10.08.2012 · Wer die Vereinigten Staaten von Europa will, sollte eine Urtugend dorthin mitnehmen: Ehrlichkeit. Dann merkt er nämlich, dass nicht alles „alternativlos“ ist. Ein Plädoyer für mehr Aufklärung.
Von Otfried HöffeRichtlinien für Lesermeinungen
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Europa der Regionen und Nationen
Herr Höffe weist dem sich oft blind und auch nationalistisch äußernden Unmut einen demokratischen Weg. In verständlichem Ton argumentiert er für ein Europa nach Schweizer Art: Wer Schulden macht, muss zahlen oder Konkurs anmelden. Die EZB wird auf Grund des Abstimmungsmechanismus dann kontrproduktiv, wenn sie diesen Grundsatz verrät - es kommt zu einem europäischen Länderfinanzausgleich, dessen grundlegenden Fehler wir aus der bundesrepublikanischen Situation kennen sollten. Berücksichtigen wir dies, haben wir keinen Grund zum Hochmut, aber einen guten Grund, unser Modell nicht auf Europa zu übertragen. Mit einer solchen Bescheidenheit ließe sich fürwahr eine gute nationale deutsche Politik für Europa machen: Wir Erbosten sollten auf diese Linie uns einigen und in der Art dieses Professors argumentieren und das Geschehen bestimmen!
Herzlichen Dank, aber in Zeiten Ionesco'scher Nashoerner.
Das Stueck sollte sofort auf saemtlichen Buehnen Europas, wenn nicht der Welt gespielt werden.
FAZ redaktionelle Linie scheint klar zu sein. Jeden Tag finden wir einen Artikel kritisch über die aktuelle Situation aussieht, aus meiner Sicht, ein Konflikt zwischen den Völkern Europas gesucht wird. Leider mit einem ähnlichen Ziel wie Il Giornale, aber in einem eleganteren Art.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.08.2012 15:17 UhrSo ist es gerade nicht
Genau das kritisiert Hoeffe.
Stühle rücken auf der sinkenden Titanic !
Es ist für mich erschreckend zu beobachten, wie die deutsche
Akademe einen schöngeistigen Artikel nach dem anderen produziert,
obwohl wir uns längst fragen müssen, ob wir nicht in ein paar
Monaten in eine große Depression fallen werden ( aus der wir uns
erst nach mehreren Jahren und unter größten Opfern wieder
befreien können ). Haben denn diese Professoren nichts Anderes zu
tun, als mitten in der Krise Volk und Führung mit Vorwürfen zu
überhäufen, die offensichtlich an den Haaren herbeigezogen sind.
Derzeit geht es darum, wie der Misstrauenswelle des internationalen
Kapitals ( pfui, welche unschönen Worte ! ) glaubwürdig
entgegengetreten werden kann, sonst reißt sie zuerst Griechenland,
dann Spanien und Italien und dann ... Deutschland in den Abgrund. Ist
Herrn Höffe die "Urtugend Ehrlichkeit" wichtiger als
nächstes Jahr ( und die darauffolgenden Jahre ) sich satt essen zu
können ? Diese Frage möge Herr Höffe für sich
alleine, aber nicht für mich, entscheiden.
"Ehrlich" heisst jetzt "Dumm".
Der irrwitzige Versuch, die transalpinen Mentalitäten und Kulturen
umzuerziehen wird in sein Gegenteil umschlagen: die Nordeuropäer
werden levantisiert.
In das Vakuum, welches die Zersetzung von Nationalstaat und kultureller
Identität und Wertekonsens hinterlässt, werden informelle
Netzwerke und Interessengruppen stoßen.
Ein Kernelement europäischer Zivilkultur, Trennung des Privaten vom
Öffentlichen, wird verschwinden. Supranationale Geldeliten,
Wirtschaftslobbies, Familienclans und völkisch-religiöse
Parallelkulturen werden die siechenden Nordeuropäer mit ihren
Vorstellungen von Staat und Gesellschaft beimpfen.
Wer vorsätzlich sein eigenes Immunsystem zerstört, braucht
sich nicht wundern wenn er aus seiner ökologoischen Nische
ausradiert wird.
Anstelle einer Aufklärung aus ökonomischer Vernunft, wie ich sie in meinen Beiträgen 1. und 2.
skizziere, betreibt Höffe unzeitgemäße volksegoistische Propaganda.
Er tut so, als wisse er besser als die exportierenden
Wirtschaftsakteure, dass der Euro für den Export nicht so wichtig
sei.
Und die Nazi-Vergleiche in den griech. Medien zeigen doch bloß,
wie langsam die Verbrechen des „3. Reiches“ aus dem
Bewusstsein verschwinden, wenn die heutige Staatsführung des
Volkes, dass für diese Verbrechen von damals verantwortlich war,
heute nur dann helfen will, wenn die unschuldige griechische
Bevölkerung verbrecherische Auflagen zum Abbau der Schulden
erfüllen muss, die von der politischen und ökonomischen
Führung zu verantworten sind. Und die Schweiz zeigt, dass
Mehrsprachigkeit kein Hindernis für eine Rechtgemeinschaft ist und
das Volksgesetzgebung die Ausgaben und Verschuldung des Staates
reduziert. Da hat politische Aufklärung erste Schritte zur
Beendigung der gesetzgeberischen Vormundschaft durch die Parlamente
bewirkt, die von den meisten Staaten noch gemacht werden müssen.
Plädoyer für mehr Aufklärung - geschrieben von einem besserwisserischen Antiaufklärer – 2.
Das geistige Vermögen, das in der Produktion wirksam werden kann,
ist die stabile Grundlage für eine Geldschöpfung der EZB, die
heute durch das anarchistische Gewinnstreben privater Gläubiger
unterminiert wird. Dies muss beendet werden.
Wenn die Geschäftsbanken durch Gesetze zu Zweigstellen der EZB
werden, dann können die Unternehmen – einschließlich
derjenigen, die die staatlichen Aufgaben erfüllen –
unmittelbar von der EZB zinslose Kredite bekommen, wenn sie 1. Produkte
und Dienstleistungen auf den Markt bringen, nach denen eine Nachfrage
besteht, und wenn sie 2. den Kredit zum vereinbarten Zeitpunkt
zurückzahlen. Staatliche Dienstleistungen (wie z.B. die
Gesetzgebung, Dienste der inneren und äußeren
Sicherheitsorgane, Bildung, soziale Leistungen, Infrastruktur, usw.),
die kostenlos zur Verfügung gestellt werden, sind nicht durch
Verschuldung, sondern ausschließlich durch Steuern zu finanzieren,
die in die Waren und Dienstleistungen, die am Markt verkauft werden,
einzupreisen sind.
Nur Iolaos kann helfen. Zurück zur D-Mark!
Nut Iolaos kann helfen, die entfesselte europäische Schulden-Hydra zu bändigen. Da wir mit solch einem abermaligen göttlichen Beistand wohl nicht rechnen können, sollten wir in diesem aussichtslosen Kampf kapitulieren und mit dem uns verbliebenen Geld aus dem Europa-Poker aussteigen. Wenn wir die D-Mark erst einmal wieder hätten, hätten die Politiker auch wieder Zeit und Muße, die Landes internen Probleme unserer immer weiter in Schieflage liegenden sozialen Marktwirtschaft anzugehen. Europa ist und bleibt nicht mehr und nicht weniger als ein Kontinent aus unterschiedlichen Nationalstaaten. Ein sich zusammen gehörig fühlendes "europäisches Volk" ist nicht in Sicht, also braucht es auch keine gemeinsame Währung und auch keine gemeinsame Regierung. Deutschland komm wieder nach Hause, raus aus dem Europa Casino. Weg mit dem Euro!
Plädoyer für mehr Aufklärung - geschrieben von einem besserwisserischen Antiaufklärer – 1.
Besserwisserisch beurteilt Höffe die Entscheidungen der Fachleute
im EZB-Rat. Doch sie sind fachkundig im bestehenden System. Das
bestehende Geld- und Bankensystem stellt er aber nicht in Frage. Es
gründet im Gewinnstreben privater Gläubiger, die mit
Geldverleih Geld verdienen. Verleihen die Gläubiger den Schuldnern
kein Geld mehr, weil sie fürchten, dass diese die Schulden nicht
mehr zurückzahlen, bricht das Kartenhaus zusammen.
Der Kreislauf des erneuten Anhäufens von Geld beginnt - nach einer
Währungsreform - von vorn. Das will die EZB herauszögern, weil
die Folgen in einer globaliserten Wirtschaft konkurrierender Unternehmen
nicht abgeschätzt werden können. Der Kampf der Weltkonzerne um
Marktbeherrschung verlangt starke Standorte mit gemeinsamen Rechtsnormen
und Geld, um im Vernichtungswettbewerb zu überleben. Stärke
kommt aus geistigen Vermögen, das in der Produktion wirksam werden
kann und aus der Größe der Bevölkerung, die sich an der
Innlands-Nachfrage im EU-Gebiet beteiligt.
wohltuendes Niveau - aber zu kurz gesprungen
scharfsinnige Analyse, dagegen entpuppen sich die Einlassungen von Habermas/Rümelin/Bofinger als reines Geschwätz. Was fehlt?: Welche Handlungsalternative(n) folgt aus der Analyse?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.08.2012 15:20 UhrHandlungsalternative ist konsequente Ehrlichkeit
Man muss sich in Europa darueber einig werden, was Europa sein soll.
„…Und nach Kants berühmter Definition…,
kommt es auf den Mut an, sich seines Verstandes selbst zu bedienen.“
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Fraktionszwänge lassen unsere Volksvertreter ihren Verstand
und ihr Gewissen oftmals „an der Garderobe abgeben“.
Man denke nur an die Zweidrittelmehrheit zugunsten
verantwortungsloser ausländischer Politiker.
Haarsträubend!
Ja.
Wir haben es immer noch mit elitärer Herrschaft zu tun. Bestimmte
Eliten treiben die Entwicklung in bestimmte Richtungen.
Die Masse der Abgeordneten aber trottet mit. Das ist ja das, was Monti
meint, wenn er davon spricht, das strategische Denken könne man
nicht den Abgeordneten überlassen.
Die Abgeordneten denken eh nur an ihre Wiederwahl - also taktisch. Womit
wir dann auch bei den Schwächen von Demokratien angekommen sind.
Man muss aber einsehen, würden wir bürgernah Politikk machen,
wie das die Grünen wünschen, dann würden sich auch
wiederum "Positive Muliplikatoren" im Meinungsbildungsprozess
durchsetzen.
Souverän ist, wer über Verstand verfügt!!!
jeder Deutsche, mit wenigstens ein bisschen Verstand, müsst Ihren
Ausführungen zu 100% zustimmen H. Höffe!!!
Wie lange muss sich das Deutsche Volk, von solcher sogenannten
Polit-Elite in Berlin, welcher selbst ein bisschen Verstand vollkommen
abhanden gekommen ist, noch zum Gespött der uns ausplündernden
Olivenstaaten machen lassen!!!
Auf zur Demonstration nach Karlsruhe! Am 8. September um 11.30 h auf dem Marktplatz
Es wird Zeit, sich aus den Sesseln oder Bürostühlen zu
erheben. Die Deutschen sind kein besonders
"demonstrierfreudiges" Volk.
Aber wir haben es schon gezeigt - bei "Anti-Atom"-Demos, bei
den Montags-Demonstrationen, die zum Fall der Mauer geführt haben...
Wir sind nicht machtlos!
Wir müssen nur raus auf die Straße!
Am kommenden Samstag Mittag geht jeder mit einem ESM-Nein!-Schild vor
das Rathaus seiner Stadt.
Und überzeugen wir Jugendliche, den ersten politischen (und den
wichtigsten!) "Flash-Mob" ihres Lebens zu initiieren! - Es
geht schließlich um ihre Zukunft. (Aber es kostet
Überzeugungsarbeit. "Nicht hingucken und lieber Spaß
haben" ist die Devise der Jungen. Sonst "müßte man
sich ja aufhängen", wurde mir geantwortet. - Genau so weit
wollen wir es eben nicht kommen lassen!)
Wenn hier in Leserkommentaren einfach nur Dampf abgelassen wird, der
dann als Druck auf die Regierung fehlt, dann läuft was schief!
Jetzt oder nie!
Bitte weitersagen (gern auch mit paste und copy)!
Ein großer Trugschluß - bis zum bösen Erwachen!!!
Hallo Frau Heintz,
mir ist es auch unerklärlich, warum unsere Bevölkerung, auch
besonders die Jugend nicht Protestfreudiger sind. Dabei geht es hier
doch wirklich um eine Entscheidung der gesamten Zukunft unseres Landes.
Aber es scheint so, als wenn der Kopf in den Sand gesteckt wird. Was ich
nicht sehe, ist auch nicht da.
.. dass die Intellektuellen sich nun zunehmend aus der Deckung wagen und
mutig Position beziehen. Und manche Philosophen verstehen offenbar mehr
von gesellschaftlich-ökonomischen Zusammenhängen als viele
Euro- und Wirtschaftsexperten.
Dank an Herrn Höffe, auch wenn das eine oder andere Detail
diskussionswürdig sein mag, aber die wohltuend klare und
unaufgeregte Sprache trägt dazu bei, die Dinge neu zu sortieren und
einmal vorurteilsfrei zu betrachten.
Als Leser und Forumsteilnehmer macht mir aber die eigentümliche
Polarisierung mancher Kommentare zu schaffen. Wir sollten nicht in die
Falle tappen, Länder und Völker gegeneinander auszuspielen. Es
geht nicht um Germanien gegen Lateineuropa. Es geht um internationale
Banken- und Finanzmacht gegen Bürger..egal wo diese nun leben.
ist das nicht etwas zu kurz gedacht?
Zitat:"Hingegen muss genau derjenige und in dem Maße
Souveränität aufgeben, der der Hilfe bedarf."
Was ist damit gewonnen? Ein Verzicht auf Souveränität ist
allenfalls notwendig, aber nicht hinreichend. Der Kern der Probleme
liegt in der Unterschiedlichkeit der Wettbewerbsfähigkeit der
Volkswirtschaften, kurzfristig werden lediglich
Liquiditätsproblemchen in den Haushalten kuriert, wenn
überhaupt. Die Organisation der Volkswirtschaften kann nicht
zentral verordnet werden, wenn man nicht jede Ordnungspolitik über
Bord schmeißen möchte. Das kann auch nicht in unserem
Interesse sein. Die Reglementierung der Haushalte löst die Probleme
nicht, verzögert eher ihre Aufarbeitung. Ein Weiterso, auch mit
philosophischem Beistand, scheint mir nicht zielführend zu sein,
von den politischen Konsequenzen garnicht zu sprechen, die auch eine
Aufklärungsrhetorik nicht aus der Welt schaffen kann.
So ist es.
"Der Kern der Probleme liegt in der Unterschiedlichkeit der Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften" Völlig richtig. Der Herr Philosoph denkt also am Kernproblem vorbei!
das Plädoyer für "mehr Aufklärung" ist nicht plausibel, selbst wenn Aufrichtigkeit bestünde
Wenn klar deutlich gesagt würde, den Point-of-no-return haben wir
bereits hinter uns gelassen, wir haben uns von den Vorstellungen der
bundesdeutschen Ordnungspolitik verabschiedet, die EZB kann nicht die
deutsche Bundesbank ersetzen (zuviele Köche, darunter auch jede
Menge Dilettanten), wir akzeptieren die Vorstellungen französicher
Staatsraison und einen inflationären Euro, und, und...
Den Mut hat die Politik nicht, das Eingeständnis des Versagens
wäre wohl aus Sicht der Handelnden politisch nicht korrekt. Hoffes
Argumentation bleibt nur im Kesselflickerkontext einigermaßen
plausibel, aber die politischen Konsequenzen wären, gemessen an der
Aufklärung, eher kontraproduktiv, Stichwort Anscien Regime.
"Ich habe den Hauptpunkt der Aufklärung...vorzüglich in Religionssachen (=Glaubenssachen) gesetzt...
Prof. Rolf Stürner belegt überzeugend, wie neoliberale
Theoriebildung über Verabsolutierung und Dogmatisierung in jetzt
destruktiver Weise zum wirkmächtigen Modell für möglichst
alle Lebensbereiche (einschließlich der Verstandesentwicklung!) wurde.
Allerdings ist jetzt auf der Titanic keine Zeit zum philosophischen
Gespräch über Zielkorrekturen bzw. Gesellschaftsentwürfe.
Die Katastrophe muss abgewendet werden.
In diesem Zusammenhang ist es mir unverständlich, weswegen die
konkreten Sofortmaßnahmen, die Frau Wagenknecht (beispielsweise in
der "Welt" vom 09.08.) anführt, nicht ernsthaft in
Erwägung gezogen werden.
Die berechtigte Angst vor dem seinerzeitigen Sozialismusprojekt sollte
doch nur in Form von Aufmerksamkeit wirksam sein: Ist doch der Grad an
demokratischer Mitbestimmungs- und Informationsmöglichkeit in
Deutschland heute ein wesentlich anderer als in der DDR.
Dieser Mangel an Entschließung und des Mutes wäre
philosophischer Erörterung wert gewesen.
Als Schweizer deutscher Abstammung habe ich schon lange auf einen Europa-Kommentar von solchem Niveau und solch unaufgeregter Sachlichkeit gewartet. Chapeau, Herr Höffe! Hoffentlich trägt Ihr Beitrag zu einer Trendwende in der deutschen Europa-Diskussion bei. Diese wird immer noch von allzu vielen unwahren und unbelegten Schlagworten geprägt und verfälscht. "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa" ist eine Lüge, weil es den europäischen Staaten ausserhalb der Währungsunion wirtschaftlich und sozial besser geht. "Der Euro ist ein Erfolgsmodell" ist eine dreiste Fehlaussage wenn man sieht, dass im Euroraum die durchschnittliche Arbeitslosigkeit auf über 10% angestiegen ist. Kein westliches Industrieland weist so katastrophale Arbeitsmarktzahlen aus. "Der Exportweltmeister Deutschland profitiert am meisten vom Euro" stimmt trotz wöchentlicher Zitierung in den Polittalks dar ARD nicht. Das Nicht-Euro-Land Schweiz exportiert bezogen auf die Bevölkerungszahl deutlich mehr als Deutschland.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.08.2012 17:44 UhrEntlarvende Mantren
@Herr Weiss: Die von Ihnen völlig zu Recht zitierten Mantren werden
ja mit bewusster, unverfrorener Irreführungsabsicht gebraucht.
Solche Schlagworte werden u.a. in Thinktanks (wie zB INSM) entwickelt.
Auch die elegante terminologische Umdeutung der Euro-Bankenkrise in eine
"Staatsschuldenkrise" ("wir leben über unsere
Verhältnisse" etc..) gehört ja dazu. Und all das
"fit-machen"- Getue auch..
Solche euphemistisch-terminologischen Hülsen folgen natürlich
immer einer kühl kalkulierten Strategie. Sie sind daher per se
verräterisch, zumal wernn sie so gehäuft in der immer gleichen
Lesart auftreten. Man darf immer darauf schliessen, dass das wahre Ziel
so ziemlich das Gegenteil dessen ist, als das was suggeriert wird.
Dieser Euro ist ganz offenkundig kein Friedensprojekt.. Er einigt die
Völker auch nicht.. und wird den Wohlstand des einfachen
Bürgers auch nicht mehren. Ganz im Gegenteil (siehe zB die heutige
Meldung: EZB fordert Lohnsenkung in Krisenstaaten).
danke, sehr geehrter Herr Professor Dr. Höffe!! Das ist in meinen Augen eine vortreffliche Analyse und ein klarer Aufruf zum Widerstand gegen den "Rettungswahn", der nicht anderes bringen kann, als den Untergang aller politischen, kulturellen, gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Errungenschaften seit 1945
erneut ein Superartikel aus dem Haus der klugen Koepfe zu dem Thema
EURO-Rettungs-Dogmen ! Mit Recht wird an den Anspruch auf
Aufklärung und Mündigkeit des Bürgers in der
Aufklärung erinnert und in Kontrast zur hinter der
Souveränitätsfassade versteckten Hilflosigkeit unserer
politischen Klasse in dieser Kernfrage gesetzt. Der Beitrag verschafft
Luft zum Anders-Atmen und Denken !
Ich frage mich, wie mehr an kritischer Bürgerbewegung zu diesem
Thema in die Öffentlichkeit kommen kann. Wie wäre es mit
folgendem Vorschlag: wir machen bis zur Entscheidung des
Verfassungsgerichts Montag morgens um 04.00 immer ein Wohnungslicht an
nach dem Motto, der Deutsche Michel schläft (doch) nicht !?.
(Hierzu brauchen wir dank Zeitschaltuhren noch nicht einmal aufzustehen...)
Wenn Idealismus und Neoliberalismus aufeinander treffen
Das Hauptproblem Europas ist, dass insbesondere in Deutschland
Idealismus und Neoliberalismus frontal aufeinander geprallt sind und
sich die Deutschen deshalb in einer Zwickmühle befinden.
Das grösste innenpolitische Übel ist allerdings, dass sich der
Idealist nicht vorstellen mag, dass Angela Merkel eine ausgefuchste
Neoliberale ist. Insofern verkennt Herr Höffe, dass die
Bundeskanzlerin sich Komplimente wie auch "Prügel" gleich
gern gefallen lässt. Haben die Neoliberalen ihre Ideologie doch von
Anfang an mit Zuckerbrot und Peitsche verbreitet, letztendlich mit Erfolg.
Mit der Ehrlichkeit, von der hier die Rede ist, nahm es ausserdem schon
Helmut Kohl nicht mehr so genau. Weshalb die Menschen in Deutschland
heute besonders sensibel sind, wenn es um Europa geht.
Die deutsche Einheit kostete Unsummen und nur wenig spricht dafür,
dass Frau Merkel uns als "Agentin des Kapitals" nicht auch
noch riesige Wohlstandsverluste beschert. Die anglophilen Satiriker
haben dies schon erkannt.