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Aufruf an Türkei : Schriftsteller und Journalisten fordern Freiheit für Asli Erdogan

Sie wurde von der Polizei in ihrer Wohnung verhaftet: Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan. Bild: Frank Röth

In der französischen Literatur und im deutschen Journalismus sammeln sich Unterstützer für die in der Türkei inhaftierte Autorin Asli Erdogan. Auch Günter Wallraff mischt sich ein.

          In der französischen Literaturszene war die von der türkischen Justiz verhaftete Schriftstellerin Asli Erdogan seit langem eine vertraute Figur. Die Übersetzungen ihrer Romane erscheinen bei „Actes Sud“, dem französischen Verleger von Daniel Kehlmann, und - zweisprachig - im „Maison des écrivains étrangers“ (Meet) in Saint-Nazaire, wo sie „seit 2004 regelmäßig arbeitet und an Schriftsteller- wie Übersetzer-Treffen teilnimmt“. So steht es in einer Petition französischer Kulturschaffender, die von Patrick Deville und Olivier Rolin lanciert und in „Libération“ publiziert wurde. Sie protestieren gegen die Verhaftung von Asli Erdogan, die in einem türkischen Gefängnis festgehalten wird, und fordern mit ihrer Freilassung generell „die totale Meinungsfreiheit der Schriftsteller überall in der Welt“. Unterschrieben haben den Aufruf Annie Ernaux, Boualem Sansal, Jonathan Littell, Marie NDiaye und zahlreiche bedeutende Kollegen. Zu den Erstunterzeichnern gehört auch Peter Schneider.

          Jürg     Altwegg

          Kulturkorrespondent mit Sitz in Genf.

          Für die Freilassung von Asli Erdogan engagiert sich auch der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff. Ihre Festnahme sei leider „kein Einzelfall, aber ein besonders krasser Fall“, sagte Wallraff, sie stehe für absolute Friedfertigkeit und für das „Gegenteil von alldem, wofür sie jetzt in Haft genommen wurde“. Der Deutsche Journalisten-Verband DJV forderte die Bundesregierung unterdessen auf, politisch verfolgten Journalisten aus der Türkei Asyl anzubieten. Im Zuge der vom türkischen Staatspräsidenten Erdogan verfügten Massenverhaftungen waren zuletzt 35 Medienmitarbeiter zur Fahndung ausgeschrieben worden.

          Quelle: F.A.Z.

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