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Jason Buzi im Gespräch : Ein eigenes Land für Flüchtlinge

Hier gebe es für eine Refugee Nation Milliarden Quadratmeter Platz, sagt Jason Buzi: Kalifornien Bild: Imago

Der kalifornische Immobilienmakler Jason Buzi hat eine überraschende Lösung für die Flüchtlingskrise: die Gründung einer eigenen Nation. Ein Gespräch über Geld, Rassisten und humanitäre Ideale.

          Als Immobilienhändler im Silicon Valley wurde der Israeli Jason Buzi, 45, zum Millionär. Schon im vergangenen Jahr wurde er durch eine ungewöhnliche Form der Philanthropie bekannt: Er versteckte Tausende Dollar in mehreren amerikanischen Städten und rief per Twitter zu einer Schatzsuche auf. Seit ein paar Wochen wirbt er für ein neues Projekt.

          Carolin Wiedemann

          Redakteurin im Feuilleton.

          Herr Buzi, die Welt befindet sich mitten in einer immensen Flüchtlingskrise. Experten und Politiker suchen händeringend nach Auswegen. Und da kommen Sie daher, ein Immobilienhändler aus dem Silicon Valley, der bislang nichts mit Migrationsforschung oder Flüchtlingsarbeit am Hut hatte, und sagen: Ich habe die Lösung.

          Ich bin frustriert davon, dass alle klagen, wie schlimm es ist, aber die Politiker keine Alternativen vorschlagen. Wenn man sich andere humanitäre Krisen ansieht, sei es ein Tsunami oder ein Erdbeben, da ist die Weltgemeinschaft schnell handlungsfähig. Im Fall von Ebola etwa haben sich Europa und die Vereinigten Staaten eingesetzt und die Krankheit zügig unter Kontrolle bekommen. Wenn die Welt zusammenkommt, ist es möglich, unglaubliche Dinge zu erreichen. Doch in der Flüchtlingskrise hat niemand überhaupt über Auswege gesprochen. Für mich gibt es aber eine offensichtliche Lösung: Ein eigenes Land für Flüchtlinge.

          Ihre Kritiker finden diese Idee naiv und unrealistisch.

          Warum unrealistisch? Die gegenwärtige Situation ist unerträglich. Neun von zehn Menschen, die fliehen, haben gar keine Chance, in einem stabilen Land Asyl zu beantragen, und selbst wenn sie es bis in die EU schaffen, ist ihr Überleben nicht gesichert. Was wären die Auswege? Entweder die Leute bekommen alle sofort Asyl in unseren Ländern, und zwar so, dass sie als gleichberechtigte Bürger anerkannt werden, oder die Ursachen für Flucht werden gelöst. Beide Optionen sind unwahrscheinlich. In Europa, Australien und den Vereinigten Staaten wächst der rassistische Widerstand gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Gleichzeitig steigt deren Zahl durch die aktuellen Krisen, und die wiederum scheinen immer vertrackter. Es sieht nicht so aus, dass die Leute bald oder überhaupt in ihre Herkunftsländer zurückgehen können. Von all den Auswegen, die es gäbe, ist die Idee eines eigenen Landes für Flüchtlinge am realistischsten. Ich habe sogar schon Nachahmer: Letzte Woche erst hat ein ägyptischer Unternehmer sich ebenfalls für einen eigenen Staat für Flüchtlinge ausgesprochen. Aber ich bin offen für andere Vorschläge – nur sollen die Kritiker bitte schleunigst welche machen.

          Wo sollte so ein neues Land entstehen? Das gesamte globale Territorium gehört doch jeweils irgendjemandem.

          Ja, aber es ist ein großer Irrglaube, dass sämtliche Gebiete auch genutzt würden. Schauen wir uns Kalifornien an: Hier gibt es Milliarden Quadratmeter, die brach liegen. Das Areal für das neue Land ist nicht das Problem.

          In Ihrem Konzeptpapier schlagen Sie unter anderem vor, ein dünn besiedeltes Land zu bitten, einen Teil seiner Gesamtfläche abzugeben. Meinen Sie, die Bewohner wären damit einverstanden?

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