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Eric Schmidt über das Gute an Google Die Chancen des Wachstums

Warum hacken eigentlich alle auf unserem Konzern herum und schüren die „Angst vor Google“? Wieso sieht man die Chancen nicht? Der Google-Verwaltungsratschef antwortet auf alle Kritiker.

© REUTERS Nur keine Angst! Eric Schmidt kann nicht verstehen, warum alle Google kritisieren.

Es war keine einfache Geburt. Über Jahre hinweg lagen wir mit dem Axel Springer Verlag im Clinch, in Fragen zum Urheberrecht bis Wettbewerb. Ich war mehrere Male in Deutschland, um der Führungsriege von Axel Springer einen anderen Ansatz vorzuschlagen – nämlich den einer profitablen Partnerschaft. Mein Ansatz war, über Innovationen gemeinsam neue Geschäftsmodelle aufzubauen und wechselseitig vom Wachstum mobiler und sozialer Webtechnologien zu profitieren. Am Ende des vergangenen Jahres dann machten wir Nägel mit Köpfen und gingen mit Axel Springer eine mehrjährige Partnerschaft zur automatisierten Werbevermarktung ein, die Web und Mobile gleichermaßen bedient.

English Version: A chance for growth

Eine ganze Reihe europäischer Verlage hat ähnliche Vereinbarungen mit uns getroffen, darunter so große Namen wie der „Telegraph“ oder der „Guardian“. Andere Verlage scheinen aber leider noch immer zu glauben, dass ihre Zukunft im Ruf nach plumper Regulierung liegt, indem man Gebühren für Links zu ihren Artikeln verlangt oder Wettbewerbsklagen gegen Facebook, Amazon und uns anstrengt. Allein in der vergangenen Woche haben die F.A.Z. wie auch „Le Monde“ in Frankreich Gastbeiträge veröffentlicht, die mit „Angst vor Google“ und „Google oder der Weg in die Sklaverei“ überschrieben waren. Die Artikel kritisieren letztlich das Internet als solches und die Möglichkeit, dass jeder, egal von welchem Ort aus, Informationen abrufen kann, die noch vor nicht allzu langer Zeit kaum auffindbar waren.

Eine erfolgreiche digitale Zukunft für alle

Wenn diese Auffassung der Verlage Schule macht, brächte dies gerade für die Wirtschaft erhebliche Risiken. Es wäre ein schwerer Rückschlag für die Innovationskraft in Europa. Unternehmen würden abwandern oder, schlimmer noch, gar nicht erst gegründet werden, blockiert von einem Regelwerk, das allein dem Schutz der etablierten Unternehmen dient. Ich bin überzeugt davon, dass es bessere Alternativen gibt, die nicht in mehr Regulierung, sondern in verstärkter Kooperation, in neuen Partnerschaften zwischen Unternehmen liegen.

Wie das wegweisende Abkommen mit Axel Springer zeigt, ist Google bereit, seinen Teil dazu beizutragen. Unternehmen aus Amerika haben in den vergangenen Jahrzehnten häufig die kulturellen Unterschiede auf der anderen Seite des Atlantiks ignoriert. Sie haben notwendige Sensibilität vermissen lassen, Regulierer bekämpft und einfach nicht richtig zugehört. Als die Europäische Kommission in den neunziger Jahren die Kartellklage gegen Microsoft eröffnete, hat das Unternehmen alle Fragen über sein Geschäftsgebaren abgetan und durch das jahrelange Hinauszögern der Untersuchung Millionen an Steuergeldern verschwendet.

Wir haben einen anderen Weg eingeschlagen. Wir haben uns den Bedenken der Kommission gestellt, und wir haben Lösungen angeboten. Auch wenn die Veränderungen, die die Kommission von uns fordert, sehr schmerzvoll sind, so ziehen wir solch einen Kompromiss einem Konflikt eindeutig vor. Mit anderen Worten: Wir haben versucht, alte Gegensätze zu überwinden und eine erfolgreiche digitale Zukunft für alle zu schaffen.

Googles Beitrag zur deutschen Wirtschaft

Hier, auf dem europäischen Kontinent, wo man vielerorts nach neuen wirtschaftlichen Perspektiven sucht, ist das Internet der wichtigste Wachstumsmotor. Die OECD konstatiert einen bis zu dreizehnprozentigen Anteil der Online-Welt an der gesamten Wirtschaftsleistung sowie das Internet als treibende Kraft für das Entstehen neuer Unternehmen, neuer Arbeitsplätze und neuer Möglichkeiten.

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