http://www.faz.net/-gqz-93u9o

Kasperski wehrt sich : „Zeigt mir Beweise, zeigt mir die Daten!“

„Der Tsunami schlechter Nachrichten über uns wird orchestriert“: Jewgeni Kasperski rechnet sich was aus. Bild: action press

Der Antivirenentwickler Jewgeni Kasperski weist Vorwürfe der Amerikaner zurück, er helfe russischen Hackern. Seit Jahrzehnten werde er verdächtigt, sagt Kaspersky. Und vermutet dahinter einen Plan.

          Der russische Antivirenentwickler Jewgeni Kasperski hat Anschuldigungen zurückgewiesen, seine Anti-Viren-Software helfe russischen Hackern, amerikanische Computer auszuspähen. Die Vorwürfe, sagt Jewgeni Kasperski im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, seien fast so alt wie sein Unternehmen: „Ehrlich gesagt, höre ich diese Anschuldigungen schon seit dem Jahr 1995. Da hatten wir gerade begonnen, uns auch im amerikanischen Markt zu etablieren. Unsere Partner erzählten uns, dass amerikanische Firmen das Gerücht verbreiteten, ich sei ein KGB-Agent. Diese Anschuldigungen haben im Kern also eine sehr lange Tradition.“

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Die schlechte Presse sei man gewohnt. Überrascht habe ihn aber, dass auch der amerikanische Kongress plötzlich reagierte und empfahl, die Software von Kasperski nicht zu verwenden. „Ich dachte: Was habe ich denn nun falsch gemacht? Der Druck hat sich in der letzten Zeit stark erhöht. Irgendwann bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich und mein Unternehmen das Opfer einer gezielten Attacke sein müssen.“

          Beweise für die Vorwürfe, die dazu geführt haben, dass amerikanische Behörden sein Virenprogramm nicht mehr nutzen dürfen, seien ihm bis heute nicht vorgelegt worden. „Zeigen Sie mir die Beweise. Zeigen Sie mir die Daten!“, fordert Kasperski im Gespräch mit der F.A.Z.

          Gefragt, ob man sich als Antivirenspezialist, der Sicherheit im Internet auch an große Unternehmen und Regierungen verkauft, überhaupt aus Regierungsangelegenheiten heraushalten könne, sagte Kasperski: „Doch, genau das tue ich. Ich bin einer, der neutral bleibt und auch für die russischen Regierung keine Ausnahmen macht. Oder für die amerikanische – aber das können wir im Moment ohnehin vergessen.“ So ganz kann sich Kasperski der Regierung in Russland aber doch nicht entziehen: „Wir haben schon mit der Polizeieinheit für Cyber-Kriminalität zusammengearbeitet. Und wenn die uns bitten, uns für eine Zeit aus bestimmten Dingen herauszuhalten, dann tun wir das, wenn es sich um laufende Ermittlungen handelt. Darüber hinaus informieren wir die Ermittler natürlich über technische Hintergründe. Aber das war es auch.“

          Das komplette Interview lesen Sie in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Freitag und ab 20.00 Uhr bei FAZ-Plus oder im E-Paper.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Präsident Donald Trump bei seiner Rückkehr nach Washington

          Treffen in Helsinki : Trump verteidigt Annäherung an Putin

          Der Präsident der Vereinigten Staaten weist die heftige Kritik wegen eines zu milden Umgangs mit Russland von sich: Man dürfe sich nicht mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern müsse in die Zukunft schauen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.