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Kandidatenshow Hollands nächste Superniere

 ·  Die Idee klingt so widerlich, dass sie nur aus dem holländischen Fernsehen stammen kann: Drei nierenkranke Patienten sollen vor laufender Kamera um eine Spenderniere kämpfen, die eine sterbende Frau ausgelobt hat.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (33)

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Klaus-Henning Bähr

@Johannes-Rüdiger Müller-Wachtendonk

Da ist sie wieder, diese aus selbstgerechter Überheblichkeit geborene deutsche Lust an der herablassenden Belehrung Andersdenkender: Wenn unsere holländischen Nachbarn beleidigt werden, ist das also "vollkommen unwichtig", zumal die ganze Aufregung der Dummheit derer geschuldet ist, die nicht zwischen böser Absicht und "harmloser" Satire zu unterscheiden wissen. Vielleicht wäre es hilfreich zu untersuchen, ob die Rezeption solcher Machwerke durch das Publikum und seine offenbare Unwilligkeit, sich persönlich für Organspenden zu engagieren, nicht gleichermaßen auf die zynische Gleichgültigkeit gegenüber Werten wie Empathie, Solidarität und Verantwortung zurückzuführen sind. Das Ergebnis dürfte vermutlich einigen Witzbolden die Freude an ihren makabren Scherzen verderben!

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Steffen Pawelczack

Update

"Die Idee klingt so widerlich, dass sie nur aus dem holländischen Fernsehen stammen kann."
Tja Herr Wefing, sie sollten sich mit Ihren Vorurteilen und Ihrer moralinsauren Empörung wohl etwas zurückhalten. Besagte Schow war nämlich von vorne bis hinten inszeniert, niemand wird hier per sms über Leben und Tod eines Schwerkranken entscheiden. Die Ankündigung dieser Sendung hatte nur einen Zweck, nämlich die Menschen auf den großen Mangel an Spenderorganen aufmerksam zu machen. Das ist ja wohl geglückt. Und? Haben Sie Ihren Organspenderausweis schon ausgefüllt? Die vermentlichen Show-Patienten warten nämlich tatsächlich sehnsüchtig auf einen Spender.

SPa

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gisbert heimes

Tabubruch und wem er nützt

1. Warum gibt es Tabus? Weil es sonst nichts zu brechen gäbe. Tabubrüche sind sozusagen Mutationen in der geistigen Entwicklung. Im Positiven wie im Negativen.

2. Also, die Holländer 'bringen' schon einiges.

3. Die Abwägungsfrage: kann man ihr alles unterordnen? Reicht es, wenn durch die Sendung mehr Spenderorgane zur Verfügung gestellt werden? Heiligt also der Zweck mal wieder die Mittel? Könnte auch der umgekehrte Effekt eintreten, nämlich daß sich manche (viele?) Menschen sagen: das mach ich nicht mehr mit? Ist die Organtransplantation nicht längst ein Riesenmarkt = Geschäft? Sind wir alle nur noch Geschäft und bemühen Ethik und Moral einzig noch zur Camouflage unseres erbarmungswürdigen Geschäftsdaseins? Hallo, bin ich jetzt ein Gutmensch mit meinen dämlichen Fragen?

4. Ihr GEZ-Hasser :-)

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uwe mildner
uwe mildner (recfarm2) - 30.05.2007 23:46 Uhr

@Martin Standfuß (wandfuessl)

So ist es, ich sehe es ebenso. Und ich bin gespannt wieviele so angesprochen werden, daß sie sich einen Spenderausweis ausstellen lassen. Wenn Fernsehen Kunst ist, dann hat diese Kunst schon im Vorfeld sehr viel erreicht. Wie anders wären diese Leserbeiträge zu erklären. Mitwirkende in dem Stück sind immerhin die Spenderbedürftigen. Kunst braucht das angesprochen werden. Deshalb muß diese Kunst in unsere "wirkliche Welt", das Fernsehen. Wo anders sind Mencshen unserer Gesellschaften noch anzusprechen?
Eine Nieren OP ist für mich Kunst.

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Julia Kramer

Arme unmündige Zuschauer

Wird eigentlich irgendjemand zuhause von Familienmitgliedern zum Fernsehen gezwungen?
Ich finde es erstaunlich, wie hier im einhelligen Kommentar der einzelne Mensch und potentielle Zuschauer aus seiner Verantwortung entbunden wird. Es ist nicht allein der Sender am "gesellschaftlichen Niedergang" und einer undefinierten "moralischen Verkommenheit" schuld, sondern im ganz genau gleichen Masse all diejenigen, die sich solche Sendungen ansehen, wenn man denn der Meinung ist, dass solche Sendungen verkommen sind. Wo keine Nachfrage, da kein Markt.
Immerhin entfacht die Sendung schon vor ihrer Ausstrahlung eine Diskussion, um die manche der auf Organspenden angewiesenen Kranken vielleicht dankbar wären, auch wenn sich über die Art des Anstosses streiten lässt. Jede Wette, dass sich nach der Sendung die Spendebereitschaft eklatant erhöht, und dass die beiden leer ausgegangenen Kranken im Handumdrehen private Spender gefunden haben werden!
Die Menschen in dieser unserer "moralisch verkommenen" Gesellschaft sind nämlich durchaus zu Mitgefühl fähig, wie die enorme Geld-Spendebereitschaft nach plakativ vermittelten Umwelt- oder sozialen Katastrophen regelmässig unter Beweis stellt. Und wem ist damit gedient? Den Geschädigten doch.

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RAVillmer (RAVillmer) - 30.05.2007 15:14 Uhr

Untergang

Dies sind die ersten Anzeichen für den Untergang einer Zivilisation. Dem kulturellen, geistigen Schwund folgt der wirtschaftliche Niedergang. Man beachte die Zeichen innerhalb der deutschen Eliten.

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Jürgen Glaser
Jürgen Glaser (glaserj) - 30.05.2007 13:25 Uhr

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Der Inhalt des Beitrages lässt in tiefste menschliche Abgründe blicken. Der Kampf um Einschaltquoten und Marktlücken hat einen erneuten geschmacklosen Tiefpunkt erreicht, der jedweder humanistischen Bildung, jedweder Sitte und Anstand und jedweder ethischen Entwicklung des christlich geprägten Abendlandes trotzt und einen Fehdehandschuh hinwirft. Wie lange muss man sich so etwas gefallen lassen, gibt es keinerlei Korrektiv für Privatsender? Der Zuschauer sinkt auf das Niveau ungebildeten Plebs zu Zeiten des römischen Imperiums herab, stimmt über Wohl und Wehe der Gesundheit von Kandidaten ab. Welches Menschenbild steht hinter so einer Sendung? Wer hier Werbung schaltet, solidarisiert sich letztlich auch mit dem Inhalt der Sendung. Vielleicht gibt es ja noch Hoffnung, dass zumindest die Werbeindurstrie dieses Format nicht unterstützt, wenn schon nicht die Volksvertreter oder Gerichte diesem widerlichen Treiben Einhalt gebieten. Die Hoffnung - auch auf die geistige Weiterentwicklung des Menschen an sich - stirbt zuletzt.

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Christine Jakeman

Was können wir dagegen tun?

Das ist so widerlich, daß mir schlecht wird.
Seit ein Pulloverhersteller für seine Waren mit dem Elend anderer Menschen versuchte, seinen Profit zu steigern, kaufe ich dort nicht mehr.
Jetzt muß ich auch noch Holland boykottieren. Also, kein holländisches Gemüse mehr (schmeckt sowieso nicht), keinen Urlaub mehr dort, etc.
Ich hoffe, die Presse macht daraus einen Skandal und macht den Leuten das Ausmaß dieser Ungeheuerlichkeit klar.

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Tolga Sezan
Tolga Sezan (marcio36) - 30.05.2007 12:55 Uhr

sorry aber

könnte ja sein das manche leute denken, daß ich vom thema abweiche. stellen sie doch mal vor so eine show wäre in der türkei abgezogen wurden. was hätte die EU dazu gesagt? holländische regierung könnte nichts dagegen machen, da es pressefreiheit wäre, aber auf so eine freiheit lege ich kein wert drauf.

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Nadine Almasi

Hollands nächster "Superwahnsinn"

Ich habe soeben euren Beitrag über das neue holländische Fernsehformat mit der Spenderniere gelesen, und mir ist richtig schlecht geworden. Mein Vater war Nierenkrank, und hing 23 Jahre an der Maschine, ist dann letztenendes daran gestorben, und würde ishc wohl im Grab umdrehen, wenn er wüsste, dass 3 Jahre später irgendein Perverser Millionen mit sowas verdient. Mann sollte John de Mol echt einsperren, statdessen werden tausende von Gaffern seine kranke Sendung verfolgen und seinen Geldbeutel füttern! Wo ist unsere Gesellschaft nur hingekommen?

Nadine Almasi

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E K
E K (ek110483) - 30.05.2007 11:49 Uhr

Abbild unserer Gesellschaft

Guten Morgen,

man kann Endemol keinen Vorwurf machen. Sie suchen und finden Marktlücken. So funktioniert dieses Geschäft nunmal.

Der Punkt ist doch, dass solche Formate von den Zuschauern angenommen werden. Die Produktionsgesellschaften befriedigen nur unsere Nachfrage.

Und mit der Aussage "Die Idee klingt so widerlich..." zu behaupten, dass sich diese Nachfrage / das Konsumverhalten mit Grenzüberschreitung von Holland nach Deutschland schlagartig ändert, ist absolut unsachlich und lächerlich...

An meinen Vorredner: zufällig trage ich einen Organspenderausweis bei mir. Aber ich gebe dir Recht, wenn du behauptest, dass in Deutschland, wie auch in den meisten anderen Ländern, ziemlich viel falsch läuft in der gesetzlichen Regelung zur Organspende und vor allem mit dem nicht vorhandenen Bewusstsein der Bevölkerung.

Gruß
Emanuel

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Steffen Pawelczack

Und Sie?

Ich möchte all diejenigen, die hier gerade ihrem Ärger Luft gemacht haben um eine Sekunde Nachdenken bitten. Haben Sie festgelegt, das im Falle eines Falles mit Ihren Organen jemand gerettet werden kann? Oder finden Sie das so belanglos, daß Sie lieber eine Castigshow die letzte Hoffnung todkranke Menschen sein lassen wollen?

SPa

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Gerhard Schloendorffer

Nieren im Fernsehen

Die spinnen die Roemer!

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Christian Haberer

Kranke Niere

Das entbehrt jedwedem Kommentar.... Sollte man das nicht gleich in Indien produzieren und 1000 Nieren ausloben????

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Charlotte Zengler

Nierentheater

Diesen Beitrag kann ich kaum glauben. Schon als vor kurzem die Nachricht aus Holland kam, dass es dort eine Partei der Päderasten geben sollte, sass ich lange geschockt da, komplett sprachlos. Diese Idee hier ist genauso unerträglich und widerlichst, und sie ist nur noch ein paar Zentimeter von einer TV-Show entfernt, in der sich Kandidaten gegenseitig die Köpfe abschneiden, mit denen dann Promis Fussballspielen - womöglich noch für einen guten Zweck. Ich fass es kaum noch! Wo geht das alles hin? Wann und von wem werden Verbrecher, die sich so etwas ausdenken, schnellstmöglich zur Verantwortung gezogen? Meine Verachtung wächst. Die Angst um uns auch.
Charlotte

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Klaus-Henning Bähr

Wer im Glashaus sitzt...

Das peinliche Pauschalurteil über das niederländische Fernsehen stellt den Autoren in eine Ecke mit der ganzen Sippschaft, die solche Sendungen ersinnen, realisieren und anschauen. Man kann sie bei uns fast täglich im Programm diverser Schlichtsender bestaunen, wenn sie johlend und klatschend in dümmlichen Talkshows oder schmalztriefenden Kitschmusikveranstaltungen hocken. Dass denen noch nichts gleich Ekliges eingefallen ist wie den Damen und Herren von Endemol, spricht nur gegen ihre Phantasie, nicht für ihre Gesittung oder ihren Geschmack! Man erinnere sich bitte an das "Millionenspiel" (...ist schon ein Weilchen her), da waren sie alle dabei (zumindest die Älteren), die sich jetzt erregen, und saßen mit Schaum vorm Maul vor dem Fernseher, um sich an der Jagd auf Menschen zu ergötzen.

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martin kollert

superhirne



das paßt doch in unsere konsumgesellschaft, diese art ist doch von superhirnen ausgedacht worden. wer kann da noch wiederstehen.

vielleicht sollte dieter bohlen diese sendung moderieren.

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Martin Standfuß

Sensationell

Dies ist definitiv ein Vorstoß in televisionäre Grenzbereiche. Endemol bringt die größten Tabus unserer Zeit auf die Mattscheibe - Tod und Krankheit - und geht (wieder einmal) dahin, wo es weh tut. Die moderne Medizin ist ein großer Segen. Gleichzeitig wirft sie so viele ethische Fragen auf, vor die man nie gestellt sein möchte. Es ist gut, dass einige dieser Fragen nun einem breiten Publikum gestellt werden. Wer jetzt wieder einmal das Abendland untergehen sieht, der muss konsequenterweise auch Rembrandts "Die Anatomie des Dr. Tulp" aus dem europäischen Kulturkanon streichen. (Huch, wo kam Rembrandt gleich nochmal her?)

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Christian Kremp

I live, you die (Flotsam & Jetsam - No Place for Disgrace)

Ja das is doch mal echt fein: "Der sieht aus wien Assi, wähl den anderen Schatzi, der hat bestimmt noch nie gekifft."

"Rufen sie an für Rüdiger, der die Niere dringend braucht und dafür auch einen Hoden spendet..."

Ich kann nicht verstehen, wie man auf solche Ideen kommt oder auch den Sender findet, aber schauen tut man eben selbst.
Die Hollandschelte finde ich jedoch etwas undifferenziert, sind wir immer noch unwitzig, Engländer fett und Iren immer besoffen?

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Daniel Kraus
Daniel Kraus (jdsk) - 30.05.2007 01:56 Uhr

Information

Ich finde den Gedanken an solch eine Fernsehsendung auch befremdlich.

Zwei Anmerkungen zu den bisherigen Kommentaren:

1. In Oesterreich wird so verfahren, dass man die Organspende zu Lebzeiten aktiv ablehnen muss (im Ggs. zu unserem System in Deutschland). Die Niederlande waeren also nicht das erste Land.

2. Wenn jemand keine Niere bekommt, ist das nicht direkt ein "Todesurteil". Ohne funktionierende Niere ist man zwar sehr schwer krank, aber es gibt viele Menschen, die sich mit der Dialyse arrangiert haben. (Statistisch gesehen bedeutet eine Nierentransplantation allerdings eine Verlaengerung der Lebenserwartung im Vergleich zur Dialyse.)

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