10.05.2010 · Im Wahlkampf hat er höchst erfolgreich die elektronischen Medien eingesetzt. Jetzt warnt Barack Obama vor iPad, iPod, Xbox und Playstation - Information als bloße Unterhaltung erhöhe den Druck auf die Demokratie.
Von Jordan Mejias, New YorkDie Zeit ist wieder da, in der amerikanischen Schülern und Studenten ins Gewissen geredet wird, um so, übers Publikum, das den Rednern der Abschlussfeiern in Schulen und Universitäten lauscht, auch das Gewissen der Nation anzupeilen. Selbst ein Präsident wird sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, im Mai und Juni die Jugend mit gezielten Ratschlägen ins Leben zu schicken.
Am Sonntag war Barack Obama dafür in der Hampton University in Virginia, einer der wenigen Hochschulen, die einst für schwarze Amerikaner gegründet wurden und darum jetzt historically black colleges heißen. Der Präsident erinnerte an das Motto der Universitäts-Gründer „education means emancipation“ (Ausbildung bedeutet Emanzipation). Auch im einundzwanzigsten Jahrhundert werde Bildung der Schlüssel zu einer erfolgreichen Berufslaufbahn sein, auch wenn diese noch härter zu erarbeiten sei als in der Vergangenheit: Ein Diplom einer High School habe in der Vergangenheit für eine solide Mittelklassen-Karriere ausgereicht; heute seien ein Bachelor oder höhere Studienabschlüsse dazu notwendig.
„Vierundzwanzig Stunden täglich, sieben Tage in der Woche bombardiert“
In diesem, Zusammenhang sprach Obama auch über die neue Informationstechnik. Namentlich nannte Obama iPad, iPod, Xbox und Playstation, in denen er keine Wege in eine neue Freiheit und persönliche Ermächtigung sieht, sondern viel eher und öfter Instrumente der Ablenkung, Zerstreuung und Unterhaltung.
Nachrichten gingen im Nachrichtenschwall unter: „Ihr werdet in einem Medienumfeld erwachsen, das uns vierundzwanzig Stunden täglich, sieben Tage in der Woche mit allen Arten von Inhalten bombardiert und allen Sorten von Argumenten aussetzt, bei denen der Wahrheitszähler nicht immer hoch ausschlägt.“ Da gerieten heute schnell die „verrücktesten Behauptungen“ in Umlauf, würden Fakten von Gerüchten verdrängt und verkomme der politische Prozess zum Pferderennen.
Die Bildungsverpflichtung einer Nation
Studenten, das Land und die Demokratie seien so unter neuen Druck gesetzt. Aber weil der Redner einer solchen Abschlussfeier, eines Commencement, dem Nachwuchs der Nation wie auch ihr selbst vor allem Mut machen soll, versicherte Obama angesichts des „atemberaubenden Wandels“ seinen Zuhörern: „Wir können diesen Wandel nicht aufhalten, aber wir können uns auf ihn einstellen.“ Was genau zu tun wäre, beließ der Präsident in einer rhetorischen Wolke, in der auch sein Vorgänger Thomas Jefferson nicht mit der Einsicht fehlte, das unwahrscheinliche Experiment Amerika funktioniere sicher nicht, wenn die Bürger schlecht informiert und apathisch wären.
Obama appellierte an die Studenten, sich als Mentoren der Gesellschaft zu begreifen und den Wert einer guten Ausbildung an ihre Kinder weiter zu geben. In der Wissensgesellschaft müsse jedes einzelne Kind der Vereinigten Staaten so kompetent als möglich ausgebildet werden.
Das ist ja fast anti-amerikanisch
fritz Teich (fazfazfaz123)
- 10.05.2010, 20:50 Uhr
nett...
Thomas Bartuschk (BarlTh)
- 12.05.2010, 09:29 Uhr