finger-Generation brechen, der Sie vom Alter selber fast noch angehören ? Oder fühlen Sie sich schon alt/erfahren genug, die (Spät-) Folgen von Muße-losen Menschen im Dauerstandby einschätzen zu können ?

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Hans-Jürgen  Steffens

Wenn Geisteswissenschaftler auf Naturwissenschaftler schießen...

Das Internet hat ein Suchtpotenzial, so wie Alkohol auch.
Die meisten können damit umgehen, aber eben nicht alle. Und so wenig der Alkohol zum Untergang des Abendlandes führte, so wenig wird es das Internet tun.

Ich danke aber, dass Spitzer dies auch gar nicht suggeriert. Es lauern Gefahren und man kann sich sinnvoll verhalten - oder auch nicht.

Und darauf hinzuweisen, wie man sich sinnvoll verhalten kann, (oder wie man sich besser nicht verhält) rechtfertigt doch nicht, gleich die "Minuteman"-Raketen auf Spitzer abzufeuern.

Schießen Sie also nicht auf die Neurologen, Herr Staun - sie tun ihr Bestes.

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malte maltensen

kurios

ist, daß die Hirnforscher anscheinend über ein andres Hirn verfügen als das, das sie analysieren. Während bei den anderen das Hirn denkt, denken sie immer noch völlig selbstbewusst. Ihre "Forschungsergebnisse" also Denkinhalte sind über ihre Untersuchungen zustande gekommen. Einfach so, wie man sich das immer vorgestellt hat. Bei ihnen schalten sich nicht einfach irgendwelche Synapsen zusammen und ergeben damit ihr Denken oder irgendwelche biologische Anomalien führen zu den Gedanken eines Hirnforschers, sondern bei ihnen liefern ihre Untersuchungen die Denkinhalte. Merkwürdig, merkwürdig.

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Daniel Steinmann
Daniel Steinmann (dnst) - 10.09.2012 16:12 Uhr

Schade...

Kaum zu glauben, dass ein Mediziner und Psychologe in einem (auch noch Prof. Dr. Dr.) dem Irrglauben aufgesessen ist, unser Gedächtnis sei per se gut. Davon muss Spitzer nämlich ausgehen, wenn er das Medium zur Wissenserzeugung kritisiert, nicht das Gedächtnis an sich, also sinngemäß: Durch Bücher lerne man besser und durchs Netz schlechter. Auch vergisst er, dass der von ihm angeprangerte Fortschritt ihm sein fMRT gebracht hat, was er nun instrumentalisiert um seine Meinung kundzutun.

Abgesehen davon wird mit fMRT Studien viel Schabernack getrieben, wenn es beispielsweise als Mittel zum Zweck und nicht für die Überprüfung theoriegeleiteter Hypothesen verwendet wird.
Noch schlimmer ist eigentlich, dass diese gedankliche Brandstiftung, die sich Buch schimpft, jetzt von noch mehr Menschen gelesen wird.

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Martin Conrad
Martin Conrad (turnops) - 10.09.2012 15:53 Uhr

Der Cagliostro der Neurowissenschaften

Ich kann allen, die Spitzer verteidigen, nur empfehlen, sich seine Quellen im Original durchzulesen. Was Spitzer aus diesen Quellen macht, ist schlicht 'Lügen mit Statistiken'.

Die Fallzahlen dieser Studien sind stets zu klein, um repräsentativ zu sein, die Mathematik ist fragwürdig und es gibt methodische Mängel zuhauf. Die Studienersteller wissen in der Regel auch, dass sie sich auf dünnem Eis bewegen. Wo aber in den Studien 'könnte', 'möglicherweise', 'vielleicht', 'muss weiter untersucht werden' steht, macht Spitzer daraus undiskutierbare wissenschaftliche Wahrheiten ('das ist alles wissenschaftlich erwiesen' ist sein Lieblingsspruch). Er ist sich sogar nicht zu schade, in seinen Grafiken die y-Achse abzuschneiden, um den von ihm behaupteten Effekt möglichst spektakulär darzustellen - einer der ältesten Manipulationstricks der Welt.
Dennoch: Nach allem, was das Hirn fasziniert (Sex, Autorennen, Geld...) kann man natürlich süchtig werden - also auch nach Medien.

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Suzanne Bürger
Suzanne Bürger (sooz) - 10.09.2012 15:23 Uhr

Meine Güte ...

... welch geifernd-emotionale "Zurückweisung". Womit hat der Autor eigentlich ein Problem? "Was er selbst abends macht, nachdem er den ganzen Tag Bilder von gespaltenen Schädeln gesehen hat, möchte man da lieber nicht wissen" und Stauns Schlussfolgerung, "sein Buch muss sehr viele krank gemacht haben", da Google zum Suchwort "digitale Demenz" heute 1.040.000 Einträge zeigt statt 8.000 wie vor Veröffentlichung des Buchs ... hallo? Was für effekthascherische, billig-ironische, Bring-den-Leser-rezeptionsförderlich-zum-Grinsen-Aussagen. Um Spitzers Überlegungen nachzuvollziehen - so ganz konkret, im Alltag und ohne Expertentest - braucht man doch nur die Augen aufzumachen und zum Beispiel die verdrahteten Zombies in der U-Bahn oder die wachsende Unbedarftheit und Abstumpfung von Jugendlichen in der näheren Umgebung zu beobachten. Soweit ich dem Buch entnehme (hab's gelesen) (in Gänze), geht es Spitzer im Übrigen um die Gehirne von Kindern/Jugendlichen, nicht um den Computer an sich.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.09.2012 17:58 Uhr
gisbert heimes

So ist richtig

Es geht nicht um die Digitalisierung als solche. Die ist unvermeidlich. Sondern um (möglicherweise) korrigierbare Fehlsteuerungen und -entwicklungen. Mag sein, daß Spitzer falsche Konsequenzen zieht und übertreibt; seinen Ansatz kann man aber doch nicht leugnen. D a s wäre blinder Fortschrittsglaube.

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gisbert heimes

"Was er selbst abends macht, nachdem er den ganzen Tag die Bilder von gespaltenen Schädeln gesehen..

... hat, möchte man da lieber nicht wissen."

Mit dem Satz disqualifiziert der Autor sich und sein Anliegen und merkt offensichtlich nicht, daß er Spitzer damit bestätigt.

"Was dabei allerdings genau passiert, das fangen die Forscher gerade erst an zu begreifen" - nein, zu erforschen. Da stehen wir ganz am Anfang. Kosmologie, Teilchenphysik, Bewußtseinsforschung und als Metaebene die Philosophie sind die spannenden Disziplinen der Jetztzeit. Politik als Hilfsdisziplin, damit es weitergeht.

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Eike Hiemesch
Eike Hiemesch (Haaa) - 10.09.2012 15:02 Uhr

Spitzers Beitrag ist wichtig!

Unbestreitbar haben sich die Denkmuster junger Menschen verändert. Wissen ist heute nicht mehr an Personen gebunden, sondern in Netzwerken gelagert. Es ist damit situativ abrufbar, anwendbar und geht nach seiner Verarbeitung wieder verloren. Heute kann deshalb nur das gedacht werden, was auch gefunden wird. Dies führt nicht zu einer Meinungspluralität, sondern kanalisiert das Denken. Mag Spitzers Argumentation auch umstritten sein, so ist sie doch als Warnung ernst zu nehmen und dazu geeignet die Aufmerksamkeit auf eine wichtige Debatte zu richten.

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Patrick Metzler

Ich gebe es zu...

Ich habe das Buch nicht gelesen.
Ich gebe aber offen zu, dass mich der Computer extrem ablenkt, ich viel zu viel Zeit davor verbringe, oft viel zu lange wach bleibe, mich oft schlecht konzentrieren kann und durch das Internet auch viele sozialen Kontakte eingebüßt habe. Von daher treffen die Risiken schon auf mich zu, um ehrlich zu sein.
Ich spiele jedoch keine Computerspiele sondern lese den ganzen Tag irgendwelche wissenschaftlichen / politischen Blogs, schaue Interviews usw. als eigentlich Dinge die mir nicht wirklich was für meine Persönlichkeit bringen, trotzdem kann ich mich schwer davon lösen.
Hätte ich keinen Computer würde ich aber auch eher Bücher lesen als in Discos zu gehen, mit Freunden "saufen" zu gehen oder so etwas...

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Werner  Kiby

Gespenstisch!

Ich hatte kuerzlich, das zweifelhafte Vergnuegen, mit einem halben Dutzend Videospielern fuer 3 Monate unter einem Dach zu leben. Fast alle waren auf HartzIV, bemuehten sich nicht im geringsten um Arbeit, sassen bis zu 20 Stunden nonstop an der Konsole, kommunizierten ueber Headset mit andern Spielern in Internetcafes, verliessen ihren Platz nur zum Rauchen oder Pinkeln, Chips und Cola standen auf dem Tisch, interessierten sich nicht fuer Tagesgeschehen und Nachrichten und verweigerten fast jede Kommunikation mit anwesenden Nichtspielern. Gespenstisch! Um zu erkennen, was da ablaeuft, brauche ich nicht die Forschung eines Herrn Spitzers und schon gar nicht die abfaellige Gegenrede des Herrn Staun!

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.09.2012 17:28 Uhr
Armin Geißler
Armin Geißler (navras) - 10.09.2012 17:28 Uhr

was für ne bescheuerte methodik

sorry, aber schon ihr ausgangspost war einfach mal am thema vorbei. schön, sie waren in ner gemeinschaft spielesüchtiger onlinegame-fanatiker. und das beweist jetzt... WAS?!

die aussage, mal ein paar computersüchtige erlebt zu haben, kann wohl kaum als beleg dafür gelten, dass das internet unser hirn verwässert. das ist methodischer blödsinn und bestenfalls bild- oder RTL niveo.

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Manfred Janßen

Seltsam

Ihr Beobachtung ist wohl kaum repräsentativ.
Ich habe dageben jahrelang in einem Counterstrike-Clan gespielt, habe Battlefile gezockt.
Von den Leuten, mit denen ich auf dem LAN-Parties war und auch online gezockt habe, ist keiner auf Hartz IV, niemand sozial verarmt, die meisten habe inzwischen Familie mit Nachwuchs.
Im Übrigens lassen sich für die Behauptungen dieses sogenannten Fachmannes durchaus auch Gegenstudien finden.

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Marcus Baumgärtner

Es geht um Hochstapelei und nicht um "Freaks"

Der Hauptkritikpunkt ist nicht, dass Spitzer gewisse Entwicklungen angreift. Dazu hat er sicher in vielen Fällen das Recht, aber bitte nicht ao!

Die Frage ist nämlich das "wie": er maßt sich eine Wissenschaftlichkeit an, die so nicht existiert um Kraft (vorgetäuschter) wissenschaftlicher Autorität andere Meinungen im Keim zu ersticken.

Der Zweck heiligt die Mittel? Nein, das tut er nicht: Hochstapelei, selbst für einen (vermeintlich) guten Zweck ist letztlich eine Lüge.

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Martin Morgenstern

Schlimm, dass die Masche noch immer so gut funktioniert.

In seinem Buch »Musik im Kopf« schrieb Spitzer allen Ernstes: „Als musikbegeisterter Nicht-Musikwissenschaftler habe ich […] die Ignoranz, die es mir erlaubt, über Musik zu schreiben, ohne in – mir gar nicht bekannten – Detailproblemen zu versinken.“ Diese Einstellung zieht sich offenbar auch durch seine neue Veröffentlichung.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.09.2012 14:46 Uhr
Marcus Baumgärtner

Verunglimpfungen von Personen

Im Gegnsatz zu anderen "verunglimpft" Hr. Morgenstern nicht die Person, sondern die Aussagen von Hr. Spitzer, mit denen er seine Ignoranz gutheißt. Diesen Aspekt darf man ruhig erwähnen und er decket sich ganz hervorragend mit den Beobachtungen vom Verfasser des Artikels.

Das "Getroffene-Hunde-bellen-Argument" ist im Übrigen auch nicht besser: Man kann es im Grunde auf alles und jeden anwenden, womit es sich letztlich selbst widerspricht ("Was, Sie wagen es, sich zu verteidigen? Das beweist meine Behauptung, denn getroffene Hunde bellen!").

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Albrecht Schmidt

Ihre Verunglimpfung Spitzers

macht sie äußerst unglaubwürdig! Getroffene Hunde bellen, gell?

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Jahrgang 1970, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

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