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Europäische Klimastrategie Kernenergie kein Ausweg aus Erderwärmung

01.03.2007 ·  Bundeskanzlerin Merkel will Europa zur Vorreiterin im Klimaschutz machen. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) weisen indessen in einer Schwerpunktausgabe des F.A.Z.-Feuilletons darauf hin, dass der Ausbau der Kernenergie keine Antwort auf die Erderwärmung sei.

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Bundeskanzlerin Merkel (CDU) will Europa zur Vorreiterin im Klimaschutz machen. Vor dem EU-Gipfeltreffen in der kommenden Woche sagte sie in einer Regierungserklärung im Bundestag, die EU stehe wie bei der Gründung der Europäischen Gemeinschaft vor 50 Jahren an „einer Weggabelung“. Damals sei es um den Wiederaufbau Europas gegangen, heute gehe es um die bislang versäumte Anpassung an die „völlig veränderte Weltlage“.

Die europäische Klimastrategie, mit der sich das Gipfeltreffen befassen wird, müsse eine „verlässliche, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung“ anstreben, sagte die Kanzlerin. Bislang habe die EU erst eine Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes von 1,2 Prozent erreicht, das Kyoto-Protokoll sieht eine achtprozentige Senkung bis 2012 vor. Die neuen Ziele der Kommission sähen vor, den Kohlendioxid-Ausstoß zwischen 2012 und 2020 noch einmal um mindestens zwölf Prozent zu senken.

Ausbau der Kernenergie keine Antwort

Frau Merkel kündigte an, sie wolle erreichen, dass die EU eine weitere Senkung um nochmals zehn Prozent in Aussicht nehme, wenn die anderen Industrienationen und großen Schwellenländer sich gleichfalls zu deutlichen Schadstoffminderungen verpflichteten. „Wenn andere internationale Player mit dabei sind, können wir auch 30 Prozent ins Auge fassen“, sagte Merkel. Es gehe nicht an, dass bei anhaltender Erderwärmung in deutschen Mittelgebirgen wie dem Harz Tropennächte erwartet würden.

Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) weisen indessen darauf hin, dass der Ausbau der Kernenergie keine Antwort auf die Erderwärmung sei. Die Kernenergie könne nur dann einen substantiellen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leisten, wenn die Schnelle-Brüter-Technologie eingesetzt werde, schreibt das PIK in einer Schwerpunktausgabe des Feuilletons der F.A.Z. zum Klimawandel. Nur Schnelle Brüter erlaubten einen effizienten Umgang mit Brennstoff. Andernfalls müssten weltweit allein 400 Leichtwasserreaktoren gebaut werden, nur um den Anteil der Nuklearenergie an der Stromerzeugung konstant zu halten. Das PIK legte zugleich Berechnungen vor, die für erneuerbare Energien das grösste Potential ergeben, Treibhausgase zu reduzieren.

Sechzehn Klimaforscher plädieren im Feuilleton unter Federführung von PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber, dem wissenschaftlichen Chefberater der Bundesregierung, für einschneidende Veränderungen in der globalen Energieversorgung und für eine neue industrielle Revolution. Die Klimaforschung sei „zu 95 Prozent gewiss“, dass die Erdwärmung auf den Menschen zurückgehe. Noch sei Zeit, den Klimawandel aufzuhalten.

Quelle: Lt. /csl. F.A.Z. vom 1. März 2007
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