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Facebook und „Rache-Pornos“ : Private Bilder sollen privat bleiben

Öffentliche Bilder, wie hier vom Nacktbadetag am Druridge Bay Beach, können unbegrenzt auf Facebook geteilt werden. Wie sieht es aber mit privaten Nacktaufnahmen aus? Bild: dpa

Facebook will etwas gegen „Rache-Pornos“ tun. In Australien läuft ein Pilotprojekt. Wer eventuelle Nacktbilder von sich verhindern will, hat aber eine Hürde zu nehmen.

          Mit seinen mehr als zwei Milliarden Nutzern ist Facebook ein Forum für jedermann, auf dem das Politische ebenso wie das Private im Vordergrund stehen kann. Das Privateste birgt die Gefahr des Missbrauchs, der im Netz zum Beispiel in Form sogenannter „Rache-Pornographie“ weit verbreitet ist: Da werden Nacktbilder ehemaliger Lebenspartner oder Freundinnen oder auch von Fremden veröffentlicht, um sie bloßzustellen und dem Voyeurismus preiszugeben. Dem will Facebook nun einen Riegel vorschieben. Das allerdings funktioniert nur, wenn Betroffene Mitarbeitern von Facebook Zugriff auf die betreffenden Bilder gewähren.

          Matthias Hertle

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In einem mit der australischen Regierung vereinbarten Pilotprojekt will Facebook prüfen, wie man Nacktaufnahmen, die gegen den Willen von Nutzerinnen oder Nutzern in Umlauf gebracht werden, unterbinden oder von vornherein verhindern kann. Wer sich dergestalt Hilfe von dem Konzern erhofft, muss zunächst die australische Behörde für elektronische Sicherheit konsultieren und dort die betreffenden Nacktbilder anzeigen. Nach einer ersten Prüfung kann Facebook danach auf die Bilder zugreifen. Hierfür schickt der Nutzer die betroffenen Bilder über den Messenger an sich selbst – so kann Facebook sie abrufen. Anhand der Aufnahmen generiert der Konzern einen digitalen Fingerabdruck, den sogenannten „Hash-Wert“, der einem Bild eindeutig zugerechnet werden kann. Dieser wird gespeichert. Taucht exakt dieses Bild abermals irgendwo auf, wird es von jemandem bei Facebook eingestellt, kann es geblockt werden. Unterbinden lässt sich so auch, dass Aufnahmen, die schon entfernt wurden, wieder und wieder hochgeladen werden.

          Nach einer Umfrage des Instituts Data & Society aus dem Jahr 2016 sind schon vier Prozent der amerikanischen Internetnutzer Opfer von „Rache-Pornographie“ geworden. Bei Frauen im Alter bis zu dreißig Jahren beträgt der Anteil der Betroffenen zehn Prozent.

          Nutzer, die an dem Pilotprojekt in Australien teilnehmen wollen, müssen sich aber mit dem Gedanken anfreunden, sich erst bei einer Behörde zu melden und dann darauf zu vertrauen, dass Facebook auf Dauer nur den „Hash-Wert“ des Bildes, das verschwinden soll, registriert und dabei nichts schiefgeht. Die Fotos werden zu diesem Zweck schließlich von Facebook auf Datenbanken temporär gespeichert. Experten wiesen darauf hin, dass der Netzkonzern allein mit dem „digitalen Fingerabdruck“ nicht werde verhindern können, dass diffamierende Fotos außerhalb des Netzwerks weiterverbreitet und auf Mobilgeräten gespeichert bleiben. Sämtliche Online-Plattformen sollten ihr Vorgehen koordinieren.

          Im Kampf gegen Kinderpornographie und gewaltverherrlichende Darstellungen ist die Fingerabdrucktechnologie schon eingesetzt worden. Entwickelt wurde sie 2009 von Microsoft. Bei Facebook käme sie in Ergänzung zu einer Meldefunktion zum Einsatz, mittels der Nutzer unerwünschte Aufnahmen mit einer Flagge versehen. Die Fotos werden dann von Facebook-Mitarbeitern überprüft und gegebenenfalls entfernt.

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