10.09.2012 · Angeblich können uns die Hirnforscher beim Denken zuschauen. Angeblich wissen sie, was uns dumm und gewalttätig macht. Stimmt leider nicht, wie man an dem Bestseller von Manfred Spitzer sehen kann. Eine Zurückweisung.
Von Harald StaunRichtlinien für Lesermeinungen
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Alle Innovationen und Trends haben Ihre Schattenseiten. Manche werden erst Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, später - vielleicht dann auch zu spät - thematisiert. Das Buch "Digitale Demenz" versucht mögliche Schattenseiten herauszuarbeiten. Der Umgang mit Social Media, dem Internet und Computerspielen polarisiert, ein unversöhnliches Gegenüber hilft aber keinem. Das Verteufeln von Holzprodukten noch das Dämonisieren der Social Media hilft einen notwendigen gesellschaftlichen Dialog zu starten. Am Ende werden die erfolgreich sein, die beides mit Selbstverständlichkeit leben können, quasi "The Best of two Worlds". Über das Buch "Digitale Demenz" heute zu "richten" ist selbstverständlich legitim und Herr Spitzer muss sich jeder Kritik stellen. Aber der Stil, in dem dies bei Herrn Staun geschieht, ist nicht angemessen. Es wird wohl noch Jahre dauern, bis wir die Schattenseiten der Internetwelt durchschauen. Dies aber zu negieren wäre ein fataler Fehler.
Lolst du noch oder roflst du schon?
Dem Thema der angeblichen Verdummung unserer Jugend durch das Internet kann man sich auch anders nähern: Wir haben es bei unserem soeben erschienenen Buch „Lolst du noch oder roflst du schon?“ auf humorvolle Weise gemacht und die skurrilsten Kommentare zusammengetragen, die bei beliebten Videoclips auf YouTube hinterlassen wurden. Wer wissen möchte, was jüngere Generationen heute begeistert und bewegt, wie sie denken, miteinander umgehen, sich ausdrücken und schreiben, der wird bei uns bestens bedient…
Ein ganz hervorragender Kommentar.
Die Argumentation Spitzers ist so platt wie populistisch. Wer dem " Bildschirm", der doch einfach nur ein Medium für Information ist, Schuld an gedanklicher Verwahrlosung gibt, der müsste dem angeblichen Kulturgut "Buch" die Schuld am Holocaust, an Faschismus und Fanatismus geben. War Hitlers "Mein Kampf" nicht auch ein Buch? und die Scharia? nicht auch auf gedrucktem Papier? Wieviel verfaultes Gedankengut wurde nicht schon in Bücher gepackt. Anstatt an einem kritischen und geschulten Umgang mit den heute zum Glück verbreiteten neuen Medien zu arbeiten, anstatt Kinder zu sinnvoller und zielgerichteter Nutzungg zu erziehen, sehen wir hier die Rückkehr intelektueller Ayatollahs und Weltuntergangspropheten.Das Gehirn ist ein Organ ist ein Organ; es verrät uns so viel über unseren Geist wie unsere Leber oder unsere Fingernägel.Denn den Zugang zum menschlichen Geist findet man sicher nicht über EEGs. Leute wie Spitzer sind ein kerndeutsches Phänomen,bieder, kulturpessimistisch,retrospektiv.
Natürlich haben Trinker kein Alkoholproblem ...
Was wollen wir denn von Herrn Stauns Beitrag erwarten? Würde es
diese schöne digitale Welt nicht geben, müsste er
womöglich einer "richtigen" Arbeit nachgehen. Aber jetzt
will ich nicht genau so polemisch werden wie Herr Staun selber ... Was
aber doch klar ist, ist das Faktum, das diese Diskussion in den Medien,
die sie kritisiert nicht "neutral" sein kann. Natürlich
sind wir in einer digitalen Welt angekommen, aber glücklicher und
potenter macht uns diese Welt per se erst einmal nicht.
Jeder, der selber Kinder ernsthaft erziehen will, kann sich den
Herausforderungen der kurzweiligen Medien nicht verschließen. Um
zum Bild des Alkohols und der Alkoholiker zurückzukehren;
natürlich macht die Existenz von Alkohol uns nicht alle zu
Trinkern, aber gab es jemals die Situation, wo wir immer und
überall "zur Flasche greifen" konnten? Das ist eine neue
Dimension, vor der wir zumindest unsere Kinder erst einmal schützen sollten.
Spitzer ist die Gertrud Höhler der schwarzen digitalen Pädagogik. In paternalistische Expertisen-Placebos einkokoniert, wird besseres Wissen simuliert, um den Herrschaftsanspruch Kindern gegenüber, durch mediale Verknappungs-Erziehung, wieder zu etablieren. Dieses Neuro-Zelotentum hat mit objektiver Wissenschaftlichkeit nichts zu tun, sondern ist dem religiösen Ablass-Eifer des Autoren geschuldet. Eltern, die ihren Nachwuchs mit einem solchen Spekulations-Traktat schikanieren, wünsche ich die Rache der stürmischen Pubertät. Sie haben sie sich redlich verdient.
Konkret ausgedrückt empfehle Manni endlich die Möglichkeiten des Internets zu erkennen und all sein Wissen Online zustellen. Zusätzlich fehlt mir eine Kommentarfunktion bei seinen Wissenschaftssendungen. Feedback-Learning, Manni!! Das wird die Innovation unserer Gesellschaft nocheinmal sowas von erhöhen und am Ende wird sich Qualität auch beim Internet sowieso durchsetzen.
Ich bin fan von Manni Spitzers Sendungen auf Bay. alpha. Der Mann
erklärt jedem Nichtexperten wie das Gehirn aufgebaut ist und
insbesondere dass Burnout und Depression das Gleiche ist. Mega Cool und
wahrscheinlich hat er auch schon so manchen geholfen.
Beim Thema Internet/Fernsehen tut er sich aber sehr schwer und erscheint
mir extrem konservativ. Als Generation Babyboomer scheint noch nicht
begriffen zu haben, dass alles Wissen und Informationen im Internet
verbreitet werden können. Das ist extrem gut und ermöglicht es
selbst dem dümmsten Hartz4`ler Einstein's Theorien nachzuvollziehn.
Ein toller Schritt für die Bildungsdemokratie. Auch beim Fernsehn
vergisst er, dass SciFi Filme Forscher entscheident geprägt haben,
die Zukunft zu gestalten und Smartphones überhaupt zu erfinden. Das
Stichwort heisst Innovation. Mit diesem Begriff muss Manni sich
eindeutig mehr auseinandersetzen. Vielleicht helfen die Ansichten von
seinem Harvard Kumpel Michio Kaku?!?
Bisher kann die Gehirnforschung im Versuch über die Vorgänge im Gehirn nur vermutungen anstellellen. Man kann beobachten, welche Regionen in jedem Moment in Aktion sind. Außerdem weiß man welche Gehirnregionen vermutlich welche Funktion haben. Welche Informationen ausgetauscht werden, ist bisher nicht messbar. Naturwissenschaft arbeitet, solange keine nachvollziehbare Beweise vorlieghern mit Modellen. Versuche sind beinahe krimonologisch. Der Mensch viele Anlagen. Ob sie genutzt werden, hängt sehr von den Bezugspersonen im Kindesalter ab. Neu: Humor entsteht auch durch Nachahmung geliebter Bezugspersonen. Leider kümmern sich die Krippenpromotoren nicht um belegte Erkenntnisse der Gehirnfordchung. Sonst wären sie weniger Überzeugungstäter!
Auf Spitzer wird verunglimpfend mit Querulantentum-Unterstellungen genaus so herumgehackt wie
auf den Kritikern der antiautoritären Erziehungsmethode der 68er.
Denen man vorwarf, kurzfristig über keine brauchbaren Studien zu
verfügen.
Deren Spätfolgen wir heute an den Kinder-Enkel-Produkten über
uns ergehen
lassen müssen - in erlebender Langzeit-Studie by deren Doing.
In dem die Antiautoritär-Erziehungs-Spezies wie Haun unflätig,
gehässig, unbeherrscht
über wissenschaftliche Professor-Dr-Dr-Autoritäten
herfällt, als wollten sie dessen
Querdenk-Kopf mit einem Pflasterstein platt machen.
Das bezüglich Internet-Missbrauch antiautoritäre
Erziehungs-Versagen mit der
Folge der "Internet-Kompetenz" bezüglich der Unterwerfung
unter die den Zeitgeist beherrschen sollende/wollende
Internet-"Autorität schlägt erst richtig langfristig im
Zuge des Verdummungs-Koeffizienten zu Buche.
Bis es die blindgängerischen InternetExperten genau so merken.
Wie die blinden gerade trotz Internet verdummten WirtschaftsExperten
die Krise erst viel zu spät bemerkten.
Schlagwörter aneinander, Herr Staun, das Sie fast an Herrn Spitzer herankommen. Herr Spitzer allerdings überzeugt mich darin, dass die galoppierende gerätemediale Versklavung unserer Jugend folgenschwere Jugendsünden und üble Alterserscheinungen erwarten läßt. Ihre Intention - außer der Anprangerung von Spitzers vermeintlicher Wissenschaftlichkeit - dagegen bleibt offen. Was also wollen Sie ? Eine Lanze für die eindimensionale 1-Finger-Generation brechen, der Sie vom Alter selber fast noch angehören ? Oder fühlen Sie sich schon alt/erfahren genug, die (Spät-) Folgen von Muße-losen Menschen im Dauerstandby einschätzen zu können ?
Wenn Geisteswissenschaftler auf Naturwissenschaftler schießen...
Das Internet hat ein Suchtpotenzial, so wie Alkohol auch.
Die meisten können damit umgehen, aber eben nicht alle. Und so
wenig der Alkohol zum Untergang des Abendlandes führte, so wenig
wird es das Internet tun.
Ich danke aber, dass Spitzer dies auch gar nicht suggeriert. Es lauern
Gefahren und man kann sich sinnvoll verhalten - oder auch nicht.
Und darauf hinzuweisen, wie man sich sinnvoll verhalten kann, (oder wie
man sich besser nicht verhält) rechtfertigt doch nicht, gleich die
"Minuteman"-Raketen auf Spitzer abzufeuern.
Schießen Sie also nicht auf die Neurologen, Herr Staun - sie tun
ihr Bestes.
ist, daß die Hirnforscher anscheinend über ein andres Hirn verfügen als das, das sie analysieren. Während bei den anderen das Hirn denkt, denken sie immer noch völlig selbstbewusst. Ihre "Forschungsergebnisse" also Denkinhalte sind über ihre Untersuchungen zustande gekommen. Einfach so, wie man sich das immer vorgestellt hat. Bei ihnen schalten sich nicht einfach irgendwelche Synapsen zusammen und ergeben damit ihr Denken oder irgendwelche biologische Anomalien führen zu den Gedanken eines Hirnforschers, sondern bei ihnen liefern ihre Untersuchungen die Denkinhalte. Merkwürdig, merkwürdig.
Kaum zu glauben, dass ein Mediziner und Psychologe in einem (auch noch
Prof. Dr. Dr.) dem Irrglauben aufgesessen ist, unser Gedächtnis sei
per se gut. Davon muss Spitzer nämlich ausgehen, wenn er das Medium
zur Wissenserzeugung kritisiert, nicht das Gedächtnis an sich, also
sinngemäß: Durch Bücher lerne man besser und durchs Netz
schlechter. Auch vergisst er, dass der von ihm angeprangerte Fortschritt
ihm sein fMRT gebracht hat, was er nun instrumentalisiert um seine
Meinung kundzutun.
Abgesehen davon wird mit fMRT Studien viel Schabernack getrieben, wenn
es beispielsweise als Mittel zum Zweck und nicht für die
Überprüfung theoriegeleiteter Hypothesen verwendet wird.
Noch schlimmer ist eigentlich, dass diese gedankliche Brandstiftung, die
sich Buch schimpft, jetzt von noch mehr Menschen gelesen wird.
Der Cagliostro der Neurowissenschaften
Ich kann allen, die Spitzer verteidigen, nur empfehlen, sich seine
Quellen im Original durchzulesen. Was Spitzer aus diesen Quellen macht,
ist schlicht 'Lügen mit Statistiken'.
Die Fallzahlen dieser Studien sind stets zu klein, um repräsentativ
zu sein, die Mathematik ist fragwürdig und es gibt methodische
Mängel zuhauf. Die Studienersteller wissen in der Regel auch, dass
sie sich auf dünnem Eis bewegen. Wo aber in den Studien
'könnte', 'möglicherweise', 'vielleicht', 'muss weiter
untersucht werden' steht, macht Spitzer daraus undiskutierbare
wissenschaftliche Wahrheiten ('das ist alles wissenschaftlich erwiesen'
ist sein Lieblingsspruch). Er ist sich sogar nicht zu schade, in seinen
Grafiken die y-Achse abzuschneiden, um den von ihm behaupteten Effekt
möglichst spektakulär darzustellen - einer der ältesten
Manipulationstricks der Welt.
Dennoch: Nach allem, was das Hirn fasziniert (Sex, Autorennen, Geld...)
kann man natürlich süchtig werden - also auch nach Medien.
... welch geifernd-emotionale "Zurückweisung". Womit hat der Autor eigentlich ein Problem? "Was er selbst abends macht, nachdem er den ganzen Tag Bilder von gespaltenen Schädeln gesehen hat, möchte man da lieber nicht wissen" und Stauns Schlussfolgerung, "sein Buch muss sehr viele krank gemacht haben", da Google zum Suchwort "digitale Demenz" heute 1.040.000 Einträge zeigt statt 8.000 wie vor Veröffentlichung des Buchs ... hallo? Was für effekthascherische, billig-ironische, Bring-den-Leser-rezeptionsförderlich-zum-Grinsen-Aussagen. Um Spitzers Überlegungen nachzuvollziehen - so ganz konkret, im Alltag und ohne Expertentest - braucht man doch nur die Augen aufzumachen und zum Beispiel die verdrahteten Zombies in der U-Bahn oder die wachsende Unbedarftheit und Abstumpfung von Jugendlichen in der näheren Umgebung zu beobachten. Soweit ich dem Buch entnehme (hab's gelesen) (in Gänze), geht es Spitzer im Übrigen um die Gehirne von Kindern/Jugendlichen, nicht um den Computer an sich.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.09.2012 17:58 UhrSo ist richtig
Es geht nicht um die Digitalisierung als solche. Die ist unvermeidlich. Sondern um (möglicherweise) korrigierbare Fehlsteuerungen und -entwicklungen. Mag sein, daß Spitzer falsche Konsequenzen zieht und übertreibt; seinen Ansatz kann man aber doch nicht leugnen. D a s wäre blinder Fortschrittsglaube.
"Was er selbst abends macht, nachdem er den ganzen Tag die Bilder von gespaltenen Schädeln gesehen..
... hat, möchte man da lieber nicht wissen."
Mit dem Satz disqualifiziert der Autor sich und sein Anliegen und merkt
offensichtlich nicht, daß er Spitzer damit bestätigt.
"Was dabei allerdings genau passiert, das fangen die Forscher
gerade erst an zu begreifen" - nein, zu erforschen. Da stehen wir
ganz am Anfang. Kosmologie, Teilchenphysik, Bewußtseinsforschung
und als Metaebene die Philosophie sind die spannenden Disziplinen der
Jetztzeit. Politik als Hilfsdisziplin, damit es weitergeht.
Unbestreitbar haben sich die Denkmuster junger Menschen verändert. Wissen ist heute nicht mehr an Personen gebunden, sondern in Netzwerken gelagert. Es ist damit situativ abrufbar, anwendbar und geht nach seiner Verarbeitung wieder verloren. Heute kann deshalb nur das gedacht werden, was auch gefunden wird. Dies führt nicht zu einer Meinungspluralität, sondern kanalisiert das Denken. Mag Spitzers Argumentation auch umstritten sein, so ist sie doch als Warnung ernst zu nehmen und dazu geeignet die Aufmerksamkeit auf eine wichtige Debatte zu richten.
Ich habe das Buch nicht gelesen.
Ich gebe aber offen zu, dass mich der Computer extrem ablenkt, ich viel
zu viel Zeit davor verbringe, oft viel zu lange wach bleibe, mich oft
schlecht konzentrieren kann und durch das Internet auch viele sozialen
Kontakte eingebüßt habe. Von daher treffen die Risiken schon
auf mich zu, um ehrlich zu sein.
Ich spiele jedoch keine Computerspiele sondern lese den ganzen Tag
irgendwelche wissenschaftlichen / politischen Blogs, schaue Interviews
usw. als eigentlich Dinge die mir nicht wirklich was für meine
Persönlichkeit bringen, trotzdem kann ich mich schwer davon lösen.
Hätte ich keinen Computer würde ich aber auch eher Bücher
lesen als in Discos zu gehen, mit Freunden "saufen" zu gehen
oder so etwas...
Ich hatte kuerzlich, das zweifelhafte Vergnuegen, mit einem halben Dutzend Videospielern fuer 3 Monate unter einem Dach zu leben. Fast alle waren auf HartzIV, bemuehten sich nicht im geringsten um Arbeit, sassen bis zu 20 Stunden nonstop an der Konsole, kommunizierten ueber Headset mit andern Spielern in Internetcafes, verliessen ihren Platz nur zum Rauchen oder Pinkeln, Chips und Cola standen auf dem Tisch, interessierten sich nicht fuer Tagesgeschehen und Nachrichten und verweigerten fast jede Kommunikation mit anwesenden Nichtspielern. Gespenstisch! Um zu erkennen, was da ablaeuft, brauche ich nicht die Forschung eines Herrn Spitzers und schon gar nicht die abfaellige Gegenrede des Herrn Staun!
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.09.2012 17:28 Uhrwas für ne bescheuerte methodik
sorry, aber schon ihr ausgangspost war einfach mal am thema vorbei.
schön, sie waren in ner gemeinschaft spielesüchtiger
onlinegame-fanatiker. und das beweist jetzt... WAS?!
die aussage, mal ein paar computersüchtige erlebt zu haben, kann
wohl kaum als beleg dafür gelten, dass das internet unser hirn
verwässert. das ist methodischer blödsinn und bestenfalls
bild- oder RTL niveo.
Seltsam
Ihr Beobachtung ist wohl kaum repräsentativ.
Ich habe dageben jahrelang in einem Counterstrike-Clan gespielt, habe
Battlefile gezockt.
Von den Leuten, mit denen ich auf dem LAN-Parties war und auch online
gezockt habe, ist keiner auf Hartz IV, niemand sozial verarmt, die
meisten habe inzwischen Familie mit Nachwuchs.
Im Übrigens lassen sich für die Behauptungen dieses
sogenannten Fachmannes durchaus auch Gegenstudien finden.
Es geht um Hochstapelei und nicht um "Freaks"
Der Hauptkritikpunkt ist nicht, dass Spitzer gewisse Entwicklungen
angreift. Dazu hat er sicher in vielen Fällen das Recht, aber bitte
nicht ao!
Die Frage ist nämlich das "wie": er maßt sich eine
Wissenschaftlichkeit an, die so nicht existiert um Kraft
(vorgetäuschter) wissenschaftlicher Autorität andere Meinungen
im Keim zu ersticken.
Der Zweck heiligt die Mittel? Nein, das tut er nicht: Hochstapelei,
selbst für einen (vermeintlich) guten Zweck ist letztlich eine
Lüge.
Schlimm, dass die Masche noch immer so gut funktioniert.
In seinem Buch »Musik im Kopf« schrieb Spitzer allen Ernstes: „Als musikbegeisterter Nicht-Musikwissenschaftler habe ich […] die Ignoranz, die es mir erlaubt, über Musik zu schreiben, ohne in – mir gar nicht bekannten – Detailproblemen zu versinken.“ Diese Einstellung zieht sich offenbar auch durch seine neue Veröffentlichung.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.09.2012 14:46 UhrVerunglimpfungen von Personen
Im Gegnsatz zu anderen "verunglimpft" Hr. Morgenstern nicht
die Person, sondern die Aussagen von Hr. Spitzer, mit denen er seine
Ignoranz gutheißt. Diesen Aspekt darf man ruhig erwähnen und
er decket sich ganz hervorragend mit den Beobachtungen vom Verfasser des Artikels.
Das "Getroffene-Hunde-bellen-Argument" ist im Übrigen
auch nicht besser: Man kann es im Grunde auf alles und jeden anwenden,
womit es sich letztlich selbst widerspricht ("Was, Sie wagen es,
sich zu verteidigen? Das beweist meine Behauptung, denn getroffene Hunde bellen!").
Ihre Verunglimpfung Spitzers
macht sie äußerst unglaubwürdig! Getroffene Hunde bellen, gell?
Harald Staun Jahrgang 1970, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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