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Krieg mit Drohnen Das Gesicht unserer Gegner von morgen

Wir stehen vor einem Wettrüsten für einen Krieg autonomer Roboter. Noch entscheiden Menschen und nicht Drohnen über Leben und Tod. Doch die Debatte darüber, was Maschinen können sollen, muss geführt werden, bevor der Fortschritt den letzten Rest Humanität kassiert.

© Warner Brothers Vergrößern Im Film „Matrix“ heißen die Drohnen „Sentinels“. Ihre Aufgabe ist das Suchen und Zerstören, tausendfach.

Schon seit der Frühzeit widmet der Mensch einen beachtlichen Teil seiner Energie, Resourcen und Intelligenz der kriegerischen Auseinandersetzung. Trotz aller komplexen Waffen, Reittiere, Panzer, Flugzeuge und Interkontinentalraketen ist der bewaffnete Kampf ein Konflikt zwischen Menschen - bisher. Nun rollt auch beim Krieg, wie überall sonst, die Automatisierungswelle. Die militärische Auseinandersetzung und auch ihre kleine Schwester, die flächendeckende Überwachung im Namen der Sicherheit, werden immer stärker von Maschinen und Algorithmen dominiert.

Autonome Systeme, die in ihren Entscheidungen immer weniger auf den Menschen angewiesen sind, werden zum Rückgrat zukünftiger militärischer Auseinandersetzungen. Die Restkriege in Afghanistan und Irak, die neuen Konflikte in Afrika und eine Reihe von wenig bekannten Kampfeinsätzen auf anderen Kontinenten werden zum großen Teil aus der Luft mit ferngesteuerten Drohnen geführt, die nicht nur Kameras, Sensoren und Funküberwachungsinstrumente tragen, sondern auch mit Raketen bewaffnet sind.

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In den Planungen der Militärs, auch der Bundeswehr, nehmen Roboter-Kampfmaschinen einen immer größeren Raum ein. Die Produktions- und Betriebskosten sind vergleichsweise niedrig, es muss schließlich keine Rücksicht auf die Bedürfnisse von Piloten oder Fahrern genommen werden. Und die Vorgesetzten müssen sich nicht per Funk mit einem Piloten auseinandersetzen, der eine eigene Wahrnehmung der Gefechtslage hat, der einen Befehl missinterpretiert, ignoriert oder nicht befolgt.

Fatale Irrtümer sind an der Tagesordnung

Der neue Pilot sitzt im Zweifel, nur schräg über den Flur, an der Drohnen-Kontrollkonsole. Die Ausbildung der Drohnen-Fernsteuerer ist wesentlich preiswerter und kürzer als die eines Jetpiloten. Sie können abends nach Hause gehen und den Krieg im ganz normalen Schichtdienst absolvieren. Die Auswirkungen dieser digital vermittelten Distanz zum Krieg auf die Psyche der Soldaten werden erst allmählich sichtbar.

Schon seit einiger Zeit können Computer Flugzeuge fliegen, auch bei hohen Geschwindigkeiten und unter komplizierten Bedingungen. Jedes Passagierflugzeug verfügt über einen Autopiloten, der das Flugzeug von Start bis Landung fliegen könnte. Nur noch die Flugroute wird programmiert. Drohnen werden heute in der Regel genauso gesteuert: Es werden Wegpunkte vorgegeben und angeflogen und Verweilschleifen über Ziele festgelegt, die beobachtet und schließlich beschossen werden sollen. Je nach Situation kann auch noch direkt gesteuert werden, jedoch mit einer durch die Satellitenverbindung bedingten Zeitverzögerung im Sekundenbereich.

Drohne © dpa Vergrößern „Predator“-Drohne des amerikanischen Militärs

Die Frage, gegen welche Ziele die roboterisierten Waffen gerichtet werden und nach welchen Kriterien entschieden wird, ist das Zentrum der derzeitigen Drohnen-Diskussion. Es ist schließlich niemand vor Ort, die Realität wird über Tausende Kilometer hinweg durch Sensoren und Kameras wahrgenommen. Fatale Irrtümer sind an der Tagesordnung, auch die besten Prozeduren und Vorschriften können sie nicht verhindern.

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