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Google-Mitarbeiter stellen „Glass“ vor : Dümmer mit Aussicht

  • -Aktualisiert am

Sprich mit ihr: Googles neue Datenbrille nimmt Befehle an, nur darf man dabei nicht „Enter“, sondern nur noch „Okay Glass“ sagen Bild: AFP

Google hat „Glass“ also entwickelt, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wie uns drei freundliche Herren vom Internetkonzern lächelnd die Datenbrille vorstellen, ohne lachen zu müssen.

          Am vergangenen Donnerstag bekamen wir in der Redaktion Besuch von drei Google-Mitarbeitern, die uns eine Brille, genannt Google-Glass, vorstellen wollten. Das ist eine Brille, über die viel spekuliert wird, weil sie das nächste große Ding auf dem Computer-Smartphone-Markt sein soll und weil Datenschützer ihretwegen große Befürchtungen haben.

          Alle Welt, zumindest die Freaks, will irgendwie an diese Brille kommen, und wenn das Datum ihrer Veröffentlichung (gegenwärtig Anfang 2014 in den Vereinigten Staaten, Europa ungewiss) verschoben wird, gibt es dazu Meldungen in der Zeitung.

          Aber immer liebenswürdig bleiben!

          Wir dachten also, uns würden gleich Wahnsinnssachen widerfahren, begrüßten die drei Herren aber ganz normal mit Handschlag. Einer der drei (volljährig, blond, amerikanisch) trug schon bei der Begrüßung die Google-Brille im Gesicht, mit der größten Selbstverständlichkeit natürlich, es war also völlig ausgeschlossen, zu ihm zu gehen und zu sagen, „Ey, du hast da was“, denn damit hätte man sich als ahnungslos ins Unrecht gesetzt, außerdem soll man freundlich sein, das waren die drei Herren nämlich auch. Sehr freundlich, nehmen Sie Platz, nice to meet you, alles gut? Ja, alles gut! Gut!

          „Google is trying to make the world a better place“, so der junge Herr mit Glass im Gesicht, weil es schon ein bisschen unhöflich sei, wenn Menschen immerzu auf ihre Smartphones gucken und nie ihrem Gegenüber in die Augen, das störe die Kommunikation, weswegen sich Google eine Lösung ausgedacht habe, so der junge Herr weiter, immer lächelnd, um, ja, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

          Was ist, wenn etwas Unerwartetes passiert?

          Geäußert von diesem intakten amerikanischen Gesicht klang das total niedlich – und gleichzeitig so böse, denn seit wann machen Firmen Sachen aus rein altruistischen Motiven heraus, und wie bitte bringt dieser junge Herr es fertig, so einen Satz zu sagen, ohne laut lachen zu müssen, über sich, über den Satz und die Brille da auf seiner Nase? Und was macht er denn, wenn er eine Frau kennenlernen und aus diesem Grund einen irgendwie passenden Satz sagen will, wie verhält er sich, wenn er sich verteidigen muss, um seine Brille zu behalten (die immerhin 1500 Dollar gekostet hat), was ist, wenn irgendetwas Unerwartetes passiert, etwa durchweg heulende Redaktionsmitglieder bei der Glass-Präsentation?

          Der Präsentationsherr würde wahrscheinlich seine Brille fragen. Ja, wirklich, so funktioniert sie. Man setzt sie ganz normal auf die Nase (für Brillenträger schwierig), und dann guckt man nach rechts oben, wo ein kleiner Bildschirm ist. An dem rechten Brillenbügel ist eine Kunststofffläche beziehungsweise ein Touchpad (in unmöglichen Farben, meistens eher knallig), und darauf kann man rumwischen, wodurch man der Brille Befehle erteilt. Oder man spricht eben mit ihr.

          Wenn man „Enter“ meint, sagt man „Okay Glass“

          Der Präsentationsmann also zu uns: Can you tab that for me?, backward, forward, now can you swipe that for me? Now say „Okay Glass!“, was in der Brillensprache das Gleiche ist, wie „Enter“ zu drücken. Und dann: „Now ask the Glass: Will I need an Umbrella in Berlin tomorrow?“ Der Bildschirm in der Brille zeigt dann die Wetteraussichten für den morgigen Tag. Gemeinsam fragten wir die Brille aus: Wo gibt es hier (Ortungsfunktion an!) das beste französische Restaurant? Wie komme ich von hier nach da?

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