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FAZ Plus Artikel Theologieseminar ohne Kruzifix : Ungleiche Zumutungen beim Blick auf die Wand

  • -Aktualisiert am

Im Landgericht Düsseldorf wurden die Kreuze vor Jahren abgehängt – an der Wand des Schwurgerichtssaals L111 war danach zu sehen, wo eines hing. Bild: Picture-Alliance

Kein Kruzifix mehr im Theologieseminar? Der Abbau von Privilegien für das Christentum darf nicht die Religionslosen privilegieren. Ein Gastbeitrag.

          Wird die besonnene Argumentation, mit der Jan-Heiner Tück auf die Entscheidung des Rektorats seiner Wiener Universität reagiert, im Rahmen von Hörsaalverlegungen künftig auf das Anbringen von Kreuzen zu verzichten, Früchte tragen? Es ist natürlich in erster Linie Sache der am Konflikt Beteiligten, die Chancen für einen Kompromiss in dieser Sache auszuloten. Aber das, was derzeit in Wien diskutiert wird, fügt sich in eine religionspolitische Grundsatzdiskussion ein, die seit den neunziger Jahren europaweit mit zunehmender Schärfe geführt wird. Es lohnt deshalb, einen Blick auf das Problem zu werfen, das hinter dem in Wien verhandelten Fall steht. Das Kreuz im Klassenzimmer oder das Kopftuch der Lehrerin, gestritten wird um die Frage nach einer öffentlichen Präsenz religiöser Symbole. Muss auf solche Präsenz verzichtet werden, weil anderenfalls zu befürchten wäre, dass sie in einer religionspluralen und säkularen Gesellschaft zunehmend Anlass von Konflikten ist?

          Tatsächlich ging es in den Entscheidungen des deutschen Bundesverfassungsgerichts zu Fragen von Kreuz und Kopftuch um eine Neugewichtung der religiösen und weltanschaulichen Neutralitätsverpflichtung der öffentlichen Gewalt. Dahinter stand die Einsicht, dass der religionsneutrale Staat, auf Gleichheit bedacht, allen Religionen und Weltanschauungen in einer Haltung der Äquidistanz gegenübertritt. Das Rektorat der Wiener Universität hat sich, soweit bekannt, bei seiner Entscheidung offenbar von ähnlichen Überlegungen leiten lassen. In Wien sollen demnach die Theologen künftig in Hörsälen ohne Kreuz lehren: Es ist, nach Lage der Dinge, nicht angebracht, hier einen kulturkämpferischen Laizismus am Werke zu sehen. Sichtbar werden vielmehr verfassungsrechtliche Dynamiken eines religiös und weltanschaulich pluralen Gemeinwesens im Umgang mit Religionskonflikten.

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