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Lebensmittelskandal Man hat uns Tier ins Fleisch gemischt!

 ·  Die carnivorische Verblendung: Wäre Huhn statt Pferd in der Lasagne gewesen, hätte es keine Debatte gegeben. Sie zeigt einmal mehr, dass man Tier- und Verbraucherschutz auseinanderhalten muss.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (82)
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matthias schuster scharmer

Erst wenn sie Menschenfleisch...

.. im Essen finden, werden sie merken, dass die Tiere auch leben möchten..

Matthias, in anlehnung an die Vorhersage der Cree

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André Hohmeier
André Hohmeier (Sulla1) - 24.02.2013 05:09 Uhr

..sinnfrei und effektheischend

@Fr. Schmitz und Fr. Fink.
hier geht es mir darum, das die Formulierung so gewählt worden ist, um unterschwellig jeden Verbraucher von Tierprodukten ( Fleisch, Leder, Gelatine etc. ) als Mörder zu verunglimpfen, daher effektheischend. Sinnfrei deshalb, weil es mit dem eigentlichen Artikelinhalt nichts mehr zu tun hat ( Pferdefleischbetrug ).
Meiner Meinung nach gibt es durchaus einen Unterschied zwischen der Tötung eines Tieres und der Ermordung eines Menschen. Ich überspitze jetzt mal: wenn ein Mensch Antibiotika nimmt, tötet er damit Millionen Bakterien, sowohl die Krankheitserreger als auch gutartige Bakterien der Darmflora. Wenn die Schlachtung von Nutzvieh Mord ist, so ist dieser Akt ein Massenmord.
Oder liegt der Unterschied darin, das die Bakterien so anders sind als wir?
Gehen wir noch weiter: Ist das ernten von Pflanzen nicht industrielle Tötung und Verzehr von den Nachkommen der Pflanze ( Samen/ Früchte ) ? Oder unterscheiden wir hier zwischen wertem und unwertem Leben?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 10:07 Uhr
Miriam Kraft
Miriam Kraft (Smiyax) - 26.02.2013 10:07 Uhr

Nein

Wir unterscheiden zwischen leidensfähigem und nicht leidensfähigem Leben. Im Gegensatz zu Pflanzen und Bakterien haben höhere Tiere ein Zentralnervensystem und Gehirn entwickelt, um Reize nicht nur wahrzunehmen, sondern auch bewusst zu verarbeiten.

Nach Ihrer Logik sehe ich auch nicht, wieso Sie überhaupt noch einen Unterschied zum Mord am Menschen machen. Es dürfte doch auf der Hand liegen, dass Rinder und Pferde uns um ein Vielfaches mehr gleichen als Bakterien und Pflanzen. WEnn Sie also von letzteren auf (nicht menschliche) höhere Wirbeltiere schließen können, warum dann anderen höheren Wirbeltieren auf uns Menschen?
Die Willkür, die Sie hier den Leuten unterstellen, die auch in der Tötung fühlender Wirbeltiere eine Art von Mord sehen, ist in Ihrer Logik noch viel stärker zu finden ...

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Guenter Puffer

Die Handelsketten sind in der alleinigen Verantwortung.

Es geht hier nicht um das Pferdefleisch. Es geht einigen Politikern nicht um den Menschen sondern um etwas zu vertuschen, weil sie der Wirtschaftslobby untertänigst sind. Hier geht es um die Machenschaften der Fleischverwertungsindustrie, die den Verbraucher über die Handelsketten arglistig Täuscht. So lange das nicht geklärt ist, sollten Politiker egal welcher Richtung nicht so leichtfertig mit der Menschenwürde umgehen. Der Skandal kann nicht auf die Arme – Bevölkerung in dieser Weise abgewälzt werden. Zweifel am Politischen Charakter sind angesagt. Gewinne die durch Betrug am Verbraucher stattfinden, müssen geahndet werden.

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Gabi Heintz

Jeder kann soviel Pferdefleisch essen, wie er will

- vorausgesetzt, er tut das freiwillig (kriegt es also nicht unter falschem Label untergejubelt) und
- vorausgesetzt, er kennt die Risiken und Nebenwirkungen.

Dann zählt: Einem Erwachsenen darf sich riskantes und schädigendes Verhalten nicht verboten werden (haben wir ja schon beim Rauchen, Trinken, Süßigkeiten- und Junk-Food-Essen und zu wenig Bewegung).

Absolut unmöglich finde ich, wie hier Vegetarier und Veganer den von ihnen verachteten "Fleischfressern" einreden wollen, daß "Fleisch gleich Fleisch" sei.

Offenbar in der Absicht, dann die etwaigen schlimmen Folgen (in Italien und Frankreich, wo viel Pferdefleisch gegessen wird, kommt es immer wieder zu Trichinose-Epidemien), ganz allgemein dem "Fleischkonsum" anzulasten.

Erstaunlich, wie viel Mitgefühl dem Tier und wieviel Gemeinheit dem Menschen, sofern er kein Vegetarier ist, da entgegengebracht wird.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 14:31 Uhr
Felix Palmen
Felix Palmen (zirias) - 26.02.2013 14:31 Uhr

Ihre extrem zahlreichen und aggressiven Kommentare

klingen stark nach einer empfundenen Bedrohung durch den Artikel. Dabei will Ihnen und allen anderen Fleischliebhabern niemand das Fleisch wegnehmen. Es geht hier nur darum, endlich einmal ein paar Zusammenhänge geradezurücken. Der Autor hat offenbar zumindest bei Ihnen voll ins Schwarze getroffen. Jetzt mit angeblichen Gesundheitsrisiken von Pferdefleisch, wohlgemerkt im direkten Vergleich mit Rindfleisch, zu argumentieren, ist ein durchschaubares und recht trauriges Manöver. Es wird sicher auch niemand bestreiten, dass falsche Etikettierung Betrug ist und nicht vorkommen darf, aber darum geht es in dem Artikel nicht sondern ausschließlich um eine Erklärung des überraschend hohen "Skandalwerts".

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Gabi Heintz

@Kathrin Siebert Woher weiß ich, ob das illegal geschlachtete Reitpferde sind, wenn sogar die

Angabe der Fleischsorte schon nicht stimmt?

Die Versuchung eines Pferdehalters, sein Pferd als "Schlachtpferd" umzudeklarieren, wird immer größer, seit die Pferdesteuer (immerhin über 700 Euro im Jahr) im Gespräch ist. Da ein Pferd monatlich hohe Unterhaltskosten verursacht, auch schon ohne Steuer, wird im Fall eines Gnadenbrot-Tieres mancher Besitzer gar nicht anders können, als es "auf Teufel komm raus" loszuwerden versuchen.

Einschläfern darf ein Tierarzt nur aus "vernünftigem Grund" - der ist nicht gegeben, wenn das Tier keine Qualen leidet (und der Besitzer es sich einfach nicht mehr leisten kann). Verkaufen kann man so ein Tier auch nicht - höchstens eben an solche "Verwerter", die es dann illegalerweise in die Wurst bzw die Lasagne bringen.

Trichinen finden sich übrigens NICHT in "vielen Fleischsorten". Nur im Schwein und im Pferd. Für Schweinefleisch gelten deshalb strenge Fleischbeschau-Regeln.

Ich bezweifle, daß die auch in Osteuropa für Pferdefleisch gelten.

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Alexandra Rath

DANKE!

Großartig geschriebene Artikel. Vielen Dank!
Und die einzig gültige Wahrheit.
Natürlich ist es Betrug. Aber dafür gibt es Möglichkeiten der Strafverfolgung. Das bedeutet nicht, dass ich Lebensmittel dafür wegschmeißen muss. Und seit wann ist ein Pferd mehr wert, als eine Kuh? Oder ein Schwein. Manche der Lesermeinungen erschüttern mich zutiefst. Abgesehen davon - als Ernährungswissenschafterin darf ich allen, die Angst vor Pferdefleisch habe, sagen: in industriell erzeugten Lebensmittel finden sich ganze andere Stoffe. Chemischer Herkunft. Völlig ungewisser Herkunft. Da ist Pferd noch das geringste Übel.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 10:48 Uhr
Gabi Heintz

Wie kommen Sie dazu anzunehmen, daß ich "industriell erzeugte Lebensmittel" esse?

Sie haben mich zwar nicht direkt angesprochen, aber ich gehöre zu denen, die "Angst" vor Pferdefleisch haben. (Nein - ich will nur keins essen. Schon gar nicht, wenn es mir - aus welchen Gründen? - heimlich untergejubelt werden soll.)

Also - ich tu das jedenfalls nicht.

Fertignahrung schmeckt mir nicht. Außerdem ist sie ungesund, produziert viel Abfall und ist teuer.

Und drittens WILL ICH WISSEN, WAS DRIN IST (- und weiß, daß die nicht alles draufschreiben müssen. Übrigens backe ich deshalb auch mein Brot und meine Brötchen selbst.)

Wie schon Yoko Ono und John Lennon sagten: Man ist, was man ißt.

(Und jetzt verkneifen Sie sich bitte das Hohnlachen, weil die auch Vegetarier waren... Ich bin nicht mehr "Rind" als Sie "Kohlkopf" oder "Sojabohne". Aber daß man es Leuten ansieht, ob sie sich gesund oder mit Fertigfraß ernähren, steht außer Zweifel.)

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kathrin siebert
kathrin siebert (ka-sie) - 22.02.2013 17:59 Uhr

@ Gabi Heintz Reitpferde werden nicht geschlachtet -

Wegen der Medikamente, Trichninen finden sich in vielen Fleischsorten, also eine Frage der Kontrolle, und wie man in der Vergangenheit sehen konnte, kann man auch an Biosprossen sterben.
In der Tat sollte richtig deklariert werden, aber das es Pferdefleisch ist, ist nicht wirklich einen Skandal wert.

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Antonietta Tumminello

Pferdemarkt in Polen

Jährlich findet in Skaryszew in Polen der größte und grausamste Pferdemarkt Europas statt. Ca 2.000 Pferde werden dort regelrecht verscherbelt, danach quer durch Europa nach Italien, Frankreich und andere Länder gekarrt, wo sie auf der Schlachtbank landen. Furchtbare Bedingungen herrschen auf dem Markt und bei den Transporten: Unvorstellbar! Blutlachen auf dem Boden, Tiere stehen mit offenen Brüchen im Schlamm, kein Tierarzt vor Ort, keine Kennzeichnung der Tiere, rein gar nichts. Nur das Schreien und Wiehern der Pferde und die blanke Angst in ihren Augen. Kein einziger Experte der EU, keine Kontrolle, alles illegal. Ein LKW verunfallte nach dem Markt (viele sind stark angetrunken) dabei starben einige Pferde, diejenigen, die verletzt überlebt haben, werden weiter nach Italien transportiert. Welche Greueltat gegenüber den hochsensiblen Tieren!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 19:33 Uhr
Beate Dreher
Beate Dreher (Bedre) - 22.02.2013 19:33 Uhr

Genau diese

schamlosen,zivilisationsfernen Verhältnisse haben mich dazu gebracht,kein verpacktes Fleisch mehr zu essen.Widerlich!Ansonsten erinnert mich die Debatte an die muslimische Besessenheit bezüglich Schweinefleisch.
Aber besonders freue ich mich über die Umwandlung des Wutschreis " wer hat Orangensaft in meinen Orangensaft getan?!"Erinnert sich Herr Priebe an den legendären Komiker,dem dieser Satz zugeschrieben wird?

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Gabi Heintz

Es geht nicht um "Sentimentalität", auch nicht um Inkonsequenz, es geht um ein Riskolebensmittel

In Italien und Frankreich, wo so gern und so viel Pferdefleisch verzehrt wird, erkranken Jahr für Jahr hunderte von Menschen an Trichinose.

Trichinen sind die Würmer, die nicht im Darm bleiben, sondern deren Larven durch den Wirtskörper kriegen, sich in Muskeln einnisten usw.

Von hoher Cadmium-Belastung (Cadmium ist krebserregend) und evtl. Medikamentenrückständen (bei Reitpferden) mal ganz abgesehen.

Guten Appetit.

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Miguel Torres

Nicht die Kontrollmechanismen der Supermarktketten

haben versagt, die von der Industrie gesteuerten Verbraucherminister haben versagt und das Fortlaufend, also bitte aufhören die Verbraucher zu täuschen und endlich einmal etwas Sinnvolles zum Schutz des Konsumenten veranlassen.
Nicht nur auf den eigenen Dress Code achten Frau Aigner & Co. und so tun als wäre man Extrem engagiert.
Zudem sollte gänzlich auf Fleisch verzichtet werden. Das würde der Erde und der Menschheit ein ganzes Stück weiterhelfen. Aber das wird wohl erst Mitte des 21 J. Realität.

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Ansgar Schiffler

Der Autor hat Recht

Auch wenn es vielen Kommentatoren nicht passt: der Autor hat Recht!
Die Qualität des Pferdefleisches spielt in der ganzen Diskussion nur eine Nebenrolle. Sehr viele Menschen sagen sich: "Diese Tiere darf man schlachten und wenn es aus wirtschaftlicher Sicht opportun ist, dann darf man sie auch zusammenpferchen und unter schweren Bedingungen ihr Leben fristen lassen. Aber jene Tiere muss man stets gut behandeln und darf sie nicht essen." In Deutschland gehören Lamm, Schwein, Ente, Gans, Rind, Huhn etc. zur ersten Kategorie und Pferd, Katze, Hund, Meerschweinchen etc. zur zweite Kategorie. Auf diesen Widerspruch werden die Meschen ungern angesprochen. Das ist der eigentliche Punkt. Das hat der Autor sehr gut verstanden, viele der Kommentaroren leider nicht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 15:03 Uhr
Gabi Heintz

Herr Schiffler, das sind Unterstellungen

Gerade in Deutschland haben wir eine breite Tierschutzbewegung. Gegen die Käfighaltung von Hühnern, gegen die Gänsemast (zur "Produktion" von Stopflebern) und gegen Tiertransporte gibt es viel Protest. Und der Fleischkonsum sinkt ständig.

Ich bin der Ansicht, daß Tiere - die ohnehin einmal sterben müssen - durchaus auch geschlachtet und gegessen bzw. verwertet werden dürfen. (Unsere heißgeliebte Stute mußte 16jährig wegen eines komplizierten Beinbruchs - ein Weideunfall - eingeschläfert werden. Was glauben Sie, wie wir geweint haben! Ihr Fleisch war wegen der Medikamente, die sie in den Jahren zuvor bekommen hatte, nicht zum Verzehr geeignet. Aber es würde doch für unsere Trauer um sie keinen Unterschied machen, ob ihr Fleisch nun jemanden satt macht oder ob es eben verbrannt wird.)

Womit ich nicht fertig werde, ist das auf Geldgier beruhende Leid, das Tieren in der Haltung und vor und beim Schlachten angetan wird.

Und da tut mir ein Schwein genauso leid wie ein Fohlen.

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Kristin Freter

Endlich mal ein Artikel, der den eigentlichen Skandal auf den Punkt bringt

Irgendwie fast niedlich, dass es anscheinend immer noch Menschen gibt, die Multi-Konzernen ihr Vertrauen (ver)schenken... Dass Verbraucher betrogen werden, ist doch kein Geheimnis?
Tiere essen ist sowieso total "un": unethisch, ungesund, unökonomisch und unglaublich widerlich!
Dass auf diesen Umstand mal abseits der üblichen Verdächtigen hingewiesen wird, freut mich sehr! :)

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 12:40 Uhr
Helga Zießler

Frau Freter

Ihre Argumente sind die üblichen, die von Vegetariern oder Veganern angeführt werden. Es ist ja auch nichts dagegen zu sagen - jeder soll eben nach seiner Facon selig werden.

Was mich allerdings dabei immer wieder ärgert, ist die Intoleranz gegenüber Menschen, die das anders sehen als Sie.

"Tiere essen ist ... unethisch, ungesund, unökonomisch und unglaublich widerlich!" meinen Sie.

Okay für Sie - aber ich habe eine andere Meinung. "Unökonomisch" will ich noch halbwegs gelten lassen. Das übrige stimmt nicht oder ist bestenfalls Ansichtssache. Was ist ungesund am Essen von Fleisch? Und "unglaublich widerlich"? Das mag für Sie persönlich gelten, warum aber auch für mich?

Übrigens: der gesamte menschliche Verdauungsapparat ist ist für rein pflanzliche Nahrung völlig ungeeignet. Von der Natur ist der Mensch als "Allesfresser" angelegt.

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Gertrud Ribbers

Es geht um Betrug!

Thema völlig verfehlt!
Oder würden sich die Kommentatoren, die alles hier so ins Lächerliche ziehen, auch so äußern, wenn Ratte drin gewesen wäre?
Es geht darum, dass bei der Etikettierung betrogen wurde. Und dass es sich hier keineswegs um hochwertiges Pferdefleisch handelte (das, wer mag, ja essen kann) sondern um nicht mehr nützliche Tiere, die entsorgt werden mussten. Was war also einfacher, als sie in die Nahrungskette zu schmuggeln und noch Geld damit zu machen. Dass dadurch auch noch gesundheitliche Risiken entstehen durch bei Pferde möglichen Trichinenbefall (der Parasit befällt über den Verdauungsapparat das Muskelgewebe dessen, der befallenes Fleisch zu sich nimmt) ist ja wohl nicht nebensächlich. Bei zum Verzehr bestimmtem Pferdefleisch ist strenge Fleischbeschau vorzunehmen. Es ist nicht ohne Grund teurer und solches Fleisch ist ganz sicher nicht der Lasagne beigemischt worden.
Das Niveau mancher Kommentatoren hier ist einfach unterirdisch.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 12:20 Uhr
Gertrud Ribbers

Das ist nur das, was von den Medien daraus gemacht wurde.

Und ich bin ganz sicher nicht der Meinung, das Fleisch aus Massentierhaltung 1A Qualität hat, ganz zu schweigen über die unsäglichen Zustände in diesem Bereich. Ich richte meinen Konsum danach aus, weshalb ich von der Fertigfleischprodukte-Panscherei auch nicht betroffen bin. Aber ich wehre mich dagegen, dass in vielen Medien die Empörung der Menschen jetzt auf den ethisch-moralischen Aspekt reduziert und die reale Gefahr der Gesundheitsgefährdung bewußt totgeschwiegen wird. Ob überhaupt Fleisch gegessen werden sollte, ist dabei völlig irrelevant. Die Verbraucher haben ein Recht darauf, dass die Etikettierung korrekt ist. In erster Linie aus gesundheitlichen Gründen.

Dass in dieser Diskussion den Menschen das Recht abgesprochen wird, aus persönlichen Gründen kein Pferdefleisch zu sich nehmen zu wollen, da Pferdefleisch grundsätzlich als hochwertig gilt, gibt der ganzen Diskussion eine respektlose und verharmlosende Richtung.

Die Falschdeklar. betr. im übrigen nicht nur Fleisch.

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Ansgar Schiffler

Sie täuschen sich

Sicherlich mag es sein, dass die Qualität des Pferdefleischs nicht die beste war. Aber glauben Sie allen Ernstes, dass die Qualität unseres Fleisches aus der Massentierhaltung immer 1A sei? Ganz eventuell ist Ihnen auch aufgefallen, dass es in der ganzen Berichterstattung bestensfalls ganz am Rande um die Qualität des Pferdefleisches geht und bisher die ganzen Laboruntersuchungen auch noch keine Gefahren für den Menschen aufgezeigt haben.
Es ist vielmehr so, dass einige Menschen sich wünschen, das Pferdefleisch sei gesundheitlich bedenklich, weil sie sich lieber auf dieses Argument zurückziehen, als zu sagen: "Ich finde, dieses Tier darf geschlachtet werden und jenes nicht!".

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Axel Schulte

Thema verfehlt ...!

Mag ja sein, dass ein Teil der Diskussion sich an dem für einige Menschen unvorstellbaren Gedanken, Pferdefleisch zu essen, fest macht. Das ist jedoch nicht der Kern der Problematik. Den verfehlt der Autor, "beifallheischend". Das Problem ist doch, dass hier das Vertrauen der Verbraucher in die Hersteller erschüttert wird, die offensichtlich in Teilen ihre Lieferketten nicht mehr unter Kontrolle haben. Und dies trotz aller bei uns existierenden Vorschriften und Kontrollorgane. Dieses Problem wird durch den "Skandal" transparent, wodurch die Debatte durchaus ihr Gutes hat.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 11:45 Uhr
Ansgar Schiffler

Sie haben es noch nicht verstanden

Wäre statt Rindfleisch Klabfleisch dringewesen, wäre das auch ein Etikettenschwindel gewesen. Aber das hätte niemand interessiert. Viele Menschen haben eine höchst merkwürdige Einstellung, die lautet: diese Tiere darf man schlachten und jene darf man nicht schlachten. Das ist der Grund für die ganze Aufregung und das haben Sie offensichtlich noch nicht erkannt.

Es ist übrigens nicht erwünscht, dass die Lieferkette komplett unter Kontrolle ist. Die Grünen haben schon vor einiger Zeit gefordert, dass genau nachvollziehbar ist, wo die Zutaten herkommen, beispielsweise ob Fleisch aus Deuschland oder Rumänien oder von wo auch immer stammt. Das wäre ein großer bürokratischer Aufwand. Genau deshalb wurden diese Vorschläge abgelehnt. Hinzu kommt, dass die meisten Menschen nicht so genau wissen möchten, wo die Zutaten herkommen. Wer fragt denn in der Pizzeria: "Wo hat das Tier gelebt, das zu dieser Salami verarbeitet wurden?". Sie vielleicht?

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Alex McLee
Alex McLee (AlexMcLee) - 22.02.2013 07:42 Uhr

Fleisch ist halt nicht gleich Fleisch

Es ist schon Faszinierend wenn man sich die Debatte ansieht. Es geht nicht mal darum, welche Qualität das Pferdefleich hat, sonder nur darum, dass es von PFerd kommt.

Wenn man sich mit Kindern unterhält wird es deutlich wo das Grundproblem ist. Kinder sind ganz erschrocken wenn man ihnen erklärt, dass in anderen Ländern Hasen, Hunde, Katzen oder Meerschweinchen gegessen werden. Und finden die Inder merkwürdig und seltsam weil sie keine Kühe essen.

Hier wird deutlich wie heuchlerisch der westliche Mensch geworden ist. Wir haben uns immer mehr von der Produktion unserer Lebensmittel entfernt, dass wir sogar anfangen zu unterscheiden zwischen Tieren die man Essen darf und denen die man nicht Essen darf.

Doch kann irgendein Mensch mir einen vernünftigen und logischen Grund nennen, wo der Unterschied ist ob meine Wurst auf Rind/Schwein/Huhn oder Pferd/Hund/Katze/Hase/Meerschweinchen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 12:43 Uhr
Helga Zießler

@Alex Mclee

Sie haben recht.

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Andreas Glum
Andreas Glum (AGlum) - 22.02.2013 04:41 Uhr

Was wäre erst losgewesen, wenn Hund dringewesen wäre?

Was meiner Meinung nach in der Diskussion zu kurz kommt: Bei den Produkten handelt es sich ja um Fertiggerichte, ich denke, in erster Linie im Billigpreisbereich. 
Beim Metzger würde es uns kaum passieren, dass uns jemand in voller betrügerischer Absicht, Pferdefleich statt Rindfleich rüberreicht. Bei Produkten, bei denen man aber weder sieht, noch schmeckt, was da eigentlich drin ist, macht man es den Betrügern natürlich auch leicht. Ich meine, es ist die "es geht immer noch billiger"-Spirale, die immer wieder solche Lebensmittelskandale hervorrufen wird.
PS Es kümmert doch auch niemanden, dass in vielen Erdbeerjoghurts gar keine Erdbeeren drin sind.
PPS Was wäre erst losgewesen, wenn Hund dringewesen wäre?

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Thomas Rusterholz

o tempora o mores

Aus einem kochbuch mittelalterlichen Rezepten:

"Im 14./15. Jahrhundert wurde in etwa 100 kg Fleisch pro Kopf und Jahr verspeist. Zum Vergleich: 1980 ass man ca. 90 kg Fleisch pro Kopf und Jahr. (Anm. D 2012 ca. 60 kg)

An Fleisch wurden nicht nur die heute üblichen Teile gegessen, sondern auch die Augen, Hoden, minderwertiges Muskelfleisch, die Haut von Kälbern und ungeborene Hirschkälber.

Bürger und Bauern: Kalb, Rind, Schaf, Ziege, Schwein, Pferde, Hühner
Adelige und Kleriker hatten das Jagdrecht und hatten daher ein umfangreicheres Angebot mit:
Fasan, Auerhahn, Gans, Ente, Schwan, Wachtel, Schnepfen, Kranich, Reiher,Rebhühner, Trappen, Krähen, Biber, Murmeltiere, Bär."

Ich würde fast eine Wette eingehen: Diese Aufzählung ist wohl nicht abschliessend.

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Sabine Krenzel

geht es ums Pferd

mal ehrlich, geht es hier um das beigemischte Pferd? Ich glaube es geht mehr um die heimliche Änderung der Zutaten. Die liest zwar außer uns Allergikern und ganz gesundheitbewussten Müttern keiner (diese kaufen sicher auch selten Fertigprodukte)aber - wo Rind draufsteht sollte auch Rind drin sein. Denn wenn es da schon hapert, dann kann man auch andere Zutaten ändern und die leidtragenden sind dann die Allergiker. Dafür gibt es nämlich u.a. auch genaue Zutatenliste. Nicht umsonst zwingt man uns mit Lupe einkaufen zu gehen. Will doch gar keiner wissen was da genau drin ist. Zucker erhält 5 verschiedene Namen öund und und..... ich persönlich esse übrigens Pferd eigentlich lieber als Rind!Aber ich muss mich auf die Inhalte verlassen können!

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Helga Zießler

"Na und?"

Dank für diesen Artikel! Er nimmt mir sozusagen das Wort aus dem Mund. "Na und?" habe ich auch gesagt, als ich von diesem "Skandal" las, der in meinen Augen nichts anderes ist als Überflussmüll. Was tut uns Fleisch vom Pferd denn Schlimmes an? Es schmeckt gut (offenbar hat niemand etwas gemerkt beim Essen), es macht nicht krank - es hat nicht eine Eigenschaft, die es irgendwie ungenießbar oder unverdaulich machen würde. Aber wir erheben ein Geschrei, als hätten böse Menschen versucht, uns zu vergiften.

In der Nachkriegszeit, als ich noch ein Kind war und meine Mutter oft nicht wusste, wie sie unseren Hunger stillen sollte, wurde ich manchmal zum Pferdemetzger um die Ecke geschickt, und dann gab es ein Festessen. Und ein Stückchen Pferdewurst auf dem Schulbrot war ein Leckerbissen.
Auch heute habe ich kein Problem damit, Pferdefleisch zu essen, z.B. einen sehr leckeren rheinischen Sauerbraten.
Was soll also die künstliche Aufregung?

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Thorsten Becken
Thorsten Becken (mafine) - 21.02.2013 21:11 Uhr

Fleisch generell sollte in Frage gestellt werden.

Vielen lieben Dank an den Autor für diesen treffenden Artikel. Die ganze Pferdefleisch-Diskussion stinkt mir gewaltig. Was es erst für eine Diskussion gegeben hätte, wenn in der Lasagne Hund gefunden worden wäre! Anstatt seinen Fleischkonsum im Ganzen mal zu überdenken, ist der Schuldige natürlich mal wieder schnell gefunden. Es ist entweder das böse Ausland mit dem Etikettenschwindel oder, wie beim Gammelfleischskandal, der böse Inhaber eines Betriebes und die Politiker geloben Bestrafung desjenigen udn Besserung. Warum Menschen weiterhin Fleisch essen bei all dem Unappetitlichen, welches uns zu Hauf in den Meiden begegnet, ist mir persönlich nicht klar. Da wird gefressen als gäbe es keinen Morgen mehr. Dass, nebenbei bemerkt, Menschen in Entwicklungsländern aufgrund unseres Fleischkonsums hungern, spielt dabei auch keine Rolle. Man frisst fröhlich weiter, ohne Rücksicht auf Verluste. Schön ist wirklich was anderes.

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20.02.2013, 17:20 Uhr

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Von Andreas Platthaus

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